Bewerbung auf Konrektorenstelle - Verwandte in Schülerschaft.

  • Hallo,


    ich interessiere mich für eine ausgeschriebene Konrektorenstelle. Das Vorstellungsgespräch lief an sich positiv, ich könnte mir die Zusammenarbeit vorstellen. Nun habe ich angesprochen, dass meine Nichte Schülerin ist und mein Neffe eingeschult wird. Die Rektorin betonte dazu ihr Bedenken.



    Wie ist eure Meinung/Empfehlung/Erfahrung: Bewerbung auf Konrektorenstelle, Arbeit als Konrektor an einer Schule, an der man Onkel wäre/ist. Problematisch? Handlebar?


    Meine Argumente behalte ich zumindest zunächst mal noch für mich und bin gespannt auf eure Beiträge - in welche Richtung auch immer.

    • Offizieller Beitrag

    Absolut handlebar. Wir haben an unserer Schule einige Konstellationen, auch Söhne oder Töchter von Kollegen an der Schule. Geht prima, erfordert einfach etwas mehr an Organisation- denn bei uns dürfen Eltern ihre Kinder nicht unterrichten. Funktioniert einwandfrei.

  • Gar kein Problem. Schon an mehreren Schulen beobachtet. Immer dann, wenn der Sohn/die Tochter des "Chefs" Abi macht, wird halt der Vorsitz durch einen Schulleiter einer anderen Schule übernommen. Wird bei euch nicht vorkommen. Und bereits nach vier Jahren sind die Neffen & Nichten aus dem "System" bei euch raus. Ist also wirklich eine absehbare Zeit.


    (Interessanter ist die Frage, wie "der Rest" deiner Familie damit umgehen würde. Bist du dann 24/7 Ansprechpartner, wenn's irgendwo noch so kleine Problemchen gibt? Dann wird's stressig für dich. (Ich kenne meine Familie und würde deshalb nie in dem Schulbezirk, in dem die wohnen/arbeiten/sich ausbilden lassen/Freundschaften pflegen, an irgendeiner Schule tätig werden...))

  • Ich sehe die Probleme auch eher in der Familie als im Job. Aber vielleicht ist das bei dir unkritisch? Denke dran, die Zeit, die deine Nichten/Neffen an der Schule sind, ist doch überschaubar. Für dich geht es um ein langfristiges Jobangebot.

  • Du willst wirklich an einer Schule arbeiten, die dich mit einer solchen Unterstellung begrüßt?


    Dann viel Spaß.


    JaT

  • Die Rektorin betonte dazu ihr Bedenken.


    Stimmt, jaT. Da sollte man misstrauisch werden.


    Wenn man da wohnt, wo die Herkunftsfamilie wohnt, lässt es sich kaum vermeiden, dass man Bekannte und Verwandte trifft, auch an der Schule. Gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, dass man in einem solchem Fall in Ganzweitweg arbeiten muss? Wohl kaum!

  • Danke für Eure Beiträge.


    Meiner Meinung nach ist es ebenfalls unproblematisch, Verwandschaft in der Schülerschaft zu haben. Ich kann nur hinzufügen
    Zudem betreffen die meisten Entscheidungen sowieso das kollektiv; und
    solche, die doch das Kind betreffen, könnten dann ja auch deligiert
    werden.
    Als Lehrer/Konrektor habe ich eine Vorstellung vom Wohle des Kindes, dass sich von der eines Verwandten nicht unterscheidet. Und eben die Antwort darauf, was für das Kind am besten ist, ist somit gleich.


    Djino: Die Problematik Familie-Beruf sehe ich gar nicht als solche. Zum einen diskutieren wir Schul- und Bildungsfragen ohnehin. Das Verwandschaftsverhältnis ist außerdem so stabil, dass es mögliche Spannungen aushält. Bei uns (wahrscheinlich) kein Problem.


    @chillipaprika: Eigentlich hast du recht. Es könnte das Bedenken geäußert werden, dass "Internas nach außen dringen".


    Zum Einwand, dass der Anlass des Themas gegen die Schule als Arbeitsplatz spricht: Mein Eindruck war, dass Rektorin und ich als Team gut arbeiten können. Allerdings verunsichert so eine Äußerung dann doch schon. Gleichsam lässt sich die Äußerung auch als Offenheit deuten lässt (also positiv).


    Wie schätzt Ihr den Einfluss der Schulleitung auf die Stellenbesetzung ein? (Ok, da gibts kein Naturgesetz, aber vielleicht interessante Erfahrungen.)

  • Ich denke, es war ein Fehler, das anzusprechen. Vielleicht hält die SL das wirklich für problematisch - was auch m. E. Quatsch wäre - vielleicht nutzt man es als Vorwand, um für einen anderen Kandidaten zu argumentieren. Vielleicht keins von beidem, aber die Möglichkeit besteht und die hättest du ausschließen können, wenn du das nicht von dir aus angesprochen hättest. Oder war das von dir so ganz unbedarft gemeint, vielleicht sogar, um eine Nähe zur Schule herzustellen? Dann hättest du dich halt einfach verschätzt ...

  • Unter dem Gesichtspunkt, um jeden Preis die Stelle zu bekommen, war es wahrscheinlich wirklich ein Fehler. Allerdings, wenn es wirklich daran scheitern sollte, wäre es aus meiner Sicht zwar schade und die Begründung nicht wert. Doch halte ich es mit der Wahrheit und Aufrichtigkeit recht hoch. Gleichsam wäre es mir doch komisch vorgekommen, wenn meine Nichte mir auf dem Schulhof über den Weg läuft und mich jubelnd begrüßt bzw. nach gewisser Zeit der Zusammenarbeit zur Sprache kommt, dass ich Verwandschaft in der Schule habe.


    Wenngleich es nicht die Arbeit direkt betreffend wichtig ist, finde ich es doch interessant

  • Wo ist das Problem? Ich bin als Koordinator auch an einer Schule, an der zur gleichen Zeit meine Schwester noch Schülerin war, ganz zu schweigen von meinen Nichten und all den Kindern von Freunden, die ich auch privat kenne. Wer hier ein Problem sieht, hat offensichtlich selbst eines...

  • Zitat TremorChrist :

    Zitat

    Die Rektorin betonte dazu ihr Bedenken.

    Ja, weil sie Dich wahrscheinlich generell nicht auf diesen Posten sehen will. Vermute ich zumindest mal. Dann schiebt man halt eben Pseudo-Bedenken/-Begründungen vor. Oft sind das persönliche Sympathien/Antipathien, die bei der Auswahl eine wichtige Rolle spielen. 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • An meiner Ausbildungsschule waren auch Kinder von Kolleginnen, auch von der Konrektorin. Sowas ist kein Einzelfall. Die Bedenken der Schulleitung kann ich daher auch nicht nachvollziehen...

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