Deutsch und die englische Rechtschreibung

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    • Deutsch und die englische Rechtschreibung

      Ich wundere mich.

      Wenn ich es richtig verstehe, lernen die Kinder in Deutschland Englisch sehr gut und die englische Rechtschreibung dabei so ganz nebenbei. (Oder werden im Englischunterricht englische Rechtschreibregeln gelehrt, gelernt und geübt?) Im Deutschunterricht hingegen werden deutsche Rechtschreibregeln gelehrt, gelernt, geübt und die Rechtschreibung ist trotzdem schlecht (und immer schlechter?).

      Wie kommt das? Gute englische Rechtschreibung, ohne dass sie speziell thematisiert wird - schlechte deutsche Rechtschreibung, obwohl sie ständig thematisiert wird (zumindest ab Klasse 3 ?).

      Was stimmt da nicht (womöglich auch an meinen Vorannahmen)?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Ich fürchte die englische Rechtschreibung ist einfacher.
      Zumindest haben bei mir einige Rechtschreibfehler in Deutsch erst begonnen, als Englisch dazu kam. (Ich schreibe mit Vorliebe alles klein, ohne den Fehler zu bemerken. Ab und zu denke ich dann an Grossschreibung und schreibe z.B. Adjektive groß :autsch: )
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    • Komisch, ich hab einige Schüler die im Englischen Substantive groß schreiben. I wird hingegen gerne klein geschrieben.
      Dafür verwenden die Schüler scheinbar das besitzanzeigende ‘s eher im Deutschen.

      Generell zum Thema: wenn Worte bekannt und gelernt sind, lernen sie die Rechtschreibung mit und schreiben Sie eher richtig. Wenn ich ein unbekanntes Wort schreiben lasse, kommen die abstrusesten Schreibvarianten dabei raus.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Ein Vorschulkind hat einen aktiven Wortschatz von etwa 5000 Wörtern und kennt bestimmt 5 mal soviele. Möchte ein Grundschulkind jetzt etwas schreiben, hat es eine Auswahl unter unheimlich vielen Wörtern. Natürlich schreibt es die nicht alle richtig.

      Nach der Klasse 5 am Gymnasium kennen Kinder etwa 1000 englische Vokabeln. Die schreiben sie auch nicht alle richtig...Aber es sind natürlich viel weniger Wörter, die sie von der Rechtschreibung her beherrschen sollen als im Deutschen! Von daher wundert es mich nicht, wenn das gelingt.

      Den Grundwortschatz nach der Grundschule können Kinder im Deutschen genauso gut richtig schreiben lernen, doch reicht das nicht aus um z.B. im Deutschaufsatz eine gute Rechtschreibleistung zu zeigen -da benutze ich ja nicht bloß Wörter aus dem Grundwortschatz! Während der Englischlehrer zufrieden ist, wenn ich die 1000 Vokabeln verwende, würde sich der Deutschlehrer über einen zu geringen Wortschatz beklagen.

      Ich finde, dass Rechtschreibung heute in der Grundschule und weiterführenden Schule zu kurz kommt und dass eher wenig Rechtschreibregeln vermittelt werden. Als ich selbst noch zur Schule ging, war meiner Ansicht nach einfach mehr Übungszeit dafür vorhanden. Heute lernen die Kinder dagegen z.B. Plakate zu gestalten, schreiben viel eher freie Texte, können mit dem PC umgehen, arbeiten in der Gruppe...Sie lernen nicht weniger, aber andere Dinge, die es beispielsweise zu meiner Grundschulzeit nicht gab. Das ist ja auch gut! Aber Rechtschreibung ist genau wie das 1mal1 Übungssache. Manche Kinder kommen mit wenig Übung aus, andere brauchen mehr. Letztendlich gilt: Wenn es nicht mehr soviel Übungszeit für Rechtschreibung gibt, lassen die Leistungen nach.

      Meine lernbehinderten Schüler/innen haben alle eine sehr schlechte Rechtschreibung. Die Förderschüler/innen Lernen haben in der Regel eine schlechte Merkfähigkeit, einige haben visuelle Wahrnehmungsschwächen, andere auditive Wahrnehmungsprobleme, manche beides und zum Teil auch feinmotorische Schwierigkeiten. Dazu lesen sie alle nicht in ihrer Freizeit. Das Merken, Verstehen und Anwenden von Rechtschreibregeln gelingt ihnen kaum oder gar nicht. In Klasse 8 haben sie weder einen Grundwortschatz, den sie richtig schreiben können, noch das Großschreiben von Nomen drauf... Im Englischen sieht das bei ihnen nicht besser aus.

      Auch Schüler/innen mit LRS tun sich mit der englischen Rechtschreibung normalerweise schwer!

      Ich denke, deine Annahme hinkt daher ;) .
    • Liebe/r sofawolf,
      Ich will den Thread nicht crashen, aber so langsam hab ich das Gefühl, du bist nicht ausgelastet. Immer wieder, eigentlich täglich, neue große Nachdenkaufgaben und -fragen. Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die meisten hier doch mit dem täglichen Überleben des akuten Wahnsinns beschäftigt (zumindest in Grundschulen). Sorry für das OT, aber es beschlich mich grad dieser Eindruck.
      8) LG cubanita1

      Achte gut auf deinen Körper. Er ist der einzige Ort, in dem du leben kannst.
    • cubanita1 schrieb:

      Liebe/r sofawolf,
      Ich will den Thread nicht crashen, aber so langsam hab ich das Gefühl, du bist nicht ausgelastet. Immer wieder, eigentlich täglich, neue große Nachdenkaufgaben und -fragen. Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die meisten hier doch mit dem täglichen Überleben des akuten Wahnsinns beschäftigt (zumindest in Grundschulen). Sorry für das OT, aber es beschlich mich grad dieser Eindruck.

      Wenn du die Diskussion / den Meinungsaustausch nicht "crashen" willst (wobei ich nicht weiß, was ich das eigentlich bedeuten soll), warum tust du es dann? ;)

      Warum meinst du, es ist schlimm, wenn ich etwas zum Nachdenken aufwerfe, obwohl du eigentlich gerade keine Zeit dafür hast? Ich bin doch nicht sauer, wenn jemand keine Zeit oder keine Lust auf das Thema hat und nicht mitredet. Das schreibe ich jetzt wohl schon zum x-ten Male und obwohl ich nicht jeden Tag hier bin, sehe ich zu geschätzten 70% auch immer die gleichen Namen neben den Kommentaren.

      Für mich ist das Internet ein Teil meiner Entspannung vor, nach, während der schulischen Verpflichtungen daheim. Warum muss ich mich immer und immer wieder dafür rechtfertigen? Warum müssen sich andere nicht dafür rechtfertigen, dass sie hier jeden Tag etwas kommentieren?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kippelfritze ()

    • Was mich aber noch interessiert, ist z.B., ob im Englischunterricht auch Rechtschreibregeln gelehrt, gelernt, geübt werden.

      Mein Gedanke ist, dass man das womöglich in der gegenwärtigen Form gar nicht braucht. Die Kinder lernen die englische Rechtschreibung, indem sie immer wieder Englisch schreiben (und lesen) und korrigiert werden und es sich irgendwann gemerkt haben.

      Funktioniert nicht das meiste Lernen genau so?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • sofawolf schrieb:

      ... Warum muss ich mich immer und immer wieder dafür rechtfertigen? Warum müssen sich andere nicht dafür rechtfertigen, dass sie hier jeden Tag etwas kommentieren?
      Niemand muss sich rechtfertigen. Und es muss auch niemand auf Provokationen anspringen und mit Beschimpfungen kontern.
      Du vermittelst halt immer wieder den Eindruck, dass du nicht als Lehrer arbeitest und eher aus dem Nähkästchen deiner eigenen Schulzeit plauderst. Das ist für ein Forum, das klare Nutzerregelungen hat, problematisch um sich abzugrenzen.
      Wenn das nicht stimmt, weißt du es doch selbst am besten und kannst entspannt bleiben.
    • Krabappel schrieb:

      sofawolf schrieb:

      ... Warum muss ich mich immer und immer wieder dafür rechtfertigen? Warum müssen sich andere nicht dafür rechtfertigen, dass sie hier jeden Tag etwas kommentieren?
      Niemand muss sich rechtfertigen. Und es muss auch niemand auf Provokationen anspringen und mit Beschimpfungen kontern.
      Du vermittelst halt immer wieder den Eindruck, dass du nicht als Lehrer arbeitest und eher aus dem Nähkästchen deiner eigenen Schulzeit plauderst. Das ist für ein Forum, das klare Nutzerregelungen hat, problematisch um sich abzugrenzen.
      Wenn das nicht stimmt, weißt du es doch selbst am besten und kannst entspannt bleiben.

      Gut.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • sofawolf schrieb:

      cubanita1 schrieb:

      Liebe/r sofawolf,
      Ich will den Thread nicht crashen, aber so langsam hab ich das Gefühl, du bist nicht ausgelastet. Immer wieder, eigentlich täglich, neue große Nachdenkaufgaben und -fragen. Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die meisten hier doch mit dem täglichen Überleben des akuten Wahnsinns beschäftigt (zumindest in Grundschulen). Sorry für das OT, aber es beschlich mich grad dieser Eindruck.
      Wenn du die Diskussion / den Meinungsaustausch nicht "crashen" willst (wobei ich nicht weiß, was ich das eigentlich bedeuten soll), warum tust du es dann? ;)

      Warum meinst du, es ist schlimm, wenn ich etwas zum Nachdenken aufwerfe, obwohl du eigentlich gerade keine Zeit dafür hast? Ich bin doch nicht sauer, wenn jemand keine Zeit oder keine Lust auf das Thema hat und nicht mitredet. Das schreibe ich jetzt wohl schon zum x-ten Male und obwohl ich nicht jeden Tag hier bin, sehe ich zu geschätzten 70% auch immer die gleichen Namen neben den Kommentaren.

      Für mich ist das Internet ein Teil meiner Entspannung vor, nach, während der schulischen Verpflichtungen daheim. Warum muss ich mich immer und immer wieder dafür rechtfertigen? Warum müssen sich andere nicht dafür rechtfertigen, dass sie hier jeden Tag etwas kommentieren?
      Puh, getroffene Hunde bellen.
      Also
      1. wollte ich für diese meine Anmerkung keinen neuen Sofawolf-Hallo-Thread eröffnen, deshalb innerhalb deiner heutigen Anfrage.
      2. Ist es nicht schlimm, es fiel mir nur auf und ich versteh gar nicht, warum du dich so angegriffen fühlst. So war das gar nicht gemeint.
      3. Ist es für mich ein Riesenunterschied, ob ich auf eine Frage reagiere (weil oft spontan) oder ob mir erstmal eine Anfrage/Idee einfällt (dafür brauch ich mehr Grübelei oder einen konkreten Anlass), insofern staunte ich eigentlich nur darüber, wie viele Gedanken du dir um so viele verschiedene Schulthemen machst. Mir fällt auch so manches auf und missfällt auch so manches, aber oft hat das dann nicht die Relevanz, um es extra hier zu posten oder mir ist es wieder entfallen. Um es also für mich hier reinzuschaffen, muss es mich tatsächlich beschäftigen, meine Zellen besetzen. Und wenn das bei dir auch so ist, dann staune ich ob der Fülle!

      Und nun entspanne dich mal, ich fühl mich gar nicht belästigt und antworte nur, wenn ich Lust drauf hab oder es interessant find, es war null Rechtfertigung gefordert und provozieren wollte ich dich auch nicht. Es war lediglich ein Staunen. Aber ich lass das jetzt einfach dabei.
      8) LG cubanita1

      Achte gut auf deinen Körper. Er ist der einzige Ort, in dem du leben kannst.
    • Ich thematisiere schon ein paar Rechtschreibregeln zum Englischen, insbesondere was die Groß- und Kleinschreibung betrifft:
      - Nomen schreibt man klein, es sei denn es seien Eigennamen.
      - Deswegen kann es auch sein, dass z.B. "palace" mal klein, als Teil eines Namens ("Buckingham Palace") aber groß geschrieben wird.
      - Sprachen und Länderbezeichnungen schreibt man groß.
      -"I" schreibt man immer groß.
      - den Unterschied zwischen 's und s' fasse ich zwar eher als Grammatikthema auf, da es aber hier schon vorkam: Ja, auch das behandle ich explizit.

      Manchmal weise ich explizit auf Besonderheiten im Bereich Rechtschreibung hin (z.B. die letzten zwei Buchstaben des Wortes "theatre" im britischen Englisch, den Unterschied zwischen "then" und "than", Konsonantenverdopplung z.B. bei der Steigerung von Adjektiven - wobei auch das eher unter Grammatik als Rechtschreibung fällt), allgemein ist aber Rechtschreibung Teil des Vokabellernens und wird in Vokabeltests abgefragt.

      Die These, dass die Rechtschreibung der Schüler im Englischen allgemein besser sei als im Deutschen zweifle ich allerdings ehrlich gesagt stark an. Was mir da manchmal in der Oberstufe unter die Nase kommt kann schon haarsträubend sein.
      Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?
    • cubanita1 schrieb:

      ...
      Und nun entspanne dich mal, ich fühl mich gar nicht belästigt und antworte nur, wenn ich Lust drauf hab oder es interessant find, es war null Rechtfertigung gefordert und provozieren wollte ich dich auch nicht. Es war lediglich ein Staunen. Aber ich lass das jetzt einfach dabei.

      So, zweiter Test kontrolliert, nun ein bisschen Entspannung hier. :)

      Ich habe null, aber wirklich null Interesse an persönlichen Diskussionen. Es wäre schön, bei der Sache zu bleiben. Mir ist völlig gleich, wann und wie oft und warum jemand hier Kommentare schreibt und ich verfolge das auch nicht und thematisiere das auch nicht (glaube ich).

      Ja, mich interessiert vieles im schulisches Bereich. Das ist ja nun mal das, was ich täglich erlebe und "wem" ich täglich ausgesetzt bin.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Midnatsol schrieb:

      Ich thematisiere schon ein paar Rechtschreibregeln zum Englischen, insbesondere was die Groß- und Kleinschreibung betrifft:
      - Nomen schreibt man klein, es sei denn es seien Eigennamen.
      - Deswegen kann es auch sein, dass z.B. "palace" mal klein, als Teil eines Namens ("Buckingham Palace") aber groß geschrieben wird.
      - Sprachen und Länderbezeichnungen schreibt man groß.
      -"I" schreibt man immer groß.
      - den Unterschied zwischen 's und s' fasse ich zwar eher als Grammatikthema auf, da es aber hier schon vorkam: Ja, auch das behandle ich explizit.

      Manchmal weise ich explizit auf Besonderheiten im Bereich Rechtschreibung hin (z.B. die letzten zwei Buchstaben des Wortes "theatre" im britischen Englisch, den Unterschied zwischen "then" und "than", Konsonantenverdopplung z.B. bei der Steigerung von Adjektiven - wobei auch das eher unter Grammatik als Rechtschreibung fällt), allgemein ist aber Rechtschreibung Teil des Vokabellernens und wird in Vokabeltests abgefragt.

      Die These, dass die Rechtschreibung der Schüler im Englischen allgemein besser sei als im Deutschen zweifle ich allerdings ehrlich gesagt stark an. Was mir da manchmal in der Oberstufe unter die Nase kommt kann schon haarsträubend sein.

      Danke. Das ist mal was zur Sache selbst.

      Dann "trog" womöglich mein Eindruck, dass die Schüler in der englischen Rechtschreibung soviel besser sind als in der deutschen Rechtschreibung.

      Wird bei Vokabeltests nicht 1 Punkt abgezogen, wenn ein Wort falsch geschrieben wurde? Oder wie handhabt ihr das?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Ein entscheidender Punkt ist wohl, dass Schüler (in der Regel) die deutsche Sprache mündlich einige Jahre vor dem Einsatz des Schriftspracherwerbs lernen, während das Erlernen von der Aussprache und Verschriftung englischer Wörter weitestgehend gleichzeitig erfolgt. Ich habe mal in die Curricula meines Bundeslandes geschaut: Am Ende der Grundschule (nach 2 Jahren Englisch- bzw. 4 Jahren Deutschunterricht) spielt Rechtschreibung (bis auf evtl. einzelne Phänomene der Groß- und Kleinschreibung) im Englischunterricht keine Rolle, im Deutschunterricht hingegen schon. Ein ganzer Teilbereich des Inhaltsfeldes "Schreiben" widmet sich dem Thema "Schreibnormen" (=Rechtschreibunterricht). Allerdings macht das gerade einmal ein Zwölftel (!) des Deutschunterrichts aus. Da könnte man überlegen, ob, angesichts der Rechtschreibfertigkeiten deutscher Schüler, dieser Anteil nicht etwas zu gering ist...

      Mir persönlich war die englische Rechtschreibung insbesondere in den höheren Klassen eher etwas leichter zugänglich als die deutsche, aber das ist wohl Geschmackssache.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Ein entscheidender Punkt ist wohl, dass Schüler (in der Regel) die deutsche Sprache mündlich einige Jahre vor dem Einsatz des Schriftspracherwerbs lernen, während das Erlernen von der Aussprache und Verschriftung englischer Wörter weitestgehend gleichzeitig erfolgt. Ich habe mal in die Curricula meines Bundeslandes geschaut: Am Ende der Grundschule (nach 2 Jahren Englisch- bzw. 4 Jahren Deutschunterricht) spielt Rechtschreibung (bis auf evtl. einzelne Phänomene der Groß- und Kleinschreibung) im Englischunterricht keine Rolle, im Deutschunterricht hingegen schon. Ein ganzer Teilbereich des Inhaltsfeldes "Schreiben" widmet sich dem Thema "Schreibnormen" (=Rechtschreibunterricht). Allerdings macht das gerade einmal ein Zwölftel (!) des Deutschunterrichts aus. Da könnte man überlegen, ob, angesichts der Rechtschreibfertigkeiten deutscher Schüler, dieser Anteil nicht etwas zu gering ist...

      Mir persönlich war die englische Rechtschreibung insbesondere in den höheren Klassen eher etwas leichter zugänglich als die deutsche, aber das ist wohl Geschmackssache.

      Das wiederum nährt mein Gefühl, dass die Kinder im Englischunterricht die Schreibweise der englischen Wörter einfach "durch den Gebrauch" (Lesen und Schreiben) erlernen und eben nicht durch Regelbewusstsein, wie es im Deutschunterricht ja angestrebt wird.

      Und das wiederum ruft bei mir die Frage hervor, ob das Einüben von Rechtschreibregeln wirklich so viel Sinn macht im Deutschunterricht und ich frage mich, warum die Kinder die Schreibweise der deutschen Wörter nicht auch einfach "durch Gebrauch" lernen können (also viel Lesen und viel Schreiben, inklusive Korrektur).

      D.h., @Lehramtsstudent, eben nicht mehr Zeit für das Pauken von Rechtschreibregeln, sondern mehr Zeit für Lesen und Schreiben (mit Korrektur). Oder?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Ich denke, dass die leistungsstarken Schüler mit dieser Lehrmethode wohl genauso gut zurechtkämen wie jetzt, dass aber die leistungsschwachen Schüler damit überfordert wären, weil sie die Sprache als beliebig empfänden würden, obwohl ihnen gewisse Regeln gerade als Stütze dienen könnten.
      Nach deinem Beitrag fiel mir dazu ein, dass der (deutsche) Rechtschreibunterricht in der Regel phänomenorientiert unterrichtet wird und dass dies womöglich auch damit zu tun hat, dass sich die deutsche (Schrift-)Sprache als Lerngegenstand aufgrund ihres Aufbaus hierfür in besonderem Maße eignet. Es gibt nur wenige Wörter, die "einfach so" völlig von gängigen Rechtschreibstrategien bzw. der Phonem-Graphem-Korrespondenz abweichen. Das sind dann sogenannte Lernwörter. Im Gegensatz dazu scheint die englische Sprache (für Schüler) viel beliebiger: Wenn ich da alleine schon an blue, knew, through und do denke. Ein Rechtschreibunterricht wie im Deutschen würde da wohl mehr schaden als nützen. Daher vermute ich, dass neben dem Unterschied im Erlernen der Schriftsprache der jeweiligen Sprache auch die (Schrift-)Sprachsystematik eine Rolle spielt.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      das Erlernen von der Aussprache und Verschriftung englischer Wörter [erfolgt] weitestgehend gleichzeitig. [...] Am Ende der Grundschule (nach 2 Jahren Englisch- bzw. 4 Jahren Deutschunterricht) spielt Rechtschreibung (bis auf evtl. einzelne Phänomene der Groß- und Kleinschreibung) im Englischunterricht keine Rolle.
      Widerspricht sich das nicht?

      An meiner Schule ließ sich übrigens - und ich gebe hier nur wieder, was meine Kollegen erzählen, da ich noch nicht so lange "dabei" bin - nach Einführung des Englischunterrichts an der Grundschule beobachten, dass viele Kinder zwar schon ein paar Fähigkeiten im mündlichen Sprachgebrauch mitbrachten, als sie in der 5. Klasse zu uns kamen, dass ihre Rechtschreibung im Englischen aber katastrophal war, weil diese nicht thematisiert wurde. Entsprechend schrieben und dachten die Kinder die englischen Worte nach deutschen Regeln, was man ihnen (nachdem sie es 2 Jahre lang so gemacht hatten) nur seeeeeehr mühsam (wenn überhaupt) austreiben konnte. Inzwischen bessert es sich, da wohl mehrfach "runde Tische" mit Englischkollegen und Grundschullehrern stattgefunden haben, auf denen dieses Problem besprochen wurde. Zwar unterrichten die Grundschulen weiterhin schwerpunktmäßig den Bereich der mündlichen Kommunikation, aber das Schriftbild wird nicht mehr so vollständig ausgeblendet wie es wohl am Anfang noch der Fall war.
      Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?