Hallo,
im September starte ich mein Referendariat an einer bayerischen Berufsschule und würde gerne ehrliche Eindrücke von (am besten bayerischen) Referendaren sammeln.
1) Wie hat sich das Referendariat auf euren Alltag ausgewirkt? Wie war euer Tagesablauf und inwieweit hat er sich von eurer Vorstellung unterschieden?
2) Thema Geld: Wurde von der Schule erwartet, dass ihr viel für Unterrichtsmaterialen, Ausflüge u. Ä. aus eigener Tasche zahlt? Lohnt sich der Kauf eines Druckers?
3) Wie viele Wochenstunden habt ihr im Schnitt gearbeitet? Habt ihr viele Verwaltungsaufgaben & Co. dazu bekommen, und wie groß war der Aufwand dafür?
4) Welche Ereignisse oder Phasen waren für euch persönlich die stressigsten und warum?
5) Wenn ihr das Referendariat nochmal beginnen müsstet: Was würdet ihr anders machen und welche Ratschläge würdet ihr euch selbst mit auf den Weg geben?
Danke im Voraus!
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Mein Referendariat ist schon ne Weile her, aber dafür auch Bayern und Berufsschule.
Zu 1:
Ich hatte vor dem Ref mehrere Jahre einen Vollzeitjob, daher war ich den ganzen Tag arbeiten schon gewöhnt und hatte nicht die Umstellung von Uni auf Arbeit. Ich fand es etwas gewöhnungsbedürftig, dass der Tagesablauf jeden Tag anders war. Wir hatten 1x pro Woche Seminar (in der großen Gruppe) 1x pro Woche Besprechung mit dem Seminarlehrer, ggf. noch ein fester Termin fürs Zweitfach und dann halt die Unterrichtseinsätze und Hospitationen. Unterscheidet sich doch ziemlich vom 9 to 5 Job im Büro…
Von der echten Arbeitsbelastung her fand ich es garnicht so schlimm. Belastet hat mich der psychische Druck des dauernd beobachtet werdens und die Lehrproben.
Zu 2:
Drucker habe ich und hatte ich auch damals, allerdings sind die Kopierer in den Schulen ziemlich gut, oft auch ans Netzwerk angebunden, eigentlich geht es gut ohne eigenes Gerät. Ich drucke und kopiere zu 99% nur in der Schule.
Sonstige Ausgaben: ich habe einiges an Schulbüchern gekauft, auch weil die Verlage für Referendare sehr gute Angebote haben. Wirklich gebraucht hätte es das nicht wirklich, man kann auch von der Schule die Bücher ausleihen und vielleicht nur die Lösungen kaufen, die sind schon sinnvoll.
Ausgaben für sonstigen Schnickschnack liegt an dir. Ich hatte eine Kollegin, die hat für ihre Lehrprobe zum Thema Warenpräsentation kleine Regale gebastelt und bei DM lauter Mini-Produkte gekauft, die die SuS einräumen müssen. Grundsätzlich ne schöne Idee, aber eben auch teuer. Es wäre genauso mit kleinen beschrifteten Schachteln gegangen. Ich hab 1x Pizza für ne Klasse gekauft, das war auch teuer (junge Männer essen sooo viel), sonst hielten sich meine Ausgaben in Grenzen.
Ich war übrigens positiv überrascht, wie viel ich verdient habe. Vor allem im 2. Jahr kann man mehr arbeiten und bekommt das dann auch bezahlt und ich bin fast an mein Gehalt von vor dem Ref. ran gekommen.
Zu 3:
Es gibt Vorgaben wie viele Stunden man halten muss, der aktuelle Wert müsste auf der Homepage vom Studienseminar stehen, Google da mal. Ich glaube ich hatte im ersten Jahr etwa 10 Stunden Unterricht und 8 Stunden Hospitation. Im zweiten Jahr muss man mehr unterrichten, ich glaube 12 Stunden. Ich habe 18 Stunden unterrichtet und die Überstunden bezahlt bekommen. Zusätzlich kommen eben 1 Seminartag und die Besprechungen. Und natürlich die Vorbereitung.
zu 4:
Am meisten gestresst hat mich der Druck und die Bewertung. Zusätzlich hat es mich total angekotzt von einigen Kollegen „nicht für voll“ genommen zu werden. Es gab ernsthaft Kollegen, die mit mir (damals auch schon über 30) wie mit einem Schüler geredet haben. All meine Berufserfahrung wurde völlig ignoriert.
Zu 5:
Ich hatte an der Schule eine tolle Gruppe an Referendaren. Mit ein paar davon bin ich jetzt immer noch befreundet. Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt und zusammen gehalten. Ich glaube das war sehr viel wert. Man hört immer mal wieder, dass die Refis Konkurrieren untereinander. Mein Tipp: such dir eine Gruppe bei der ihr euch unterstützt m das ist Gold wert.
Und noch ein Buch, das mir für die Prüfungsvorbreritung gut geholfen hat (war im Kolloquium und Didaktische Prüfung sehr gut) https://www.merkur-verlag.de/Theorie-und-Pr…tion/0370-13-DS