Grundschullehramt oder ans Gymnasium? Wie entscheidet man sich?

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    • Grundschullehramt oder ans Gymnasium? Wie entscheidet man sich?

      Hallihallo liebe Forums-Mitglieder,

      nach dem ich nun schon seit einigen Monaten hier stille Mitleserin bin, traue ich mich nun meinen ersten Beitrag zu verfassen und hoffe ihr habt Ideen für mich! :)
      Eigentlich studiere ich nun schon im 4. Semester Pharmazie in Mainz und auch wenn ich das Studium mit seinen unglaublich vielen naturwissenschaftlichen Fachbereichen super interessant finde, haben mich die beruflichen Perspektiven in der Pharmabranche zunehmend unglücklich gemacht. Ich sehe mich einfach nicht in wissenschaftlichen Laboratorien, der Industrie und auch nicht in der öffentlichen Apotheke. Ich möchte in einem sozialen Beruf arbeiten, im täglichen Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen. Das stand für mich schon nach meinem Abitur 2014 fest, genauso wie die Tatsache, dass ich gerne täglich in einem Beruf arbeiten möchte in dem immer etwas neues erwartet und ich meine Begeisterung für ein Thema Anderen näher bringen darf. Und so hat sich die Idee in meinem Kopf festgesetzt, Lehrerin zu werden und der Gedanke daran lässt mich nun nicht mehr los :D

      In den letzten Wochen hatte ich die Chance Lehrer in ihrem Alltag in der Grundschule und am Gymnasium zu begleiten. Jetzt habe ich die Zusage für beide Studiengänge und weiß nicht wie ich mich entscheiden soll. Am Anfang stand für mich eigentlich fest, dass ich gerne ans Gymnasium möchte, da ich schon immer einen guten Draht zu Jugendlichen hatte und ich hier den fachlichen Anspruch besonders reizvoll finde. Da ich als Pharmazeutin sehr für die Biologie brenne, möchte ich trotz eher schlechten Berufsperspektiven gerne in diesem Fach bleiben und zusätzlich noch Mathe belegen. Was in 7 Jahren ist kann ja vermutlich eh niemand genau prognostizieren?!

      Dann kam allerdings mein Praktikum in der Grundschule. Ich hätte nie Gedacht, dass ich hier so viel Spaß haben könnte, da ich mit jüngeren Kindern bisher kaum Kontakt hatte. Ich fand es super spannend mit den Kleinen zusammenzuarbeiten und auch in der kurzen Praktikumszeit die einzelnen Entwicklungen beobachten zu können. An der Grundschule begeistert mich gerade, dass man hier viel als Pädagoge gefragt ist und viel eigene Kreativität in den täglichen Unterricht einbringen kann. In der Grundschule bekommt man die Möglichkeit seine Schüler 4 Jahre lang auf ihrem Weg zu begleiten und alles ist insgesamt viel persönlicher als das Lehren am Gymnasium. Zumindest hatte ich da so den Eindruck, dass der einzelne Schüler hinter dem eigenen Fach doch eher im Hintergrund steht.

      Nun stehe ich also schon wieder vor einer Entscheidung und weiß nicht wie ich wählen soll. Habt ihr vielleicht Ideen für mich wie ich mir nochmal klar machen kann, welche Richtung für mich die richtige sein könnte?

      Ich freue mich über eure Nachrichten!

      PrinzesschenSchokoKuchenPferd
    • So wie du es schreibst, hat dir die Grundschule im Praktikum deutlich besser gefallen als das Gymnasium.

      Was am Ende für dich besser ist, kann keiner jetzt sagen. Schreibe dir doch einmal genau auf, was du an der jeweiligen Schulform und im Praktikum besser/schlechter fandest, oftmals hat man dann schon innerlich ein Gefühl, was besser passt.
    • Wie Milk&Sugar vorschlägt, würde ich mir eine Plus- und Minus-Liste zu beiden Schulformen machen. Plus am Gymnasium ist auf jeden Fall die bessere Bezahlung und die geringere Anzahl an Wochenstunden- dafür hast du mehr Zeit aufzuwenden für die Korrekturen...


      PrnSchokoKuchenPferd schrieb:
      In der Grundschule bekommt man die Möglichkeit seine Schüler 4 Jahre lang auf ihrem Weg zu begleiten und alles ist insgesamt viel persönlicher als das Lehren am Gymnasium. Zumindest hatte ich da so den Eindruck, dass der einzelne Schüler hinter dem eigenen Fach doch eher im Hintergrund steht.

      Am Gymnasium freuen sich die Schüler/innen auch über engagierte Lehrer/ innen, die den Mensch wahrnehmen :)
      Meine Tochter z.B. hat am Gymnasium leider zu wenige von denen, die nicht nur an ihrem Fach interessiert sind - aber ein paar gibt es zum Glück doch davon. So jemand könntest du doch auch werden;-)
    • In einigen Bundesländern werden gerade Lehrer aller Schulformen an Grundschulen abgeordnet.
      Wenn man das gymnasiale Lehramt hat, kann man eventuell trotzdem an die GS. Umgekehrt nicht.

      Ich bin an einer OBS (ohne gymnasialen Zweig) und auch mit Abordnung an der GS. Wider erwarten kann ich auch mit den Zwergen arbeiten und ich habe mich freiwillig noch ein Halbjahr zur Verfügung gestellt.
      Jetzt habe ich also alles von Klasse 2 bis Abschluss-Schüler. Und das ist großartig!
    • Wow! Danke für eure lieben Antworten, damit hatte ich in der Form gar nicht gerechnet! :D

      Milk&Sugar schrieb:

      So wie du es schreibst, hat dir die Grundschule im Praktikum deutlich besser gefallen als das Gymnasium.
      Beide Praktika waren super spannend(und eben auch sehr unterschiedlich), aber in der Grundschule war insgesamt die Stimmung familiärer und harmonischer, was aber bestimmt auch an der Größe und dem Ort der Schule lag (ca.130 Kinder mit 7 Lehrern). Ich habe nur etwas Bedenken, dass mir hier auf Dauer eventuell die fachliche Herausforderung fehlen würde.
      Wie sieht es denn eigentlich generell an der Grundschule mit er Fächerwahl aus? Ich würde gerne Sachkundeunterricht wählen, aber darf ich dann auch fachfremd z.B. Kunst unterrichten?

      Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit dem Lehramtsstudium in Mainz oder in Frankfurt (das wären nämlich meine aktuellen Optionen)? In Hessen läuft das Studium ja immer noch auf das Staatsexamen hinaus, hat das im vergleich zum Bachelor Master System irgendwelche Vor- oder Nachteile?

      Ich bin gespannt, ob mir jemand berichten kann :) ,
      liebe Grüße PrinzesschenSchokoKuchenPferd
    • Ich kann zum Studium in Hessen ein bisschen was erzählen. Es stimmt, der Abschluss ist das Staatsexamen. Vorteile dessen sind die kürzere Studienzeit (7 statt 10 Semester) und dass man dadurch, dass man den Stoff am Ende eh noch einmal wiederholen muss, etwas sattelfester im Stoff ist, als wenn man es einmal gehört hat und dann nie wieder braucht. Nachteil ist dadurch wiederum, dass man gegen Ende des Studiums verhältnismäßig viel Stress hat, weil man eben nicht "nur" eine Abschlussarbeit schreiben muss, sondern auch noch 6 Prüfungen hat (4x mündlich, 2x schriftlich).
      Das mit der fachlichen Herausforderung verstehe ich natürlich, gerade auch aufgrund der relativ großen Lücke zwischen dem fachlichen Niveau an der Uni und an der Schule später. Wenn dir dieser Punkt wirklich wichtig sein sollte, würdest du wahrscheinlich im Sekundarschulbereich langfristig glücklicher werden. Als Beispiel mal aus dem Bereich Mathematik: Als studierter hessischer Grundschullehrer darf man neben der Grundschule (Klasse 1-4) auch in den Klassen 5 und 6 unterrichten, als studierter H/R-Lehrer bis Klasse 10 (auch am Gymnasium). In Bezug auf das Inhaltsfeld "Zahlen und Operationen" kommt man in Klasse 4 bis zur Zahlraumerweiterung bis 1 Million und zur schriftlichen Division, in Klasse 6 bis zu den rationalen Zahlen (Bruch- und Prozentrechnung). In Klasse 10 behandelt man wiederum reelle Zahlen und Potenzen.
      Dennoch muss man dazu sagen, dass die Fächer an sich schon vielseitig sind. Im Fach Mathematik beispielsweise hast du fünf Inhaltsbereiche (Zahlen und Operationen, Muster und Strukturen, Raum und Form, Größen und Messen, Daten und Zufall), die dann wiederum noch einmal auf 4 bzw. 6 Schuljahre verteilt sind. In den sprachlichen Fächern hast du relative Freiheiten bei der Auswahl der Lektüren und könntest dich theoretisch jedes Jahr für ein anderes Werk entscheiden. Man kann sich also thematisch durchaus austoben und muss nicht Jahr für Jahr den selben Stoff behandeln.
      Von Sachunterricht als Drittfach würde ich abraten, da es das am häufigsten gewählte Drittfach ist und sich dadurch nicht wirklich positiv auf die Einstellungschancen auswirkt. Ich habe schon von einigen Studenten mit besagtem Fach gehört, die dann doch noch ein gefragteres Viertfach hinzunahmen. Am besten sind wohl die Chancen mit Musik oder Religion, aber im Prinzip sind die anderen Fächer (außer Sachunterricht) auch in Ordnung.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Ich kann zum Studium in Hessen ein bisschen was erzählen. Es stimmt, der Abschluss ist das Staatsexamen. Vorteile dessen sind die kürzere Studienzeit (7 statt 10 Semester) und dass man dadurch, dass man den Stoff am Ende eh noch einmal wiederholen muss, etwas sattelfester im Stoff ist, als wenn man es einmal gehört hat und dann nie wieder braucht. Nachteil ist dadurch wiederum, dass man gegen Ende des Studiums verhältnismäßig viel Stress hat, weil man eben nicht "nur" eine Abschlussarbeit schreiben muss, sondern auch noch 6 Prüfungen hat (4x mündlich, 2x schriftlich).
      Ich weiß nicht, ob es geändert wurde, aber der Master für Grundschule (und auch für Realschule) dauert in RLP 2 Semester, womit man auf 8 Semester insgesamt kommt.

      Diese Abschlussprüfungen hätte ich mir am Ende nicht geben wollen, da finde ich den Bachelorablauf sehr entspannend gegen.
      Wenn du natürlich gerne extremes Bulimielernen betreibst, ist das Examen gut geeignet, denn von vorher zählt quasi nichts, während im Bachelor Studium die meisten Modulnoten ja schon zählen und damit langfristig ja sogar bereits deine Einstellungschancen nach dem Ref beeinflussen.
    • Krabappel schrieb:

      Bleib bei Pharmazie und mach ne Apotheke auf Du hättest täglichen Kontakt zu unterschiedlichen Menschen, verdienst ordentlich und hast nicht 2 Jahre umsonst studiert.
      Haha nee danke ;D Ich habe schon einige Wochen Famulatur in der Apotheke hinter mir. Sowie die aktuelle Lage in der Offizin aussieht, möchte ich da absolut nicht hin. Die meisten Apotheker die ich kenne, die sich den Traum einer eigenen Apotheke erfüllt haben, sind tatsächlich sogar kaum selbst am Kunden. Man ist dann am Ende doch eher BWLer und sitzt im Büro. Zumindest war das bisher mein Eindruck.
      2 Jahre umsonst studiert zu haben macht mir nichts aus. Ich bin 20 Jahre und ich glaube, da ist es noch nicht so tragisch nochmal umzuschwenken, oder ? ;) Abgesehen davon habe ich in dem Studium ja auch einiges gelernt, und gerade falls ich auf Biologie Lehramt wechsel könnte ich dann zumindest etwas davon noch nutzen :D


      Lehramtsstudent schrieb:

      Naja, so ganz stimmt das nicht. In die Staatsexamensnote gehen neben der Abschlussarbeit und der Examensprüfungen auch einige der im Studium erbrachten Leistungen mit ein.
      Oh, so genau bin ich da gar nicht informiert... Wie gering ist denn der Anteil, den man aus seinem Unistudium an Noten mit ins Stex einbringt? Wäre ja eigentlich schon schade, wenn man so viele Klausuren und Hausarbeiten erledigt und dann am Ende nur die Abschlussprüfung einfließt (zumindest wenn die dann bedeutend schlechter läuft, als die vorherigen Studienleistungen).


      Lehramtsstudent schrieb:

      Von Sachunterricht als Drittfach würde ich abraten, da es das am häufigsten gewählte Drittfach ist und sich dadurch nicht wirklich positiv auf die Einstellungschancen auswirkt. Ich habe schon von einigen Studenten mit besagtem Fach gehört, die dann doch noch ein gefragteres Viertfach hinzunahmen. Am besten sind wohl die Chancen mit Musik oder Religion, aber im Prinzip sind die anderen Fächer (außer Sachunterricht) auch in Ordnung.

      Hm, eigentlich würde ich schon ganz gerne Sachkunde wählen. Sind die Perspektiven dann denn so schlecht? :angst: Musikalisch bin ich leider gar nicht. Religion hatte ich mir tatsächlich auch schon überlegt(allerdings für das Lehramt Sek1 + 2)und war auch in ein paar Vorlesungen an meiner Uni. Aber ist Religion ein Fach was auch zukünftig noch in der Form unterrichtet wird oder läuft es mittlerweile auf einen allgemeinen Ethikunterricht an den Schulen hinaus?
    • PrnSchokoKuchenPferd schrieb:

      Ich habe schon einige Wochen Famulatur in der Apotheke hinter mir. Sowie die aktuelle Lage in der Offizin aussieht, möchte ich da absolut nicht hin. Die meisten Apotheker die ich kenne, die sich den Traum einer eigenen Apotheke erfüllt haben, sind tatsächlich sogar kaum selbst am Kunden. Man ist dann am Ende doch eher BWLer und sitzt im Büro. Zumindest war das bisher mein Eindruck.
      Ich finde, da hast Du etwas Entscheidendes sehr gut erkannt und das wiederum spricht doch sehr dafür, dass Deine Idee, auf Lehramt umzuschwenken nicht die schlechteste ist. Das wollte ich jetzt einfach mal so geschrieben haben. :rose:
    • @Pferd: Die im Studium erbrachten Leistungen machen 60% der Gesamtnote aus, also vergleichbar mit dem Abitur in der Oberstufe. Ich würde mal grob behaupten, dass mehr als die Hälfte aller Grundschullehramtsstudenten Sachunterricht als Drittfach wählt, obwohl zumindest in Hessen insgesamt 10 Drittfächer angeboten werden. Sachunterricht bringt als studiertes Fach insofern nichts, da die meisten Grundschullehrer das Fach eh unterrichten müssen, während in den Fächern Religion, Sport, Musik und Englisch (bzw. Französisch) möglichst geschaut wird, dass man hierfür Fachlehrer einsetzt, wobei gerade Religions- und Musiklehrer rar auf dem Lehrermarkt sind.
      Religion ist das einzige (!) Fach, dessen Lehrpflicht im Grundgesetz verankert ist, von daher ist - davon ausgehend, dass eine Grundgesetzänderung eher unwahrscheinlich ist - eine Veränderung in naher Zukunft eher unwahrscheinlich. Aber ich verstehe, worauf du hinauswillst. Gerade in Großstädten nimmt ja der Anteil an Schülern, die nichtchristlichen Glaubens sind, (leider) immer mehr zu und selbst Kinder christlicher Eltern besuchen deutlich häufiger als früher den Ethikunterricht (und ja, ich gebe zu, dass ich in der Oberstufe auch zu Ethik wechselte ;) ). Das ist durchaus eine Herausforderung für die Kirche als Institution und natürlich die studierten Religionslehrer, die sich damit auseinandersetzen müssen, wenn sie auch in Zukunft junge Leute an den christlichen Glauben heranführen möchten. Jeder hat eine andere Meinung zu dem Thema, keine Frage, aber obwohl ich nicht gerade der religiöseste Mensch bin, fand ich den frühen Religionsunterricht damals sehr bereichernd und sehe ihn gerade dahingehend wichtig an, dass Kinder die religiösen Grundsätze, die heute noch Grundlage für unser gesellschaftliches Miteinander und auch das Grundgesetz bilden, kennenlernen und sich hiermit auseinandersetzen können.
    • In den hessischen Lehrerbedarfsprognosen heißt es: "Tendenziell am gesuchtesten sind die Fächer Musik, Evangelische/Katholische Religion, Sport, Kunst und Deutsch als Fremd-/Zweitsprache."

      Zu dem Zeitpunkt als die Prognosen für Grundschullehrer allgemein in Hessen mäßig waren, war auch noch ein Satz enthalten, der darauf hinwies, dass Sachunterricht das am wenigsten gesuchte Fach sei. Dieser besteht zwar nicht mehr, aber ich kann dir aus der Studienpraxis erzählen, dass Sachunterricht auch weiterhin noch sehr häufig als Drittfach gewählt wird, Musik hingegen kaum. Und Instrumentalunterricht als Nicht-Musiker durchzuführen, ist ziemlich mutig, weswegen gerade Musiklehrer an Grundschulen (und ich vermute auch an Förderschulen, oder?) händeringend gesucht werden.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Religion ist das einzige (!) Fach, dessen Lehrpflicht im Grundgesetz verankert ist, von daher ist - davon ausgehend, dass eine Grundgesetzänderung eher unwahrscheinlich ist - eine Veränderung in naher Zukunft eher unwahrscheinlich. Aber ich verstehe, worauf du hinauswillst. Gerade in Großstädten nimmt ja der Anteil an Schülern, die nichtchristlichen Glaubens sind, (leider) immer mehr zu und selbst Kinder christlicher Eltern besuchen deutlich häufiger als früher den Ethikunterricht (und ja, ich gebe zu, dass ich in der Oberstufe auch zu Ethik wechselte ;) ). Das ist durchaus eine Herausforderung für die Kirche als Institution und natürlich die studierten Religionslehrer, die sich damit auseinandersetzen müssen, wenn sie auch in Zukunft junge Leute an den christlichen Glauben heranführen möchten. Jeder hat eine andere Meinung zu dem Thema, keine Frage, aber obwohl ich nicht gerade der religiöseste Mensch bin, fand ich den frühen Religionsunterricht damals sehr bereichernd und sehe ihn gerade dahingehend wichtig an, dass Kinder die religiösen Grundsätze, die heute noch Grundlage für unser gesellschaftliches Miteinander und auch das Grundgesetz bilden, kennenlernen und sich hiermit auseinandersetzen können.

      ...es wäre gut...
      ...wenn Religion endlich als Religionswissenschaft unterrichtet würde, vielleicht noch mit Religionsgeschichte, und zwar gleichberechtigt - irrelevantes, unzeitgemäßes und völlig subjektives Monotheisten-Dampfgeplauder hätte ich schon längst aus jeglichem Lehrplan geschmissen.
      Hättest du im Unterricht nämlich aufgepasst, wäre dir bekannt, welche Religion hierzulande "heimisch" ist... und das ist keine der monotheistischen welchen. Alles "geduldete Touristen". Ihr könnt gerne wieder gehen, dann ist hier wieder Platz, ich vermisse euch nicht...
      Für mich (und jeden mit ein wenig Ahnung von Geschichte) ist jeder, der meint, es gäbe ein "chrsitliches Abendland" ein Alien, denn auf diesem Planeten hier existiert so etwas nicht.
      Der ganze Monotheismus stammt (grob) aus der Gegend des heutigen Äthiopien. Vielleicht gefällt es dir da ja.

      @PrnSchokoKuchenPferd - lass dich von unserem Studenten nicht ins Bockshorn jagen. Der ist zwar nicht dumm, aber ein reiner Theoretiker der die Realität gerne verdrängt, außerdem offenbar latent xenophob... Tu was du kannst und magst, sei einfach eine gute Lehrerin. Es werden massig Grundschullehrer gebraucht... also nix um das Blabla geben. Sei einfach du, und einfach gut. Das reicht schon. Pfeifen gibt es schon genug in der Orgel.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

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    • Lehramtsstudent schrieb:

      In den hessischen Lehrerbedarfsprognosen heißt es: "Tendenziell am gesuchtesten sind die Fächer Musik, Evangelische/Katholische Religion, Sport, Kunst und Deutsch als Fremd-/Zweitsprache."

      Zu dem Zeitpunkt als die Prognosen für Grundschullehrer allgemein in Hessen mäßig waren, war auch noch ein Satz enthalten, der darauf hinwies, dass Sachunterricht das am wenigsten gesuchte Fach sei. Dieser besteht zwar nicht mehr, aber ich kann dir aus der Studienpraxis erzählen, dass Sachunterricht auch weiterhin noch sehr häufig als Drittfach gewählt wird, Musik hingegen kaum. Und Instrumentalunterricht als Nicht-Musiker durchzuführen, ist ziemlich mutig, weswegen gerade Musiklehrer an Grundschulen (und ich vermute auch an Förderschulen, oder?) händeringend gesucht werden.
      Da man an Förderschulen alles unterrichtet, unterrichtet man logischerweise alles fachfremd, was man nicht studiert hat ;)

      An Förderschulen wird man möglichst (nicht zwingend) nach Förderschwerpunkt einsortiert. Wenn was zählt, dann die Note. Fächer interessieren praktisch nicht.

      Die Frage war für GS nicht, ob mehr Leute SU als Musik studiert haben, sondern ob das etwas an den Einstellungschancen ändert.
    • @Krabappel: Zumindest in den hessischen Lehrerbedarfsprognosen wird schulformspezifisch auf den Bedarf in den jeweiligen Fächern eingegangen - in Bezug auf die Grundschule, die H/R-Schule, das Gymnasium, sowie die Berufsschule. Bei der Förderschule werden leider keine fächer- oder förderschwerpunktspezifischen Angaben gemacht; der Bedarf scheint wohl so groß zu sein, dass die Schulen alles nehmen, was kommt. Um auf die Grundschule zurückzukommen: Die Fächerwahl spielt hier durchaus seine Rolle (siehe der zitierte Satz), ist aber aufgrund des Klassenlehrerprinzips nicht von so großer Bedeutung wie z.B. am Gymnasium oder an der Berufsschule.

      OT, aber weil wir gerade schon dabei sind: In Hessen wird natürlich als mögliches Unterrichtsfach im Rahmen des Förderschullehramts auch Musik angeboten. Da ich mal davon ausgehe, dass nicht viele studierte Musiklehrer bei euch im Haus sind: Gibt es bei euch überhaupt Instrumentalunterricht und wenn ja, wie ist der organisiert? Ich hatte damals in der Grundschule Flötenunterricht, wobei das schon einige Zeit her ist. So ganz ohne Übung und akademischem Hintergrund würde ich mich wohl nicht trauen, das Grundschulkindern beizubringen, und der fachliche Anspruch in der Sek I ist ja noch einmal ein Stückchen höher - Förderschule hin oder her.
    • hanuta schrieb:

      In einigen Bundesländern werden gerade Lehrer aller Schulformen an Grundschulen abgeordnet.
      [...]
      Ich bin an einer OBS (ohne gymnasialen Zweig) und auch mit Abordnung an der GS.
      Das wusste ich noch gar nicht! Bisher habe ich das ab und zu im Scherz (!) gesagt, dass wir ja womöglich bald an die GS abgeordnet werden...

      Wie häufig kommt das vor? Gibt es da offizielle Infos oder Zeitungsberichte?
      Wird man vorher gefragt, ob man einverstanden ist oder gibt es auch welche die Zwangsabgeordnet werden?