Erzieher sollen so viel wie Grundschullehrer verdienen

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    • Mikael schrieb:

      Der Lehrermangel ist aber insofern "künstlich", da auch bei Quereinsteigern auf Master-Abschluss und mehrjährige Berufserfahrung gesetzt wird. Könnte man ganz schnell beheben, wenn man auch Bachelorabsolventen zulässt. Dann ließe sich auch E11/A11 oder noch weniger ganz schnell rechtfertigen.

      Und so wird es kommen (alleine aus demographischen Gründen).

      Gruß !
      Entschuldige, das ist Unsinn, hier lässt man sogar Studenten ohne Abschluss zu und trotzdem reicht es nicht. Also was ist daran künstlich und was heißt E11 rechtfertigen, wir bekommen nur E11! Der Rest (sogar ein Teil der DDR-Lehrer sogar nur E10).
    • Der Erzieherberuf besteht ja aus mehr als Kindergarten und offener Ganztag. Man kann ja auch im Jugendlichen- bis Erwachsenenbereich arbeiten, weswegen der Erzieherberuf erst einmal grundlegend ein vielfältiger Beruf ist und schon ein wenig besser bezahlt werden sollte. Ich habe auch mal kurz zwischen Studium und Ref in einem Wohnheim für behinderte Kinder und Jugendliche gearbeitet. Ich war in der Abteilung für Jugendliche und junge Erwachsene. Da ging es ganz schön ab. Als es um das Unterzeichnen des Vertrages ging, hatte ich meine Masterurkunde noch nicht, was ich zu bedenken gab. Nö, mit dem Bachelor sei ich schon mehr als ausreichend für die Erzieherstelle qualifiziert.
      Bei uns an der Schule sind auch ein paar Erzieher beschäftigt. Da geht es um die AGs, die Besetzung des Trainingsraums und eben auch Vertretungen. Bei letzterem kommt es immer wieder zu Zoff, weil wir Lehrer bei geplanten Vakanzen oft Arbeitsmaterial (einen Vertretungsordner gibt es auch in jeder Klasse) hinlegen, aber die Erzieher die SuS dies zum Teil nicht bearbeiten lassen. Das könnten sie nicht, heißt es dann, denn dafür seien sie ja nicht ausgbildet. Geschenkt, sie sollen ja auch nichts neues mit den Kinnings machen, sondern Übungen. Ich spreche hier von Klasse 1 bis 4 wie auch von 5 bis 10. Für reines Beaufsichtigen das gleiche Geld? Nö, das fände ich ungerechtfertigt. Das sehe ich schon ein Kompetenzgefälle, welches einen sichtbaren Gehaltsunterschied ausmachen sollte.
    • Firelilly schrieb:

      Dieses Wissen brauchen Erzieherinnen auch nicht, denn ihre Aufgabe ist es die Kinder zu erziehen, nicht ihnen Unterrichtsstoff beizubringen. Wir müssen nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Menschen die klug genug sind zu studieren sollte man nicht für Berufe verheizen in denen man kleine Kinder erzieht. Das sollen gottlob Menschen machen, die ihre Stärken woanders haben als in kognitiver Leistung. Da reicht es vollkommen, wenn sie kinderfreundlich und konsequent sind und eben so viel Verstand besitzten die Erzieherinnenausbildung zu überstehen. Ganz ehrlich, ich brauche kein studiertes Genie um meinem kleinen Kind beizubringen wie man sich die Schuhe bindet oder, dass es andere Kinder nicht schlagen soll.
      Erzieherinnen arbeiten aber auch in Horts und Nachmittagsbetreuungen und Hilfe bei Hausaufgaben fällt in ihren Tätigkeitsbereich.
      Ein jeder Mensch, der in Deutschland eine Schulausbildung absolviert hat, müsste fähig sein, 4.Klässlern bei den Hausaufgaben zu helfen - das Beherrschen des 1x1 etc. ist eine basale Fähigkeit, die man bei jedem Erwachsenen voraussetzt

      Firelilly schrieb:

      Weißt Du und die meisten Grundschullehrer/innen können keine Fourier-Transformation oder was weiß ich. So wie Du auf das fehlende 1x1 der Erzieherinnen heraubschaust, so ist es eben auch, wenn man gymnasiales Lehramt studiert hat und das Fachwissen der Grundschulkollegen mitbekommt. Aber auch hier: Die brauchen das auch nicht, die bringen schließlich basale Dinge bei und nicht so komplexe Dinge wie am Gymnasium in der Oberstufe.
      Und bevor man mich als arrogant abstempelt, ein Uni-Professor wird auf meine Fachkenntnisse schauen und sich denken "herrje, Gymnasiallehrer, die können ja gerademal die Basics".
      Es gibt nun einmal einen Anstieg des Fachwissens in folgender Reihe:

      Erzieher < Grundschullehrer < Gymnasiallehrer < Uni-Professor

      Und das ist nur natürlich, dass das dann eben auch so bezhahlt wird.
      Der Auftrag des Lehrers beinhaltet neben dem Vermitteln von Kenntnissen auch die Erziehung von Kindern.
      Würde man die pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten beachten, würde die Reihe wohl so aussehen:
      Uniprofessoren < Gymnasiallehrer < Grundschullehrer < Erzieher (ich unterstelle denen einfach mal die höchste pädagogische Kompetenz).

      Ich besuche an der Uni die gleichen Kurse wie die zukünftigen Gymnasiallehrer z.B. in Deutsch nur nicht die gleiche Anzahl. Deshalb habe ich Vorlesungen im pädagogischen und didaktischen Bereich, die diese nicht haben.
      Es ist ja nicht etwa so, dass die Kinder, die in die weiterführenden Schulen kommen, keine pädagogische Aufmerksamkeit benötigen - ein Aspekt, der bei der Ausbildung von Lehrern für die weiterführenden Schulen vernachlässigt wird.
      Wie würde dann die Bezahlung aussehen (also wenn wir pädagogische Qualifikationen miteinbeziehen würden)?
    • Landlehrer schrieb:

      Und du glaubst das wirklich? Die Angleichung an A12 würde jährlich etliche Milliarden kosten.
      Ich glaube das nicht, dennoch finde ich, dass diese Forderung viel über den Wert aussagt, den man Grundschullehrern beimisst...

      Landlehrer schrieb:

      Bist du dir sicher, dass die Personen Erzieher waren? In der Hausaufgabenbetreuung wird jeder genommen, der irgendwann mal mit Kindern gearbeitet hat.
      Ja. Sie hatte den Hauptschulabschluss und dann irgendeine Umbildung oder so (keine Ahnung was genau) gemacht und wir haben sogar ihre offizielle Ernennung zur Erzieherin gefeiert (bei dem aktuellen Mangel in dem Bereich, kann mittlerweile wahrscheinlich jeder Erzieher werden)
    • Bolzbold schrieb:

      Werden wir doch mal konstruktiv:

      Woran sollte denn die Vergütung eines Berufs primär ausgerichtet sein?

      Ausbildungsdauer?
      Ausbildungsqualität?
      "Wichtigkeit"?
      Angebot und Nachfrage?
      Zusatzqualifikationen?
      Meiner Meinung nach ist alles davon wichtig und zusätzlich auch die Leistung: Wer mehr bzw. besser arbeitet, sollte auch besser bezahlt werden.
      Das so etwas im Lehrerberuf schwer festzustellen ist, ist mir klar - eine Entlohnung nach Leistung (z.B. ein leistungsunabhängiges Grundgehalt + leistungsbezogene Prämien) würden aber viele Lehrer, die das vorhandene System ausnützen, aussortieren bzw. dazu zwingen, wirklich für ihr Geld zu arbeiten
    • Ninon schrieb:

      Uniprofessoren < Gymnasiallehrer < Grundschullehrer < Erzieher (ich unterstelle denen einfach mal die höchste pädagogische Kompetenz).
      Mag sein. Aber das ist eben der Punkt, der erzieherische Teil unserer Arbeit ist eben etwas, was nicht gerade ein Hochschulstudium erfordert.
      Ich behaupte, dass man in einer Erzieherausbildung genug vermittelt kann um für die Erziehungsarbeit gewappnet sein sollte.
      Dafür sollte man auch nicht bezahlt werden, sondern für Didaktisches und Fachliches.
      Ich finde generell, dass das System Schule professioneller werden müsste in Bezug auf Ressourcennutzung. Man könnte so viele Arbeitsstellen schaffen, wenn man die Lehrertätigkeit mal sinnvoll entlasten würde:

      Durchführung und Organisation von Fahrten: Reiseveranstalter
      Pausenaufsichten, Durchführung und Überwachung von pädagogischen Maßnahmen: Erzieher
      Kontrolle von Klassenbüchern, Führen von Fehlstunden und Abgleich mit Entschuldigungen der Eltern: Verwaltungsfachkraft
      Verwaltung der Chemikaliensammlung, Bestellungen, Gefahrstoffetikettierung, Abbau von Experimenten und & Spülen der Geräte: CTA

      Gäbe noch tausende Beispiele. Und in anderen akademischen Berufen wird das auch so gemacht. Auf diese Weise könnte man professionell unterrichten und das Niveau des Unterrichts würde steigen.
      Wie oft muss ich 0815 Stunden halten, weil ich hinter den ganzen dödeligen Arbeiten nicht hinterherkomme.
      Man stelle sich mal vor der Chirurg im KH müsste seine Patienten auch noch im Gebäude herumschieben, den OP schrubben und den Fahrdienst nach hause nach der OP übernehmen. Klar würde er dafür auch bezahlt, aber so dumm ist irgendwie kein Krankenhaus, die lassen das durch weniger qualifiziertes Personal erledigen. Der öffentliche Dienst hingegen liebt es die Kompetenz seiner Hochschulabsolventen brach liegen zu lassen. Wie effizient und auf hohem Niveau wäre unser Bildungssystem, wenn wir mal nicht nebenher noch Reiseveranstalter und Animateur wären, sondern die Zeit für Unterricht, Fortbildung usw. nutzen könnten.
    • Ninon schrieb:

      eine Entlohnung nach Leistung (z.B. ein leistungsunabhängiges Grundgehalt + leistungsbezogene Prämien) würden aber viele Lehrer, die das vorhandene System ausnützen, aussortieren bzw. dazu zwingen, wirklich für ihr Geld zu arbeiten
      Bitte nicht schon wieder diese Diskussion ... :zahnluecke:
    • Firelilly schrieb:

      Man stelle sich mal vor der Chirurg im KH müsste seine Patienten auch noch im Gebäude herumschieben, den OP schrubben und den Fahrdienst nach hause nach der OP übernehmen.
      Die Krankenhausärzte haben aber auch keine GEWerkschaft, die es als unverzichtbaren Teil der Arbeit eines Chirurgen ansieht, die Patienten im Gebäude herumzuschieben, den OP zu schrubben oder Patienten nach Hause zu fahren...

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Wir leben nun einmal in einer Gesellschaftsordnung, in welcher der "Wert" einer Arbeit primär über das Einkommen definiert wird. Kann man gut finden oder auch nicht.

      Wenn Grundschullehrer soviel wie Ärzte verdienen würden, wären sie gesellschaftlich ebenso hoch angesehen. Alles andere ist esoterisches Blabla ("Filterblase").

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Firelilly schrieb:

      Mag sein. Aber das ist eben der Punkt, der erzieherische Teil unserer Arbeit ist eben etwas, was nicht gerade ein Hochschulstudium erfordert.
      Sicher gibt es Menschen die geborene Erzieher sind. Aber manche Aspekte, wie z.B. das Feststellen von Verhaltensauffälligkeiten etc. benötigen eine Ausbildung, z.T. eben auch ein Hochschulstudium, weil z.B. gewisse psychologische Aspekte der Erziehung von Kindern und Jugendlichen eben von Professoren, die Psychologie studiert haben, vermittelt werden sollten und halt nicht vom Sozialarbeiter, der eine lehrende Funktion übernimmt. Ich finde, dass die Ausbildung von Menschen, die mit Kindern zu tun haben (insgesamt mit Menschen), nicht gut genug sein kann

      Firelilly schrieb:

      Ich finde generell, dass das System Schule professioneller werden müsste in Bezug auf Ressourcennutzung. Man könnte so viele Arbeitsstellen schaffen, wenn man die Lehrertätigkeit mal sinnvoll entlasten würde:

      Durchführung und Organisation von Fahrten: Reiseveranstalter
      Pausenaufsichten, Durchführung und Überwachung von pädagogischen Maßnahmen: Erzieher
      Kontrolle von Klassenbüchern, Führen von Fehlstunden und Abgleich mit Entschuldigungen der Eltern: Verwaltungsfachkraft
      Verwaltung der Chemikaliensammlung, Bestellungen, Gefahrstoffetikettierung, Abbau von Experimenten und & Spülen der Geräte: CTA
      Dem schließe ich mir zu 100% an (ich war entsetzt, als ich gesehen habe, wie viel Papierkram eine Lehrkraft zu erledigen hat - Sachen, die jeder qualifizierte Büroarbeiter schneller erledigen könnte)
    • Starker Beitrag. Eine Seite weiter kommt dann aber wieder der "Mod-Modus", in dem sich über die Zankerei im Forum beschwert wird. :top:


      Krabappel schrieb:

      Firelilly schrieb:

      Aber die Erzieherinnen müssen doch auch eine längere Ausbildung machen! Und die Arbeit einer Erzieherin ist genauso anspruchsvoll wie die einer Grundschullehrerin!
      Seh ich auch so. 5Jahre geht die Ausbildung inzwischen. Und was spricht gegen eine höhere Bezahlung? Kannst du dir weniger kaufen, weil eine andere mehr verdient?
      Natürlich. Der Kaufkraftverlust Hängt direkt mit dem Lohnniveau zusammen. Deshalb brauche ich in der Schweiz auch 5000 Euro für meinen Lebensstandard, im Tschad aber nur 900. Sonst könnten auch einfach alle A15 bekommen und wären reich.
    • Trapito schrieb:

      Starker Beitrag. Eine Seite weiter kommt dann aber wieder der "Mod-Modus", in dem sich über die Zankerei im Forum beschwert wird. :top:

      Krabappel schrieb:

      Firelilly schrieb:

      Aber die Erzieherinnen müssen doch auch eine längere Ausbildung machen! Und die Arbeit einer Erzieherin ist genauso anspruchsvoll wie die einer Grundschullehrerin!
      Seh ich auch so. 5Jahre geht die Ausbildung inzwischen. Und was spricht gegen eine höhere Bezahlung? Kannst du dir weniger kaufen, weil eine andere mehr verdient?
      Natürlich. Der Kaufkraftverlust Hängt direkt mit dem Lohnniveau zusammen. Deshalb brauche ich in der Schweiz auch 5000 Euro für meinen Lebensstandard, im Tschad aber nur 900. Sonst könnten auch einfach alle A15 bekommen und wären reich.

      Gut gesagt! :D
    • Mikael schrieb:

      Wir leben nun einmal in einer Gesellschaftsordnung, in welcher der "Wert" einer Arbeit primär über das Einkommen definiert wird. Kann man gut finden oder auch nicht.

      Wenn Grundschullehrer soviel wie Ärzte verdienen würden, wären sie gesellschaftlich ebenso hoch angesehen. Alles andere ist esoterisches Blabla ("Filterblase").

      Gruß !

      Naja, verdienen denn Politiker schlecht, sodass sie deswegen ein schlechtes Ansehen haben?
    • Mikael schrieb:

      Wir leben nun einmal in einer Gesellschaftsordnung, in welcher der "Wert" einer Arbeit primär über das Einkommen definiert wird. Kann man gut finden oder auch nicht.

      Wenn Grundschullehrer soviel wie Ärzte verdienen würden, wären sie gesellschaftlich ebenso hoch angesehen. Alles andere ist esoterisches Blabla ("Filterblase").

      Gruß !
      Gesellschaftliches Ansehen ist weitgehend unabhängig vom Einkommen. Das Ranking wird von Feuerwehrleuten, Sanitäten und Krankenschwestern angeführt.

      de.statista.com/statistik/date…rschiedene-berufsgruppen/

      Ninon schrieb:

      Sicher gibt es Menschen die geborene Erzieher sind. Aber manche Aspekte, wie z.B. das Feststellen von Verhaltensauffälligkeiten etc. benötigen eine Ausbildung, z.T. eben auch ein Hochschulstudium, weil z.B. gewisse psychologische Aspekte der Erziehung von Kindern und Jugendlichen eben von Professoren, die Psychologie studiert haben, vermittelt werden sollten und halt nicht vom Sozialarbeiter, der eine lehrende Funktion übernimmt. Ich finde, dass die Ausbildung von Menschen, die mit Kindern zu tun haben (insgesamt mit Menschen), nicht gut genug sein kann
      Warum nicht direkt Abitur und Studium für alle? Auf zur neuen Mittelmässigkeit.

      Trapito schrieb:

      Natürlich. Der Kaufkraftverlust Hängt direkt mit dem Lohnniveau zusammen. Deshalb brauche ich in der Schweiz auch 5000 Euro für meinen Lebensstandard, im Tschad aber nur 900. Sonst könnten auch einfach alle A15 bekommen und wären reich.
      Und die Schlussfolgerung ist jetzt, dass man als Mitglied der gehobenen Mittelschicht nach unten treten sollte, wenn eine andere Gruppe ein paar Euro mehr bekommt?