Beiträge von Frapper

    Vielleicht sollte man mal mit den Betroffenen sprechen und nicht nur über sie.

    Die DGTI kann man da sicher ansprechen, wenn man entsprechende Gesprächspartner*innen sucht (https://dgti.org/) oder einen der örtlichen CSD-Vereine. Die können das bestimmt auch weiter vermitteln.

    Das hört sich ja schön und nett an, aber leider sind diese Lobby-Gruppen oft sehr ideologisch unterwegs. Das zeigt der aktuelle Skandal um Stonewall in GB und auch in Deutschland kommt starke Kritik an den derzeitigen Ansätzen (Taz Talk Alexander Zinn).


    Habe ich bereits mehrfach und mit mehreren. Bei keiner könnte ich etwas von leichtfertig verabreichter Hormonbehandlung sagen, eher im Gegenteil. Und nur darauf, dass so etwas wie Leichtfertigkeit/Modeerscheinung insinuiert war, bezog sich meine Kritik an Mr Jules Post

    Aus meiner Erfahrung haben die normalen Transleute von der Straße (Transitionieren und einfach leben) nicht diese extremen Ansichten bezüglich Interventionen im Kindesalter - die lauten Aktivisten schon!

    Welche Änderungen?

    Wie ich oben bereits einmal beschrieben hatte, gab es einen krassen Anstieg und das Klientel hat sich von vorwiegend Jungen (ca. 3:1) zu überwiegend Mädchen (ca. 8:1) innerhalb von nur zehn Jahren verändert. So etwas geschieht nicht einfach so, weil die Gesellschaft toleranter wird.



    Finde ich diesbezüglich sehr interessant und lese es erst, bevor ich wiede irgendwas hier schreibe:


    https://www.msdmanuals.com/de-…-und-transsexualit%C3%A4t

    Ich habe es überflogen und empfinde es als gute Zusammenfassung. Vor allem der Begriff Geschlechtsdysphorie ist deutlich hilfreicher, denn er deckt ein breiteres Spektrum an möglichen Ursachen ab. Die Stärke dieser Dysphorie entscheidet, ob die Betroffenen auch wirklich transitionieren wollen. Das ist ja alles kein Zuckerschlecken und heftige Eingriffe in den Körper. Laut Aussagen der Betroffenen lindert eine Transition die Geschlechtsdysphorie, heilt sie aber nicht komplett.


    Zum großen Streitthema: die Behandlung. Da ist der Link aber ziemlich konservativ unterwegs und empfiehlt medizinische Eingriffe mehr oder minder frühestens ab dem 16. Lebensjahr. Da sind wir aber weit entfernt davon, wenn 10-/11-/12-Jährige Pubertätsblocker bekommen, wie das praktiziert wurde und sicherlich auch noch praktiziert wird.

    Auch zum Punkt, ob "Trans" eine Krankheit ist: Bei allem Verständnis für Entstigmatisierung kommt man schon in logische Widersprüche. Wer mit Diabates permanent auf Insulin angewiesen ist, um funktional zu sein, gilt als chronisch krank. Wer permanent gegengeschlechtliche Hormone nimmt, um funktional zu leben, soll dann nicht als chronisch krank gelten?

    karuna

    Wie das Phänomen Trans zu verstehen ist, ist zu einem ideologischen Schlachtfeld geworden. Da gibt es verschiedene Definitionen und Ursachen, die man dafür verantwortlich macht. Was sich durchsetzt, hat auch nicht zwingend etwas mit harter Evidenz zu tun, sondern welche Lobby-Gruppe den größeren Einfluss hat bzw. für welchen Ansatz eine politische Partei eintritt. Es ist wirklich traurig mit anzusehen, wie dieses Thema auf Kosten der Betroffenen politisiert wird.


    Dann zitierst du Daten aus 2008, was leider da nicht extrem aufschlussreich ist. Seitdem hat das Thema erst so richtig Fahrt aufgenommen und die großen Änderungen kamen erst danach auf.

    Es mag sein, dass mehr Fälle aufgedeckt werden (denn im zB 18 Jhdt gab es einfach noch nicht so viele Möglichkeiten diesbezüglich), aber ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass die Menschheit sich nicht ändert. Nur ihre Möglichkeiten ändern sich.

    Was "früher" massiv unterdrückt wurde, wird heute - vielleicht - zu sehr gepusht, gefördert, wahrgenommen.

    An meiner Schule gibt es ein Mädchen, dass wie ein Junge gekleidet herumläuft, das war´s aber auch schon.

    Das würde ich definitiv so pauschal nicht unterschreiben! Schau in die Medizingeschichte hinein und du wirst feststellen, dass es nur so von Modediagnosen wimmelt. Dies stimmt insbesondere dann, wenn die Symptomatiken ziemlich diffus sind.

    Erst dieses Jahr kam eine Studie aus Deutschland, dass die Diagnosen von Tourette drastisch gestiegen sind - ganz zufällig in dem Zeitraum stieg ein YouTube-Kanal (Gewitter im Kopf) mit Tourette sehr weit nach oben. Dass so etwas sozial anstecken kann, ist nicht neu (s. Werther-Effekt)!

    Ich hab in der Uni mehrere Seminare und Vorlesungen zu dem Thema "frühkindliche und kindliche Störungen" besucht und wir haben die ICD10 ganz gut "angeschaut" dazu, es gab viele Referate zu echt krassen Sachen, das Thema "falsches Geschlecht" kam nicht vor, ich denke, weil es ein sehr seltenes Phänomen ist. In der Presse liest man sehr viel davon, dennoch denke ich nicht, dass die Fälle an sich zugenommen haben sondern nur die Fokussierung darauf.

    Die Fälle haben stark zugenommen! Für Deutschland habe ich den Faktor 4 im Kopf. Für Großbritannien gab es durch das zentralisierte Gesundheitssystem genauere Daten innerhalb von zehn Jahren und die Steigerung bei Mädchen war über 4000%! Das ist insbesondere dahingehend ungewöhnlich, dass es immer deutlich mehr Jungs als Mädchen waren, sich das Geschlechterverhältnis also mehr als ins Gegenteil verkehrt hat. Da ist irgendetwas im Gange, was wir noch nicht so ganz verstehen.


    Es gab auch letztes und dieses Jahr Prozesse in GB um die Behandlungsmethode bzw. ob Kinder überhaupt intellektuell fähig sind, dem Verfahren zuzustimmen. Das klassische Verfahren war watch and wait, nach dem die meisten nach der Pubertät mit ihrem biologischen Geschlecht ihren Frieden gefunden hatten - die meisten davon waren schwul oder lesbisch. Die wenigsten wollten auch weiterhin transitionieren. Das, was eine zeitlang ablief und es zum Teil auch noch tut, war so ziemlich das genaue Gegenteil davon. Die Kinder bekamen recht bedenkenlos Pubertätsblocker, um sich quasi Zeit für eine Entscheidung zu kaufen. Diese Blocker verhindern aber u.a. auch Hirnreifungsprozesse und die Kinder entwickeln auch keine Oragsmusfähigkeit (alles im Gegensatz zu ihrer Alterskohorte, die normal weiterreift). Fast alle Kinder auf Pubertätsblockern entschieden sich für die gegengeschlechtlichen Hormone.


    Ein Fall von uns: Einer von drein, die an so einer kleinen Schule wie unserer (das ist statistisch so unwahrscheinlich!!!) in kurzer Abfolge aufploppten, hat mehreres auf der Pfanne in Sachen eigenem Körper und bekommt trotz der 17 Jahre Testosteron. Das Testorsteron hat ja quasi die Wirkung mehrerer Operationen - insbesondere das mit der Stimme ist irreversibel. Richtig logisch finde ich es nicht, dass man nicht rauchen, hartes Zeug trinken, sich tätowieren lassen und alleine Auto fahren darf, aber die Folgen dieser Behandlung abzuschätzen, traut man ihnen zu. Ich befürchte, da treibt uns der Zeitgeist in keine gute Richtung.

    Das ist keine Verwendung des Begriffs Standardgenus, mit der ich vertraut bin. Auch beim Rest geht es bei dir - vielleicht - um das ursprüngliche Genus. Ich finde, du legst mit dem Begriff "Standardgenus" ein Konzept nahe, dem ich so in der Sprachwissenschaft noch nie begegnet bin. Das halte ich für irgendetwas zwischen unelegant und unredlich. Aber vielleicht irre ich mich ja auch einfach; manchen von uns scheint das passieren zu können.

    Du hast selbst Kriterien aufgeführt, anhand derer wir fremde Wörter den drei Genera zuweisen. Im Zweifel landet es im Maskulinum, was besonders bei Anglizismen auffällig der Fall ist: Fan, Vamp, Single, Punk, Gig, Hoax, Thread, Button, Move, Boom, Cartoon, Chat, Countdown, Flirt, Flop, Hard Rock, Joint, Joker, Jetlag, Leak, Looping, Overall, Pop, Safe, Sex, Sketch, Stress, Account usw.

    Ich habe diesen Begriff Standardgenus nur übernommen, weil er als Erklärung dafür aufgeführt wurde. Welchen Begriffsvorschlag hast du für dieses Phänomen?

    Echt? Das kann durchaus sein, aber ich dachte, das Neutrum - falls man überhaupt so etwas sagen kann. Herauszufinden über Experimente mit zufällig gebildeten Silben, die fiktive Fremdwörter produzieren. Bei Fremdwörtern nimmt man ja entweder das Genus der Ursprungssprache, das der Übersetzung, oder das Genus, nach dem das Wort irgendwie ausschaut - wenn das alles nichts hilft, wird meist Neutrum daraus. Generisches Maskulinum ist etwas anderes als Maskulinum als Standardgenus. Im Duden sind jedenfalls 46% der Einträge mit eindeutigem Genus Femininum und 34% Maskulinum.

    So habe ich es gelernt/mir erlesen. Das Maskulinum ist das Ursprungsgenus des Deutschen/der germanischen Sprachen und die beiden anderen Genera sind von ihm abgeleitet. Es ist auch das ausdifferenzierteste in seinen Formen (Endungen und Pronomen). Das Neutrum entspricht in vielen Teilen dem Maskulinum, während das Femininum in weiten Teilen den (genuslosen) Pluralformen entspricht. Das Femininum ist auch weniger ausdifferenziert. Die drei Genera bilden generell eine Abstufung an Abstraktion: der Handel - das Handeln - die Handelei/Handlung. Dass Frauen ins Femininum geraten sind, kam wohl erst später hinzu. Das ist ja generell die Kritik an den Begriffen Maskulinum, Neutrum und Femininum, da diese von Grammatiken zu romanischen Sprachen entstammen. Das passt nur so mittelmäßig auf die germanischen Sprachen.


    Du zählst die lexikale Ebene auf, wie viele Wörter im jeweiligen Genus im Wörterbuch stehen. Das gibt aber nicht unbedingt wieder, was das Standardgenus ist. Das ist wie mit dem Englischen, das aufgrund der Grammatikstrukturen zu den germanischen Sprachen gezählt wird. Im Wortschatz überwiegen aber Wörter mit Herkunft aus anderen Sprachen. Grundlegenden Wörtern kann man aber oft die Herkunft aus dem "Deutschen" (gab es damals ja so noch nicht) ansehen.

    Das Standardgenus kannst du an grundlegendsten Wörtern erkennen. Um das mal zu verdeutlichen: die grundlegenden Pronomen jemand, niemand und auch das Fragewort Wer verlangen immer nach maskulinen Artikeln und Pronomen: "Niemand/jemand, der ...", "Wer hat seine ...?".

    Ich vermute, das liegt daran, dass unser Genus-System generell schwächer wird. Da das Maskulinum im Deutschen das Standardgenus ist, gibt's halt den Artikel "der" bei Wörtern, die man nicht so ganz einsortieren kann. Meine Idee.

    Gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen den Schülern, die das machen? Für welche mit anderer Muttersprache, die kein Genus und/oder Artikel hat, könnte es eine Erklärung sein.

    Und bei Jamaika müsste sich grün sehr stark verbiegen. Das wird wirklich noch spannend.

    Das ist das Grundproblem an diesen Dreierkonstellationen. Die Partei aus dem anderen "Lager" könnte sich als Stützrad missbraucht fühlen und muss deutlich machen, dass sie das nicht ist und ein paar wichtige Punkte setzen.

    Lindner ist sicherlich nicht abgeneigt. Eine weitere Absage wie vor vier Jahren käme sicherlich nicht besser an als damals. Die Grünen können ja eigentlich auch nicht so schlecht mit der Union, da die Union nicht so eine Programmpartei wie die anderen ist. Sie regieren ja auch woanders zusammen und es funktioniert nicht so schlecht.

    Da ist in der Tat echt noch alles offen und mich würde wirklich kaum etwas wundern.

    Liegt es daran, dass sie super gut sind oder daran, dass sie nur Merkel als Kanzlerin kennen und sich nichts Anderes vorstellen können?

    Dass sie nur Merkel kennen, könnte natürlich ein Faktor sein (ging mir damals ähnlich mit Kohl), aber wir hatten schon mal über die zähen Verhandlungen davor gesprochen. Jetzt sind ja noch mehr Konstellationen auf dem Tisch.

    Dann musst du auch sehen, dass die Schüler bei uns an der Förderschule i.d.R. immer schon etwas älter sind. In meiner 10. Klasse ist einer 19 und einer 18 und dürfen entsprechend schon wählen. Die sind dann schon etwas mehr politisiert.

    3 Prozentpunkte in Umfragen sind nix. Es wird wohl ein Kopf- an Kopf-Rennen und wenn es schlecht läuft, wird die Regierungsbildung sehr lange dauern.

    Ich habe in meiner 10. Klasse gefragt, wer glaubt, dass Angela Merkel als Noch-Bundeskanzler die Neujahrsansprache für 2022 halten wird. Es gingen die meisten Hände hoch. ;)

    Nein, 2G für den Supermarkt wird NICHT kommen, niemals und wer etwas andres behauptet, der hat Deutschland nicht verstanden und wird ihm nicht gerecht.

    Ich persönlich glaube auch nicht, dass 2G für Grundversorgung kommen wird, aber ich hätte auch nie einen Lockdown für möglich gehalten. Von daher bin ich mit solchen definitiven Aussagen wirklich vorsichtig geworden.

    Ich suche nach einer offiziellen Vorgabe zu Elternabenden: 3G? Abstand? Maske? Nichts?

    Niemand kann es mir mehr sagen. 3 Schulen, 3 Regelungen

    Bei uns gelten für Elternabende die gleichen Regeln wie für den normalen Schulbetrieb. Am Platz muss keine Maske getragen werden. Benötigen Eltern ein negatives Testergebnis, führen sie einen der Schultests durch.

    Wäre sicher sinnvoll, noch besser wäre es, wenn man den Menschen Jobs vermittelt. Das ist ja eigentlich die Aufgabe der Arbeitsagentur, wird leider de facto oft nicht gemacht. Die Menschen bewerben sich, bekommen Absagen und so weiter. Kein Wunder, dass es so viele Langzeitarbeitslose gibt, obwohl es durchaus Jobs gibt, für die man keine formale Qualifikation benötigt (z.B. Regale im Einzelhandel einräumen: Die zahlen sogar ganz gut für eine ungelernte Tätigkeit).

    Was ich so von meiner Bekannten höre, gibt es da aber auch einige, die einfach nicht arbeiten wollen. Die können sich bspw. bei Vorstellungsgesprächen so bescheuert anstellen, dass man sie da auch nicht haben will. Man war beim Vorstellungsgespräch, was organisiert wurde und damit hast du die Pflicht getan. Eine Sanktion für so eine Art von Vorstellungsgespräch bekommt man aber auch nicht.

    Meine Einwand bezog sich auf die Behauptung, mit 100 % Mindestlohn käme man auf 1500 € netto und das reicht ja zum Leben. Teilzeit ist nett für die verheiratete Lehrerin, deren Mann zusätzlich noch ein ein gutes Gehalt in der Industrie verdient. Wir tun hier gerade so, als sei dies die Regel und vergessen offenbar, dass der "Bodensatz" (das war Deine Ausdrucksweise) ein Viertel der arbeitenden Bevölkerung stellt.


    Unsere Putzfrau kostet übrigens 44 CHF die Stunde. Das geht über eine Agentur, also kommt nicht alles davon bei ihr an. Aber einfach mal so als Referenzwert für den Niedriglohnsektor in der Schweiz. Ach.... Ich koste den Kanton Baselland ca 60 CHF die Stunde. So viel zu der These, Reichtum sei in Deutschland besser verteilt. Wie gross ist da der Unterschied im Stundenlohn? (Ist eine rhetorische Frage, ich erwarte keine Antwort.)

    Ja, Bodensatz war mein Wort für den Sockel an Unbeschäftigten, aber für den Rest hast du dich auf jemand anderen bezogen. ;)

    Bitte, geh und erklär das der alleinerziehenden Putzfrau, die mit 13 verschiedenen Einsatzplätzen nicht auf Vollzeit kommt und am Ende die Grundsicherung beantragen muss. Die Probleme sind in dem Bereich sehr real und sehr konkret.

    Was ich oben geschrieben habe, ist auch sehr real und sehr konkret. Weder ein hoher Mindestlohn und ein Festhalten am Vollzeitarbeitsmodell noch Hartz IVwerden hier die Lösung des Problems sein.

    Ich bin im Bodensatz aufgewachsen. Das muss ich mir nicht "vorstellen", ich weiss, wie es ist. Geringverdiener arbeiten selten Vollzeit, damit fängt's schon mal an.

    Von Vollzeit muss man sich auf Dauer mal verabschieden. In einer Welt der Digitalisierung/Automatisierung fällt insgesamt weniger Arbeit an, was ja erst einmal gut für uns ist. Die Arbeit, die wegfällt, ist aber eher die gering qualifizierte, während man bei hochqualifizierten Arbeiten tendenziell Probleme hat, sie zu besetzen. Die könnte man deutlich länger arbeiten lassen, um das notwendige Maß zu erreichen. Hier eine Balance zu finden, wird eine große Herausforderung werden.

    Der Bodensatz ist seit 20 Jahren ziemlich stabil 25 % dick. Klingt nicht danach, als würde Angebot und Nachfrage schon alles irgendwie regeln.

    Nur weil Strategie A keine tollen Ergebnisse befördert, bringt Strategie B nicht zwingend bessere Ergebnisse. Diese können nämlich noch schlechter sein!

    Ich teile grundsätzlich die Analyse, aber erheblich am Mindestlohn nach oben zu drehen, bringt für mich mehr Nach- als Vorteile.


    Wenn jemand von seinem VZ-Gehalt nicht leben kann und das ist insbesondere in Großstädten zunehmend der Fall, dann läuft was falsch.


    Stimmt alles, sollte aber kein Grund für schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne sein. Hier im Forum würde auch sicher niemand für 6@ die Stunde unterrichten, nur weil man dann Struktur im Tag hat und eine sinnstiftende Tätigkeit.

    Das mit den Großstädten ist leider wahr, aber nicht einseitig durch Lohnerhöhungen zu regeln.

    Ich bin ja nicht für schlechte Arbeitsbedingungen. Das wäre für mich die Hauptstellschraube im Gegensatz zu den Löhnen. Bei der Struktur und sinnstiftenden Tätigkeit möchte ich dir schon widersprechen. Das ist eine Haupttriebfeder für ehrenamtliches Engagement im Ruhestand.

    Ein Freund und eine Bekannte (arbeitet selbst für die Agentur für Arbeit) von mir haben da eine ziemlich starke Meinung zu den staatlichen Alimentierungen. Wer sie vom Staat langfristig bezieht, ist auch zur Leistung an der Öffentlichkeit gezwungen, z.B. Müll aufsammeln, Pflege öffentlicher Parks usw.

    Das klingt so romantisch. Dabei darf es aber auf keinen Fall bleiben und Arbeitgeber sind nun mal nur dann interessiert, anständige Löhne zu bezahlen, wenn sie qualifizierte Arbeitskräfte bekommen. Diese "Hauptsache die machen mal was" Idee ist falsch.

    Romantisch ist es nicht, weil es nicht jeder von diesen Positionen nach oben schafft. Das wäre illusorisch, aber in meinen Augen das beste Modell, was uns zur Verfügung steht. "Fördern und fordern" ist das Stichwort, was aber leider nur auf fruchtbarem Boden gedeihen kann. Ein gewisser Bodensatz wird leider bleiben.

    Da wir in einigen Branchen einen Fachkräftemangel haben, sind viele Firmen sehr daran interessiert, Personal weiterzubilden. Dieses Angebot ist durch staatliche Angebote zu flankieren.

    Das ist bei uns im Förderschullehramt auch nicht anders. Seitdem der Mangel eklatant ist, macht man Geld locker für Weiterbildungen (also was längerfristiges mit qualifizierendem Abschluss).

    Wie in jeder Sache ist es eine Abwägung mit ihren Vorteilen, die man sich durch andere Nachteile erkauft.

    Was darf Satire? Die Grünen sind auch ganz sicher sehr weit von "ganz weit in der linken Ecke" entfernt oder wo siehst du stramme Linksextremisten bei den Grünen?

    So pauschal würde ich das nicht sagen. Der Kampf Fundis gegen Realos ist im Moment doch eher nur unterm Deckel.

    Es gibt ja nicht umsonst den Begriff Wassermelonenpartei - außen grün, innen rot. ;)


    Klar lässt sich der Niedriglohnsektor abbauen, wenn der Mindestlohn kräftig angehoben wird. Für unverzichtbare Berufe wird sich die Beschäftigtenzahl auch nicht reduzieren.

    Hebt man den Mindestlohn zu stark an, bekommt man aber auch Probleme. Firmen setzen dann stärker auf Automatisierung und Self-Service der Kunden. Dann liegt bei McDonald's ein Tablet zum Bestellen und dir wird das Essen nur noch hingestellt. An der Hotelrezeption ist dann niemand mehr, usw. Firmen werden da unglaublich kreativ, denn diese Arbeitsplätze erwirtschaften dann nicht mehr ihre eigenen Kosten. Da muss man ja nur mal nach Japan schauen, das Zuwanderung sehr ablehnend gegenüber steht, und in diese Mangelsituation an Arbeitskräften genau so hineinläuft wie wir. Da wird automatisiert, was das Zeug hält.


    Außerdem ist Arbeit nicht nur ein Zweck, um die Brötchen zu verdienen. Es gibt dem Tag auch Struktur, ist für viele sinnstiftend (trotz schlechter Bezahlung und Bedingungen) und mit einer sozialen Einbindung gekoppelt. Insbesondere Zuwanderer (egal welche), die in ihrem Heimatland nicht den klassischen Bildungsweg absolvieren (konnten), bekommen so oft einen Fuß in die Tür, um sich hier etwas aufzubauen. Das wäre dann teilweise weg.

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