Beiträge von Frapper

    Welche anderen Quellen meinst du außer CNN?


    Und wer meint, dass Welt, Focus, taz, Zeit und Spiegel usw. alles dasselbe Mainstream sei, der steht schon extrem außerhalb.

    Die USA sind ein sehr großes Land mit einer sehr großen Medienlandschaft und auch viele Seiten und Kommentatoren außerhalb der USA beschäftigen sich mit US-Politik. Wie viele Quellen soll ich hier denn jetzt aufzählen, die man verwenden kann außer eben den Medien, die den Demokraten zugeneigt sind? Da muss man nur in die britischen Medien springen und es ist deutlich differenzierter als bei uns. Das ist einfach meine jahrelange Erfahrung.


    Nein, diese ganzen Blätter sind natürlich nicht alle das Gleiche, aber es gibt eben Themen, bei denen du eine sehr große Einhelligkeit finden wirst, wenn auch nur zeitweise, bis einen die Realität einholt. Da hast du dann leider echt blinde Flecken. Das war am Anfang der Flüchtlingsbewegung 2015 so und auch bei Corona lag sehr lange der Fokus stark auf dem Virologischen/Epedimiliogischen (der Ethikrat hat ja ähnliche Probleme selbst benannt!).

    Wenn Mainstream bedeutet, dass eben viel mehr Menschen, zu denen auch Journalisten gehören, eher demokratisch als republikanisch denken, dann finde ich Mainstream durchaus in Ordnung.

    Den o.g. Rückschritt Richtung Mittelalterdenken in den USA sollte man deutlich benennen, genau so wie den Angriffskrieg Russlands. Und das in allen demokratischen Medien.

    Mit solchen Zeilen holst du dir hier natürlich ganz viele (billige) Likes ab. Ich selbst bin überhaupt nicht gegen Abtreibungen und begrüße es überhaupt nicht, dass evtl. (es steht ja nunmal noch überhaupt nicht fest!) das Urteil revidiert wird. Die mutmaßliche Begründung, dass Abtreibungen eher eine bundesstaatliche als eine gesamtstaatliche Sachen sein sollen, halte ich tendenziell für einen Vorwand. Wenn den Demokraten das alles jedoch SOOO wichtig gewesen wäre, hätten sie vielleicht einmal die über 50 Jahre nutzen sollen, um ein Recht auf Abtreibungen fest gesetzlich zu verankern. Haben sie aber nicht.

    Die wenigsten hier in Deutschland wissen jedoch, dass die Demokraten an anderer Stelle Frauenrechte mit Füßen treten, was einen ziemlich großen Teil ihrer eigenen Anhängerschaft zumnehmend sauer aufstößt. Darüber wird hier sehr wenig berichtet. Wohnte ich in den USA, wüsste ich nicht, welche der beiden Seiten ich wählen sollte. Sie sind ähnlich grässlich.

    So ist es eben. Bestimmte Personen verwenden den Begriff "Mainstream" ausschließlich abwertend, und nach einiger Zeit wird er fast nur noch negativ verstanden. "Querdenken" war im Grunde auch mal positiv besetzt, das haben einige Idioten jetzt geschafft zu ändern.

    Vielleicht ist da aber auch einfach etwas dran, dass es ein ziemlich großes Problem in den Medien gibt?!?

    Da kann ich dir gerne ein Beispiel für geben vom heutigen Tag. In der heute Show kam eine Satire zu der ganzen Abtreibungsgeschichte in den USA (Roe vs Wade) und dem neuen Gesetz aus Florida, was von demokratischer Seite als "Don't Say Gay Law" betitelt/geframet wurde. Man kann zu beiden Themen stehen, wie man will, darum geht es mir nicht. Ich beobachte es sehr häufig, dass in den hiesigen Medien (auch im ÖRR, für den ich bezahle!) das nahezu 1:1 übernommen wird, was auf CNN läuft - einem Sender, der den Demokraten sehr nahesteht. Wenn du dann mal etwas nachforschst und auch andere Quellen heranziehst (ich meine nicht Fox News!), stellt sich das immer als deutlich differenzierter dar. In dem Punkt habe ich in den letzten Jahren sehr viel Vertrauen verloren.

    Kannst du solch abwertenden Begriffe nicht einfach sein lassen?

    Was soll an dem Begriff abwertend sein? Und jetzt bitte nicht wieder irgendsoetwas wie "XYZ (ganz böse Person!!!) benutzt auch diesen Begriff und damit verbreitest du letzlich auch diese Position ..."

    Also ich stelle mir das Kriegsende so vor, daß sich Russland mit den Ausgaben für den Krieg übernimmt und irgendwann vor der Wahl steht entweder den Krieg weiter zu betreiben oder ihn zu beenden, um die Lebensmittelversorgung der eigenen Bevölkerung sicherstellen zu können. Dann werden die eigenen Leute Putin abservieren und im Anschluß daran kann man dann mit einer neuen russischen Regierung ernsthafte Verhandlungen betreiben. Alle Verhandlungsergebnisse mit Putin sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden. Er würde sich in den nächsten Jahren ja doch nicht daran halten.


    Als Vorlage hierfür dient mir der Rüstungswettlauf in den frühen 1980ern. Damals hat Ronald Reagan formuliert, daß Eddas Ziel ist die Sowjetunion zu Tode zu rüsten. Das Ergebnis davon war, daß die Sowjets ökonomisch mit den USA nicht mithalten konnten und sich auf Abrüstungsverträge eingelassen haben. Sie waren ökonomisch so am Ende, daß der Rest der Welt die dortige Lebensmittelversorgung sicherstellen mußte. In der Folge wurde das Politbüro dann durch die eigenen Leute entmachtet, Jelzin kletterte auf einen Panzer vorm Kreml…


    Den Rest findet ihr in den Geschichtsbüchern.

    Äh ja, in der Tat findet man das dort in den Geschichtsbüchern. Die demokratische Zeit bis Putin Ende der 90er-Jahren an die Macht kam, waren das völlige Chaos in Russland. Ein Teil davon geht auch auf die westliche Kappe. Diese Zeit hat sich so ins kollektive Gedächtnis gebrannt, dass das Wort Demokratie extrem negativ besetzt ist und man dort von diesem Konzept nicht wirklich überzeugt zu sein scheint. Für die realen Lebensverhältnisse der normalen Leute war Putin in der Tat eine Verbesserung. So zumindest schilderte es Konstantin Kissin - selbst russisch, mittlerweile im UK lebend und mit einer Ukrainerin verhreiratet - ziemlich glaubhaft. Ich bin da recht hoffnungslos geworden, dass sich zu meinen Lebzeiten Russland in eine echte Demokratie verwandeln wird.


    Derzeit bin ich auch (noch) für Waffenlieferungen, aber ich bin sehr dankbar über diesen offenen Brief gegen schwere Waffen. Beide Positionen - also für und gegen Waffenlieferungen - haben so ihre Eigenlogik, die man zu Ende denken muss. Für die Waffenlieferungen spricht der Grundsatz, dass der Aggressor nicht als Gewinner vom Feld ziehen sollte, weil das einen Anreiz zum Weitermachen gibt. Das Recht auf Selbstverteidigung kommt hinzu. Mit diesem Grundsatz muss man dann aber auch letztendlich schauen, was man sich langfristig einhandelt. Die Waffensysteme, mit denen die Ukrainer etwas anfangen können, werden recht schnell aufgebraucht sein. An neuen Waffensystemen müssen sie erst angelernt werden. Wo macht man das? Auf unserem Grund und Boden oder auf deren? Also wir schicken unsere evtl. Soldaten in die Ukraine, um auszubilden? Irgendwann werden der Ukraine in einem Abnutzungskrieg sicherlich auch die ausbildbaren Menschen ausgehen. Wollen wir am Grundsatz festhalten, dass Russland keinen Sieg davontragen darf (sagt unser Kanzler so!), müssen wir dann selber rein. Das wäre dann also ein Stellvertreterkrieg ähnlich dem Korea- oder Vietnamkrieg. Das will ja sicherlich auch niemand ernsthaft. Es ist eine sehr vertrackte Lage, in der es leider kein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt. Die Lösung kann nur am Verhandlungstisch erfolgen und ich befürchte, sie wird uns nicht gefallen.


    Ich befürworte harte Sanktionen, aber ich frage mich, wo sie letztendlich langfristig hinführen sollen. Russland in ein zweites Nordkorea zu verwandeln ist unrealistisch. Ich kann damit jetzt nicht wirklich dazu beisteuern, wie man sich am besten verhalten kann. Ich bin aber schon ziemlich erschrocken, wie einseitig richtig man diese Waffenlieferungen hält, ohne dass alles bis ins Letzte zu Ende zu denken. Wie zerrissen die deutsche Gesellschaft ist, zeigt ja auch die aktuelle Umfrage (45% dafür, 45% dagegen), denn beide Varianten sind extrem unattraktiv.

    Wusste gar nicht, dass Lehrer in Hessen ein Landesticket bekommen. Muss vielleicht mal das BL wechseln. Hessen liegt ja auch super in D, man ist doch recht schnell in anderen BL für Kurzurlaube :)

    Das wurde eingeführt als Teil einer Lohnerhöhung. Mich als Stadtmensch hat es gefreut und auch ein paar Beratungsfahrten innerhalb der Stadt kann ich gut damit bestreiten, aber für viele in meinem Kollegium ist das recht sinnlos - privat wie dienstlich.

    Zu den Kurzurlauben: Ab der Landesgrenze musst du dann aber bezahlen und das geht in Hessen häufig recht schnell. ;-) Fernziele wie Hamburg, Berlin und Co steuert man dann eh meistens mit IC/ICE an, so dass man nur für die Anreise zum Bahnhof etwas davon hat.

    Alle Lehrer in Hessen haben ja bereits das Landesticket. Da stellt sich die Nutzung in meinen Augen als recht zwiegespalten dar. Ich wohne in der Stadt und benutze deshalb deutlich häufiger die Straßenbahn und den Bus. Einzeltickets empfinde ich als ziemlich teuer. Als ich neulich nach Frankfurt zum Flughafen musste (Urlaub! :-) ), habe ich das auch genutzt. Wer auf dem Land wohnt, hat meist kein gut ausgebautes Angebot und nutzt es recht wenig. Mit dem 9€-Ticket wird es ähnlich sein, auch wenn es sich ja schon bei einer einzelnen Fernreise mit Regionalzügen lohnt. Es ist da im Prinzip nicht anderes als ein sehr günstiges Schönes-Wochenende-Ticket.

    Da hat wohl jemand zu viel Reitschuster und co. geguckt? Warum fordern wohl fast alle Wissenschaftler dazu auf die Maske in Innenräumen zu tragen? Weil sie alle keine Ahnung haben? Was ist wohl für das Kind schlimmer? Eine Maske zu tragen oder wenn die Lehrkraft 10 Tage krank ist, weil sie angesteckt wurde? Oder wenn Mama oder Papa oder es selber krank ist?

    Das habe ich nie angesehen, aber nun gut. Irgendwie musst du es ja in dein Weltbild packen. Dann bin ich halt Reitschuster-Gucker, Querdenker, Impfgegner, was auch immer ... wer bietet mehr?

    Ich bin wirklich erschrocken, was aus diesem Forum geworden ist.

    Zitat aus dem Artikel:

    Dazu gehörten Reizbarkeit (60 %), Kopfschmerzen (53 %), Konzentrationsschwierigkeiten (50 %), geringere Fröhlichkeit (49 %), Abneigung gegen Schule/Kindergarten (44 %), Unwohlsein (42 %), Beeinträchtigung des Lernens (38 %) und Schläfrigkeit oder Müdigkeit (37 %).“


    Bitte komm, das hat sicher nicht mit der Gesamtsituation zu tun sondern einzig und allein mit den Masken?? Really?

    Ich wiederhole mich: Die Auswirkungen von Masken auf das Infektionsgeschehen ist einfacher zu erheben als die deutlich vielfältigeren Auswirkungen der Maske auf Menschen. Nur weil man es nicht glasklar mit Zahlen belegen kann, heißt nicht, dass es nicht da ist. Das zeigt auch die Grenzen wissenschaftlicher Prinzipien auf. Ab einem gewissen Punkt kommt man da auch nicht weiter und kann nur akzeptieren, dass manche eben andere Prioritäten setzen.

    Ich schreibe es deutlich, jede Infektion erhöht dein Risiko dauerhaft ernsthaft zu erkranken. Oder wie ein Virologe sagte, man kann nicht sicher vermeiden, sich irgendwann zu infizieren, aber man sollte versuchen, jede einzelne Infektion zu vermeiden. Die Schäden addieren sich.

    Die Frage ist und bleibt eben: zu welchem Preis erkaufst du dir das? Da gehen die Meinungen auseinander und das werden sie vermutlich auch weiterhin. Da erleben wir eben gerade eine Abstimmung mit den Füßen.

    Welche Auswirkungen hat denn eine Maskenpflicht in Innenräumen auf Leben und Gesundheit? Also negative Auswirkungen. Die müssen ja schon groß sein, dass man dafür die Gesundheit und das Leben riskiert.

    Google ist dein Freund! Z.B. das hier: https://tkp.at/2021/01/14/stud…askenpflicht-den-kindern/

    Wenn man will, findet man gute. Wie ich oben schrieb, bekommt man da aber leider nicht so schön handliche Daten wie Inzidenzen und Todeszahlen. Die Konsequenzen sind oft langfristiger und schwieriger zu erheben.

    Kurz, du zwingst mit deinem Verhalten andere (genau wie Raucher von Nichtrauchern Toleranz einforderten). Nein, ich bin nicht tolerant, wenn andere mein Leben leichtsinnig gefährden.

    Der Impuls ist verständlich und man ist natürlich sehr schnell geneigt, dem uneingeschänkt zuzustimmen. Es kommt aber ein sehr großes ABER: Das Virus ist in der Welt und wird uns vermutlich bis zum Ende unseres Lebens begleiten. Da es unsichtbar ist, kann man diese Gefahr nur sehr schwer einschätzen. Hältst du es selbst für realistisch, dass man diese Maßnahmen dann praktisch über Jahrzehnte aufrechterhält? Ist es nicht einfach eines der vielen Lebensrisiken, die wir tagtäglich unbewusst eingehen? Es ist halt einfach neu und im Gegensatz zu den anderen nicht normalisiert. Haben sich andere vielleicht einfach bereits mit Corona als unvermeidlichem Lebensrisiko abgefunden und du noch nicht?

    Vielleicht sollte man die Maßnahmen vom Infektionsgeschehen und von der Infektionsgefahr abhängig machen. Die Krankenhäuser sind voll. Die Inzidenzen auf einem Hochpunkt. Soll man dann wirklich die Maßnahmen fallen lassen? Deine Frage zeigt genau das Problem. Es geht nicht um eine Datum X. Es ist ein Virus. Man muss die Entwicklung abwarten und dann entscheiden. Der Schutz von Leben und Gesundheit hätte für mich aber einen höheren Stellenwert als das ich ohne Maske in den Supermarkt kann oder mich nicht testen muss.

    Die Krankenhäuser sind nicht überlastet. Die Zahl der Inzidenzen sind nicht alleine für sich aussagekräftig und außerdem derzeit sinkend. "Leben und Gesundheit" wertest du bezogen auf die Ausiwkrungen des Virus an sich. Da die Maßnahmen ja auch nicht kosten- und folgenlos sind, haben sie auch Auswirkungen auf Leben und Gesundheit in anderen Bereichen. Das lässt sich aber oft deutlich schwerer falls überhaupt beziffern und kann man dann deutlich einfacher unter den Tisch fallen lassen.

    Ich finde es interessant, was hier als "Normalität" angesehen wird, zu der man zurückwill. Ist euch eigentlich bewusst, wie das "Normal" von anderen Menschen aussieht, die z.B. eine Behinderung haben? Die täglich auch ohne Corona schon verstärkt aufpassen mussten, dass sie keine Infektionskrankheiten bekommen, und nun mit Corona noch weiter eingeschränkt werden? Für die heißt das Normal von einigen (keine Maske, keine Tests, keine Quarantäne) in Zukunft eine zusätzliche, nicht unerhebliche Einengung ihrer Möglichkeiten. Wir preisen einerseits die Inklusion an, aber jetzt, wo es darum ginge, auch die Realität dieser Menschen mit zu berücksichtigen, schreien viele nur nach ihrer eigenen Freizügigkeit und es fallen im Netz immer wieder Sätze wie "Wer Probleme hat, kann ja zu Hause bleiben." Ein totales Armutszeugnis.

    Es kommt ja auch immer darauf an, wie einschränkend die Veränderungen sein müssen. Masken sind auf Dauer schon ziemlich ätzend. Das erkennt man ja schon allein daran, dass die bei privaten Treffen praktisch nicht getragen werden.

    Für Hörgeschädigte sind die Masken der absolute Horror, weil sie weder Mundbild noch Mimik sehen können, was für sie extrem wichtig ist. Das wurde anfangs auch nicht gesehen und pauschal die Maskenpflicht für alle verhängt. Erst später wurde die Ausnahme für uns in die Regeln hineingeschrieben.

    (Allerdings, for the record: Du hast noch nicht gesagt, dass meine Unterstellungen nicht deine Meinung wiedergeben, sondern nur, sorgfältig formuliert, dass du das gar nicht behauptet hast. In dem Fall könnte man das mit dem Herauslesen auch als Lob verstehen. Es ist eine Gabe.)

    Es wäre mir in diesem Fall wichtiger, über konkrete Beispiele zu reden, um eben nicht ständig irgendetwas Herausgelesenes korrigieren zu müssen. Du liegst da einfach falsch. Ich kenne oft schlicht nicht den Kontext, in dem die Personen handeln. Ich versuche es zu vermeiden, darüber zu urteilen. Manches ist allerdings augenfällig unsinnig.

    Es gibt Menschen mit übertriebener irrationaler Angst. So weit sind wir uns einig. Das einsame Wandern in den Dünen mit Maske habe ich als Beispiel aufgeführt. Da sitzen manche in den Pausen im Lehrerzimmer mit geschlossenem Fenster, trinken lange genüsslich den Tee ohne Maske und futtern das Brot dazu. In vergleichbaren Situationen kämen sie nicht auf die Idee, die Maske herunterzunehmen, obwohl sie es dürften. In diesem Fall hat es wohl nichts mit Angst zu tun, aber konsistent ist das nicht. Ich würde behaupten, viele handeln so, weil es ihnen ein Gefühl von Sicherheit gibt, sich an die Regeln und Gewohnheiten zu halten - ob sie nun Sinn ergeben oder nicht. Dieses Verhaltensmuster erscheint mir in Deutschland verbreiteter zu sein als in anderen Ländern Europas.

    Ist es im Beruf oder Freizeit, kennt man manche auch und weiß, dass sie diese Veranlagung zum Angsthandeln haben, gegen die kein Argument ankommt. Da gibt es irgendwann eine Grenze zwischen (berechtigter) Vorsicht und eben einfach Angst.

    Schau mal nach Asien. Dort trägt jeder, der sich kränklich fühlt aus respekt eine Maske um seine Mitmenschen nicht anzustecken. Ich find das durchaus sinnvoll.

    An diesem Beispiel sieht man sehr gut, wie viel Kultur in so etwas wie das Tragen von Maske reinspielt. Wegen teils höherer Luftverschmutzung war das Tragen einer Maske schon länger normal oder zumindest nicht so ungewöhnlich. Zum Teil haben sie nicht die rechte Wahl krank zu Hause zu bleiben, was ja ganz oft am sinnvollsten wäre. Das Erscheinen an der Arbeit wird erwartet, außer man hat den Kopf unterm Arm.

    Ach, die Angstgeschichte wieder. Manchmal haben andere Leute eine andere Meinung als man selber, ohne dass sie dabei dumm sind (auf der einen Seite) oder Angst haben oder Schafe sind oder Lemminge (auf der anderen Seite). Das klingt immer so, als wäre die eigene Meinung die einzig richtige, und wer eine andere hat, der hat nur nicht genug darüber nachgedacht. Manchmal kommen andere Leute aber trotz vielem Nachdenken zu anderen Meinung als andere Leute. (Ja, manche Leute haben wirklich unvernünftige Angst. Auch ja, andere haben keine Angst und sind vernünftig. Wieder andere haben keine Maske auf, weil sie recht entspannt sind. Andere haben Maske und sind entspannt. Gibt alles.)

    1. Du liest sehr viel aus meiner Aussage heraus. Was du mir da unterstellst, behaupte ich alles gar nicht.

    2. Du gibst selbst zu, dass es diese Menschen gibt. Ich habe überhaupt nicht gesagt, wie viele ich für solche halte. Außerdem ist es ein riesiger Unterschied, ob ich weit und breit alleine in den Dünen mit Maske wandere (was ich noch alles für Beispiele hätte, die ich gesehen habe ...), oder sie beim Einkaufen in einem geschlossenen Raum bzw. in einer Menschengruppe trage. Ab einem gewissen Punkt wird es in der Tat einfach nur noch dumm.

    3. Angst ist eine sehr starke Emotion, die rationales Denken sehr wohl ausschalten kann. Angst war historisch schon immer ein Mittel von Politik.

    Eine meiner Schülerinnen hatte beim 3. Mal mit Abstand den schwersten Verlauf. Und ich habe mehrfach gelesen, er verstarb bei der 2. Covid-Infektion, die erste verlief milder. Die aktuelle Omikron-Variante führt meistens zu harmloseren Verläufen. (Vielleicht vermutest du deshalb das mit schweren Verläufen? Aber selbst die 10. Grippe kann zu schwerem Verlauf führen.)

    Ich hatte das einfach daraus geschlussfolgert, dass unser Immunsystem den Erreger bereits kennt und besser reagieren kann. Vielleicht führt aber auch eine erneute Infektion bei manchen zu einer Überreaktion des Immunsystems, was die Verläufe schlimmer macht. Ich befürchte dazu haben wir noch keine Daten, was wahrscheinlicher ist - ich persönlich vermute ersteres.

    Der Grippe-Vergleich hinkt in meinen Augen dadurch, dass sich das Grippe-Virus meiner Erkenntnis nach in seinen Varianten deutlicher unterscheidet als die Corona-Varianten.

    Ich glaube, dass bei der Entscheidung für und wider Masken soziale Erwünschtheit generell eine Rolle spielt, Gruppendynamik ebenso.


    Ich war gerade im Supermarkt und beim Bäcker: im Supermarkt trugen etwa 60-70% der Kund*Innen und das Personal Masken, beim Bäcker niemand außer mir (und es war relativ voll). In beiden Fällen konnte man hervorragend beobachten, wie sich Kund*Innen beim Betreten des Ladens erstmal umsahen und ihre Entscheidung scheinbar davon abhängig machten, was andere um sie herum taten. Beim Bäcker haben sogar mehrere ihre Maske beim Betreten wieder ABgesetzt, nachdem sie sahen, dass sonst niemand eine trug. Das hat mich schon nachdenklich gestimmt.

    Als ich letztes Jahr im Sommer in den Niederlanden war, gab es in Deutschland die Maskenpflicht. Es war wie ein Weg in eine andere Welt. Morgens in Witten liefen einige sogar an der frischen Luft in der Innenstadt mit Maske rum (ist das intelligent?), während ich mir in den Niederlanden sehr seltsam vorgekommen wäre, in einem Supermarkt eine Maske zu tragen. Ich wäre schlicht und ergreifend der einzige gewesen. Vermutlich hätte man mich sofort als Deutschen identifizieren können. ;) Manche haben schlicht und ergreifend auch übertrieben Angst und die Maske gibt ihnen Sicherheit. Ich befürchte, manche werden von dieser Maske nie wieder wegkommen.


    Eigentlich bin ich bei der Maske recht entspannt im Klassenraum oder auch generell. Unsere Räume sind nicht so eng, ich kann gut lüften und wir sind nicht so ein riesiger Haufen wie eine Regelschule. Trotzdem ziehe ich die Maske diese Woche auch häufiger auf, wo ich es eigentlich sonst nicht täte. Es ist die letzte Woche vor den Ferien und ich - wie viele andere Kollegen - will nicht krank in die Ferien/Urlaub. Ich wette, das Bild nach den Ferien wird bei uns ein anderes sein. In meiner Klasse ist fast wie so ein Schalter umgelegt worden. Erst haben sie sich brav immer getestet, obwohl die allermeisten nicht mussten, und jetzt testet sich keiner mehr und niemand trägt mehr durchgehend die Maske am Platz.

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