Problem Fächerkombination

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    • Problem Fächerkombination

      Hallo liebes Forum,

      ich habe mich soeben hier angemeldet, ohne genau zu wissen, ob ich als Noch-Schülerin, die gerade Abitur macht, überhaupt schreibberechtigt bin.

      Wie dem auch sei, ich werde im Sommer diesen Jahres in Flensburg ein Lehramtsstudium (für Sekundarschulen, an anderen Unis wäre das Gym/Ge) beginnen. Nun kommen wir auch schon zum Problem. Ich würde gern in ganz ferner Zukunft eine Dreierkombination mit Englisch/WiPo/Spanisch haben. Zuerst war der Plan, Englisch und Spanisch jetzt im Sommer anzufangen und dann irgendwann WiPo entweder dazuzunehmen oder "hinterherzustudieren," sozusagen als 2. Studium.
      Aus unterschiedlichen Gründen, u.a. die Uni-Logistik, die eigentlich nur ein Auslandssemster vorsieht (schlecht möglich, bei zwei Fremdsprachen) ist jetzt die neue Idee, mit Spanisch und WiPo anzufangen.
      Meine Bedenken:
      1. Ich habe kein Hauptfach! Was theoretisch ersteinmal kein Problem darstellen sollte, aber wie sieht es praktisch aus? Ist die Reihenfolge in der man seine Fächer studiert hat später von Relevanz? Das Problem ist, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich mein Spanisch-Niveau über Jahre so hoch halten kann, dass ich die Sprache danach studieren kann. In Englisch habe ich diese Bedenken nicht, dafür ist die Sprache zu sehr in meinen Alltag integriert.
      2. Die Studienzeit, die sich ja definitiv verlängern wird, was mich persönlich nicht weiter stört, wenn ich dafür am Ende wirklich das unterrichten kann, was ich möchte. Aber wie sieht das der Arbeitgeber?
      3. Mache ich mein Referendariat dann in zwei oder drei Fächern? Bzw. wer entscheidet, in welchen Fächern ich das mache?


      Vielleicht hat auch noch jemand einen spontanen Gedanken bezgl. der Fächerkombination (Korrekturfach?) und der Einstellungschancen. Sind jetzt, demnach was ich so gelesen habe zu urteilen, alles nicht gerade gesuchte Fächer, aber auch nicht so schlecht, dass man in die Arbeitslosigkeit studiert. Sonst würde ich mir evtl. doch noch überlegen, da irgendetwas zu ändern.

      Und noch eine Anmerkung am Rande: Habe jetzt gelesen, dass im Studienfach WiPo 50% der Studenten in der 1. Klausur durchfallen. Ist das wirklich so heftig?

      Viele Grüße
      Nachgedacht
    • Huhu!
      1. sofern du in allen Fächern die volle Fakultad für Sek II erwirbst (manchmal hat man im dritten Fach ‚nur‘ die Sek I), ist es total irrelevant. [einzige von mir bekannte Ausnahmen: Bayern und BaWü]
      2a. interessiert sich überhaupt nicht dafür. In den Bundesländern mit schulscharfer Ausschreibung interessiert sich die Schule allerdings durchaus für deine Auslandserfahrung.
      2b. Vor /Während / Nach dem Studium Auslandszeiten einlegen ist nie verboten: Au Pair, Fremdsprachenassistenz, Schulpraktikum,... wer will, kommt definitiv mehr als einmal ins Ausland. Du kannst dich für eine Fremdsprachenassistenz oder so beurlauben lassen. Sofern du kein bafög bekommst, wäre deine Semesterzahl eh egal (wenn du welches bekommst, ist eben die Beurlaubung wichtig, da hast du noch den Studistatus, deine Semesterzahl steigt aber nicht.
      Ich empfehle wirklich ruhig ein Jahr Spanien/ Lateinamerika (6Monate sind für die 2./3. Fremdsprache oft wenig) und auch Englisch im Ausland zu erleben.
      3. in zwei. Wie in 1: in allen mir bekannten Fällen, entscheidest du über die Fächer. (Ich würde schon jetzt PoWi/E empfehlen und die bilinguale Qualifikation mitnehmen, aber dafür hast du noch sehr viel Zeit).

      Ich wüsste nicht, dass PoWi so stark aussieben würde. War bei mir nicht der Fall, ich war aber nicht in Flensburg. Nur: solche Legenden gibt es immer. Wenn ein Fach /Kurs (zb Statistik in PoWi) als schwer gilt: auf den Popo hinsetzen und hart lernen.

      Chili, mit mehreren Fächern und längerem Studium und seeeehr glücklich darüber im Alltag
    • Vom Bedarf her sieht es mit deiner Fächerkombination eher nicht so gut aus, da Englisch + gesellschaftswissenschaftliches Fach im weitesten Sinne für das Gymnasium (bzw. das Äquivalent bei euch) fast überall überlaufen ist. Gesuchte Fächer sind MINT- und ästhetische Fächer, gefragte Schulformen Berufsschule, Sonderschule und aktuell auch Grundschule. Ein explizites H/R-Lehramtsstudium gibt es scheinbar in Schleswig-Holstein nicht, oder? Ich vermute, dass dieser Bedarf durch das "Sekundarschullehramtsstudium (Sek I)" (Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?) abgedeckt wird. Das ist meist auch eine Alternative zum Gymnasium, weil man hier mit im Gymnasium nicht soooo stark gesuchten Fächern noch verhältnismäßig bessere Chancen hat. Wird halt nur mit Spanisch schwierig, da das Fach außerhalb des Gymnasiums kaum von Bedeutung ist...
    • verboten ist ein drittes Fach nicht - die Frage ist eher, bekommst du das gebacken, sowohl was den Stundenplan als auch die Anforderungen angeht. Da du ja sagst, die Zeit spielt nicht die größte Rolle, sollte das schon mal machbar sein.
      Ich habe drei auf einmal gemacht (okay, unfairer Vorteil, ich bin bilingual), und habe Englisch nachher hinterhergeschoben (und es bisher bis auf ein paar Vertretungsstunden nicht unterrichtet, was mich aber auch nicht weiter stört). Die Schule, an der ich bin, wollte mich gerade wegen meiner "Nicht-Hauptfächer", von daher ist das einzige, was der Umstand "Ich habe ja gar kein Hauptfach" mitbringt, vermutlich die Tatsache, wahrscheinlich keine Klassenlehrerin zu werden. Hat mich nicht gestört, eher im Gegenteil. Englischlehrerinnen werden schon öfter mal Klassenlehrerinnen.
      Was du auch noch im Hinterkopf behalten solltest... weißt du schon, wo du mal hin möchtest... es ist davon auszugehen, immer mehr Schulen mit Spanischbedarf zu finden, da das Spanische langsam aber stetig den Platz des Französischen einnimmt, was Nachfrage und Lehrplan angeht, aber eben nicht an allen Schulen, du also häufig die zweite oder dritte Fremdsprache unterrichten wirst. Was WiPo angeht - keine Ahnung, das verbastelt uU jede Schule etwas anders, aber bei diesen Fächern weden deine Kurse idR Mittel- und Oberstufenkurse sein ("kleinere" Klassen bekämst du wenn mit Englisch). Wenn das deine Wunschgruppe an SuS ist, machst du alles richtig.

      Um in der Sprache "drinzubleiben" - setze dich ihr aus. Wie auch immer. Mit allen dir zur Verfügung stehenden Medien, dann bleibst du drin. Ich weiß nicht, wie flüssig dein Spanisch bisher ist, aber wenns dir beim Auslandsstudium auch um die Sprache selbst, mögichst "sauber" geht (diverse Leute werden mich gleich steinigen wollen) - ab nach Salamanca (ist quasi das spanische Pendant zu Oxford). Aber natürlich geht auch jeder andere Lehrstuhl...

      Auf jeden Fall viel Erfolg, nicht ins Bockshorn jagen lassen und schon mal "vordenken", wo du mal hin willst. Und frag ruhig... genau für sowas ist so ein Forum nützlich.


      @Lehramtsstudent: Sorry, du laberst gerade mal wieder ziemlichen Quark. Erstens hat keiner von uns eine Ahnung, was welche Schule dann sucht, wenn sie fertig mit dem Studium ist, und zweitens hast du gerade von Bili-Fächern erschreckend wenig Ahnung...
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • chilipaprika schrieb:

      Ich empfehle wirklich ruhig ein Jahr Spanien/ Lateinamerika (6Monate sind für die 2./3. Fremdsprache oft wenig) und auch Englisch im Ausland zu erleben.

      Danke für deine Antwort. Spanisch ist für mich die 4. Fremdsprache, (habe aber auch alles an Sprachen gelernt, was möglich war) von daher sind 12 Monate vielleicht wirklich sinnvoll. Ich denke, da muss ich mich dann rechtzeitig im Studium informieren, mal schauen, was da möglich ist. Ein Auslandsaufenthalt in GB ist definitiv auch geplant.

      Lehramtsstudent schrieb:

      Ein explizites H/R-Lehramtsstudium gibt es scheinbar in Schleswig-Holstein nicht, oder? Ich vermute, dass dieser Bedarf durch das "Sekundarschullehramtsstudium (Sek I)" (Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?) abgedeckt wird. Das ist meist auch eine Alternative zum Gymnasium, weil man hier mit im Gymnasium nicht soooo stark gesuchten Fächern noch verhältnismäßig bessere Chancen hat. Wird halt nur mit Spanisch schwierig, da das Fach außerhalb des Gymnasiums kaum von Bedeutung ist...
      Doch gibt es, kommt darauf an, an welcher Uni man studiert. In Kiel beispielsweise gibt es die klassische Teilung Primarschule, H/R, Gym/Ge und das von Beginn an.
      In Flensburg gibt es erst einmal nur den BA Bildungswissenschaften mit den gewählten Fächern und es werden nur unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, je nachdem welche Schulform man anstrebt. Die richtige Aufteilung erfolgt dann erst im Master mit Lehramt an Primarschulen, Lehramt Sekundarschulen mit Schwerpunkt Sek. 1 und Lehramt an Sekundarschulen (was das Äquivalent zu Lehramt Gym/Ge darstellt). Im Lehramt für Berufkollegs etc sieht das nochmal anders aus.

      Lehramt im H/R-Bereich stellt für mich nicht wirklich eine Alternative dar. Mein Berufsziel ist definitiv das Gymnasium (oder eben Gesamtschulen).
    • Miss Jones schrieb:

      Was du auch noch im Hinterkopf behalten solltest... weißt du schon, wo du mal hin möchtest... es ist davon auszugehen, immer mehr Schulen mit Spanischbedarf zu finden, da das Spanische langsam aber stetig den Platz des Französischen einnimmt, was Nachfrage und Lehrplan angeht, aber eben nicht an allen Schulen, du also häufig die zweite oder dritte Fremdsprache unterrichten wirst. Was WiPo angeht - keine Ahnung, das verbastelt uU jede Schule etwas anders, aber bei diesen Fächern weden deine Kurse idR Mittel- und Oberstufenkurse sein ("kleinere" Klassen bekämst du wenn mit Englisch). Wenn das deine Wunschgruppe an SuS ist, machst du alles richtig.


      Um in der Sprache "drinzubleiben" - setze dich ihr aus. Wie auch immer. Mit allen dir zur Verfügung stehenden Medien, dann bleibst du drin. Ich weiß nicht, wie flüssig dein Spanisch bisher ist, aber wenns dir beim Auslandsstudium auch um die Sprache selbst, mögichst "sauber" geht (diverse Leute werden mich gleich steinigen wollen) - ab nach Salamanca (ist quasi das spanische Pendant zu Oxford). Aber natürlich geht auch jeder andere Lehrstuhl...
      Tatsächlich ist das im Prinzip meine Wunschgruppe an SuS. Natürlich ist mir klar, dass ich in Englisch auch in der Unterstufe eingesetzt werden werde, aber es macht eben einen Unterschied, ob man hauptsächlich Unter- und Mittel- oder eben Mittel- und Oberstufe unterrichtet. Letzteres ist mein Ziel.

      Mein Spanisch ist definitiv weit entfernt von perfekt. 3 Jahre Schulunterricht + Selbststudium. Nach Salamanca fahre ich direkt nach dem Abi für drei Wochen. Intensivkurs an einer Sprachschule als Vorbereitung für das Studium.
      Die dortige Uni ist eine Partneruni der EUF, beste Voraussetzungen also, dort auch mein(e) Auslandssemester machen zu können.
    • Ach ja, noch vergessen. Wenn es Englisch sein sollte, dann MUSST du über einen Auslandsaufenthalt nachdenken. Mache gerade eine Fortbildung bei einer Studienleiterin aus dem Gym-Bereich. Wesentliche Aussage ihrerseits war, dass die Lehrkraft ein authentisches (sprich auf dem Niveau des native speakers, auch im Bereich der Aussprache) Sprachvorbild für die SuS sein muss.
    • Nachgedacht schrieb:

      Tatsächlich ist das im Prinzip meine Wunschgruppe an SuS. Natürlich ist mir klar, dass ich in Englisch auch in der Unterstufe eingesetzt werden werde, aber es macht eben einen Unterschied, ob man hauptsächlich Unter- und Mittel- oder eben Mittel- und Oberstufe unterrichtet. Letzteres ist mein Ziel.
      Mein Spanisch ist definitiv weit entfernt von perfekt. 3 Jahre Schulunterricht + Selbststudium. Nach Salamanca fahre ich direkt nach dem Abi für drei Wochen. Intensivkurs an einer Sprachschule als Vorbereitung für das Studium.
      Die dortige Uni ist eine Partneruni der EUF, beste Voraussetzungen also, dort auch mein(e) Auslandssemester machen zu können.
      Guter Ansatz. Vermutlich werden dir diese drei Wochen im Vergleich extrem helfen. Und schau direkt, ob du mit der Umgebung dort was anfangen kannst.
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    • @MissJones: Ich richte mich ausschließlich nach den Lehrerbedarfsprognosen und die sind über den Daumen gepeilt in fast allen Bundesländern gleich. Kannst ja auch mal in die von NRW schauen ;) ! Es bringt wenig, nach dem Bedarf an der Fächerkombi X an der Max Mustermann-Schule in Kiel zu schauen, repräsentativer wird es, wenn man das ganze Bundesland betrachtet. Natürlich gibt es bilinguale Angebote, deren Bedeutung sollte jedoch nicht überschätzt werden. In vielen Bundesländern wird explizit vor Gymnasiallehramt gewarnt, da es viel zu viele Absolventen für die vorhandenen Stellen gibt, und da ist es nur normal, darauf hinzuweisen, wenn jemand das Interesse an einem Lehramtsstudium äußert.
    • Hm-hm. Sicher. Es fehlen gerade massiv Grundschullehrkräfte, weil es "plötzlich" so viele SuS gibt...
      Wo sind die (also diese SUS) deiner Meinung nach, wenn die TE mit dem Studium fertig ist?

      GUTEN MORGEN!
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    • musicalfever4 schrieb:

      In Kiel gibt es nur Gymnasiallehramt/Gemeinschaftsschule Sek II, Primarstufenlahramt gibt es dort schon ewig. Ich mehr. Das ist schon lange nur in Flensburg.
      Oh, dann war meine Aussage vorhin falsch, das tut mir leid.

      Der Aussage deiner Studienleiterin stimme ich definitiv zu. Es gibt nichts schlimmeres, als Lehrer, die eine "grottenschlechte" Aussprache haben. Bestes Beispiel dafür ist mein Englischlehrer aus 11.1 (der dann in 11.2 auch ausgetauscht wurde) bei dem man sich wirklich nur dachte:"Und der soll mich mal benoten?" Ich weiß, wie ich nicht werden möchte und auch, was ich in etwa dafür tun muss. Auslandsaufenthalte in beiden Fremdsprachen sindnein fester Bestandteil meiner Planung.

      chilipaprika schrieb:

      Was spricht gegen ein AuPair-Jahr vor dem Studium?
      Ich sage es mal so (als im Studium frustrierte Romanistin): das Romanistik-Studium wird dein Studium weder fordern noch fördern. Hol vorher alles, was du kannst!
      Ich habe auch schon überlegt, ob ein Auslandsjahr vor dem Studium nicht sinnvoller wäre. Vermutlich schon, das ist aber aus unterschiedlichen Gründen nicht realisierbar, die Sprachkenntnisse muss ich mir parallel zum Studium aneignen, es geht nicht anders. Aber nur deswegen etwas anderes zu studieren, finde ich auch nicht sinnvoll, notfalls studiere ich lieber etwas länger.
    • Lehrerbedarfsprognosen sind ja auch nicht in Stein gemeißelt, sondern geben immer eine Vermutung über den Bedarf in den nächsten paar Jahren ab. Natürlich könnte der Bildungspolitik "plötzlich" einfallen, dass Englisch ein so wichtiges Fach ist, dass man es mit 10h pro Woche unterrichten müsste, weswegen gaaanz viele Englischlehrer gebraucht würden. An Grundschullehrern besteht aktuell Bedarf, andere Fächerkombinationen oder Schulformen hingegen sind "schon immer" unterbesetzt. Und auch wenn mal mehr, mal weniger Englischlehrer eingestellt werden (Stichwort Schweinezyklus), alleine dadurch, dass sich "automatisch" mehr Leute hierfür bewerben wie für Mathematik/Physik, wird es daran voraussichtlich nie einen ernsthaften Mangel geben.
    • Also Englischlehrer gibt es in SH nicht wie Sand am Meer, vor ein paar Jahren war es sogar richtig eng. Nicht umsonst gibt es jedes Jahr wieder ein berufsbegleitendes Zertifikat für Lehrer, die Englisch unterrichten, aber keine Fakultas haben. Bei uns im Kollegium sind mehrere Kollegen, die dies Zertifikat haben, aber keine volle Fakultas. Zusätzlich haben wir noch mehrere LiV mit Englisch. Wenn uns die alle wegbrechen würden .... - gaaaaaanz großer Mangel in der Englischfachschaft!
    • + Leute mit einer Dreier-Kombi umgehen aber genau dieses Problem und bieten einer Schule diese grandiose Flexibilität. Der ach so tolle Physik-Lehrer mit nutzlosem Zweitfach MUSS Physik unterrichten. Wenn durch deine ganz tollen Beratungen plötzlich zuviele Physiklehrer auf dem Markt sind, was passiert mit diesen LehrerInnen, die quasi nur Physik unterrichten? 25 Stunden die Wochen kann man nicht mehrmals die Woche gebrauchen, an einer Schule...

      + bilingual braucht man immer. Schon alleine, weil keine vernünftige Schule ihr bilinguales Angebot einführt / aufrechterhält, ohne dauerhaft mindestens 2 KollegInnen pro Sachfach zu haben, die das unterrichten könnten. Ob sie es dann am Ende durchgehend unterrichten, ist irrelevant, aber man braucht die Garantie, dass Frau / Herr X krank sein kann, schwanger werden kann, versetzt werden kann, ohne dass das Angebot gestrichen werden muss.

      Wir reden jetzt über einen Zeitrahmen von locker 8-10 Jahren (3 Fächer mit 2 Fremdsprachen plus Ref...), da werden die Gymkinder gerade geboren.
    • In Hessen gibt es 5 Lehramtsformen, dennoch studieren meiner Einschätzung nach über 50% aller Lehramtsstudenten mit Zielschulform Gymnasium. Und von denen studieren noch einmal sehr viele Deutsch + X (mit X = PoWi, Erdkunde, Geschichte, Ethik). In abgeschwächter Form trifft das auch für Englisch + X zu. Ähnliche Daten gibt es auch in Sachsen, in NRW, in Bayern und anderen Bundesländern - das ist nicht ausgedacht. Von daher: Sollte es je einen Mangel an Gymnasiallehrern geben, wird der Mangel an anderen Schulformen noch 10x größer sein. Im Übrigen würde das Bundesland Schleswig-Holstein sehr davon profitieren, wenn ich ganz viele Leute zum Physikstudium überreden würde. Laut schleswig-holsteiner Lehrerbedarfsprognosen gelten als chronische Mangelfächer die MINT-Fächer (nicht näher differenziert).
      Aktuell besteht Bedarf in
      Grundschule: Englisch, kath. Religion, Kunst, Mathematik*, Musik, Philosophie, Sport
      Sek I: Chemie, Englisch, kath. Religion, Mathematik, Musik, Physik*
      Förderschule: emotional, körperlich, sehen, hören, lernen, geistig, Sprache (also quasi alles)
      Gymnasium: Chemie*, ev. Religion, kath. Religion, Kunst, Mathematik*, Musik, Physik*
      Berufsschule: Englisch, ev. Religion, Mathematik, Spanisch, Agrar-, Bau-, Elektro-, Fahrzeug-, Informations-, Medien-, Metalltechnik, Gesundheit, Sozialpädagogik (also quasi alles)

      Religion ist jetzt ein bundeslandspezifischer Mangel, ansonsten sieht es so in fast jedem Bundesland aus. Englisch, Spanisch und Wirtschaft sind am Gymnasium wenig gesucht.

      * außergewöhnlich (!) hoher Bedarf

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Lehramtsstudent ()

    • Lehramtsstudent schrieb:

      Englisch,Spanisch und Wirtschaft sind am Gymnasium wenig gesucht.
      Momentan. Dass die Studierendenzahlen am Gymnasium derzeit zurückgehen erwähnst du aber nicht. Das ist momentan in Bayern so und wird in den anderen BL nicht anders sein.
      „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern!“ - Nelson Mandela
    • und: PoWi ist im Gegensatz zu Erdkunde oder Ethik ein Pflichtfach (zumindestens für eine jeweils Mindestanzahl an Halbjahren) in der Oberstufe.
      Obwohl wir bei uns wenig SchülerInnen haben, die SoWi wählen, müssen wir zusätzlich zu den "normalen" Kurse jedes Jahr 2 oder eher 3 "Zusatzkurse" anbieten. Es sind 9 Lehrerstunden pro Jahr, die zb in Erdkunde nie anfallen werden, weil man Erdkunde komplett abwählen kann. (In Geschichte sieht es aus wie in PoWi, nur dass es an fast jeder Schule doppelt soviele Geschichtslehrer wie PoWi-LehrerInnen).
      An ALLEN Schulen, an denen ich bisher war, gab es KEINE Überbesetzung in PoWi. Gut, ich hatte dieses Jahr selbst nur 3 Stunden im Fach und nächstes Jahr voraussichtlich 0, hatte noch nie mehr als 6 Stunden, aber genau deswegen wurde ich eingestellt: um solche kleine Lücken zu füllen. Und nächstes Jahr werde ich wahrscheinlich fast die Hälfte meiner Stunden in einem Fach haben, das eins der am wenigsten auf dem Markt gesucht ist. Bis vor 2 Jahren hatten wir 7 KollegInnen im Fach und ich war total überflüssig, nächstes Jahr sind wir zu dritt. Davon eine Teilzeit. in einem weiteren Fall dasselbe: vor 6-7 Jahren 8 KollegInnen in der Fachschaft, wir kämpfen seit 3 Jahren zu dritt an der Front, könnten ohne die Referendarin nicht überleben, suchen seit 1,5 Jahren vergeblich Vertretungslehrkräfte (kriegen keine Stelle) und es handelt sich um ein Fach, das noch nie als Mangelfach galt. Hier im Umkreis ist der Markt leergefegt und keine Schule findet Nachwuchs.
      Von Deutsch/Geschichte würde auch ich jederzeit abraten (obwohl man auch berücksichtigen muss, dass es Bundesländer gibt, die wesentlich mehr Geschichtsstunden in der Stundentafel haben als andere), aber man soll nicht alle "nicht MINT-Fächer" in den selben Sack werfen.