Unterrichtsbesuch in Sachunterricht Klasse 2 - Thema SCHULE FRÜHER UND HEUTE - IDEEN??

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    • Unterrichtsbesuch in Sachunterricht Klasse 2 - Thema SCHULE FRÜHER UND HEUTE - IDEEN??

      Hallo,

      ich bin Gymnasiallehrer und nehme aktuell an einer Zusatzqualifizierung zur Grundschullehrkraft teil. Ich unterrichte eine 2. Klasse und habe in Sachunterricht in Bälde einen Unterrichtsbesuch - genauer gesagt: in zwei Wochen. Das Thema soll "Schule früher und heute sein". Es handelt sich dabei um eine Einstiegsstunde in die gleichnamige Unterrichtseinheit. Das sprachliche Niveau sowie das allgemeine Leistungsniveau ist eher niedrig. Es gibt wenige leistungsstarke SuS. Dazu kommen zwei Inklusionsschüler.

      Meine bisherige - leider noch unvollständige - Idee für die Stunde sieht folgendermaßen aus:

      Die Stunde würde ich im Stuhlkreis beginnen. In der Mitte lägen etwa 20 Gegenstände (oder Fotos von Gegenständen) aus der Vergangenheit und der Gegenwart, die alle mit dem Thema Schule zu tun haben, z.B. Foto einer alten Fibel, aktuelle Fibel, Foto eines Griffelkastens (bzw. wenn es klappt, einen echten), Foto eines Klassenzimmers früher / heute, Foto eines Lehrers früher / heute, Schiefertafel / Schreibheft alte Schultasche, altes Schreibheft mit Sütterlinschrift ... (ließe sich bestimmt noch erweitern - bin für Vorschläge dankbar).

      Ich hätte die Kinder die Gegenstände zunächst einmal beschreiben lassen (was kennt ihr schon?), dann hätten wir den Gegenständen Namenskärtchen zugeordnet, und ich hätte sie die Gegenstände sortieren lassen (einfach mal drauf los, gar keine Kategorie vorgeben), z. B. schön / hässlich o. ä., bis sie selber auf die Unterscheidung neu / alt kommen. Dann hätte ich die Gegenstände eben diesen beiden Gruppen zugeordnet.

      Das Problem ist, dass ich nicht weiß, wie ich an dieser Stelle weitermachen soll.

      1. Idee: Die Kinder bekommen eine Tabelle mit Fotos einiger alter Gegenstände, die wir im Sitzkreis gesehen haben, und müssen denen ihr Pendant aus der jetzigen Zeit zuordnen.

      2. Idee: Die Kinder dürfen im Rahmen einer Stationenarbeit mehrere der alten Gegenstände handelnd erfahren. Mir fallen aber nur zwei Dinge ein, die realistisch sind: Schreiben in Sütterlin auf der Schiefertafel (davon habe ich 6 Stück) und Schreiben mit einer Feder und einem Tintenfass. Man bräuchte aber sicherlich noch zwei Stationen mehr, damit da eine runde Sache daraus wird.

      WER HAT DIESES THEMA SCHON UNTERRICHTET UND KANN MIR TIPPS GEBEN?

      Gerne könnte ihr mir auch alternative Vorschläge geben, wie man das Thema noch unterrichten könnte. Aber über Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen zu meinem Aufbau würde ich mich auch sehr freuen.

      Leider fehlt mir als gelernter Gymnasiallehrer noch die Erfahrung, um dieses Thema für Kinder spannend aufzubereiten, sodass eine runde Prüfungsstunde daraus wird...

      Vielen lieben Dank schon mal!!
    • Da es sich um eine Einstiegsstunde handelt, soll zunächst hauptsächlich Interesse für das Thema "Schule früher und heute" geweckt werden.

      Außerdem sollen die Kinder anhand der Funktion und des Aussehens von Gegenständen aus dem Schulbereich entscheiden (und begründen) können, ob diese aus der Vergangenheit oder der Gegenwart stammen.

      Allerdings bin ich offen, falls jemand sagt, er kenne ein besser geeignetes Ziel für eine Einstiegsstunde in die UE.

      Herzlichen Dank schon mal für eure Anregungen!
    • Ich finde das Ziel "zuordnen ob etwas alt oder neu ist" besser geeignet. "Interesse wecken" halte ich nicht für ein Ziel, ich würd sogar insgesamt für einen UB eher keine Einstiegsstunde zeigen.
      Interesse wecken reicht ja wenn man das beim Einstieg in jede Stunde macht und wie genau lässt sich gewecktes Interesse als Kompetenz im Lehrplan finden? Ich glaub eher gar nicht.

      Bei uns würde der Lehrplan dieses Thema in der 2. Klasse gar nicht unbedingt hergeben. Die SuS sollen da bis zum Ende der Schuleingangsphase nur ihr eigenes Leben chronologisch darstellen (ne Referendarin hat deshalb in der 2ten Klasse auch Zeitleisten machen lassen von Geburt bis Einschulung). Letztenlich ist das Ziel in einer 2ten Klasse bei so einem Reihenthema aber wirklich vor allem die zeitliche Orientierung (die wissen ja teilweise nichtmal, ob sie jetzt noch 2 oder 3 Stunden haben oder welcher Wochentag grade ist) und da musst du dir bewusst sein, dass du da in einer 2. Klasse entwicklungsbedingt an Grenzen stößt (selbst bei 5. Klässlern ist das Zeitbewusstsein oft noch "komisch" aus Erwachsenensicht...). Diese Grenzen soll der Unterricht ja erstmal sprengen.

      Vielleicht kannst du ja auch sowas wie "über Früher sprechen" o.ä. einbauen, also dass die Kinder z.B. die Gegenstände kriegen. Dass sie drauf kommen, dass einige Sachen alt sind und einige neu, davon gehe ich schon aus. Das wird wohl auch relativ schnell gehen und wenn nicht, dann kannst du schon die Begriffe "alt", "neu", "früher", "heute" usw. einführen, denn die brauchen sie ja im weiteren Verlauf der Reihe ständig. Dann sollen sie z.B. jeder nen Gegenstand auswählen und drüber sprechen, z.B. "Das ist ein Griffelkasten. Ich denke, früher hat man damit das und das gemacht..." etc. Grad wenn sie sprachschwach sind, ist schon drüber reden in der Vergangenheitsform ein sinnvolles Lernziel.

      Wenn das überhaupt die erste "historische" Einheit ist, könntest du auch allgemein auf die Begriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hinaus... z.B. dass die Kinder drüber sprechen, was man früher mit der Federmappe machen konnte usw., wie heute eine Federmappe aussieht und wie sie sich die Federmappe der Zukunft vorstellen etc. Und wenn sie dann von alleine feststellen, dass sich nach einiger Zeit die Dinge verändern, moderner werden etc., dann hast du bei so Kleinen doch schon viel erreicht für eine Einstiegsstunde in ein "historisches" Thema.

      Hmm, also vielleicht so:

      1. Gegenstände/Bilder ausbreiten
      2. Kinder sprechen drüber: das ist alt, das ist neu (ggf. Begriffe einführen, beim Formulieren helfen) > geht z.B. in Partnerarbeit oder Gruppenarbeit, SuS beschreiben sich gegenseitig Gegenstände und Bilder
      3. Einzelne Gegenstände in der Klasse beschreiben oder vergleichen lassen mit Formulierungshilfen und Wortschatzkarten: "Früher hatte man einen Griffelkasten aus Holz, damit machte man dies und das... Heute hat man eine Federmappe mit Stiften aus Stoff und Plastik..."
      4. Bilder von Gegenständen in eine Zeitleiste einordnen lassen: Tafelbild, Arbeitsblatt, Plakat o.ä.
      5. Über das Plakat sprechen/zusammenfassen: "Früher gab es auch Schulsachen, aber in der langen Zeit haben sich viele Dinge verändert/heute haben wir andere Schulsachen als früher/heute werden Schulsachen anders hergestellt als früher, sind nicht mehr so wertvoll und teuer wie früher etc.. "
      Ziel: Schüler sind sich bewusst über Veränderung über historische Zeiträume und können Gegenstände aus verschiedenen Zeiträumen vergleichen und haben die Redemittel dazu
    • Lemon28 schrieb:

      Ich finde das Ziel "zuordnen ob etwas alt oder neu ist" besser geeignet. "Interesse wecken" halte ich nicht für ein Ziel, ich würd sogar insgesamt für einen UB eher keine Einstiegsstunde zeigen.
      Das unterschreibe ich so. Das wurde mir im Referendariat auch immer so gesagt. Eine Einstiegsstunde zum "Interesse wecken", das ist kein Lernzuwachs.

      Lernzuwachs entsteht dann, wenn das Vorwissen der bisherigen Reihe verwendet wird, um etwas neues zu erarbeiten.
    • pri.maria schrieb:



      2. Idee: Die Kinder dürfen im Rahmen einer Stationenarbeit mehrere der alten Gegenstände handelnd erfahren. Mir fallen aber nur zwei Dinge ein, die realistisch sind: Schreiben in Sütterlin auf der Schiefertafel (davon habe ich 6 Stück) und Schreiben mit einer Feder und einem Tintenfass. Man bräuchte aber sicherlich noch zwei Stationen mehr, damit da eine runde Sache daraus wird.
      Abgesehen davon, was die anderen schon gesagt haben:

      Zweitklässlern gelingt es sicher in den allerwenigsten Fällen, in Sütterlin auf Schiefertafeln zu schreiben, und das Schreiben mit Feder und Tintenfass gibt es Riesengekleckse. Überleg dir besser was anderes, das könnte im Chaos enden.
    • Vielleicht wäre es eine Idee, das Schreiben auf Schiefertafeln mit dem Schreiben auf Papier mit Bleistift zu vergleichen und das Schreiben mit Feder und Tinte mit dem Schreiben mit Füller - auch im Hinblick auf Gekleckse und "Nachfüllen". An einer anderen Station könnte man Sütterlinschrift ausprobieren lassen, allerdings mit modernen Schreibgeräten, z. B. den eigenen Namen schreiben, da die Buchstaben an sich ja schon eine Herausforderung sind.
    • Ich würde den Einstieg ein bisschen verändern. Einfach die alten Sachen wie die Schiefertafel etc. sowie die Fotos in eine alte Schultasche packen und dann würde ich vielleicht erzählen, dass ich meine Tasche heute nicht finden konnte und diese (die ich auf dem Dachboden gefunden habe oder so ähnlich) stattdessen mitgenommen habe. „Sollen wir mal gucken, was da drin ist? ...“ Die Kinder packen aus, benennen und beschreiben mit ggf. Lehrerhilfe alle Sachen etc.so wie Lemon28 schrieb. Sie merken, die Sachen sind von früher. Dabei die Wortkarten zuordnen.

      Ziele, grob formuliert: Das Interesse an Thema „Schule früher“ wecken.
      Die Kinder lernen, dass zwischen dem Inhalt der alten Schultasche und der heutigen Unterschiede bestehen.
      Und Wortschatzerweiterung: die Schiefertafel, der Griffel etc.

      Die Kinder vergleichen in Partnerarbeit, welche dieser Dinge sie auch in ihren eigenen Taschen haben (Bleistift, Brotdose...) und was nicht, z.B. mit einer Checkliste zum Ankreuzen o.ä.

      Dann ein Arbeitsblatt in Partnerarbeit, auf dem Gegenstände von früher und heute bzw. Schulkind früher und heute usw. abgebildet sind. Die Kinder schneiden die Bilder aus. Ein Kind klebt die Bilder von früher auf eine Seite eines Arbeitsblatts auf, das andere die Bilder von heute. „Das gab es früher und heute“ - die Gemeinsamkeiten evtl. mit rot einkreisen.

      Dann irgendein Spiel, bei dem alle beteiligt sind. Vielleicht sowas wie „Ich packe meine Tasche ein und ich packe eine Schiefertafel, eine Feder und eine Fibel hinein“ usw. Oder ein KIM- Spiel, wer behält die meisten Dinge, die vor seinen Augen in die Tasche gepackt wurden. Oder die Kinder ordnen in Silben zerlegte Wörter (Wiederholung der Begriffe wie „das Tintenfass“ etc.) um die Wette.

      Feststellung : Du weißt schon etwas über die Schule früher. Aber es gibt bestimmt noch vieles, was du noch wissen möchtest. Arbeitsauftrag in der Art: Schreibe wenigstens eine Sache auf die blauen Plakate auf, was du über die „Schule früher“ schon weißt. Hier müssten allen zumindest die Bezeichnungen für ein paar Gegenstände einfallen.
      Schreibe auf die gelben Plakate auf, was du noch wissen möchtest.
      Die Plakate kann man ja vorstrukturieren, so dass es einfacher wird bzw. in Partnerarbeit schreiben lassen.

      Gemeinsamer Abschluss unter Einbezug der Plakate.
    • state_of_Trance schrieb:

      Lernzuwachs entsteht dann, wenn das Vorwissen der bisherigen Reihe verwendet wird, um etwas neues zu erarbeiten.
      Ich denke, ein Lernzuwachs kann schon auch in einer Einstiegsstunde entstehen, aber auf ne spätere Stunde oder gar die Abschlusstunde kann man die SuS besser vorbereiten, die können dann einfach mehr leisten. Oft geht es nicht, in einer Einzelstunde in den Anforderungsbereich 3 zu kommen und in einem wichtigen Unterrichtsbesuch sollte man in Anforderungsbereich 3 kommen bzw. sollte das zumindest möglich sein und ich wüsste nicht, wie man sowas in eine Einzelstunde, wo noch kein Vorwissen vorhanden ist, sinnvoll einplanen sollte. Meine UPPs waren ja auch Einzelstunden, in der einen hatten die SuS die Gedichtanalyse schon komplett drauf und es dann geschafft, das Gedicht schon "beim Lesen" grob zu interpretieren (die Zeit war aber dennoch zu knapp) und in der anderen haben wir AFB I und II schon in der Stunde davor erarbeitet.
      Und man kann besser antizipieren, was die SuS so sagen und machen. Bei einem völlig neuen Thema kann da alles oder auch nichts kommen: beides wäre nicht so ideal...

      Cat1970 hat echt tolle methodische Tipps gegeben. Irgendwelche Spiele und einkreisen... da merkt man, dass ich kein Grundschullehrer bin, aber klar, viele Phasenwechsel und Spielerisches ist echt wichtig bei den Kleinen!
    • Schon mal ganz lieben Dank für eure zahlreichen Tipps und Anregungen, mit deren Hilfe ich die Stundenplanung die nächsten Tage abschließen will.
      Ich werde euch dann den geplanten Stundenverlauf dann nochmal vorstellen und bin gespannt auf eure Rückmeldung!

      Lemon28 schrieb:

      Bei uns würde der Lehrplan dieses Thema in der 2. Klasse gar nicht unbedingt hergeben.
      Der Lehrplan in BW sieht unter Punkt "Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" der Klasse 2 folgende Teilkompetenzen vor:
      Veränderungen und Kontinuitäten an Beispielen aus demAlltag erkennen und mit dem eigenen Leben vergleichen (zum Beispielin Schule, in Familie, anhand von Spielen/Freizeit, früher undheute)

      Ist also vom Lehrplan abgedeckt.
    • Zu dem Thema gibt es eine schöne Lernwerkstatt vom BVK Verlag: So war es früher. Da kannst du dir noch Ideen holen, z.B. Spiele von früher, Püppchen basteln usw.

      Als Einstiegsstunde für eine 2. Klasse ist es meiner Meinung nach etwas zu sehr mit der Tür ins Haus gefallen. Du solltest vorher schon irgendwie ins Thema einsteigen, vllt. mit Zeitleiste, Tagesablauf eines Kindes.... dann erst Schule. Schau dir mal die Werkstatt an, da sind wirklich gute Anregungen drin, z.B. eine alte Schulordnung. Mit der könntest du auch einsteigen in diese Stunde.

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      Be happy for this moment. This moment is your life.
    • Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Klassen zu Beginn einer Stunde etwas "fühlen" zu lassen.
      Warum nicht die Stunde wie früher beginnen - die Kinder stehen auf, treten aus der Bank, wenn jemnand aufgerufen wird, muss er aufstehen, es muss mucksmäuschenstill sein, wer stört, dessen Name wird in Sütterlin an die Tafel geschrieben - nur zwei Minuten, nicht zu streng und dann kannst du fragen, was anders war also sonst und wie sich das angefühlt hat.

      Zu anspruchsvoll für die zweite?
    • Stille Mitleserin schrieb:

      Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Klassen zu Beginn einer Stunde etwas "fühlen" zu lassen.
      Warum nicht die Stunde wie früher beginnen - die Kinder stehen auf, treten aus der Bank, wenn jemnand aufgerufen wird, muss er aufstehen, es muss mucksmäuschenstill sein, wer stört, dessen Name wird in Sütterlin an die Tafel geschrieben - nur zwei Minuten, nicht zu streng und dann kannst du fragen, was anders war also sonst und wie sich das angefühlt hat.

      Zu anspruchsvoll für die zweite?
      Super Idee. Aber meiner Meinung nach nichts für die Einführungsstunde. Die schüchternen Mädchen hast Du damit vielleicht so verschreckt, dass sie für den Rest des Tages nix mehr sagen. Das, was Cat geschrieben hat, klingt doch rund und gut. Vor allem der Einstieg!