Zusammenarbeit mit Integrationskraft verweigern möglich?

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  • Zusammenarbeit mit Integrationskraft verweigern möglich?

    Hallo,
    einige haben ja schon mein Problem mitgelesen. Nun hat sich herausgestellt, dass der I-Helfer, der für einen Autisten zuständig ist, sich ebenfalls über mich beschwert hat. Diese Beschwerde ging an die Eltern und an die Sonderpädagogen,ebenso an die Schulleitung. Ich würde das Kind zu viel loben.
    Dagegen lenkt der I-Helfer selbst die Regelschüler ab und geht immer wieder auf Gespräche mit ihnen ein (während des Unterrichts).

    Meine Frage: kann ich als Klassenlehrerin sagen, dass eine Zusammenarbeit mit dem I-Helfer nicht möglich ist und ich ihn nicht dabei haben möchte? Wie geht man da am Besten vor?

    Bitte versteht mich nicht falsch, ich arbeite in weiteren Klassen mit anderen I-Helfern. Da gibt es absolut keine Probleme.
  • Hey,
    wie das jetzt rechtlich aussieht, kann ich dir leider nicht sagen. Fakt ist ja, dass die i-Helfer für die SuS sehr wichtig sind (weiß ich aus eigener Erfahrung durch meine Blindheit).

    Vielleicht könntest du ja mal das Gespräch mit der Schulleitung, den Eltern und der Sonderpädagogin suchen und deine Lage erklären. Als ich eine Assistenz (im Studium) hatte, konnte ich bei der Firma, die diese bereitgestellt hatte, auch Assistenzen ablehnen und eine andere stattdessen bekommen. Vielleicht könnten das die Eltern des betreffenden Schülers auch?
    Liebe Grüße von FizzyIzy :winkewinke:
  • Huhu, also ablehnen kannst du einen I-Helfer nicht, der arbeitet ja aufgrund einer Gesetzeslage und steht dem Kind zu. Allerdings würde ich mir die Aufgabenbeschreibung von der Person ansehen. Dort steht genau drin, was der/die Helfer*in zu tun hat und was nicht.

    Und ich würde dringend alle an einen Tisch holen und klar aussprechen, wie die Zusammenarbeit laufen sollte. Wenn der I-Helfer beispielsweise die Kommunikation unter den Kindern fördern soll, dann möge er das bitte auf die Pause verschieben, im Unterricht hat er niemanden anzusprechen, wenn das stören sollte. (Es sei denn, er bringt sich helfend ein, was aber eher nicht so klang...)

    Soll er die Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus in Gang halten, dann hat er mit dir zu sprechen und nicht mit der Schulleitung. Die wird nur bei Problemen eingeschaltet und ist nicht der Übermittler von Nichtigkeiten. Ärgerlich, dass sich die SL das nicht selbst kommuniziert und sich da vor den Karren der Familie spannen lässt. Vielleicht könntest du ja entgegenkommen und eine monatliche Sprechstunde einrichten, zu der Mutter und I-Helfer kommen, die vermutlich recht schnell einschlafen wird.

    Ansonsten bist du die Lehrerin und gestaltest den Unterricht, wie du es pädagogisch für richtig hältst. Man kann sich ja gern Wünsche und Ideen anhören, nicken und dann klarstellen, was man zu leisten in der Lage und bereit ist und warum.

    Eventuell könnte das Kind auch dazugeholt werden und du fragst es, welche Rückmeldung es zu seinem Arbeitsverhalten braucht und ob es etwas gibt, was ihn im Unterricht stört/stresst oder ob es sich etwas wünschen würde.

    Viel Erfolg, Integrationshelfer sind nicht immer eine Hilfe für Kind und Kollegen :/
  • Bzgl. "Ansonsten bist du die Lehrerin und gestaltest den Unterricht, wie du es pädagogisch für richtig hältst." würde ich gerne auf die Aussagen von keckks im anderen Thread verweisen.

    Bzgl. der Zusammenarbeit: ich habe es schon einmal erlebt, dass ein I-Helfer auf Wunsch der Lehrkraft ausgetauscht worden ist. Ich denke aber, dass dies speziell bei einem autistischen Kind, welches eine entsprechende Struktur braucht, nicht passieren wird.

    kl. gr. frosch
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    Beitrag von Krabappel ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: hat sich erledigt ().
  • Ich fand zumindest die Ausführungen von keckks plausibler als ein einfaches "Ist doch egal, was die Eltern wollen - du entscheidest, wie du es in der Schule machst."

    Zum 2. Satz: wenn die Inklusionsassistenz es den Eltern und dem Schulleiter erzählt und man dann von dort aus konstruktive Rückmeldung zu dem Lehrerverhalten bekommt, sollte man (siehe keckks Ausführungen) überlegen, ob man es macht.

    Aber: das war hier auch nicht die Frage - ich habe den Einwand auch nur gebracht, weil du die "du gestaltest den Unterricht"-Aussage aus dem anderen Thread wieder gebracht hast. Da wollte ich auf die Ausführungen aus dem anderen Thread hinweisen (falls sich mal irgendwann in ein paar Jahren jemand über google in diesen Thread verirrt.) Diese grundsätzliche Fragestellung sollten wir aber auch dort weiterdiskutieren.

    Hier geht es um eine andere konkrete Frage von Schokolade.
    Meine Frage: kann ich als Klassenlehrerin sagen, dass eine Zusammenarbeit mit dem I-Helfer nicht möglich ist und ich ihn nicht dabei haben möchte? Wie geht man da am Besten vor?

    kl. gr. frosch
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  • Nun, der I-Helfer ist für das Kind ein Mittel zur Teilhabe und dessen Anwesenheit kannst du so wenig ablehnen, wie das Tragen von Brillen in deinem Unterricht. Du kannst aber wie Krabappel sagt, alle zum Gespräch laden und Probleme offen ansprechen. Wie haben denn Schulleitung und Sonderpädagogen reagiert?

    An meiner Schule war auch einmal eine I-Helferin, die schließlich gehen musste. Das war aber ein steiniger Weg für die Klassenlehrerin und die Schulleitung stand hinter ihr. Zuerst wurde dort natürlich mit der I-Helferin gesprochen, dann mit I-Helferin und Eltern und schließlich mit dem Arbeitgeber der I-Helferin. Gehen durfte sie schließlich aber erst, als sie sich (endlich) einen nachweisbaren Schnitzer erlaubt hat, der nicht mehr wegzudiskutieren war. Wie gesagt war das aber ein langer Weg und die Situation in der Klasse dadurch lange Zeit unschön.

    Wie kleiner grüner Frosch sagt, würde ich aber auch in Betracht ziehen, ob es nicht zum Wohl des Kindes mit Autismus möglich ist, mit dieser recht wichtigen Bezugsperson zusammenzuarbeiten. Kannst du nicht nochmal das Gespräch suchen?
  • Der I-Helfer ist erst seit paar Wochen da, vorher hatten wir andere.
    Die SL steht hinter mir, das Problem ist aber die Belastung. Ich bemühe mich wirklich, habe mich mit dem Thema Autismus auseinandergesetzt. Die Mutter des Kindes ist mit mir unzufrieden- so was erlebe ich zum ersten Mal. Der I-Helfer hat hier mehr eine „Hetzfunktion“- er kooperiert nicht sondern macht alles hinter meinem Rücken.

    Eine Zusammenarbeit ist aus meiner Sicht nicht mehr möglich. Ich kriege schon Magenschmerzen, wenn ich an morgen denke. Wer weiß, was er dieses Mal erzählt!

    Ich wünschte mir, die Mutter würde mir im Unterricht alleine zugucken, dann würde sie die Wahrheit sehen.
  • Das ist ja eine ekelhafte Situation! :troest:

    Kann die Schulleitung nochmal zum runden Tisch einladen? Dort könntest du sagen, dass du über die Schulleitung erfahren hast, dass du das Kind scheinbar zuviel lobst. Das kannst du erstmal so für dich festhalten, du würdest dich aber gleichzeitig doch sehr darüber wundern, dass dieser einfache Hinweis nicht simpel im kleinen Gespräch kommuniziert wurde, sondern gleich schriftlich über Eltern und Schulleitung. Deshalb möchtest du klarstellen, dass ..., du siehst das Vertrauensverhältnis deutlich gestört, weil..., du möchtest auch nochmal klar auf die Aufgaben des I-Helfers hinweisen...
    Für die Zukunft gibt es nun die Möglichkeit, den Umgang mit dem Kind in regelmäßigen Terminen mit Helfer und Sonderpädagogen zu besprechen, der Schulleiter soll ansagen, wo du dafür Zeit einräumen sollst oder aber den vom I-Helfer begonnenen Weg weiterzugehen und kleine Unklarheiten schriftlich über die Vorgesetzten zu klären.
  • Erst mal tiiief durchatmen. Solche Typen gibt’s leider, ich hab sowas auch schon erlebt, auch wesentlich übler. Damit es kein Mobbing wird, kann ich dir nur raten: lass dich nicht ins Bockshorn jagen :wink2: Immer klar und sachlich bleiben. (Du machst deinen Job, ich mache meinen. Geh schön auf deinen Platz und sei brav :D )

    Und lieber geht die nächste Kommunikation über die Schulleitung von dir aus, als umgekehrt. Auch hier, ohne Drama, eher „wir müssen hier mal was klarstellen, da torpediert einer meinen Unterricht und stört die Kinder beim Lernen“ o.ä.
  • Krabappel schrieb:

    Schokolade schrieb:

    Ich wünschte mir, die Mutter würde mir im Unterricht alleine zugucken, dann würde sie die Wahrheit sehen.
    Dann lade sie doch dazu ein? :)
    Da Unterricht keine öffentliche Veranstaltung ist und alle Kinder (inklusive des autistischen Schülers) das Recht haben ohne anwesende (und ggf.irritierende/störende/beunruhigende/belastende/eingreifende) Eltern lernen zu dürfen ist das eher eine schwierige Idee. Da steht das Bedürfnis der Mutter im Hinblick auf ihr Kind auch nachrangig nach den Interessen aller Kinder inklusive ihres Sohns ungestört und von Eltern unbeobachtet lernen zu dürfen.

    Vielleicht könnte sich aber ja einfach mal ein*e Kolleg*e*in der/die die Klasse ebenfalls unterrichtet und kennt hinten reinsetzen in eine Stunde um aus pädagogischer Perspektive das pädagogische Handeln anzusehen. "Zu viel loben" ist ja schon eher eine eigenwillige Kritik (man kann aber eben von Eltern nicht erwarten, dass sie über päd.Fachwissen verfügen, auch deshalb haben diese als Prüfer der Beschulung des eigenen Kinds nichts im Unterricht verloren) und stellt ein massives Eingreifenwollen in deine pädagogische Freiheit dar.
  • In NRW haben Eltern das explizite Hospitationsrecht im Unterricht. (Schulgesetz, §44).
    Es geht also.

    kl. gr. frosch
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  • Neu

    Mh, in Bayern weiß ich hat der Schulleiter explizit darauf hingewiesen, dass ich für meinen Unterrichtsraum das Hausrecht genieße. Somit ließe sich so jemand also durchaus aus dem Raum befördern. Evtl. besteht die Möglichkeit bei euch auch?

    Aber auf keinen Fall gefallen lassen. Der Heini ist eine HILFSKRAFT. Vielleicht dem Herrn mal sehr direkt klar machen, was seine Aufgaben sind und was nicht.
    Ansonsten besteht ja auch die Möglichkeit das Kind in eine Parallelklasse zu versetzen, wenn die Atmosphäre mit den Eltern dermaßen vergiftet ist. Eigenschutz immer vor allem Anderen, sonst machst du den Job nicht mehr lange :(

    Ansonsten: Wie ist es den Personalrat mal mit in den Unterricht zu nehmen?