Sinnvolles Material zur Inklusion

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    • Sinnvolles Material zur Inklusion

      Liebe Kollegen,

      Wir sind noch relativ neu im Thema Inklusion.
      Jetzt haben wir ein bisschen Geld zur Verfügung um Material zu bestellen. Gibt es Reihen oder einzelne Titel die ihr gerne und sinnvoll im inklusive Unterricht einsetzt? (Sek I)
      Ich würde mich über Tipps freuen.
      Liebe Grüße
      Panthasan
    • Geht es um bestimmte Fächer? Kann jetzt nur für Ethik sprechen, da habe ich einiges vom Persen Verlag genutzt und das für sehr gut befunden. Z.B. das Heft als Download "Liebe wahrnehmen und verstehen". Das habe ich für alle die gesamte Lerngruppe nutzen können, also für Kinder mit und ohne Hilfebedarf, da es sich ad hoc im Unterricht auch gut differenzieren und vertiefen ließ.

      Wenn du auf die Verlagsseite gehst (darf ich die posten?), steht da Grundschule, und Sekundarstufe und dann SoPäd Förderung. Unter letzterem findest du nach Fächern sortiert Materialien zum Download als auch Hefte für Kinder mit Förderbedarf, auch z.B. bei geistiger Entwicklung.
    • Ich finde die "Stark in..." Reihe von Westermann meistens ganz brauchbar, allerdings eher als Ergänzung für Deutsch und Gesellschaftslehre. Die Mathekollegen setzen es auch gerne ein, soweit ich weiß.
      Ansonsten schließe ich mich mad-eye-moody an: Die Themenhefte vom Persen Verlag sind wirklich super.
      Lange bevor ich erwachsen wurde, lehrte mich ein Teddy, was Liebe wirklich heisst: nämlich da zu sein, wenn man gebraucht wird.
    • Ich gehe mal davon aus, dass du vom Förderbedarf Lernen sprichst.

      Bei uns ist es in etwa so, dass diese Kinder in Klasse 1-4 den Stoff der ersten 2 Schuljahre machen, natürlich mit individuellen Fortschritten.
      Wenn sie in die 5. Klasse wechseln, wären also die Inhalte dran, die sonst in der Grundschule ab Klasse 3 im Unterricht aufgegriffen werden.

      Wenn Geld übrig ist, kann man damit die Lehrerbibliothek aufstocken,

      aber man könnte auch überlegen, ob es nicht andere Lernmaterialien gibt, mit denen die Kinder mit Förderbedarf Lernen neben den anzuschaffenden Reihen arbeiten können,
      z.B. Logico-Reihen zum Üben, Spectra, Digitales zum Üben, Karteien o.a.
    • Finchen schrieb:

      Ich finde die "Stark in..." Reihe von Westermann meistens ganz brauchbar, allerdings eher als Ergänzung für Deutsch und Gesellschaftslehre. Die Mathekollegen setzen es auch gerne ein, soweit ich weiß.
      Die "Stark in"-Bücher für Mathe finde ich auch gut.
      Allerdings gefallen mir die Arbeitshefte nicht mehr so gut wie früher. Die Schrift ist sehr klein und da haben Kinder, die nicht so gut lesen können echt Probleme damit.
    • Richtig...es geht um den Förderbedarf Lernen.
      Aktuell haben wir Förderschüler in Klassen 5&6 der Förderstufe. Hauptsächlich sind diese derzeit Recht stark, also nicht soll weit hinter den anderen. Ich kenne sie auch nur aus Mathe.
      Sie "wachsen" jetzt mit hoch und wir bekommen zum neuen SJ wohl deutlich schwächere Schüler (in Mathe zb nur ZR 20 sicher)
      Dafür haben wir noch gar kein Material und viele Grundschulbücher/-hefte sind ja noch deutlich kindlicher aufgebaut...
      Die Sachen von persen habe ich im Blick, leider ist das Budget dann doch nicht so groß um und einmal groß einzudecken und mit den paar Probeseiten kann man ja auch nur einen kleinen Einblick erhalten.
      Daher wäre ich froh über ganz konkrete Titelvorschläge.
      Soweit ich informiert bin müssen es auch Lehr/Lernmaterialien sein, allgemeine Bücher zum Thema Inklusion dürfen wir damit nicht anschaffen.
    • Jein, ich kann den Bedarf quasi nur für Mathe so einigermaßen einschätzen.
      Ich habe (persönlich) die komplette Reihe Klick inklusiv, und einige der Klick-Bücher (Mathe)
      Was mir da zu kurz kommt, ist einfach zb die ZR-Erweiterungen im Bereich Hundert/Tausend, die kleinschrittige Einführung der schriftlichen Rechenverfahren etc.
      Auch hier habe ich einfach das Gefühl, dass nur relativ starke Inklusionsschüler bedient werden.

      Das Geld soll aber nicht nur für Mathe ausgegeben werden....ich habe jetzt die Förderkrimis gefunden die wir wohl bestellen werden.

      Insgesamt muss ich jetzt aus meiner kurzen Erfahrung im inklusiven Unterricht sagen, dass ich das Angebot der Materialien sehr undurchsichtig und schlecht abgestimmt finde.
      Vielleicht sollte ich mich selbst Mal dran machen (wenn ich denn Zeit hätte :sterne: )
    • panthasan schrieb:

      Insgesamt muss ich jetzt aus meiner kurzen Erfahrung im inklusiven Unterricht sagen, dass ich das Angebot der Materialien sehr undurchsichtig und schlecht abgestimmt finde.
      naja, es gibt ja nicht "den Inklusionsschüler". Das Problem ist halt, dass es für Jugendliche mit Lernförderbedarf nur diese beiden Reihen gibt, alles andere muss man sich selbst zusammensuchen oder erstellen. Für Grundschulstoff gibt's unendlich viel Material, bei dem man den "Grundschulkönig für Klasse 2" vorm Kopieren wegschneiden kann. Für alle anderen Fächer wird's dann eng. Du kannst aber zeitlich ja nicht für die einen Unterricht vorbereiten und für die anderen mega differenziertes, thematisch passendes Material erstellen, dann kommst du aus dem Arbeiten nicht mehr raus. Daher würde ich die Reihen bestellen, die es gibt.
    • Wir haben auch schon mit der Reihe "Rechnen ohne Stolpersteine" gearbeitet (Mathematik) und inzwischen die Flex und Flora-Inklusiv-Hefte in der Schule stehen und auch eingesetzt, die sind noch niederschwelliger (Bereich Deutsch)

      Krabappel schrieb:

      naja, es gibt ja nicht "den Inklusionsschüler".
      Das ist ein wesentlicher Punkt: Der eine Schüler braucht sehr einfache Sachen in Mathematik, ist aber im Lesen schon recht weit, der andere Schüler genau anders herum. Das gilt für Fächer und auch für Themen. Manche brauchen auch noch die 10. oder 20. Übung für einen Inhalt, den andere schnell erfassen, aber nicht jedes Arbeitsheft kann 20 Seiten Übung zu einem Inhalt anbieten. Außerdem brauchen alle auch ständige Wiederholungen, sonst ist Erlerntes wieder vergessen.

      Um so sinnvoller sind Kopiervorlagen für unterschiedliche Bereiche.
      Außerdem braucht man aber auch mal etwas anderes als Arbeitsblätter, da es sonst sehr eintönig wird.

      Zudem ist gerade für Schüler mit Unterstützungsbedarf der Einsatz von Materialien sinnvoll, sodass ich mich gerade für Mathematik auch in dieser Hinsicht umsehen und - sofern möglich - eindecken würde.
    • panthasan schrieb:

      Ich habe (persönlich) die komplette Reihe Klick inklusiv, und einige der Klick-Bücher (Mathe)
      Was mir da zu kurz kommt, ist einfach zb die ZR-Erweiterungen im Bereich Hundert/Tausend, die kleinschrittige Einführung der schriftlichen Rechenverfahren etc.
      Auch hier habe ich einfach das Gefühl, dass nur relativ starke Inklusionsschüler bedient werden.
      Man darf nicht vergessen, dass man im Unterricht an einer LE-Schule zusätzlich zu Aufgaben aus dem Lehrwerk vieles zusammen macht, erarbeitet und vor allem wiederholt, wiederholt, wiederholt!
      Ich habe auch schon schriftliches Multiplizieren und Dividieren mit klick eingeführt. Ich fand's gut und so kleinschrittig, wie es eigentlich geht. Man kann nicht jeden Lerninhalt bis zur Unkenntlichkeit atomisieren und das hilft das den Schülern auch nicht immer weiter. Da fehlen dann zum Teil die Zusammenhänge. Da muss man eben z.B. beständig daran arbeiten, das schriftliche Dividieren einzuhämmern, was Wochen dauern kann. Manche lernen es auch nie und arbeiten dann irgendwann mit dem Taschenrechner, damit man auch die höheren Themen behandeln kann.

      panthasan schrieb:

      Insgesamt muss ich jetzt aus meiner kurzen Erfahrung im inklusiven Unterricht sagen, dass ich das Angebot der Materialien sehr undurchsichtig und schlecht abgestimmt finde.Vielleicht sollte ich mich selbst Mal dran machen (wenn ich denn Zeit hätte :sterne: )
      Das stimmt leider auch. Die Verlage stellen sich mittlerweile mehr und mehr um und bieten mehrfach differenzierende Lehrwerke an. D wie Deutsch wird derzeit bei uns ausprobiert (gibt's bisher nur für Klasse 5) und kommt ganz gut an. In Englisch ist es eine Katastrophe und ich weiß nicht, wie man da wirklich gescheit am gleichen Lerninhalt etwas machen soll. Da ist nicht nur die Grammatik die Stellschraube, an der gedreht werden müsste, sondern auch der Wortschatz. Wir sollten da letztes Jahr nach Auftrag der Schulleitung ein mehrfach differenzierendes Lehrwerk aussuchen und ... sind gescheitert. Es ist einfach nicht praktikabel, da die Schere zu weit auseinandergeht. H und R gemeinsam bekommen wir ja noch hin und haben wir öfter, aber wenn da noch ein LE-Schüler drin wäre, würde für den ein Extraprogramm laufen (müssen).
    • Für Mathe nutzen wir auch die Klick-Bücher. Außerdem von Mildenberger die Übungshefte für die Grundschule. Da sind nicht soviel verschiedene Aufgabenformate, so dass die Schüler/innen ganz gut selbstständig damit üben können. Und in der 5. und 6. Klasse freuen sie sich meist noch über die Aufkleber darin. Für Deutsch und Englisch nehmen wir sie teilweise. Günstig sind sie zum Glück auch.

      Zu den Englisch- (Lighthouse) und Deutschbüchern (Klartext), mit denen bei uns gearbeitet wird, gibt es extra ein Arbeitsheft/Workbook für die Förderschüler Lernen. Aber:ist nur für stärkere Förderschüler geeignet, die an der Grenze Förderbedarf Lernen-Hauptschule sind.

      Gerade in Deutsch finde ich es schwierig, wenn Schüler/innen sehr schlecht lesen können und trotzdem inhaltlich am Thema mitarbeiten sollen. Mit sehr schlecht lesen, meine ich 1.-Schuljahr-Niveau. Zur letzten Lektüre gab es z.B. ein Hörspiel, dass wir begleitend gehört haben. Aber wenn es den Kurzen schon schwer fällt, Aufgabenstellungen zu erlesen, ist es auch kaum möglich in Klasse 7 und 8, einfache Aufgaben zusammenzustellen, mit denen sie selber an der Lektüre/dem Hörspiel weiterarbeiten können. Außer „Male...“, was 9 von 10 Jungs (bei 20 Förderschüle(inne)n Lernen ist ein Mädchen dabei) sehr ungern machen. An der Förderschule Lernen hätte ich direkt eine ganz andere Lektüre gewählt, die inhaltlich einfacher zu verstehen gewesen wäre, die würde aber den Regelschüler(inne) n nicht gerecht.

      Leseübungshefte für jugendliche Erstleser kenne ich überhaupt nicht! Für Erwachsene gibt es Material zur Alphabetisierung, aber sonst gibt es da meines Wissens nach nichts. Existiert wohl kein Markt für. Daher bleibt nur Grundschulmaterial.