Precht Wissen vs. Bildung

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    • Buntflieger schrieb:

      goeba schrieb:

      Krabappel schrieb:

      Gerald Hüther ist Neurobiologe, also so ganz unbeleckt, was Verhalten und Lernen angeht auch wieder nicht
      zeit.de/2013/36/bildung-schulr…bestsellerautoren/seite-2Bitte mal lesen!
      Hallo goeba,

      mit Verlaub, da setze ich noch einen drauf: lvb.ch/docs/magazin/2013-2014/…alter_der_Scharlatane.pdf

      Sollte zur Pflichtlektüre zählen! :wink_1:

      der Buntflieger
      Er hat offenbar von Der Zeit abgeschrieben, ich hab jetzt zweimal dasselbe gelesen.
    • Wenn man beide Artikel liest, sollten nicht nur die als solche gekennzeichneten Zitate auffallen. Ist aber auch egal, das ändert nichts an den Forderungen und Wünschen vieler Eltern und Lehrer nach mehr lernfreundlicher Umgebung.
    • Krabappel schrieb:

      Wenn man beide Artikel liest, sollten nicht nur die als solche gekennzeichneten Zitate auffallen. Ist aber auch egal, das ändert nichts an den Forderungen und Wünschen vieler Eltern und Lehrer nach mehr lernfreundlicher Umgebung.

      Hallo Krabappel,

      das eine hat mit dem andern nichts zu tun. Hüther ist ein ehemaliger Biologe, der nach seiner Flucht (ohne Frau und Kind, die ließ er einfach zurück) aus der DDR einige Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war, dabei an Forschungsprojekten beteiligt war (einer von vielen) und dadurch auffiel, dass er die Ergebnisse in unzulässiger Weise interpretierte (weshalb er sich als seriöser Forscher unmöglich machte) und sich daraufhin in den Populismus flüchtete. Großes hat er als Forscher nie bewirkt.

      Seither nennt er sich - da er als Dozent über eine Lehrbefähigung verfügt - großklingend Professor, lässt sich als Deutschlands bekanntester Hirnforscher betiteln und von Talkshow zu Talkshow reichen, um seine Buchverkäufe anzukurbeln, die ich nicht mal populärwissenschaftlich nennen möchte, so wenig haben sie mit Wissenschaft gemein.

      Irgendwas hat der Mann, sonst hätte er nicht so viele Jünger. Auch nach dem katastrophalen Scheitern seiner "Sinn-Stiftung" - wo er ADHS-Kinder ohne Pillen heilen wollte, was nicht nur nicht gelang, sondern eine Plattform für Kindesmissbrauch war - wird er als vermeintlicher Bildungsexperte wahrgenommen.

      Ich verstehe das nicht. Er wäre wirklich die letzte Person, der ich zutrauen würde, wirksame Lernumgebungen für unsere SuS zu konzipieren. Ich habe eher das starke Bedürfnis, meine SuS vor solchen Leuten und ihren gefährlichen Ideen bestmöglich in Schutz zu nehmen.

      der Buntflieger
    • Ich hab's doch schon 2x gelesen, aber danke für die dritte Zusammenfassung.

      Gerald Hüther hat keine besonders aufregenden Erkenntnisse, aber es ist auch nichts falsch daran, was er erzählt. Dass Kinder Bindung brauchen, um zu lernen und viele in der Schule Frust erleben, statt Lust am Lernen zu erhalten etc. Nicht mehr, nicht weniger.

      Sag an, Buntflieger, fühlst du dich wohl in deiner Schule? Oder würdest du was ändern, wenn du könntest? Ach lass, wir wissen es alle. Aber denk mal drüber nach.

      Und bitte kein Halbwissen über ADHS verbreiten, sonst kommen wir vom Thema ab. Das übrigens Precht war ;)

      Edit: Google doch mal Finnland und Schulfächer/ Projektbasiertes Lernen etc., ist alles sehr interessant und nicht angsteinflößend.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krabappel ()

    • Nicht schon wieder Finnland... :autsch:

      Finnland ist nicht Deutschland, die Schweiz ist nicht Deutschland. Vieles was bei uns geht, geht bei euch offenbar nicht. Ganz unabhängig von irgendwelchen Methoden. Andere Gesellschaft und so. Meine Schüler sagen "Danke" wenn ich ihnen neue Unterlagen austeile oder ihnen was erkläre. Tun Deine das denn? Nur so als Minimalbeispiel.
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      Früher war mehr Lametta!
    • Wollsocken80 schrieb:

      Nicht schon wieder Finnland... :autsch:

      Finnland ist nicht Deutschland, die Schweiz ist nicht Deutschland. Vieles was bei uns geht, geht bei euch offenbar nicht. Ganz unabhängig von irgendwelchen Methoden. Andere Gesellschaft und so. Meine Schüler sagen "Danke" wenn ich ihnen neue Unterlagen austeile oder ihnen was erkläre. Tun Deine das denn? Nur so als Minimalbeispiel.
      Meine ja, aber ich weiß, was du meinst...
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Nicht schon wieder die Schweiz...

      Warum nicht schon wieder Finnland? Oder, wie vorgeschlagen projektbasiertes Lernen?
      In Schland gibt es etliche nicht-private Schulen, die sich auf den Weg gemacht, um Schule zu verändern, und dabei erfolgreich und stark nachgefragt sind. Und offenkundig funktioniert das auch.

      Leider gibt es hier nur ein beinah reflexartiges Reagieren darauf:
      • Der ist kein ernstzunehmender Wissenschaftler.
      • Bei uns ist alles viel schlimmer, deshalb geht das nicht.
      • Ohne Noten geht es nicht. Das weiß ich schließlich von der Großtochter der Cousine 2. Grades meiner Mutter. sonst lernt Kind nicht lesen oder was auch immer.
      • Das Geld fehlt.
      • Das Personal fehlt.
      • Die Schulleitung ist unfähig.
      • Die Eltern jammern.
      • Die Kinder sind nicht so wie in der Schweiz.
      • Die Vergleichbarkeit ist nur gegeben, wenn alle das Gleiche machen.
      • Lehrer*innen werden in den Burnout geschickt
      Vor einigen Jahren war hier im Forum die Öffnung und Veränderung von Schule und Unterricht eines der oft und produktiv diskutierten Themen. Das gab viele Anregungen für kleine Schritte.

      Leider ist das schon lange nicht mehr so.
      Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    • Wollsocken80 schrieb:

      Nicht schon wieder Finnland...

      Finnland ist nicht Deutschland
      ... und vor allem ist Finnland wohl auch nicht das Finnland, das die ersten PISA-Studien uns ausgemalt haben: finland.de/dfgnrw/doku/strukturfinnschulwesen.pdf

      - sehr erhellend!
      Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein!
    • @ninale Meine Zweit- und Drittklässler lernen gerade in einzelnen Fächern "projektbasiert" bzw. selbstständig. Glaub mir, solche Ideen sind einfach auch nicht die Heilsbringer in Punkto Nachhaltigkeit. Wir haben es vielleicht lustiger und vielleicht ist mein Lehrerleben easier als Deins. Das was Precht sich einbildet, dass Schüler so am Ende mehr "gebildet" anstatt "wissend" sind (was zur Hölle meint er damit eigentlich?!) passiert einfach nicht. Meine SuS sind genauso doof oder schlau wie eure. Dass ich die bessere Klientel am Gymnasium habe liegt allein an den Übertrittsquoten.
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      Früher war mehr Lametta!
    • Wollsocken80 schrieb:

      @ninale Meine Zweit- und Drittklässler lernen gerade in einzelnen Fächern "projektbasiert" bzw. selbstständig. Glaub mir, solche Ideen sind einfach auch nicht die Heilsbringer in Punkto Nachhaltigkeit. Wir haben es vielleicht lustiger und vielleicht ist mein Lehrerleben easier als Deins.
      1. Ich geb hier ziemlich sicher aus gutem Grund nicht preis, wie ich an der Schule arbeite. Aber woher weißt du das bitte?

      2. Es kann in diesen Zeiten m.E. nicht mehr um eine reine Output-Orientierung gehen. Die Gesellschaft braucht - m.E. egal wo - nicht Menschen, die wissen und können, sondern vor allem Menschen mit Zivilcourage, die sich engagieren und einbringen. Das kann man in einer „herkömmlichen“ Schule nicht fördern. Wenn Kinder sich als selbstwirksam erleben können sollen, müssen sie erleben, dass ihre Talente zählen.
      Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.