Offener Ganztag Niedersachsen

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    • Offener Ganztag Niedersachsen

      Weil wir uns mitten in den Planungen zur offenen Ganztagsschule befinden, würde mich interessieren, wie andere Schulen die "außerunterrichtlichen Angebote" der Lehrer interpretiert haben. Wie, wann und wie oft werdet ihr eingesetzt und zählen eure Zeiten wie eine Unterrichtsstunde? Hat sich an eurer Arbeitsplatzsituation in der Schule etwas verbessert, so dass ihr Zeit, die ihr jetzt automatisch mehr in der Schule verbringt, auch gut nutzen könnt, oder erledigt ihr eure Vorbereitungen/Korrekturen nur im Multifunktionsraum "Lehrerzimmer"?
    • Ich bin an einem Gym mit gebundenem Ganztag und hier kann niemand seine Pausen effektiv nutzen. Die KuK mit vollem Deputat haben um 16 Uhr Feierabend und machen zu Hause am Schreibtisch dann weiter. Das liegt daran, dass die Pausen voll von Aufsichten sind, irgendwann muss man auch mal essen/auf Toilette (eben mal Pause machen) und wirklich produktiv arbeiten kann man durch ständige Unterbrechungen nicht. Quittiert wird das mit einem sehr hohen Krankenstand, der durch die dadurch entstehende Belastung eigentlich jeden früher oder später erwischt.

      Ganztagskurse werden teils wie normale Stunden bewertet, aber das liegt an der jeweiligen Schule und dem Bundesland.

      Was ich damit vor allem sagen will: Ihr dürft euch als Kollegium nicht verarschen lassen, was die Arbeitszeit angeht. Gerade jetzt in einer Phase, in der ihr das noch ausgestaltet wird, denn meist gibt es dann kein Zurück mehr.
    • Man muss auf jeden Fall unterscheiden zwischen den verschiedenen Arten der Ganztagsschulen...

      Wir sind vor wenigen Jahren ebenfalls offene Ganztagsschule geworden. Es hat sich eigentlich wenig geändert, da wir auch zuvor bereits einige Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag angeboten hatten (manche Kollegen ohne Stundenanrechnung -> die bekommen ihre AGs jetzt bezahlt).

      Gerade eine *offene* Ganztagsschule sollte für alle Beteiligten so manche Vorteile bringen:
      Vormittags Unterricht nach Plan (keine Veränderung).
      Das Nachmittagsangebot ist freiwillig für SuS (allerdings hat man den Verwaltungsaufwand mit der Anmeldung der SuS zu AGs, Förderunterricht etc.).
      Für Eltern bedeutet das bei Bedarf eine verlässliche Betreuung der Kinder bis xy Uhr.
      Bei uns bieten nur die Lehrkräfte, die möchten, AGs an. (Wer nicht möchte, behält also seinen "alten" Plan).
      Das schöne an AGs: Deutlich weniger Korrekturaufwand :) (Dafür manchmal aber deutlich erhöhter Aufwand in der Vorbereitung...)
      Was sind unsere "außerunterrichtlichen Angebote"?: Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht, Forderangebote, "Betreuung" (also freies Spielen (drinnen und draußen), Hausaufgaben machen etc. unter Aufsicht)

      Zur Abrechnung:
      Arbeitsgemeinschaften zählen immer (auch außerhalb der GTS) als "normale" Unterrichtsstunde.
      Hinzu kommt: Die Aufsicht in der Mittagspause (die auch entsprechend gestaltet werden soll...) zählt ebenfalls als Unterrichtsstunde.
      Die Anzahl des Einsatzes im Ganztagsschulbereich ist natürlich abhängig von der Anzahl der Anwahlen/Anmeldungen. Bei uns nehmen die SuS freiwillig an rund zwei Angeboten / Nachmittagen teil (verteilt auf vier Angebotsstage). Entsprechend viele Kollegen werden eingesetzt (bzw. machen Angebote für den Stundenplan, der Vorschläge & Wunschtage gern aufgreift).

      Meine Vermutung zu Auswirkungen an einer Grundschule - wenn man denn als Lehrkraft Nachmittagsangebote anbietet:
      Vielleicht vormittags endlich mal eine nennenswerte Pause / Freistunde? (Falls Klassenräume unbelegt sind, kann man die vielleicht als Arbeitszimmer nutzen?)
      An manchen Grundschulen ist es (so habe ich gehört) schwierig, als Lehrkraft eine volle Stelle zu haben, da man aufgrund des ausschließlichen Vormittagsunterrichts kaum ausreichend Stunden zusammenbekommen kann. Mit den zusätzlichen Nachmittagsstunden lässt sich eine volle Stelle vielleicht leichter umsetzen?
    • Bear schrieb:

      Hinzu kommt: Die Aufsicht in der Mittagspause (die auch entsprechend gestaltet werden soll...) zählt ebenfalls als Unterrichtsstunde.
      Vorsicht! Darauf besteht laut Erlass in Nds kein Rechtsanspruch. "Zeiten freier Gestaltung", wozu auch die Mittagspause gehört, werden regelmäßig nur halb angerechnet!

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • symmetra schrieb:

      Ich bin an einem Gym mit gebundenem Ganztag und hier kann niemand seine Pausen effektiv nutzen. Die KuK mit vollem Deputat haben um 16 Uhr Feierabend und machen zu Hause am Schreibtisch dann weiter. Das liegt daran, dass die Pausen voll von Aufsichten sind, irgendwann muss man auch mal essen/auf Toilette (eben mal Pause machen) und wirklich produktiv arbeiten kann man durch ständige Unterbrechungen nicht. Quittiert wird das mit einem sehr hohen Krankenstand, der durch die dadurch entstehende Belastung eigentlich jeden früher oder später erwischt.

      Ganztagskurse werden teils wie normale Stunden bewertet, aber das liegt an der jeweiligen Schule und dem Bundesland.

      Was ich damit vor allem sagen will: Ihr dürft euch als Kollegium nicht verarschen lassen, was die Arbeitszeit angeht. Gerade jetzt in einer Phase, in der ihr das noch ausgestaltet wird, denn meist gibt es dann kein Zurück mehr.
      Danke für deinen Beitrag und die Ratschläge. Ganztag=höherer Krankenstand ist unter solchen Bedingungen wohl kaum zu vermeiden. :(
    • Bear schrieb:




      Gerade eine *offene* Ganztagsschule sollte für alle Beteiligten so manche Vorteile bringen:
      Vormittags Unterricht nach Plan (keine Veränderung).


      Zur Abrechnung:
      Arbeitsgemeinschaften zählen immer (auch außerhalb der GTS) als "normale" Unterrichtsstunde.
      Hinzu kommt: Die Aufsicht in der Mittagspause (die auch entsprechend gestaltet werden soll...) zählt ebenfalls als Unterrichtsstunde.

      Meine Vermutung zu Auswirkungen an einer Grundschule - wenn man denn als Lehrkraft Nachmittagsangebote anbietet:
      Vielleicht vormittags endlich mal eine nennenswerte Pause / Freistunde? (Falls Klassenräume unbelegt sind, kann man die vielleicht als Arbeitszimmer nutzen?)
      An manchen Grundschulen ist es (so habe ich gehört) schwierig, als Lehrkraft eine volle Stelle zu haben, da man aufgrund des ausschließlichen Vormittagsunterrichts kaum ausreichend Stunden zusammenbekommen kann. Mit den zusätzlichen Nachmittagsstunden lässt sich eine volle Stelle vielleicht leichter umsetzen?
      Danke für deinen ausführlichen Beitrag. An unserer Schule haben wir bisher Kollegen mit voller Stelle durch Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht in der 6. Stunde ( natürlich nicht wirklich effektiv...), Doppelsteckungen und zusätzliche Angebote "untergebracht" und es war aufgrund der Mischung von Vollzeit- und Teilzeitkollegen kein Problem. Es müssen jetzt aber auch Kollegen in den Nachmittag, das bedeutet automatisch "Freistunden", die wir vorher bei voller Stelle nicht hatten. Unbelegte Räume gibt es bei uns nicht wirklich. Klar, irgendwer hat gerade Sport oder Musik, aber dass man in so einem dann kurzzeitig freien Raum effektiv was schafft, glaube ich nicht. Da sehe ich also auf Lehrerseite nur Nachteile. Klar ist es schön im überaus vollgestopften Grundschulvormittag mal Pause zu machen, aber die Zeit muss ich ja entsprechend am Ende des Tages wieder ranhängen. Förderunterricht am Nachmittag fände ich gut, aber dann würden Kinder, die nicht im Ganztag sind, gar keine Möglichkeit haben daran teilzunehmen.
    • Mikael schrieb:

      Bear schrieb:

      Hinzu kommt: Die Aufsicht in der Mittagspause (die auch entsprechend gestaltet werden soll...) zählt ebenfalls als Unterrichtsstunde.
      Vorsicht! Darauf besteht laut Erlass in Nds kein Rechtsanspruch. "Zeiten freier Gestaltung", wozu auch die Mittagspause gehört, werden regelmäßig nur halb angerechnet!
      Gruß !
      Und es ist krass, wie unterschiedlich dieser Erlass an Schulen interpretiert wird. Z.B. wird sowas wie Hausaufgabenbetreuung an manchen Schulen nur halb angerechnet, an anderen ganz (oder irgendwas dazwischen).