Beiträge von symmetra

    Ich finde die Debatte kontraproduktiv und die Impfpflicht würde jetzt auch nicht mehr gegen omicron helfen. Es ist auch nicht klar, ob die jetzigen Stoffe gegen eine hypothetische Variante im Winter helfen würden, von daher halte ich das für einen sehr starken Eingriff in persönliche Rechte mit ungewissem Ausgang.


    Es stört mich besonders, dass die Impfstoffe als weg aus der Pandemie dargestellt werden, der sie eigentlich nicht sind. Das war mal die große Hoffnung, ja, aber in der Praxis sieht es anders aus. Wir können Corona damit nicht ausrotten. Wir können damit aber schwere Verläufe gut bekämpfen, das ist super. Aber schauen wir mal in Ländern mit hoher Impfquote, so muss man feststellen, dass auch dort Corona nicht vorbei ist.


    Wenn überhaupt, hätte diese Pflicht viel früher kommen müssen und sie hätte nicht ausgeschlossen werden dürfen. Nun kommt sie eigentlich zu spät und mit Gesichtsverlust der Politik und wirklich geholfen wird keinem dadurch.


    Und am allerschlimmsten finde ich den Wortbruch der Politik. Aber getreu dem Motto ,,Was stört mich mein Geschwätz von gestern‘ wird munter weitergemacht.

    Meine Güte, diese ermüdende Einschränkung, warum dieses und jenes in Deutschland anders ist, nicht geht oder sonstwas. Ja, Deutschland ist ein ach so tolles Land, bei dem alles immer ganz anders ist als in allen westlichen Ländern, wirklich keine Erkenntnis ist übertragbar. Ach, was ein tolles und besonderes Land, laberrababer.


    Statt 14-Jährige zur Impfung zu erpressen und den ganzen Ehrgeiz auf irgendwelche unerreichbaren Quoten zu setzen, hätte man sich mal eher den Kopf zerbrechen müssen, wie man die Impflücke in der Risikogruppe schließt. Dass Omikron jetzt auch für die Alten gefährlich wird, Gott kotzt es mich an das zu lesen. Ja, ist so. Und was wurde dagegen getan? Scheinbar nicht genug. Aber für eine ziellose Diskussion für eine Impfpflicht, dafür ist halt Zeit, klar. Wie gesagt, ganz besonderes Land.


    Ich bin mal eher gespannt, wie die Bevölkerung drauf reagiert. Gegen eine solche Politik könnte sich ja genau so Widerstand formieren, indem die Leute ihre Masken weiterhin tragen, Demonstrationen FÜR die Maskenpflicht halten etc.


    Bezweifle stark, dass das kommen wird.


    Kommt mir auch mutig vor, aber why not. In D zögern wir das Unvermeidliche ja gerade hinaus, damit nicht alles auf einmal kollabiert, sondern nur kontrolliert kollabiert. Ab jetzt kann man sich diese ätzende Impf-Diskussion auch schenken. Wer’s jetzt nicht ist, dem ist so schnell auch nicht damit geholfen.

    Versteht mich nicht falsch, dass der Impfstoff so gut vor schweren Verläufen schützt ist super. Ich bin auch überhaupt kein Gegner davon.


    Das ,,nicht gut genug‘‘ bezieht sich auf die Vorstellung der deutschen Politik, dass der Impfstoff uns rettet und das glaube ich persönlich einfach nicht. Es wurde ja nie mehr versprochen alsdass der Impfstoff vor schweren Verläufen schützt und das hält er ja ein. Mir scheint aber so, als würde die Politik in Wahrheit möglichst wenig Ansteckungen wollen und als hätte die Hoffnung darauf gelegen, dass sich das mit dem Impfstoff erreichen lässt.


    Aber vielleicht trügt mich der Eindruck auch, denn ein wirklich konsistentes klares Ziel wurde ja seit knapp einem Jahr nicht mehr formuliert. Ich hoffe persönlich, dass es sich jetzt im harmlosere Varianten mutiert und da bin ich gerade mal etwas optimistischer.

    Habt ihr eigentlich Insiderwissen über diese 4 Impfung? Ich lese hier eine sehr große Selbstverständlichkeit, was die Verabreichung der 4. Dosis angeht und dass Israel da gerade noch forscht. Hab ich was verpasst?


    Derweil drängt sich mir immer mehr der Verdacht auf, dass die Impfungen einfach nicht der damals propagierte Weg aus dieser Situation sind, weil der Impfstoff einfach nicht gut genug ist. Wenn wir jetzt in sehr kurzen Abständen von Impfung 4 reden, dann erscheint mir das nicht wirklich wie die Rettung.

    Relation ist das Zauberwort.


    Chemielehrer mit Option zum Industriejob sagen dir dazu was anderes als ein Philosophielehrer wie ich, der sich abseits einer Lehrerstelle zum akademischen Prekariat zählen dürfte. Von daher hätte ich es nicht besser treffen können. Investmentbanker würden für mein Gehalt vermutlich nicht mal morgens aufstehen. Meine beste Freundin hingegen hat Islamwissenschaften studiert und hangelt sich von einem unsicheren Job zum nächsten. Die würde für meine Sicherheit und mein Gehalt töten, im übertragenen Sinne.


    Guck, was deine Optionen mit deinen Interessen gewesen wären und dann ordne dich da ein. Es bringt überhaupt nichts, sich mit nicht einmal ähnlichen Berufen zu vergleichen.

    Entschuldigt die späte Reaktion, ich habe die letzten Tage noch durchgezogen und in den Feiertagen erst einmal ausgespannt. Viele eurer Beiträge haben mich zum Nachdenken angeregt und dafür vielen Dank!


    Einige User haben das Anliegen etwas missverstanden. Es ging gar nicht um eine Überlastung vom Job im Allgemeinen, sondern um eine Akzeptanz der Tatsache, dass die vielen ,,Verwaltungsaufgaben'' enorm viel Zeit beanspruchen und ich es frustrierend finde, dass es das Zeitbudget der Unterrichtsplanung auffrisst. Die hier geäußerten Vorwürfe des Methodenzirkus im Referendariat kann ich überhaupt nicht verstehen und teile sie auch nicht. Ich hatte eine sehr gute Ausbildung und ohne die würde ich nun sehr alt aussehen. Aber das führt auch zu weit vom eigentlichen Anliegen weg.


    Die Erkenntnisse zusammengefasst:


    1) Die Einstellung dazu ist das Problem. Wer so fühlt, wie ich es beschreibe, der sollte den Perfektionismus ablegen und akzeptieren, dass das System Anforderungen stellt, in dem ,,guter Unterricht'' tatsächlich nicht die Priorität ist, sondern dass ,,der Laden irgendwie läuft''.


    2) Gedanken, die in Richtung ,,Mein Unterricht ist schlecht, weil ich schon wieder ewig korrigieren musste und mir daher nicht mehr Zeit für die Stundenplanung nehmen konnte.'' sind nicht in Ordnung, klammern die Arbeitsbedingungen aus und schieben die Verantwortung für diese Situation in den Bereich der Individualverantwortung.



    Vielleicht sollte ich es alles nicht so ernst nehmen und mich über das freuen, was gut läuft. Ich hatte in den Sommerferien z.B. eine sehr aufwändige Einheit für ein Semester geplant und mich in Fachliteratur vertieft, das Material mühsam erstellt/gesichtet und ganz klare Ziele definiert (Was ich sonst auch tue, aber mal mehr oder weniger stringent durchdacht.). Diese Stunden waren bisher alle toll und durch die gute Vorbereitung in den Ferien gingen sie sehr leicht von der Hand. Ich definiere mal für mich selbst als Ziel, dass ich die Freude über solche Stunden eher versuche zu sehen als die x-te Liste, in die ich Noten eintrage oder die drölfzigste Konferenz, auf der heiße Luft produziert wird.


    Ich arbeite mal dran, wird wohl nicht so leicht.

    Tja nun, wenn du nicht mal an anderen Meinungen und Erfahrungsberichten interessiert bist und meine Fragen an dich eh nicht beantworten willst, kann ich dir sehr offensichtlich nicht weiterhelfen. Wie du selbst schreibst, möchtest du ausschließlich Erfahrungen von Lehrkräften hören, denen es genauso geht wie dir, und dich somit wohl mMn alles in allem nur darüber beschweren, wie schrecklich doch dein Lehrerdasein mit all' seiner "stupiden Kacke" ist. Aber glaub' mir: Man kann es durchaus auch anders sehen und sich anders organisieren, wie Websheriff auch schon schrieb.

    Dann will ich dich mal nicht länger mit meiner Anwesenheit in deinem Thread belästigen und überlasse die weiteren Posts denjenigen, denen es genauso geht wie dir. Ob dir damit mehr geholfen werden kann, wage ich zu bezweifeln, aber das musst im Endeffekt du selbst entscheiden.:weissnicht:.

    Wenn man sich in die Grundproblematik hier nicht reinfühlen kann, weil einem diese Gedanken fremd sind, dann kann man dazu auch einfach nichts Sinnvolles sagen. Es geht mir darum von Leuten zu erfahren, die diese Gedanken hatten und überwunden haben. Konkret suche ich nach Erfahrungen, wie diese Lehrkräfte die Ansprüche abstellen konnten und was ihnen dabei geholfen hat.


    Das, was du und Websherrif da schreiben ist effektiv ja das Ziel: Man soll es nicht an sich herankommen lassen und muss an seiner Haltung arbeiten. Ja genau. Aber was hilft dabei? Das ist ja die Frage, die mich und ein paar andere in diesem Thread beschäftigt. Eure Beiträge helfen dabei nicht. Spazieren gehen und Tee trinken? eingeschnappte Posts wie deiner da? Danke für nichts.

    Ganz ehrlich bin ich der Meinung, dass die Korrektur von Klassenarbeiten, die du (neben anderen Dingen) als "stupide Kacke" bezeichnest, nun mal Teil unseres Jobs ist. Der kann doch nicht nur aus Unterrichtsvorbereitung bestehen; die Nachbereitung - und damit u. a. auch Korrekturen - gehört doch genauso dazu! Das war mir allerdings auch schon im Ref klar und ich finde keineswegs, dass alle meine dort erworbenen Kompetenzen nun brachliegen.

    Du sagst mir in jedem deiner Posts, dass du es halt nicht so siehst und alles supi toll kannst. Freut mich für dich.

    Ich habe mir eure Beiträge angesehen und mir etwas Gedanken gemacht.


    Also erst mal bin ich offensichtlich nicht alleine damit, was mir das Gefühl gibt, dass ich etwas weniger irre bin als ich mich fühle. Pluspunkt.


    Dann denke ich aber:


    Ich wurde in der Ausbildung völlig auf Unterrichtsplanung getrimmt und beherrsche das auch sicher und es gefällt mir auch. Und nun habe ich das Gefühl, dass mein Job zu 70% aus Verwaltung und heisser Luft auf Konferenzen und in Gesprächen besteht. Darüber kann ich mich ärgern.


    Dann kann ich das aber auch einfach hinnehmen – Stichwort Gartenzwergschnitzer – und mich über die Annehmlichkeiten des Jobs und die vorhandenen schönen Erlebnisse freuen, die mir der Job auch beschert.


    Perspektive 2 kommt mir gesünder vor. Ich bin aber eher bei Perspektive 1: Warum der ganze Hokuspokus im Ref, wenn die dadurch erworbenen Kompetenzen doch nur brachliegen und ich gefühlt überwiegend mit stupider Kacke beschäftigt bin. Ich habe heute z.B. ewig Zeit damit verbracht, online irgendwelche Noten zurückzumelden und SEK 1 Klassenarbeiten durchzuackern und gefühlt geht das seit Monaten so. Nun muss ich für die Zeugnisse meine Listen umtragen und muss irgendwelche Kompetenzkreuzchen bei 200 Schülern setzen. Es ist mir echt zu dumm.


    Sorry, brauche das grad auch etwas als Ventil, aber vielleicht könnt ihr das ja nachfühlen.

    Er meinte direkt zu mir, dass er in solchen Phasen immer bei der Unterrichtsplanung zurückgeschraubt hätte, damit er diese gut packen konnte. Gerade die Zeit vor Weihnachten ist ja auch ohne Corona sehr anstrengend und dieses Jahr nicht etwa leichter geworden.

    Danke für deine lieben Worte.

    Aber hier liegt auch der Knackpunkt: Ich schraube daran, aber gleichzeitig ist es für mich das Kerngeschäft. Also schraube ich nur daran, damit ich den anderen - in meinen Augen eher nervigen - Kram schaffen kann. Das macht echt unzufrieden.

    symmetra : Meinst du mit "anderen Aufgaben" zusätzliche schulische Aufgaben oder außerschulische? Und wenn du dich auf schulische beziehst: Welche sind denn das, die bei dir solch einen hohen Zeitaufwand mit sich bringen?

    Damit meine ich tatsächlich Aufgaben, die zu unserem Alltag gehören. Noten erheben, Prüfungen konzipieren, Prüfungen durchführen, Listen en masse führen und in andere Listen übertragen, Termine planen, sich summierender Kleinkram zwischendurch und korrigieren, korrigieren, korrigieren. Englisch ist da als Fach undankbar, besonders bei den Prüfungsformaten. Dazu dann noch Zusatztermine durch Konferenzen, Teamsitzungen und Elterngespräche. Ich habe das Gefühl, dass mich all das auffrisst und ich zu dem wirklich wichtigen, der Unterrichtsplanung, in der veranschlagten Zeit kaum komme. Also spare ich da, weil ich mich nicht selbst ausbeuten will. Unterm Stricht habe ich dann viele Aufgaben, die mir keinen Spaß machen und spare notgedrungen an dem, was mir Spaß macht.


    Davon abgesehen habe ich dieses Schuljahr eine erhöhte Unterrichtsverpflichtung, weil ich Minusstunden ausgleiche und das ist halt teilweise sehr anstrengend.

    Liebe Community,


    geht es euch manchmal auch so, dass ihr mit anderen Aufgaben so ausgelastet seid, dass die Unterrichtsplanung leidet? Derzeit habe ich privat und beruflich mit einigen Aufgaben zu kämpfen, wodurch die Unterrichtsplanung teils ,,husch husch'' ist, weil ich auch nicht einsehe bis Mitternacht daran zu sitzen. Ich bin psychisch auch erkrankt und fühle mich sehr ausgelaugt, der Job hilft dabei nicht wirklich.


    Ehrlich gesagt schafft das bei mir aktuell große Unzufriedenheit. Ich würde gerne gründlicher planen, aber komme momentan absolut an die Belastungsgrenze im Allgemeinen und möchte nicht darüber hinausgehen. Dadurch habe ich aber das Gefühl, dass ich nur langweilige 08/15 Stunden mache. Die Klassen sehen das nicht so und ich bekomme positive Rückmeldungen bei Evaluationen, aber wirklich beruhigen tut es mich nicht.


    Kennt ihr solche Phasen und wie geht ihr damit um? Kennt ihr es, hohe Anforderungen an euch selbst zu stellen und tut ihr das immer noch oder seid ihr vllt. sogar davon abgerückt? Ich versuche es, schaffe es aber nicht und bin an euren Erfahrungen interessiert.

    Das Bundesverfassungsgericht hat Schulschließungen sehr enge Grenzen gesetzt, in der Urteilsbegründung nimmt es explizit auf die damals vorwiegend bzw. völlig ungeimpfte Bevölkerung und das Fehlen von Testmöglichkeiten, damit ist das nachträglich für verfassungskonform erklärt worden.


    Diese beiden Dinge treffen jetzt nicht mehr zu, d.h. eine Schulschließung (nichts anderes ist Distanzunterricht) wird damit in weite Ferne gerückt. Zu Recht.

    Danke

    Mir völlig schleierhaft, wie man das als Lehrkraft für ein drittes Mal befürworten kann.

    Ganz lieben Dank! Dir auch!

    Mir hilft im Moment auch nichts, wegen einer Verletzung darf ich so gut wie keinen Sport machen, die Jahreszeit zieht mich runter und ich find gerade nichts schön. Nächste Woche Gottseidank Termin bei Psychiaterin.

    Ätzend, dabei hilft ja gerade Bewegung bei solchen Stimmungen. Viel Glück für den Termin!!!! Immerhin ein Lichtblick.

    Ich bin so ein bisschen am Ende mit der Situation. Mein Gefühl ist, dass die Corona Situation an unserer Schule immer bekloppter und chaotischer wird. Dafür kann keiner was, aber die Rahmenbedingungen mit andauerndem Geteste und aufploppenden Infektionen wird einfach immer gestörter. Ich habe eben wieder zwei Mails wegen Tests an unserer Schule bekommen und die gute Stimmung war sofort weg und so geht es mir nur noch.


    Als jemand mit psychischer Erkrankung ist diese Zeit einfach der Horror und das Allerschlimmste ist, dass es nicht mal mehr eine Perspektive gibt. Letztes Jahr gab es immerhin die Perspektive auf den Impfstoff. Momentan macht mich die Situation noch kränker als ich eh schon bin. Ich weiß gar nicht, was ich mir von diesem Beitrag verspreche, aber irgendwie muss es gerade mal raus. Also allen, denen es auch so geht, sende ich ganz warme gedankliche Wellen!

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