Beiträge von symmetra

    Das ist dann aber nicht an allen Schulen so und vielleicht solltest du das Problem dann dort ansprechen und nicht hier allen irgendwas unterstellen. Für mich gilt: Fällt die Maskenpflicht an Ort x, muss man sie natürlich nicht tragen und ich erwarte von überhaupt niemandem, dass er freiwillig eine Maske trägt. Ich möchte aber trotzdem, dass man meine Entscheidung, trotzdem eine Maske zu tragen, akzeptiert und mir nicht vorwirft, dass ich das bloß täte, um anderen überlegen zu sein. Ich tue das, weil ich es für richtig halte, das hat gar nichts mit anderen Menschen zu tun. Jeder muss selbst entscheiden, was er für richtig hält, sei es bei Corona, bei Klimaschutz oder anderen Themen.

    Jupp, so sehe ich das auch ich ich finde jeder soll's so handhaben, wie er will. Warum fühlst du dich denn eigentlich angesprochen? ;)


    Kritisch wird's dann, wenn die Attitüde durchkommt, dass man dadurch moralisch überlegen sei. Und wer bestreitet, dass das hier im Forum so anders ist, der lasse mal bitte die Atmosphäre in den Corona-Threads hier auf sich wirken.

    Als Ethiklehrer geht mir der Vorwurf der "moralischen Überlegenheit" echt auf den Keks. Seine Handlungen zu reflektieren, den eigenen Standpunkt kontinuierlich zu überdenken, zu versuchen, ethisch vernünftige Entscheidungen zu treffen, all das hat nichts mit "moralischer Überlegenheit" zu tun, sondern ist schlicht und ergreifend angewandte Ethik und Ethik sollte idealerweise jede*n mündige*n Bürger*in etwas angehen. Und ja, die Ethik lässt in einer pluralistischen Gesellschaft nun einmal zu, dass wir in unseren Überlegungen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Benutzt euren Verstand, bildet eure eigene Meinung und seid dabei trotzdem offen für gute Gegenargumente. Aber bitte, bitte kommt nicht mit der "moralischen Überlegenheit". Das ist kein Argument in der Sache selbst, sondern unnütze Provokation, die niemandem weiterhilft.

    Wenn du den Begriff als Philosoph richtig abgegrenzt hattest, dann wäre doch deutlich, warum ,,moralische Überlegenheit'' erst einmal nichts über den Gehalt des Arguments aussagt, sondern mit welcher Attitüde selbiges vertreten wird. Der Sound an meiner Schule ist: Wer im Unterricht keine Maske trägt, handelt verantwortungslos. Das meine ich damit und ich finde diese moralische Abwertung von Verhaltensweisen anderer mit der Zeit unerträglich. Es geht alles in diese Richtung: Wer nicht gemäß meiner Vorstellungen handelt, handelt falsch. Und gerade Lehrer nerven damit, während ,,normale'' Menschen von der Situation/der Politik genervt sind und mit den Schultern zucken.

    Ich finde die Vergleiche hier teils sonderbar. Es geht doch nicht darum, was ich in irgendeiner utopischen Position verdient hätte, sondern was ich gemessen an meinen Fähigkeiten und Interessen verdienen könnte.


    Klar hätte ich das Familienunternehmen weiterführen können. Oder ich hätte Ingenieur oder ITler werden können. Hat mich aber nicht interessiert, was soll der Vergleich dann?


    Gemessen an meinen Interessen (Philosophie, sozialer Beruf) hab ich’s mit A13 schon gut getroffen. Das mag jemand mit MINT Fächern nun anders sehen, der hätte andere Möglichkeiten für mehr Gehalt als ich popeliger Geisteswissenschaftler gehabt. Das Gejammer bekommen wir hier ja auch alle fleißig mit.


    Davon abgesehen finde ich diese Vergleiche hier im Forum mit Boni anderer Berufe und einem ‚doppelt‘ so hohen Gehalt auch absolut weltfremd. Klar sollte man sich nicht immer nach unten orientieren, aber das Gegenteil gilt genau so. Mal bitte durch die Hose atmen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Akademiker aus den Geisteswissenschaften und auch Leute im HR Bereich mit BWL von unserem Gehalt und der Sicherheit nur träumen können.

    Zumal man nicht vergessen darf, wie lange Kinder auf andere Rücksicht genommen haben, nun könnte man endlich mal statt Durchseuchung was an sie zurückgeben!

    Ich finde dieses Argument schräg und die Moralisierung auch nicht hilfreich.


    Kinder haben keine Rücksicht genommen, sie wurden dazu gezwungen. Es mag sein, dass einige das auch aus Überzeugung gemacht haben, aber die Mehrheit hätte wohl aus reiner Rücksichtnahme kein Homeschooling gefordert und hätte aufgehört Freunde zu treffen. Daraus nun eine Art moralisches Symmetrieargument zu spinnen (Wenn für die Alten, dann auch für die Kinder!''), finde ich nicht nachvollziehbar. Allein schon das Gefährdungspotenzial ist für beide Gruppen grundverschieden.


    Was ich aber finde ist: Kinder haben durch die gesamten Einschränkung in der Breite sicher mehr gelitten als es die meisten durch eine Infektion jemals getan hätten. Die Entbehrungen sind immens und können teils nicht aufgeholt werden, von der sozialen Spaltung mal abgesehen. Da erscheint es jetzt wirklich zynisch, die Infektionen einfach ohne Schutz ,,durchlaufen'' zu lassen und die Kinder sich selbst zu überlassen. So fände ich das Argument nachvollziehbarer: Kinder, die sich nicht impfen lassen können, verdienen durch ihre Situation nun einen besonderen Schutz, bis ihnen ein Angebot gemacht werden konnte. Das gilt nämlich unabhängig von der Frage, wer auf wen wann Rücksicht genommen hat.

    Also es gibt sicherlich Schlimmeres als eine Maske.


    Mich stört sie seit geraumer Zeit auch ziemlich, weil unser Regelwerk an der Schule zu einem Wust an nicht nachvollziehbarem Müll verkommen ist und die Politik stillschweigend vollmundige Versprechen kassiert hat.


    Sie ,,stört'' vielleicht im Sinne nicht, als dass das reine Tragen keine Herkulesaufgabe ist. Mich stört aber, dass ich mir das Ding ohne Exit-Perspektive täglich aufziehen muss und den Nutzen mittlerweile im Einzelhandel, im Fitnessstudio/Restaurant usw. absolut in Frage stelle. Das war letztes Jahr noch nicht so. Und da ich den Sinn nicht sehe, stört mich das. Mich stört auch, dass man den Sinn vllt. auch nicht mehr so ganz sieht, die Problematik aber kleinredet, weil man ja eine ach so tolle moralische Instanz ist und alles in der Pandemie so supi toll macht und ganz diszipliniert ist. Da gibt es von Frau Merkel dann demnächst das Bundesverdienstkreuz, toll gemacht. Kann sich nun angesprochen fühlen wer will.

    Einspruch! Ich nutze im Alltag oft nur die männliche Form "Schüler" oder "Kollegen" (weil es sich unkomplizierter spricht) und meine damit definitiv nicht nur Männer.

    Ich wollte anfangs etwas Ähnliches schreiben, habe es mir aber geklemmt, weil ich die Antwort schon vorausgeahnt habe: Unterbewusst meint man es dann eben doch, der Sprachgebrauch wird vorher nicht reflektiert und innerlich hat man das Bild von Männern im Kopf und produziert das über das generische Maskulinum etc. pp.


    Aber vllt. liege ich auch falsch, mal sehen ;)

    Das ist definitiv falsch. Besonders hohe Impfquoten findest Du in Europa z. B. in Spanien oder Portugal, wo es noch viele Menschen gibt, die sich an faschistoide Strukturen erinnern können und der Regierung definitiv überhaupt nicht vertrauen. In der Schweiz hingegen ist das Vertrauen in die Regierung vergleichsweise hoch, auch wenn gerade viel geschimpft wird, man hat ja immer die Möglichkeit sich an wichtigen Entscheidungen direkt zu beteiligen. Wir haben hier eine Quote von weniger als 60 %. Ich hätte persönlich gedacht, dass wir locker auf 80 % kommen und habe mich grausam getäuscht. Ich fürchte, hier vertrauen viel zu viele Menschen darauf, dass schon alles gut gehen wird, weil ja unser Gesundheitssystem so super toll ist. Man muss nur genug wandern und Rösti essen, das ist gesund und dann ist doch alles schick. Schau mal nach Schweden auch da haben sich bis anhin nicht wahnsinnig viele Menschen impfen lassen.


    Ja, guter Punkt. Die Aussage von mir trifft’s in ihrer Allgemeinheit dann definitiv nicht. Die Begründungen für Impfquoten sind dann wohl von Land zu Land individuell. Ich habe dennoch die Vermutung, dass da für Deutschland was dran ist und die Regierung viel Vertrauen in dieser Sache verspielt hat.

    Es gibt so eine Untersuchung, wo Länder anhand ihrer Sprache und ihres Stands bei der Gleichstellung verglichen werden. Dabei wurde in drei Sprachgruppen unterschieden: genusfreie Sprachen ohne Geschlecht, Sprachen ohne Genus aber mit natürlichem Geschlecht (in den Pronomen) und Genus-Sprachen.

    Das Ergebnis ist, dass die erste Gruppe leicht besser abschneidet als Gruppe 2 und 3. Die Unterschiede innerhalb der drei Gruppen sind jedoch riesig: In Gruppe 1 sind sowohl Finnland als auch Ungarn (das sind verwandte Sprachen!), in Gruppe müssten Englisch und Türkisch sein. Wir sind in Gruppe 3 mit Französisch, Spanisch usw. Man kann also einen minimalen Effekt der Sprache auf den Gesamtkomplex Gleichstellung vermuten, aber der Rest ist - wenig verwunderlich! - eben doch deutlich wichtiger. Du hast ja selbst Beispiele dafür genannt.

    Die feministische "Darstellung" ist bei so etwas mal wieder "grandios", weil das alles unter geschlechter"gerechte" Sprache gepackt wird. In Wahrheit sind die Personenbezeichnungen in den Gruppen 1 und 2 für alle gleich. Zwischen Männlein, Weiblein und divers wird i.d.R. kein Unterschied gemacht - sie sind geschlechtsneutral. Genausowenig wie Doppelnennungen ist der Genderstern neutralisierend, denn sowohl der Stern als auch die Movierung -in sollen jeweils ein Geschlecht sichtbar machen. Geschlecht wird hier als Kategorie betont!


    Wenn du die Untersuchung (oder wonach man suchen müsste) noch findest, würde ich mich sehr über einen Link freuen! (Ggf auch per PN). Ich mache dazu gerade was im Philo-Unterricht und das klingt ja sehr aufschlussreich.

    Aber Nicht-Geimpfte sind nun mal die Treiber der Pandemie, wer denn sonst? Muss man jetzt lügen oder die Wahrheit verschweigen, damit zart besaitete Impfgegner nicht traurig oder wütend werden?

    Es ist die moralisierende Art, mit der diese Leute an den Pranger gestellt werden.


    Meine These ist, dass sich die Bevölkerung impfen lässt, wenn sie denn Kurs der Regierung vertraut. Wenn da so ist, dann wundert es mich gar nicht, dass dem Satz ‚die Impfung ist der Weg aus der Pandemie‘ nicht getraut wird, denn es lief einiges, das Vertrauen zerstört hat. Daneben gibt es auch Widersprüchliches: Wenn ich geimpft bin, warum muss ich dann mit Maske ins Fitnessstudio, in den Club, in die Innengastro, in Läden? Ja, man kann die Infektion trotzdem weitergehen. Aber wenn die Impfung der angebliche Weg aus der Pandemie ist, dann müssen wir uns ab Zeitpunkt X sowieso auf die Impfung verlassen. Warum verlässt man sich nicht schon jetzt darauf? Nährt doch weiterhin Misstrauen.


    Also wie ich schon einmal gesagt habe, ich bin selbst geimpft und teile die Vorbehalte ggü. den Stoffen nicht. Aber dass man nach solchen Nummern wie oben beschrieben Zweifel hat, ist doch nicht weit hergeholt. Wenn ich dann noch von Politikern als Impfverweigerer, Impfskeptiker, Treiber der Pandemie etc. bezeichnet werde, dann erhöht es nicht meine Impfmotivation. Zumal es auch ganz lange anders hieß: Wenn allen ein Angebot gemacht wurde, entfällt die Rechtfertigung für Maßnahmen. Nun passiert gar nix. So verspielt man weiter vertrauen.


    Was will ich damit sagen? Auf die Wortwahl kommt’s an und wie vertrauen verspielt wurde. Also soll die Bundesregierung nun mal nicht so tun, als hätte sie mit der Impfskepsis gar nichts zu tun. Dann noch 2G als Gängelung, wundervoll.

    Feminismus bedeutet doch nur, dass Frauen die Wahl haben sollen, ob sie VZ, TZ oder gar nicht arbeiten, ob sie 0,1,2,... Kinder bekommen möchten usw. und dass keiner dieser Lebensentwürfe per se besser/schlechter ist. Es ging doch nie darum, dass jede Frau immer VZ arbeiten muss oder Ähnliches. Dasselbe gilt übrigens auch für Männer, die vielleicht gerne TZ arbeiten möchten oder Elternzeit nehmen möchten.


    Mich amüsiert ja auch der Widerspruch. Wer einerseits gendert in dem Glauben, dass sich dadurch Ungleichheit nachhaltig bekämpfen lässt und gleichzeitig olle Rollenbilder vorlebt, der muss sich nicht wundern, wenn ich das nicht ernst nehme. Was bleibt denn eher beim Kind hängen: Dass es durch ,Fußgehende‘ auch angesprochen wird oder dass Mami am Herd ist?


    Ich finde diese Spaltung langsam wirklich unerträglich. Wirklich, wir haben ein sozial und politisch gespaltenes Land wie schon lange nicht mehr. Und dann kommen auch noch Zitate im Artikel wie ‚Nicht Geimpfte sind die Träger der Pandemie‘, um das Feindbild zu verfestigen. Dabei ist es doch die Bundesregierung, die dauernd Maßstäbe verschiebt und eine Feindbild-Sau nach der anderen durchs Dorf treibt. Impfverweigerer, Skifahrer, Urlauber, Spaziergänger im Winter, rücksichtslose Alte, rücksichtslose Jugendliche, Durchseucher - irgendwer wird immer moralisch verächtlich gemacht und ist ‚schuld‘. Und irgendwann sind‘s dann die, die keine dritte Impfung wollen, die dann die Pandiemiebekämpfung wegen der super duper absteckenden Epsilon-Variante hindern. Es ist momentan einfach nur noch irritierend.


    Ach ja, 2G in Hamburg: Maske im Club. Schönen Dank, dann doch lieber 0G.

    Man sollte deshalb vielleicht einfach mal konstatieren, dass es keine nennenswerte Korrelation zwischen Sprache und Alltagsleben gibt.

    Puh, wie meinst du das? Also sprachlich herausgebildete Kategorien prägen unser Weltbild doch ganz erheblich, genau so wie der Gedankenaustausch mit anderen. Daher irritiert mich die Aussage etwas.


    Wo ich aber definitiv zustimme: Dafür, dass dem Gendern von einigen so eine hohe Bedeutung beigemessen wird, halte ich die Effekte (nachhaltige Gleichberechtigung etc.) für extrem spekulativ. Und da finde ich auch, dass gesetzliche Vorgaben wie eine Frauenquote in Aufsichtsräten (nur als Beispiel) quantifizierbare Effekte haben. Daneben halte ich auch den Effekt von vorgelebten Rollenbildern für viel stärker ausgeprägt und auch schädlicher - über deren Weiterentwicklung wird aber selten gestritten. Mich amüsiert es in diesem Zusammenhang, dass in meinem Kollegium bei Lehrerpärchen immer die Frau in Teilzeit ist, das Gendern aber ganz groß schreibt. Sicher anekdotisch, aber zeigt deutlich, wo einige ihren Schwerpunkt setzen.

    Ich finde die Diskussion um Kinder ehrlich gesagt etwas merkwürdig.


    Letztes Jahr wurde doch argumentiert, dass die Schulen dicht gemacht werden sollen, weil die Kinder das in die vulnerablen Gruppen tragen. Nun ist das Hauptargument die potenzielle Gefahr für Kinder und die Risikogruppen sind aber durchgeimpft. Schnalle ich nicht, warum wird so denn erst dieses Jahr argumentiert? Bei Delta ist, so wie ich das sehe, die Viruslast höher und die Variante ist infektiöser. Aber gefährlicher als der Wildtyp Ist die Mutation doch nicht rein von den Symptomen betrachtet, oder? Und gefährdete Kinder konnten sich schon immer impfen. Warum der ganze Bohei noch?

    So, ich habe die erste Woche rum. Es ist ein wunderschönes Gefühl, in unserer rostgrünen Seifenblase existiert gedanklich kein Corona mehr. Es ist wirklich und wahrhaftig so, als wäre wieder 2019, niemand spricht mehr über dieses Thema. 3 SuS sind im Laufe der Woche zum Test gegangen und positiv in Quarantäne, auch das wird nur noch zur Kenntnis genommen. Beim Spucktest sind keine weiteren asymptomatischen Fälle gefunden worden.

    Das liest sich wirklich wie aus einer Bizarro-Welt. Ich hoffe auch, dass wir in D solche Zustände bald wieder haben. Die Regeln an unserer Schule sind noch abstruser geworden und meine Bereitschaft zur Teilnahme an diesem Zirkus ist dank Doppelimpfung merklich zurückgegangen.

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