Vertretungsunterricht als Sonderpädagoge an Grundschulen

  • Hallo,



    ich spiele mit dem Gedanken Lehramt für sonderpädagogische Förderung zu studieren und würde gerne später in einer Grundschule in der Inklusion arbeiten. Allerdings habe ich diesbezüglich Bedenken, da es hier in NRW einen gravierenden Mangel an Grundschullehrkräften gibt und ich befürchte, dass ich aufgrund dieser Tatsache als Sonderpädagoge an einer Grundschule hauptsächlich als Vertretungskraft eingesetzt werde. Ich habe kein Problem damit ab und zu Vertretungsunterricht zu geben, allerdings will ich in erster Linie Kinder mit einem Förderschwerpunkt fördern und betreuen.



    Wie sieht es denn an euren Grundschulen aus? Werden die Sonderpädagogen bevorzugt für Vertretungsunterricht eingesetzt? Wie viele Stunden fallen da so pro Woche an?

  • Ich weiß ja nicht, wie. das bei euch ist, hier haben die alle auch ein Schulfach und bis auf die koordinierende Sonderpädagogin werden die bei uns mit mindestens 50% eingesetzt und erst dann in Sopäd. Aber ja, das sind je nach Schüler die ersten Stunden, die neben Teilung entfallen.

  • Das regeln Schulen selbstständig, es gibt idealerweise ein Vertretungskonzept.
    An meiner ehemaligen Schule haben die Sonderpädagogen nicht in ihren Fächern unterrichtet und ihre Stunden wurden zuletzt zur Vertretung eingesetzt, nach Teilung, Förderstunden und Sonderpädagogen-Stunden, die durch Nicht-Sonderpädagogen durchgeführt wurden.
    An meiner jetzigen Schule unterrichtet eine Sonderpädagogin sehr wenig in ihrem Fach, eine hat eine Klassenleitung und kaum Sonderpädagogikstunden, der Rest der Sonderpädagogikstunden ist auf Nicht-Sonderpädagoginnen verteilt. Der Vertretungsunterricht wird gleichmäßig verteilt.


    Wie das in ein paar Jahren an Schulen, an denen du potenziell unterrichten könntest, sein wird, kann dir wohl niemand sagen.

  • Bei mir ist es so, dass die Sonderpädagogen keinen Fachunterricht geben. Vertretung wird nur in den Klassen gemacht, in denen der Sonderpädagoge sowieso tätig ist.

  • Bei uns fehlt eine ganze So-Pädagogenstelle. Die 75%-Kraft die wir haben versinkt in Arbeit. Für Vertretung ist da keine Zeit. Wir sind froh, wenn sie ihre Arbeit schafft.

  • In der Theorie hast du mit Abschluss des Lehramtsstudiums die Befähigung, deine Fächer in den jeweils gewählten Jahrgangsstufen (in Hessen darf man als Sonderschullehrer auch in der Grundschule unterrichten, in anderen Bundesländern ist das u.U. enger gefasst) unterrichten zu dürfen. In der Praxis, da muss ich meinen Vorrednern Recht geben, hängt es sehr von den Bedürfnissen der Schule vor Ort ab. Als Nichtsonderschullehrer würde mich an der Stelle mal interessieren, ob es einen Rechtsanspruch gibt, als Lehrer tatsächlich auch unterrichten zu dürfen... Wie mal jemand hier schrieb, als Sonderschullehrer kannst du theoretisch eine Zielgruppe haben, die vom Kleinkind- bis zum Erwachsenenalter geht. Da der Bedarf aktuell aber durchaus groß ist, wird man sich hüten, Kollegen in einen Bereich zu schicken, gegen den sie sich mit Händen und Füßen wehren.


    Mit freundlichen Grüßen

  • Bei uns passiert genau das was du ansprichst - 1 von 3 Sonderpädagoginnen muss seit Jahren aufgrund von Lehrermangel eine Klassenleitung übernehmen. Die 2 anderen werden regelmäßig zu Vertretungszwecken in allen Klassen eingesetzt. Vor allem in den Wintermonaten gibt es so gut wie keine Woche, in denen sie regulär ihren ursprünglichen Aufgaben nachgehen können. Das ist für alle Beteiligten frustrierend - unsere Sonderpädagoginnen fühlen sich mit Klassenleitung sogar wohler, weil sie dann wenigstens Unterricht nicht umsonst vorbereiten und wissen was die Woche ansteht.
    Ich glaube aber dass unsere Schule ein Extrembeispiel ist aufgrund eines Fehlen eines vernünftigen Vertretungskonzepts.

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