Kind schreibt Ziffern spiegelverkehrt

  • Hallo zusammen,


    ich habe aktuell eine erste Klasse und hätte eine Frage an euch.


    Dass Kinder zu Beginn Buchstaben oder Ziffern immer wieder mal spiegelverkehrt schreiben, kenne ich natürlich und weiß, dass das kein Anlass zur Sorge ist. Nun habe ich jedoch ein Kind in meiner Klasse, das wirklich konsequent fast immer (bestimmt zu 90 %) die meisten Ziffern spiegelverkehrt schreibt. (Bei Buchstaben ist es nicht so extrem.) Das verwirrt mich doch etwas, warum es FAST IMMER falsch herum ist. Das Kind bemüht sich sehr, ordentlich zu arbeiten und ist auch ein pfiffiges Kerlchen und ist dann selber immer wieder frustiert, wenn wieder fast alles spiegelverkehrt ist, obwohl ich ihm natürlich immer wieder sage, dass das nicht schlimm ist, er jedoch versuchen soll, darauf zu achten.


    Wie kann ich ihn unterstützen - außer immer wieder mal die Ziffern richtig schreiben zu lassen? Das Kind ist im Übrigen Linkshänder, aber liegt es daran?


    Bin mal gespannt auf eure Meinungen!

  • Ich erinnere mich, dass ich am Anfang einen Buchstaben in meinem Namen immer wieder spiegelverkehrt geschrieben habe. Ich wusste zwar um das Problem und verharrte innerlich jedes Mal bei diesem Buchstaben, konnte mir aber nicht merken, wie rum richtigrum ist.


    Das ist also keine neurowissenschaftliche Erklärung, aber eine aus meiner Erinnerung: es gibt eine "Schieberichtung" und eine "Ziehrichtung". Bei der 7 beispielsweise zieht man zuerst in Schreibrichtung, anschließend schiebt man den Stift zurück. Beim Linkshänder ist es genau umgekehrt. Diesen Ablauf muss man sich merken. Vielleicht hilft dem Kind ein Bewusstmachen dessen, Ziffern gibt's ja praktischerweise auch nicht so viele:

    12357 sind für den Linkshänder "Schiebezahlen", 46890 sind "Ziehzahlen". Wenn es die 5 Ziffern jeweils getrennt übt, hilft ihm das vielleicht :)

  • Den ultimativen Tipp habe ich leider auch nicht, aber ich habe gerade auch ein Kind, ebenfalls Linkshänderin (nach meiner Erfahrung gibt es da durchaus einen Zusammenhang!), bei der es henauso extrem ist sowie etliche andere, bei denen es unterschiedlich ausgeprägt ist. Was eine Hilfe sein kann: Ziffern nochmal sichtbar auf den Tisch kleben. Und auch wenn es irgendwie gemein ist: nachdem ich anfangs die verkehrten Ziffern nur richtig daneben geschrieben habe, aber die Aufgabe trotzdem richtig abgehakt habe, (wenn sie richtig gerechnet war), lasse ich die Kinder jetzt doch konsequenter verbessern (und hake erst dann ab). Bei einigen ist es seitdem deutlich besser geworden, es ist ihnen dadurch glaube ich bewusster geworden. Natürlich gucke ich dabei, wie belastbar das Kind insgesamt ist und wie gut es sonst zurecht kommt. Bei Kindern die schon mit dem Rechnen Schwierigkeiten haben, schnell den Überblick verlieren, ohnehin sehr langsam sind oder nur eine geringe Frustrationstoleranz aufweisen, verlange ich natürlich nicht, auch noch immer alle spiegelverkehrten Ziffern zu korrigieren (aber manchmal durchaus)

  • Hmmm, dass es für Linkshänder vom Bewegungsablauf teilweise etwas schwieriger ist, weiß ich. Aber es wundert mich, dass es nach einem halben Jahr noch so gar nicht "drin" ist.

    Da jetzt die LEGs anstehen, müssen wir ja das Thema ansprechen. Und ich bin da unsicher, ob ich eher beschwichtigen soll, also den Eltern bzw. Kind vermitteln, dass es "von selbst" sich einschleifen wird. Oder ob das Kind gezielt regelmäßig üben soll...


    Dass einzelne Buchstaben spiegelverkehrt geschrieben werden, wie z. B. im eigenen Namen, finde ich nicht so ungewöhnlich, weil man diese Buchstaben dann meist noch nicht gezielt gelernt und geübt hat. Das kenne ich... Aber bei den Ziffern lasse ich sie zu Beginn der ersten Klasse immer wieder viel schreiben, um eben die richtige Schreibweise einzuüben...


    Vielleicht kommen noch weitere Erfahrungsberichte - aber dir schon mal vielen Dank!

  • Den ultimativen Tipp habe ich leider auch nicht, aber ich habe gerade auch ein Kind, ebenfalls Linkshänderin (nach meiner Erfahrung gibt es da durchaus einen Zusammenhang!), bei der es henauso extrem ist sowie etliche andere, bei denen es unterschiedlich ausgeprägt ist. Was eine Hilfe sein kann: Ziffern nochmal sichtbar auf den Tisch kleben. Und auch wenn es irgendwie gemein ist: nachdem ich anfangs die verkehrten Ziffern nur richtig daneben geschrieben habe, aber die Aufgabe trotzdem richtig abgehakt habe, (wenn sie richtig gerechnet war), lasse ich die Kinder jetzt doch konsequenter verbessern (und hake erst dann ab). Bei einigen ist es seitdem deutlich besser geworden, es ist ihnen dadurch glaube ich bewusster geworden. Natürlich gucke ich dabei, wie belastbar das Kind insgesamt ist und wie gut es sonst zurecht kommt. Bei Kindern die schon mit dem Rechnen Schwierigkeiten haben, schnell den Überblick verlieren, ohnehin sehr langsam sind oder nur eine geringe Frustrationstoleranz aufweisen, verlange ich natürlich nicht, auch noch immer alle spiegelverkehrten Ziffern zu korrigieren (aber manchmal durchaus)

    Ich neige auch dazu, dem Kind eine tägliche Übung dazu zu geben, damit sich die richtige Schreibrichtung einschleift. Da es sonst im Rechnen eh gut ist, wird das sicher keine große Belastung sein.

  • Linkshänder haben dieses Problem häufiger. Bei meinem letzten Durchgang Klasse 1/2 war es extrem. Ich habe daher immer wieder zwischendurch während des Schuljahres die Zahlen schreiben geübt auf unterschiedliche Weise.

    Bei fast allen Kindern hat es sich ausgewachsen. Bei den 1 oder 2 Hartnäckigen blieb es aber längere Zeit und in Klasse 2 gab es die nächsten Probleme:

    Da wurde aus der 49 eine 94, aus der 16 eine 61 usw.... :neenee:

  • Ich habe in meiner jetzigen Klasse auch so ein Kind gehabt. Inzwischen sind wir dritte Klasse. Ich habe diesem Kind immer eine Zahl auf den Tisch geklebt, das war die Zahl des Tages oder Woche. Immer wenn sie Aufgaben bearbeitet hat sollte sie die z.B. 2 überprüfen. Das hat erstaunlich gut geklappt und irgendwann waren es nur noch bestimmte Zahlen. Heute passiert es ihr nur noch selten und sie ist eine gute Rechnerin.

  • Ich neige auch dazu, dem Kind eine tägliche Übung dazu zu geben, damit sich die richtige Schreibrichtung einschleift. Da es sonst im Rechnen eh gut ist, wird das sicher keine große Belastung sein.

    In der ersten Klasse ist das wirklich übertrieben, also tägliche Übungen. Das ist einfach eine Hirnentwicklung die noch ewas Zeit braucht.

  • Hmmm, dass es für Linkshänder vom Bewegungsablauf teilweise etwas schwieriger ist, weiß ich. Aber es wundert mich, dass es nach einem halben Jahr noch so gar nicht "drin" ist.

    Da jetzt die LEGs anstehen, müssen wir ja das Thema ansprechen. Und ich bin da unsicher, ob ich eher beschwichtigen soll, also den Eltern bzw. Kind vermitteln, dass es "von selbst" sich einschleifen wird. Oder ob das Kind gezielt regelmäßig üben soll...


    Dass einzelne Buchstaben spiegelverkehrt geschrieben werden, wie z. B. im eigenen Namen, finde ich nicht so ungewöhnlich, weil man diese Buchstaben dann meist noch nicht gezielt gelernt und geübt hat. Das kenne ich... Aber bei den Ziffern lasse ich sie zu Beginn der ersten Klasse immer wieder viel schreiben, um eben die richtige Schreibweise einzuüben...


    Vielleicht kommen noch weitere Erfahrungsberichte - aber dir schon mal vielen Dank!

    Das hat etwas mit dem Gehirn zu tun, dass es schwieriger ist. Nicht nur wegen der Schreibrichtung. Ich würde da jetzt in Klasse 1 wirklich noch keinen Terz machen bis in Klasse 2 rein ist das noch völlig normal.


    Ich würde bei so starken Fällen nicht alle Ziffern auf den Tisch kleben, sondern mit einer anfangen. Hab ich ja oben schon beschrieben.

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