Inklusionsassistenz in der Schule - Eure Erwartungen

  • Moin ihr Lieben,


    ich bin seit ca 10 Jahren in der Schulbegleitung tätig.

    6 Jahre davon habe ich ein Kind von der 1. -6. Klasse durchgehend betreut.


    Ich verstehe unter meiner Arbeit :


    So wenig Hilfe wie möglich, aber soviel wie nötig.


    Ich habe in den Jahren viele verschiedene Schulformen mit unterschiedlichsten Leitbildern und pädagogischen Konzepten, kennengelernt.


    Mir fällt immer wieder vermehrt auf, dass Lehrer die verschiedensten Ansprüche an uns haben. Oftmals wird das aber sehr schlecht kommuniziert.

    Wir hängen also oft in der Luft, sollen die Erwartungen der Lehrer erfüllen, haben aber auch nur einen bestimmten Tanzbereich.

    Wir dürfen schlichtweg nicht alles was von uns erwartet wird und oft auch als Selbstverständnis angesehen wird.

    Hier gibt es oft Reibungspunkte und Konfliktpotential.


    Natürlich kann man die Aufgaben einer Schulbegleitung nicht verallgemeinern. Da jedes Kind individuelle Bedürfnisse zwischen Fördern und Fordern hat.


    Mich würde interessieren, welche Erwartungen oder Vorstellungen habt ihr an einen Schulbegleiter. Wie findet die Kommunikation statt ?

    Gibt es Konflikte zwischen den Arbeitsbereichen Lehrer vs Schulbegleitung ? Was macht ihr wenn der Schulbegleiter ( glaubbar und belegbar ) sagt :" Das gehört nicht zu meinen Aufgaben bzw diese Aufgabe darf ich nicht übernehmen / ausführen ."

    Stresst euch ein zusätzlicher Erwachsener im Raum ? Fühlt ihr euch bewertet bzw beobachtet von einem Begleiter ?

    Warum gibt es eurer Meinung nach so viel Konfliktpotential ?


    Ich freue mich auf den Austausch mit euch !


    Lg Chaya

  • ...Fühlt ihr euch bewertet bzw beobachtet von einem Begleiter ?

    Gegenfrage: sitzt du wertfrei in Unterricht und dachtest noch nie "cool, wie der das macht" oder "ach du Schande, geht gar nicht, also wenn ich dort stünde..."?


    Mich würde interessieren, welche Erwartungen oder Vorstellungen habt ihr an einen Schulbegleiter. Wie findet die Kommunikation statt ?

    Gibt es Konflikte zwischen den Arbeitsbereichen Lehrer vs Schulbegleitung ? Was macht ihr wenn der Schulbegleiter ( glaubbar und belegbar ) sagt :" Das gehört nicht zu meinen Aufgaben bzw diese Aufgabe darf ich nicht übernehmen / ausführen .

    Ich arbeite an einer Förderschule, wir haben daher nur bei extremen Verhaltensauffälligkeiten Schulbegleiter. Ich beantrage keine, weil ich deren Arbeit in unserem Kontext für kontraproduktiv halte. Wenn aber einer mit dabei ist erwarte ich, dass er/sie sich nicht in die Interaktion einmischt. Wenn ich sage, "jeder holt sein Deutschbuch" und das Kind weigert sich, stattdessen steht der Schulbegleiter auf und holt es, dann ist alles kaputt, was man sich in diesem Schuljahr erarbeitet hat oder zu erarbeiten gedenkt. Das ist auch das Hauptkonfliktfeld, nicht nur die mangelnde Kommunikation, sondern dass die Ansichten oft diametral entgegenstehen und diese Konflikte nicht geklärt werden können. Das Problem gibt es im pädagogischen Bereich aber oft, siehe Förderschullehrer vs. Grundschullehrer und hat nichts mit dir persönlich zu tun. Unser Beruf ist sehr sozial und daher schwerer fassbar als Autos reparieren. Wobei es sicher auch in der KfZ-Werkstatt zu Konflikten kommt... aber da ist die Rollenverteilung vermutlich besser geklärt. Wer hat wem was zu sagen.


    Hilfreich mag die Unterstützung eines Kindes z.B. mit Autismus oder Körperbehinderung in einer Regelschule sein, da kann man besser über richtig und falsch reden. Einem Rollstuhlfahrer die Brotdose auszupacken, da dürfte es kein Kompetenzgerangel geben. Aber ganz ehrlich: wolltest du damit deinen Arbeitsalltag gestalten?

  • Du stellst dir diese Fragen nach 10 Jahren Tätigkeit in der Schulbegleitung? Ernsthaft?

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Natürlich sitze ich nicht wertfrei im Unterricht, aber ich bin professionell genug, um mir den Unterricht über lange Zeit anzusehen und auch besitze ich einen Mund um Fragen zu stellen.

    Es gibt durchaus Lehrer wo ich denke..oh man, und die ist ernsthaft Lehrerin bzw Lehrer ?

    Aber meine Erfahrung hat mir gezeigt, abwarten und nachfragen, versuchen zu verstehen ( warum die Situation so ist wie sie ist ) .


    Und ja, ich frage dieses nach 10 Jahren.

    Bisher war ich eine sogenannte unqualifizierte Schulbegleitung. Zur Zeit mache ich eine Weiterbildung zur qualifizierten Inklusionsassistentin.

    Nicht weil ich nicht qualifiziert arbeiten kann, sondern es nicht mehr darf.

    Ich finde es auch gut das sich in diesem aufsteigendem Berufszweig endlich etwas tut und die Voraussetzungen angehoben werden. Es sollte sich zu einem Ausbildungsberuf entwickeln.


    Ich möchte euch hier nicht angreifen, ebenso möchte ich mich nicht angegriffen sehen indem was ich hier schreibe.

    Mein Anliegen ist es einfach, auch die Seite des Lehrers bzw der Schule zu sehen und nicht nur die meine oder die des zu begleitenden Kindes.


    Der eine Lehrer mokiert sich über die lesende Schulbegleitung, der andere möchte das wir die ganze Klasse im Griff haben..die Anforderungen sind unglaublich unterschiedlich. Viele finden die Unterstützung im Unterricht ( auch für andere Schüler ) wertvoll, andere haben scheinbar Angst vor uns.

    Aber wovor genau ? Uns ist der Unterricht eigentlich ziemlich egal. Hauptsache der/die Schüler/in kann am Unterricht nach seinen Möglichkeiten teilnehmen.


    Ich möchte meine Aufgabe möglichst gut und stressfrei bewältigen können, dies erfordert eben auch die Sichtweise der anderen Seite.

  • Mein Anliegen ist es einfach, auch die Seite des Lehrers bzw der Schule zu sehen und nicht nur die meine oder die des zu begleitenden Kindes.

    Das ist klar. Nur, wieso kommst du nichst selbst auf brauchbare Antworten, gerade wenn du 10 Jahre Klassenraumerfahrung hinter dir hast? Was hast du die 10 Jahre lang gemacht? Was haben zB. deine Lehrer gesagt, wenn du ihnen bestimmte Hilfen/Handlungsanweisungen verweigert hast? Wie hast du mit deinen Lehrern gesprochen und sie mit dir? Wie habt ihr diese Konflikte gelöst? Habt ihr sie überhaupt gelöst?

    Entschuldige, aber mir kommen deine Fragen so grundlegend vor, dass ich kaum glauben kann, dass jemand mit deiner Berufserfahrung dazu in einem Forum anklingeln muss.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Natürlich sitze ich nicht wertfrei im Unterricht, ...

    Es gibt durchaus Lehrer wo ich denke..oh man, und die ist ernsthaft Lehrerin bzw Lehrer ?

    ...

    Und das beantwortet deine Frage, ob ein*e Lehrer*in sich nicht in einer gewissen Weise beobachtet fühlt. Natürlich wird man beobachtet, wenn man mit anderen Menschen in einem Raum ist und weiß das auch. Dein Verhalten wird doch auch beobachtet und es ist dir nicht egal ;-)


    Der eine Lehrer mokiert sich über die lesende Schulbegleitung, der andere möchte das wir die ganze Klasse im Griff haben..die Anforderungen sind unglaublich unterschiedlich. ...

    Das könnte auch ein Problem sein, dass es nicht "die Sicht der Schule" gibt, jeder Lehrer ist anders.

    (Übrigens, wenn ein Schulbegleiter im Unterricht liest würde ich auch dafür sorgen, dass die Maßnahme beendet wird. Wir hatten mal eine, die Whatsapp geschrieben hat, während wir den zu begleitenden Jugendlichen gerade auf den Gebrauch von Smartphones im Unterricht hingwiesen haben...).


    Ich persönlich halte wie gesagt die unterschiedlichen Erziehungsstile, Sichtweisen auf Verhaltensstörungen und Selbstkonzepte von Pädagogen für problematisch, wenn es um Zusammenarbeit geht. Dies gilt auch fürs Teamteachen oder "Inklusionsberatung".


    Es gibt m.M.n. nichts Schlimmeres für psychisch kranke Kinder, wenn sie das wiedererleben, was sie zu Hause krank macht. U.a. Inkonsequenz und Rollenumkehr (Kind übernimmt Verantwortung des Erwachsenen). Genau so verhalten sich leider viele Schulbegleiter, sie halten den Frust der Kinder nicht aus und meinen, man begegnet diesem, in dem man ihn auf eine falsche Art versucht zu vermeiden (Schulranzen hinterhertragen, sich treten lassen).


    Am besten wirst du wohl fahren, wenn du dich mit den jeweiligen Lehrer*innen austauschst.

  • Meine Konflikte mit Lehrpersonal habe ich immer selbstständig durch direktes ansprechen und nachfragen gelöst.

    Mit vielen Lehrern bin ich mittlerweile privat befreundet.


    Ich war zb eine Weile an einer Waldorfschule, wo Konfliktlösung zwischen den Erwachsenen kaum bis gar nicht gewünscht war. Ich hatte keinen guten Zugang zur Lehrerin. Sie stellte mich am ersten Tag ihrer Klasse als IHRE persönliche Assistentin vor und bat mich sogleich ihr Pausenbrot aus dem Lehrerzimmer ( welches ich sonst nicht betreten durfte ) zu holen. Danach sollte ich das Tafelbild an die Tafel schreiben, sie diktiert mir alles.

    Ich habe dort direkt am ersten Tag mitgeteilt das dies nicht mein Aufgabenfeld ist und ich nicht die Lehrerassistenz bin sondern ausschließlich für Kind xy dort bin. Selbstverständlich darf mich auch jedes andere Kind der Klasse ansprechen. Dieser Konflikt konnte leider nie gelöst werden, da ich an dieser Schule absolut nicht gewollt wurde.

    Es gab zb keinen Raum für uns SB ( Pausenraum ) wir durften weder Lehrerzimmer noch Lehrertoiletten benutzen. Wir hatten keine Möglichkeit uns mal einen Tee zu kochen, das heiße Wasser kostet 70 cent, für die Lehrer im Lehrerzimmer natürlich kostenfrei.

    Wir hatten bei Wind, Schnee, Regen, Sonne , Hitze ..auf dem Pausenhof unsere Pause einzunehmen.

    Trotz allem habe ich mich in die Pädagogik eingelesen, andere Lehrer gefragt ( was hat es zb mit Zeugnissprüchen auf sich.. ect ) und so meine Antworten erhalten.


    Oder das Arbeiten im Pool auf einem inklusivem Gymnasium ( 3 SB , eine Förderlehrkraft und 2 Klassenlehrer ) .

    Teamarbeit beinhaltet immer Konfliktpotential, tlw. ziemlich heftiges Mobbing seitens der Lehrer oder auch SB untereinander.

    Auch hier hab ich mit offenen Gesprächen ( sehr tränenreich meinerseits ), geholfen hat da zb auch das darlegen dürfen meiner Sichtweise ( auch Gefühle und Emotionen die mit diesem Job einhergehen ) viel erreichen können.


    Es fällt aber vielen meiner Kollegen nicht leicht solche Dinge offen anzusprechen. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit unseren AG hinzuzuziehen und ein gemeinsames Gespräch mit der Schule ( Lehrer, Leitung, Schulbegleiter ) zu führen. Dies ist aber kein Patentrezept und eigentlich die letzte mögliche Lösung bei Problemen.

    Um Lösungswege aufzuzeigen, sind andere Sichtweisen und andere Verhaltensweisen doch recht interessant zu lesen.

  • Da es überall Konflikte zu geben scheint, frage ich mich halt, ob das Konzept der Schulbegleitung überhaupt funktioniert. Wie gesagt, ich glaube dass die Idee ursprünglich in der Möglichkeit für Kinder mit Körperbehinderungen oder "seelischer Behinderung" an der Regelschule gedacht war. Dass es häufig dafür missbraucht wird, vorzutäuschen dass das Jugendamt etwas täte oder den Eltern zu suggerieren, sie seien frei von Verantwortung für die Probleme ihres Kindes badest du dann am Ende aus. Kann man nur mit leben und das Beste daraus machen fürchte ich:weissnicht:


    Edit: oder gab es je Probleme bei der Arbeit mit einem Kind mit Downsyndrom oder bei einem mit einer spastischen Lähmung?

  • Teamarbeit beinhaltet immer Konfliktpotential, tlw. ziemlich heftiges Mobbing seitens der Lehrer oder auch SB untereinander.

    Nicht zwangsläufig. Es gibt Teams, da funktioniert das. Was nicht heißt, dass dies die Schuld der SL ist. Nach deiner Beschreibung bist du an zwei Schulen eingesetzt gewesen. Ich verstehe, das ist kein ansatzweise repräsentativer Querschnitt. Aufgrund der Aufgabenstellung kommst du auch erst dann ins Spiel, wenn die Kacke schon am Dampfen ist, das macht die Sache nicht besser.

    Mich würde interessieren, welche Erwartungen oder Vorstellungen habt ihr an einen Schulbegleiter. Wie findet die Kommunikation statt ?

    Gibt es Konflikte zwischen den Arbeitsbereichen Lehrer vs Schulbegleitung ? Was macht ihr wenn der Schulbegleiter ( glaubbar und belegbar ) sagt :" Das gehört nicht zu meinen Aufgaben bzw diese Aufgabe darf ich nicht übernehmen / ausführen ."

    Stresst euch ein zusätzlicher Erwachsener im Raum ? Fühlt ihr euch bewertet bzw beobachtet von einem Begleiter ?

    Warum gibt es eurer Meinung nach so viel Konfliktpotential ?


    Meine Erwartung an Schulbegleitung ist, dass sich derjenige um die kleinen Dinge seines Schüler kümmert, so dass ich das nicht machen muss. Bspw. würde ich auch erwarten, das derjenige bei Wind, Schnee, Regen, Sonne auf dem Schulhof seine "Pausen" verbringt, vorausgesetzt, sein Schüler macht das gerade. Ich hab ob dieser Perspektive noch nie eine Diskussion mit einem SB über Anweisungen gehabt. Würde ich vor der Klasse auch nicht zulassen. Aber ja, mich persönlich stört ein zusätzlicher Erwachsener im Raum und zwar unabhängig vom Status der Person. Ein Nachhall der Refzeit.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Mich würde interessieren, welche Erwartungen oder Vorstellungen habt ihr an einen Schulbegleiter. Wie findet die Kommunikation statt ?

    Gibt es Konflikte zwischen den Arbeitsbereichen Lehrer vs Schulbegleitung ? Was macht ihr wenn der Schulbegleiter ( glaubbar und belegbar ) sagt :" Das gehört nicht zu meinen Aufgaben bzw diese Aufgabe darf ich nicht übernehmen / ausführen ."

    Stresst euch ein zusätzlicher Erwachsener im Raum ? Fühlt ihr euch bewertet bzw beobachtet von einem Begleiter ?

    Hallo Chaya


    ich hab einmal pro Woche eine Klassenassistenz, die ist jetzt nicht für ein bestimmtes Kind zuständig, sondern einfach generell zu meiner Unterstützung bzw. der Klasse. Ich schätze sie sehr. Sie hält sich im Hintergrund und greift da ein, wo es nötig ist. Deswegen kam es bei uns noch nie zu Konflikten. Mag daran liegen, dass wir uns gut verstehen. Sie kann auch einen Konflikt zwischen zwei Kindern lösen, da greife ich dann nicht ein.


    Unsere Kommunikation findet auf Augenhöhe statt. Wenn ich will, dass sie etwas bestimmtes übernimmt bzw. einem bestimmten Kind hilft, dann teile ich ihr das vor dem Unterricht mit. Ansonsten besprechen wir uns auch mal kurz zwischendrin (z.B. wenn wir draussen in der Pause die Kinder beaufsichtigen).


    Dass jemand zusätzliches in der Klasse ist, stört mich nicht. Das hat mich aber auch noch nie gross gestört. Das bin ich aus der Ausbildung gewohnt, da meistens jemand mit drin sass. Ich fühle mich nicht beobachtet bzw. bewertet. Allerdings habe ich es auch schon genutzt und meine Klassenassistenz um Feedback gebeten. Manchmal finde ich eine 2. Meinung hilfreich.


    Ich bin froh, dass ich mit ihr keine Konflikte habe. Kann allerdings verstehen, dass es dazu kommen kann.

  • Ich hatte letztes Schuljahr den Genuss, zwei Schulbegleitungen kennenzulernen. Eine "übernahm" ich quasi von den Vorjahren, sie war seit 5 Jahren an dem Kind dran und die zwei verstanden sich super und waren ein eingespieltes Team (Autist). Sie arbeitete so, dass der Schüler in seinem Rahmen mitmachen konnte, nicht mehr und nicht weniger. Ich bekam sie an guten Tagen gar nicht mit, sie war die "Erweiterung" des Schülers. Sie nahm also mit ihm gemeinsam das Heft raus, den Stift, erklärte nochmal die Aufgaben etc.... An "schlechten" Tagen ging sie mit dme Schüler raus. Er war dann nicht arbeitsfähig.

    Dann kam die 2. Schulbegleitung und es war ein Desaster. Erstens konnte sich der Junge nicht so schnell auf eine andre Dame einstellen (die erste hatte er seit der 1. Klasse gehabt!) und sie mochte mich nicht, mich und diverse Kollegen. Sowas ist natürlich schwierig, besonders, wenn man nicht damit professionell umgeht, sie ließ es uns immer spüren.

    Und, das sagte sie selbst zu mir, sie mochte das Kind nicht.

    Und ansonsten sollte man eine SB wie einen erwachsenen Menschen behandeln, also gleichwertig mit Wasser, Kaffee und Toiletten.


    PS Ich habe mit der 2. SB immer mal wieder gesprochen (mit der ersten aber noch lieber), was sie tun soll, auch nach, vor und während des Unterrichts, das generelle Problem ist das typische Lehrerproblem, dass es dafür keine offizielle Zeit gibt.

    PPS Mich stört eine 2. Person nicht, ist doch immer eine Bereicherung.

  • Ich hab schon alle möglichen Krankheitsbilder begleitet.

    Von Downsyndrom über ADHS und Asperger oder SE - ohne Diagnose ..Körperbehindert ect. Viele auch nur kurzzeitig ( als Krankheitsvertretung )

    Mit den Kindern und Eltern hatte ich selten bis nie Probleme. Mit dem Großteil der Lehrer auch nicht, ich hab sogar 2 Arbeitszeugnisse von 2 Schulen auf denen ich länger war.

    Ich kann für mich selber ganz gut einstehen, viele meiner ( oft auch sehr jungen ) Kollegen gelingt das leider nicht.


    Generell sehe ich es auch als ungeeignet an, FSJ'ler und Buftis in der Schulbegleitung einzusetzen. Bzw Menschen ohne jegliche Vorkenntnisse.

  • Nach deiner Beschreibung bist du an zwei Schulen eingesetzt gewesen. Ich verstehe, das ist kein ansatzweise repräsentativer Querschnitt. Aufgrund der Aufgabenstellung kommst du auch erst dann ins Spiel, wenn die Kacke schon am Dampfen ist, das macht die Sache nicht besser.

    Ich war an weitaus mehr Schulen tätig. Für längere Zeit allerdings an 3 Schulen.

    Da ich, wenn mein Begleitkind krank ist, auf Bereitschaftsdienst bin und für kranke Kollegen einspringe, hab ich schon viele Schulen gesehen.

    Darunter mehrere Grundschulen, Förderschulen, Gymnasien, Waldorfschulen ..freie Schulen usw.

  • Da ich, wenn mein Begleitkind krank ist, auf Bereitschaftsdienst bin und für kranke Kollegen einspringe, hab ich schon viele Schulen gesehen.

    Darunter mehrere Grundschulen, Förderschulen, Gymnasien, Waldorfschulen ..freie Schulen usw.

    Tja, dann tuts mir leid, aber dann hab ich wieder mein Eingangsproblem.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Das ist klar. Nur, wieso kommst du nichst selbst auf brauchbare Antworten, gerade wenn du 10 Jahre Klassenraumerfahrung hinter dir hast? Was hast du die 10 Jahre lang gemacht? Was haben zB. deine Lehrer gesagt, wenn du ihnen bestimmte Hilfen/Handlungsanweisungen verweigert hast? Wie hast du mit deinen Lehrern gesprochen und sie mit dir? Wie habt ihr diese Konflikte gelöst? Habt ihr sie überhaupt gelöst?

    Entschuldige, aber mir kommen deine Fragen so grundlegend vor, dass ich kaum glauben kann, dass jemand mit deiner Berufserfahrung dazu in einem Forum anklingeln muss.

    Ich vermute, dass Chaya akut Probleme = Fragen hat. Oder warum sollte man sonst was fragen? Langeweile? Hobby?

  • Von Downsyndrom über ADHS und Asperger oder SE - ohne Diagnose ..Körperbehindert ect.

    Und, war es leichter mit Kolleg*innen zusammenzuarbeiten, wenn das Kind keine Verhaltensstörung hatte, sondern eine angeborene Behinderung, bei der es praktisch nicht um Erziehung und (Küchen-)psychologie geht? Also Downsyndrom und Körperbehinderung.

  • Ich vermute, dass Chaya akut Probleme = Fragen hat. Oder warum sollte man sonst was fragen? Langeweile? Hobby?

    Das kann ich verneinen, ich sitze in meiner Weiterbildung.


    Ich bin die einzigste hier im Kurs mit Praxiserfahrungen, ich werde also auch viel ausgefragt von meinen Mitschülern.

    Alle Fragen kann ich natürlich nicht beantworten..zb der Umgang mit Konflikten zwischen Lehrer und Schulbegleiter.

    Da ich meinen eigenen Weg gefunden habe, mit diversen Problemen und Problemchen umzugehen.

    Mein Weg ist aber nicht für jeden DER richtige Weg.

    Diesbezüglich suche ich mit euch den Austausch. Gerne Erfahrungsberichte im Umgang mit Konfliktsituationen bzw Erwartungen an unsere Arbeit.

  • Und, war es leichter mit Kolleg*innen zusammenzuarbeiten, wenn das Kind keine Verhaltensstörung hatte, sondern eine angeborene Behinderung, bei der es praktisch nicht um Erziehung und (Küchen-)psychologie geht? Also Downsyndrom und Körperbehinderung.

    Würd ich nicht so unterschreiben. Da jedes Kind ein anderes Paket mitbringt.

    Da ich selbst ein I Kind zuhause habe ( ADHS / Asperger, Klumpfüsse, auditive Wahrnehmungsverzögerung und Entwicklungsverzögert Plus Legasthenie ) fällt mir das Arbeiten mit jeglicher Art von Beeinträchtigung nicht sonderlich schwer.

    Natürlich gibt es Kinder die mich schaffen. Wenn das der Fall ist, sollte man soviel Mut habe und dieses offen Kommunizieren und über einen Wechsel der SB nachdenken.

  • So unterschiedlich wie du die Lehrer erlebst, so unterschiedlich habe ich Schulbegleiter wahrgenommen. Da gibt es welche, die (trotz "Ermahnung") auf dem Handy daddeln während der Unterrichtszeit und laut mit dem Schutzbefohlenen reden. Besser noch diskutieren und streiten. Beides geht für mich gar nicht. Auch pädagogische Maßnahmen fand ich manchmal nicht vertretbar, wie festhalten des Schülers, Herausziehen unter dem Tisch mit massivem Körpereinsatz. Mir fällt es schwer, da jemanden zu kritisieren, im Endeffekt war es immer besser mit Schulbegleitung als ohne.

    Meine Letzte war perfekt. Sie hat viel Konfliktpotential aufgefangen und war auch gerade in den Pausen immer bei dem Schüler. Der war so aggressiv, dass man ihn nicht allein auf den Hof lassen konnte.

    Die Kommunikation mit der Letzten lief so, dass wir uns einmal in der Woche für ca 1 Stunde besprochen haben. Ich natürlich "umsonst." Sie hat die Stunde bezahlt bekommen. Es gab Runde-Tisch-Gespräche mit Jugendamt und Eltern, da haben wir uns auch zusammen darauf vorbereitet (hatte keine Ermäßigungsstunde oder irgendetwas dafür).


    Dass Schulbegleiter nicht gerne im Lehrerzimmer gesehen werden hat damit zu tun, dass sie nicht alles mitbekommen sollen, was da an internen Dingen gesprochen wird.


    Allerdings gab es bei uns für die Schulbegleiter immer die Möglichkeit, sich in einem Raum aufzuhalten und Kaffee zu trinken.

    Etwas immer schon so gemacht zu haben ist kein Grund, allenfalls ein Hindernis.

  • Ich habe einen mir wichtigen Teil mal Fett Markiert.


    Genau wegen sowas ist unser Berufsbild in " Verruf" geraten. Ebenso gibt es Lehrer die uns alle über einen Kamm scheren.

    Ich hab schon so Sätze an den Kopf bekommen : " Mit solchen Kindern Arbeite ich nicht, dafür bin ich kein Lehrer geworden um Behinderte zu betreuen. "

    Oder auch : " Für die 2,50 € die du da bekommst, würde ich nichteinmal aufstehen. Und dann noch mit so doofen Behinderten und deren Eltern rumplagen. "

    Oder auch gerne genommen : " Bis du zu dumm einen echten Beruf auszuüben ? "


    Und genau deswegen sollte JEDER Schulbegleiter eine fundierte Ausbildung erhalten. Mit Abschlussprüfung, Zertifikat und allem was dazu gehört.


    Ich habe solche Kollegen auch kennenlernen dürfen /müssen. Diese Handeln nach eigenen Wert und Normvorstellungen. Das das selten bis nie gut geht ist mir völlig klar. Normalerweise halten sich diese Kollegen aber nicht lange.

    Mein AG fragt zb in den Schulen nach wie wir arbeiten und ob alles gut Läuft oder ob es Gesprächsbedarf gibt. Ebenso kümmert sich mein AG auch um Weiter bzw Fortbildungen für uns. Ich muss mindestens 2 Fortbildungen machen, um überhaut arbeiten zu dürfen.

    Das ist aber auch von Träger zu Träger unterschiedlich.


    Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte :)

Werbung