Resolution von 500 KuK

  • In einer Resolution beklagen sich 500 Stuttgarter Lehrer über unzureichende Bezahlung, immer noch nicht sanierte Schulen, fehlende Digitalisierung und antidemokratisches Verhalten von Eltern.

    [...]

    Als „denkbar schlecht“ bezeichnen Stuttgarter Lehrer die Rahmenbedingungen, unter denen sie unterrichten müssen.

    [...]

    „Wir fordern A 13 für alle“, heißt es in der Resolution. Zudem verlangen die Lehrer mehr Qualifizierungsangebote sowie mehr Stunden und Räume für Inklusion. Ohne diese sei Inklusion „in vielen Fällen zum Scheitern verurteilt“. Auch die „schleppende Sanierungswelle von Schulgebäuden in Stuttgart“ sei nicht mehr tragbar.

    „Deutlich abgehängt“ fühle man sich an vielen Schulen auch bei der Digitalisierung. Hier fordern Lehrer, dass sie die Arbeitsgeräte gestellt bekommen.

    [...]

    Zu schaffen machte vielen Pädagogen neben der zunehmenden Arbeitsbelastung auch die zunehmende Heterogenität ihrer Schülerschaft. Viele Schulen beobachteten einen Anstieg von populistischem, fremdenfeindlichem, sexistischem und rechtsextremem Sprachgebrauch sowie eine hohe Gewaltbereitschaft ihrer Schülerschaft. „Lehrkräfte sehen sich immer wieder mit Eltern konfrontiert, die sich massiv antidemokratisch verhalten und mit denen eine gemeinsame Erziehungspartnerschaft für das Kind nicht möglich ist“, heißt es in der Resolution."


    https://www.stuttgarter-zeitun…9f-8fd1-7b08fc2b8665.html

  • Löblich. Wirkungslos.


    Positive Veränderung im Schulsystem geschieht ausschließlich durch drei äußere Anstöße:


    a) Ökonomische Zwänge, z.B. der Mangel der Ressource Lehrer.

    b) Nutzung von Schule als Vehikel parteipolitischer PR-Strategien, auch bekannt als "Visionen".

    c) Gerichtsurteile, die feststellen, dass vom Dienstherren lang geliebte Praktiken widerrechtlich sind.


  • Bin ganz bei Dir* - das sollte keine Aufforderung dazu sein seine Kraft zu verschleißen im Betteln ("Forderungen") ausgerechnet bei denjenigen, die diese Missstände durchsetzen.


    * Auch wenn ich bei c) noch ergänzen bzw. bezweifeln würde, ob die Judikative wirklich immer unabhängig von der Exekutive ist - siehe z.B. a) und b)

  • Wie wäre Punkt 4: mal "was anderes" wählen?

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • * Auch wenn ich bei c) noch ergänzen bzw. bezweifeln würde, ob die Judikative wirklich immer unabhängig von der Exekutive ist - siehe z.B. a) und b)

    Zumindest daran habe ich in Deutschland kaum Zweifel. Es gibt gute Beispiele, in denen die Judikative der Exekutiven erhebliche Niederlagen beschert hat. Ich denke da z.B. an den Versuch der Landesregierung in Niedersachsen vor wenigen Jahren, die Deputatsstunden der Gymnasiallehrkräfte zu erhöhen, ohne sich mit der Verteilung der Arbeitszeiten auseinandergesetzt zu haben.


    Zitat von Miss Jones

    Wie wäre Punkt 4: mal "was anderes" wählen?

    Damit meinst du hoffentlich nicht die Partei, deren wesentliches bildungspolitisches Ziel zunächst in der Diskreditierung von andersdenkenden Lehrkräften lag.

  • Wie wäre Punkt 4: mal "was anderes" wählen?


    Dann verwaltet eben "was anderes" diese vermeintlichen Missstände bzw. den Kapitalismus mit Folgen für Mensch und Natur.

    Der Denkfehler fängt m.E. schon damit an zu glauben, dass diese Missstände eine Art Versehen wären und man müsste Politikern nur Bescheid geben, damit diese "sich kümmern" bzw. das Problem abstellen.
    Es ist genau umgekehrt - dass die Welt so ist, wie sie ist, hat eben Gründe.


    Deswegen ist es auch naiv, sich mit solchem Flehen nach Aufhebung von Missständen genau an die zu wenden, die sie verursachen (mit dem Ziel des maximalen Profits).

  • "Was anderes wählen" war die mehrheitliche Strategie der letzten NRW-Wahl. War nicht erfolgreich.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Deswegen ist es auch naiv, sich mit solchem Flehen nach Aufhebung von Missständen genau an die zu wenden, die sie verursachen (mit dem Ziel des maximalen Profits).

    An wen sollen wir uns d.M.n. dann wenden? An dieses Forum?


    Es gibt inzwischen Bundesländer mit E13/A13 für alle. Sicher noch kein Allheilmittel, aber logischerweise von Politikern umgesetzt. Von wem sonst?

  • ja, war ja auch "falsch anders".

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • An wen sollen wir uns d.M.n. dann wenden? An dieses Forum?

    An jmd. der Dein Interesse teilt und dazu bereit ist für wirksame Arbeitskampfmaßnahmen. (Gibt's bei Lehrern so gut wie nicht.)


    Es gibt inzwischen Bundesländer mit E13/A13 für alle. Sicher noch kein Allheilmittel, aber logischerweise von Politikern umgesetzt. Von wem sonst?

    Genau, das kann nur eine Landesregierung umsetzen - aber die braucht man drum nicht bitten, weil die das schon von ganz alleine machen, falls (!) sie die Maßnahme für ihre (!) Interessen förderlich beurteilen.

  • "Was anderes wählen" war die mehrheitliche Strategie der letzten NRW-Wahl. War nicht erfolgreich.

    Inwiefern nicht erfolgreich?

    Bisher kam ja noch bei jeder Wahl eine Regierung raus, die sich durch sie legitimiert (egal wie viele Leute gewählt haben und wie viele davon die Koalition).


  • Wie schon mehrfach geschrieben, bekommt man in BaWü und Hamburg mit A 12 bereits, was sie in MeVo und Rheinland-Pfalz mit A 13 erhalten.


    Wäre nicht eine solidarischere Losung, dass alle Lehrer deutschlandweit innerhalb der jeweiligen Stufen gleich verdienen?

    (Es wird ja innerhalb eines Bundeslandes auch nicht zwischen preiswertem ländlichen Raum und teurem städtischen Ballungsgebiet unterschieden - eher noch bekommt man eine "Buschzulage", wenn man in ein ländliches Gebiet geht, wo keiner hin will, obwohl dort doch alles billiger ist.)

    Es gibt für alles ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

    2 Mal editiert, zuletzt von Tayfun Pempelfort ()

Werbung