Marken der rechten Szene in Schulen verbieten?

  • Vor 2 Jahren oder so wurde ein Kind in meinem Ort geboren mit den Initialien HH. Wäre dann natürlich ärgerlich, wenn es später auf dem Auto nicht die Initialien des eigenen Namens tragen dürfte, aber ja, die Assoziation mit düsteren Zeiten der deutschen Geschichte wiegt da vermutlich stärker.

  • Ein guter Bekannter von mir hat auch die Initialen HH, aber auf diese Buchstabenkombi auf seinem Kennzeichen konnte er bis jetzt nach eigenen Angaben gut verzichten... Es gibt Schlimmeres!

  • Thor Stainar verbieten zu wollen, selbst aber gleichzeitig Nike zu tragen ist so, als würde man VW an strenge Schadstoffwerte binden wollen, gleichzeitig aber amerikanische Autos die in Deutschland fahren nicht regulieren.

    Nein, da es unterschiedliche Dinge sind. Das eine ist ein Nazicode, das andere sind unmenschliche Arbeitsbedingungen. Natürlich kann ich den Nazicode scheiße finden und gleichzeitig Dinge verwenden, die unter beschissenen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Ich muss kein makeloser Mensch sein, um Dinge kritisieren zu können, die erstmal nix miteinander zu tun haben. Sonst könnte ich die CO2-Politik nicht kritisieren, da ich tatsächlich ein Auto (mit sehr geringem, aber immerhin vorhandenem CO2-Ausstoß) besitze.

    "Unfähigkeit ist kein Dienstvergehen und kann nicht geahndet werden."

  • HH ist meines Wissens in einigen Bundesländern erlaubt, aber die Buchstabenkombinationen SA, SS, KZ und HJ sind bundesweit verboten!


    Edit: Hier noch eine Quelle dazu https://www.rundschau-online.d…nd-verboten-sind-32550780

    Laut des von dir verlinkten Artikels darf "KZ", "SA" etc. in Meck-Pom verwendet werden bzw. sie sind nicht grundsätzlich verboten.


    Danke für den Artikel. Nicht uninteressant.

  • Vor 2 Jahren oder so wurde ein Kind in meinem Ort geboren mit den Initialien HH. Wäre dann natürlich ärgerlich, wenn es später auf dem Auto nicht die Initialien des eigenen Namens tragen dürfte, aber ja, die Assoziation mit düsteren Zeiten der deutschen Geschichte wiegt da vermutlich stärker.

    Ja, total. Das arme Kind. Sowas traumatisiert schon. :-/

  • Nein, da es unterschiedliche Dinge sind. Das eine ist ein Nazicode, das andere sind unmenschliche Arbeitsbedingungen. Natürlich kann ich den Nazicode scheiße finden und gleichzeitig Dinge verwenden, die unter beschissenen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Ich muss kein makeloser Mensch sein, um Dinge kritisieren zu können, die erstmal nix miteinander zu tun haben. Sonst könnte ich die CO2-Politik nicht kritisieren, da ich tatsächlich ein Auto (mit sehr geringem, aber immerhin vorhandenem CO2-Ausstoß) besitze.

    Offensichtlich kannst du das. Mache ich, so wie die meisten anderen Menschen, ja auch.

    Ich habe an keiner Stelle gesagt, dass niemand mehr irgendetwas kritisieren darf. Wenn du mal weiter oben schaust, siehst du, dass ich der Meinung bin, das die Wirkung von Kleidung thematisiert werden sollte (grundsätzlich und hier sogar mit konkretem Anlass).

  • Laut des von dir verlinkten Artikels darf "KZ", "SA" etc. in Meck-Pom verwendet werden bzw. sie sind nicht grundsätzlich verboten.


    Danke für den Artikel. Nicht uninteressant.

    Da habe ich in meinem obigen Post ein "fast" vergessen, also: diese Buchstabenkombis sind FAST bundesweit nicht erlaubt. Sorry!

  • HH ist meines Wissens in einigen Bundesländern erlaubt

    Ja, vor allem in Hamburg. Ich sah auch mal ein Auto aus Nürnberg mit SU - ob das wohl OK ist? Sorry... Ich konnte gerade nicht an mich halten. Irgendwas Konstruktives kann ich (leider) nicht beitragen.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Das ist schon klar! Es ging hier ja nicht um die Städtekennzeichen ;-)

    Das Kennzeichen Nürnberg - SU ist übrigens mittlerweile auch verboten worden, glaube ich (ebenso wie Nürnberg - PD).

  • Bundesland?

    Thüringen.

    Warum sollte diese Kleidung verboten werden? Man kann im Unterricht (vielleicht nicht gerade in Mathe und Physik) thematisieren, was Kleidung signalisiert, dass Kleidung immer auch Kommunikation ist und fragen, ob die SuS als rechte Glatzen wahrgenommen werden wollen. Wenn es den SuS egal ist oder sie das sogar gut finden, dann ist das eine Meinung, die man vertreten kann.

    Wenn wir schon mal dabei sind: Am besten verbietet man auch gleich Nike und Apple (hier stellvertretend für alle großen Marken), weil die Produkte in Asien von Kindern unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen produziert werden. Das ist deutlich schlimmer, als ein paar Jugendliche, die Thor Steinar tragen und ein paar Glatzen, die durch die Gegend grölen.

    Whataboutism der allerschlimmsten Sorte.

    Einfach alles verbieten, was gerade nicht der eigenen Befindlichkeit entspricht war noch nie eine Lösung.

    Es gibt eben Dinge, wo "Befindlichkeiten" fehl am Platz sind.

    Niemand trägt "aus Versehen" Thor Steinar oder Amstaff oder Ansgar Aryan oder wie der ganze Dreck heißt. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist keine Meinung.

  • Es ist keine populäre oder moralisch einwandfreie Meinung, so könnte man es sagen, und ja, ich wüsste auch nicht, wie man entsprechende Marken "aus Versehen" tragen könnte. Gleichermaßen hat Schmidt aber auch Recht, dass es schwierig ist, Verhalten, das rechtlich einwandfrei, aber moralisch zweifelhaft ist, zu verbieten, da das höchst subjektiv ist. Es mag Whataboutism sein, aber zu den genannten rechtsorientierten Marken gibt es auch Pendants, die linksorientiert sind und sicherlich durch ihre Aufschriften gleichermaßen polarisieren. Ist das noch freie Meinungsäußerung oder bereits Hetze? Graugebiet, wenn ihr mich fragt.

  • Es mag Whataboutism sein, aber zu den genannten rechtsorientierten Marken gibt es auch Pendants, die linksorientiert sind und sicherlich durch ihre Aufschriften gleichermaßen polarisieren. Ist das noch freie Meinungsäußerung oder bereits Hetze? Graugebiet, wenn ihr mich fragt.

    Wieder Whataboutism. Um linke Marken geht es hier nicht. Es geht doch hier nicht um polarisieren...Faschismus polarisiert doch nicht. Ich bin fassungslos, auch wenn ich mit einer weitverbreiteten Gleichgültigkeit gerechnet habe.

  • Einfach alles verbieten, was gerade nicht der eigenen Befindlichkeit entspricht war noch nie eine Lösung.

    Bitte was? Du hast insofern Recht, wenn du sagst, Vergleiche hinken. Wir reden nicht von den Arbeitsbedingungen in der Handyproduktion und nicht von der Umweltverträglichkeit von Verbrennungsmotoren, wir reden von rechtem Gedankengut. Und bei diesem Thema gibt es verbotene Symbole und solche, die es nicht sind, die aber bewusst ausgesucht werden, um die verbotenen zu ersetzen. Wer sagt, es gäbe noch andere Probleme in der Welt argumentiert wie der, der sagt, er trage die Hose, weil er die Hunderasse möge. DAS ist scheinheilig. Kein Mensch kauft derlei Klamotten, weil sie im Angebot waren.

  • MarPhy : wenn du der Meinung bist, dass diese Marken an deiner Schule verboten werden sollten, würde ich mich an deiner Stelle direkt an die Schulleitung werden.

    Das habe ich vor, wenn ich mit einer Erhebung der Fallzahlen fertig bin. Habe hier auf Erfahrungen gehofft, vielleicht hat das ja jemand schonmal gemacht.

  • aber auch Recht, dass es schwierig ist, Verhalten, das rechtlich einwandfrei, aber moralisch zweifelhaft ist, zu verbieten, da das höchst subjektiv ist.

    Das ist nicht wahr, da es nicht um "moralische Zweifel" geht, das Tragen dieser Marken ist symbolisch und steht für etwas Bestimmtes. Und zwar nicht für etwas, das man gut oder schlecht finden kann, sondern für etwas, das schlecht ist. Abgrundtief böse, unmenschlich und eben verboten.

  • Ist es denn verboten? Dann ist es doch ganz einfach: Anzeige wegen Verstoß gegen Paragraph soundso und der Rechtsweg klärt den Rest.

  • zum Whataboutism:

    Jeder, der einen Vergleich anstellt, Sachverhalte in Realation setzt oder einen Analogschluß zieht, setzt sich dem Risiko eines Whataboutism-Vorwurfes ausgesetzt. Dieser dient m.E. dazu missliebige Meinungen/Diskussionsstandpunkte zu diskreditieren und so einen inhaltlichen Diskurs zu unterbinden.

    Das ist m.E. die (oberflächlich gesehen) intellektuellere Variante der Nazikeule. Einem inhaltlichen Diskurs dient es jedenfalls nicht.


    Was Rassismus an Schulen angeht:

    Ich finde interessant und m.E. sehr einseitig, dass der Arbeit gegen Rassismus (nahezu) immer Arbeit gegen rechts (wie auch immer das definiert wird) gemeint ist.

    Ich denke, Rassismus im erweiterten Sinne (Gruppenbezogende Menschenfeindlichkeit) gehören nicht an eine Schule. Dabei ist es egal, ob die Protagonisten eine politische oder religiöse Ideologie (egal welcher Richtung) oder eine schlechte Kindheit vor sich her tragen um das zu rechtfertigen.


    Irgendwelche Marken zu verbieten greift da m.E. deutlich zu kurz und ändert nichts an den Einstellungen der Menschen.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P


    8_o_)Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

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