Englischunterricht Förderschwerpunkt Lernen

  • In Hessen muss man für acht Ausbildungsmodule in den beiden Hauptsemestern nicht nur insgesamt 16 Unterrichtsbesuche zeigen

    Jetzt bin ich völlig verwirrt... "In den beiden Hauptsemestern" muss man "Unterrichtsbesuche zeigen"??? Wenn ich "Semester" höre, denke ich an das Studium an der Uni. Damit ist doch aber ein/e Referendar/in schon durch, wenn er/sie ins Referendariat geht, wo er/sie dann Unterrichtsbesuche zeigen muss?!

    Oder ist das Studium und das Referendariat im Förderschulbereich in Hessen so viel anders aufgebaut? :/

    Ich kann auch weiterhin mit "Ausbildungsmodulen" und "Modulsitzungen" nichts anfangen, sorry...

  • Jetzt bin ich völlig verwirrt... "In den beiden Hauptsemestern" muss man "Unterrichtsbesuche zeigen"??? Wenn ich "Semester" höre, denke ich an den Studium an der Uni. Damit ist doch aber ein/e Referendar/in schon durch, wenn er/sie ins Referendariat geht, wo er/sie dann Unterrichtsbesuche zeigen muss?!

    Oder ist das Studium und das Referendariat im Förderschulbereich in Hessen so viel anders aufgebaut? :/

    Ich kann auch weiterhin mit "Ausbildungsmodulen" und "Modulsitzungen" nichts anfangen, sorry...

    Die Ausbildung ist nach dem Vorbild der Universitäten modularisiert. Sie wird eingeteilt in:

    • Einführungssemester (3 Monate)
    • erstes Hauptsemester (6 Monate)
    • zweites Hauptsemester (6 Monate)
    • Prüfungssemster (6 Monate)

    In den beiden Hauptsemestern finden 14 UBs statt, im Prüfungssemester ein "Doppel-UB" als Vorbereitung/Simulation für die Examenslehrproben.

    Wenn man natürlich noch die Examenslehrproben hinzurechnet, hat man "eigentlich 18 Unterrichtsbesuche".

  • Ach ja, eines noch: ich finde es etwas - sagen wir mal - "sinnbefreit", wenn Referendar*innen dazu verpflichtet werden, sich an ihren Ausbildungsschulen an Arbeitsgruppen, der Schulentwicklung etc. zu beteiligen, wenn sie im Endeffekt doch noch gar nicht wissen, ob sie später an dieser Schule bleiben bzw. von dieser in eine Planstelle übernommen werden... Dann profitiert vielleicht die Ausbildungsschule von deren Ideen, aber sie selbst haben nicht wirklich etwas davon, oder?

  • Ach ja, eines noch: ich finde es etwas - sagen wir mal - "sinnbefreit", wenn Referendar*innen dazu verpflichtet werden, sich an ihren Ausbildungsschulen an Arbeitsgruppen, der Schulentwicklung etc. zu beteiligen,...

    Referendare sollen halt alles kennenlernen, was zur Schule dazugehört, auch Elternabende, Schulentwicklung, Klassenlehrertätigkeiten usw. Dafür haben sie auch nur rund 12 Stunden zu unterrichten.

  • Ach ja, eines noch: ich finde es etwas - sagen wir mal - "sinnbefreit", wenn Referendar*innen dazu verpflichtet werden, sich an ihren Ausbildungsschulen an Arbeitsgruppen, der Schulentwicklung etc. zu beteiligen, wenn sie im Endeffekt doch noch gar nicht wissen, ob sie später an dieser Schule bleiben bzw. von dieser in eine Planstelle übernommen werden... Dann profitiert vielleicht die Ausbildungsschule von deren Ideen, aber sie selbst haben nicht wirklich etwas davon, oder?

    Nun, was du schreibst, hat sicherlich einen wahren Kern. Der "Worload" ist konstant extrem hoch!

    Letztendlich ist das aber nicht "Gusto" der Schule, sondern wird auch in den Ausbildungsrichtlinen für Referendare so gefordert.

    Man muss ja noch ein Schulprojekt im Rahmen der "Schulentwicklung/Schule mitgestalten" in Arbeitsgruppen dort vorbereiten, dokumentieren, durchführen, evaluieren UND auch mediengestützt im Ausbildungsseminar abschließend präsentieren.
    Zusätzlich zur Seminarpräsentation, fließt die Durchführung des Schulprojekts in das jeweilige Schulleitergutachten ein und macht einen erheblichen Teil der Note aus.

  • mucbay33 : Puh! Das klingt wirklich nach unglaublich viel Arbeit... :-(

    Das ist es auch definitiv!


    Ich wollte eigentlich mit diesem "Abschweifen vom eigentlichen Thema" nur verdeutlichen, dass man je nach Ausbildungssystem bereits im Referendariat nicht einfach so "alle Zeit der Welt zum Schnipseln, Basteln, etc. hat", wie das hier von manchen Beitragserstellern behauptet wird.


    Es lohnt sich früh im Team zu arbeiten, um z.B. gemeinsam mit Kollegen Material für Förderschulunterricht Englisch zu erstellen, zu sammeln und zu bündeln, um effizient über die Runden zu kommen - nicht nur für später nach dem Vorbereitungsdienst.

    Empfehlen kann man recht brauchbare Materialvorlagen vom Persen-Verlag.

    Dieses Englischmaterial ist "deutlich" ansprechender und vom Niveau her besser angepasst für Förderschüler im "Bereich: Lernen", als beispielsweise das Lehrwerk "Klick".

  • Was für "Module" meinst du denn?

    Das, was mucbay33 beschreibt, kann ich für Nds auch bestätigen, GHR, nicht BBS.

    Zudem jetzt das Chaos, dass Besuche abgesagt wurden, und als erledigt galten, dann doch nachgeholt werden mussten, zu online-Sitzungen wurden, die Prüfungen online waren, nun aber nicht klar ist, wie es in diesem Turnus gehalten wird.

    Die Referendare bereiten also alles für Präsenz vor und wenn die Klasse 1 Tag vorher in die Quarantäne geht, muss alles online gehalten werden, wobei die Kriterien völlig intransparent sind.


    Zwischendurch dachte ich, es sei ein bisschen vernünftiger geworden, vielleicht war einfach der PS-Leiter gelassener, jetzt habe ich mal wieder nur noch Mitleid und finde das System extrem unfair, unpädagogisch und nicht ausbildungsfördernd.

  • Zudem jetzt das Chaos, dass Besuche abgesagt wurden, und als erledigt galten, dann doch nachgeholt werden mussten, zu online-Sitzungen wurden, die Prüfungen online waren, nun aber nicht klar ist, wie es in diesem Turnus gehalten wird.

    Da haben unsere Refis bis jetzt Glück gehabt: die beiden aus unserer Abteilung, die jetzt im Oktober gerade mit ihrem Ref fertig sind, konnten alle ihre UBs und auch ihrer PUs im Präsenzunterricht ablegen (da mussten auch keine Termine verlegt weden) und auch die beiden Refis, die im Mai bei uns angefangen haben, hatten bis jetzt ihre UBs in Präsenz. Natürlich kann sich das angesichts steigender Infektionszahlen schnell wieder ändern.

  • Wie heißt das?

    Die Materialien sind auf der Homepage von Persen in den Bereichen: "SoPäd Förderung" - "Englisch" - "kurze Unterrichtseinheiten".

    Hier gibt es eine Vielzahl von Themen, die bei einstündigem Englischunterricht locker für einen Monat reichen und für die FS/Lernen geeignet sind:

    Colours, clothes, drinks, fruits, aber auch Halloween etc., also, der gesamte Basiswortschatz in den ersten Lernjahren mit praktischen Lebensweltbezügen zu den Schülern.

    Alle Einheiten sind sofort nach Bezahlung zum Download verfügbar.


    PS: Man sollte sich auch nicht scheuen in der Abteilung "geistige Entwicklung" beim Verlag vorbeizuschauen. Hier gibt es für die (zahlreichen) besonders schwachen Lernenden - auch an Förderschulen im Bereich Lernen - ebenso brauchbare Themeneinheiten.

  • Danke, und was findest du besser als an Klick? Bei Klick werden die Themen auch alle durchgenommen und ein Heft kostet mit CD rund 8 Eur und nicht 25. Aber ich hab keinen Vergleich, würde mich wirklich interessieren.

  • Danke, und was findest du besser als an Klick? Bei Klick werden die Themen auch alle durchgenommen und ein Heft kostet mit CD rund 8 Eur und nicht 25. Aber ich hab keinen Vergleich, würde mich wirklich interessieren.

    Ohne zu "sehr" ins Detail gehen zu wollen an einem Beispiel:

    Ich finde "subjektiv" die Abfolge des "Fremdsprachenlernens" allein im Klick nicht sonderlich "glücklich" gelöst. Die Schüler haben dort oft "simpel gesagt" Buchseiten, auf denen zu früh das Schriftbild direkt in der Nähe des Bilds/der neuen Vokabeln auftaucht, bevor Hörverstehen und Nachsprechen richtig gefestigt werden können.

    1. Das ist generell schon eigentlich ein grober Fehler der Fremdsprachendidaktik.

    2. Besonders für schwache Lerner die erst einmal viel öfter neuen Wortschatz hören und nachsprechen müssen, ist das noch zusätzlich verwirrender. Diese Schüler brauchen erst einige Hör- und Sprechsituationen, bevor man überhaupt auf die nächsten Sprachebenen (Lesen und anschließend Schreiben) eingehen kann. Sie haben ja schon in der Muttersprache Probleme im Lesen (GPK) und vor allem auch in der Arbeitsgedächtniskapazität was die korrekte Verarbeitung (Rezeption/Produktion) der Sprache angeht.

    3. Das Schriftbild hat sowieso nur eine reine Stützfunktion in der Förderschule.

    4. Da Englisch noch viel weniger lautgetreu ist als Deutsch, schleichen sich beim zu frühen Erlesen des Schriftbilds "unnötig" Fehler ein.


    Da kann das Persenmaterial eher punkten:

    - Man kann "simpel" die Folgeseiten nach Wortschatzeinführung noch nicht austeilen und so erst einmal Hör-, Sprechübungen machen ohne dass die Schüler schon weiterblättern.

    - Man kann die Kopiervorlagen (Bilder) in Windeseile zu Bildkarten für handlungsorientierte Brett-, Klatsch, Bewegungsspiele umfunktionieren.

    - Gerade das Kommunizieren in spielerischen Situationen ist essenziell für Förderschulenglisch anhand meiner Beobachtung, anstatt stupide Übungen zum Selbstzweck zu verwenden (also eher task-supported language learning statt task-based language learning).

    - Ansprechende Spieleideen und auch Kopiervorlagen sind bei Persen eher zu finden als im Klick.


    Ich hoffe, du kannst etwas mit meine subjektiven Begründungen anfangen.

  • Hallo zusammen,

    ich habe gerade diesen Thread entdeckt und mich direkt mal im Forum angemeldet


    Ich unterrichte dieses Jahr zum ersten mal Englisch in einer Klasse 3/4 im FSP Lernen/ES. Ich habe am Anfang versucht mich ein wenig einzulesen und rausgefunden, dass es am Anfang in erster Linie um Hörverständnis und Sprachproduktion gehen soll. Das ganz soll dabei möglichst spielerisch aufgebaut sein.


    Ich habe jetzt folgendes Problem: Aufgrund von Corona findet bei uns eigentlich nur Frontalunterricht statt. Ich habe bisher in erster Linie mit Bildkarten und Spielen (What is Missing, Bingo) versucht Vokabeln zu lernen und möglichst wenig mit schreiben und lesen zu arbeiten. Ich habe aber gemerkt, dass es für die SuS oft sehr anstrengend ist, sich im Klassenverband so lange zu konzentrieren. Im FSP Lernen hat mit in Frontalphasen ja zusätzlich immer das Problem, dass die Inhalt für manche SuS viel zu leicht und für andere viel zu schwer sind. Kleingruppen und Partnerarbeit ist bei uns aufgrund von Corona im regulären Unterricht leider im Moment nicht möglich.


    Wenn ich ihnen Arbeitsblätter gebe, auf denen sie für sich die einzelnen Wörter bearbeiten und Bildern zuordnen können, dann klappt das für die SuS deutlich besser. So wie ich es verstanden habe, ist das didaktisch aber genau das, was man nicht tun soll.


    Über ein paar Tipps und Anregungen zur Gestaltung des Englischunterrichts im Förderschwerpunkt Lernen in Zeiten von Corona würde ich mich freuen.


    Viele Grüße

    mc


    @Mucbay Deine Tipps zu Person schaue ich mir heute nachmittag mal an.

  • Ich beginne jede Stunde mit einem "How are you today?" - Frage an einen Schüler, der muss antworten, wieder einen fragen etc. gerne durcheinander, aber jeder muss, am Schluss werde ich gefragt. Dann stelle ich - je nach Wissensstand - die nächste Frage, zB "What is your name/how old are you/do you like "ein hobby"/do you like "ein Lebensmittel"/Can I have your "Material wie Bleistift"/etc. Fragemöglichkeiten (zB diverse Hobbys, Lebensmittel etc) und Antwortmöglichkeiten (Yes I do, no i don´t etc) schreibe ich vor an die Tafel. Wieder Fragerunde. Die dauert meistens 15 Minuten, wir machen das wirklich jede Stunde, die Ss brauchen diese Widerholung, sie lieben die Fragen, es ist berechenbar für die Schüler, dennoch eine Herausforderung, sie müssen alle reden und verstehen. Also so 3-4 Fragerunden insgesamt.

    Danach gerne mit der CD von Klick und Klick Arbeitsheft weiter (Hörverstehen, mitsprechen, antworten, nachsprechen). Schriftliches nur sehr selten, eher crosswords finden, zuordnen.

    Gutes Gelingen!

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