(Literatur-)empfehlungen Seiteneinstieg Förderschule

  • Hallo alle zusammen,


    da ich nicht so wirklich etwas im Forum zu meiner Fragestellung gefunden habe, mach ich mal einen neuen Thread auf.


    Ich habe mich für den Seiteneinstieg an einer Förderschule beworben, wurde genommen und fange ab dem 1.11. in Sachsen an. :) Nun gibt es in Sachsen zu Beginn eine drei monatige Einstiegsfortbilung, die einen grob auf das Lehrerdasein vorbereiten soll. Ich möchte aber gerne jetzt schon ein bisschen anfangen, mich mit meiner Schulform i.w.S. und meinem Schwerpunkt "Lernen" i.e.S. zu befassen.


    Könnt ihr mir Literaturempfehlungen geben? Ich lese zurzeit "Besondere Schüler - Was tun? Rund um den Förderschwerpunkt Lernen: Hintergrundinformationen - Fallbeispiele - Strategien für die Sekundarstufe" von Rainer Löser. Das Buch ist bisher nicht schlecht, ich hätte aber gern noch (viel) mehr Input.


    Habt ihr sonst Empfehlungen, wie ich mich vorbereiten könnte? Irgendwelche Tipps, Tricks etc?


    :danke:



    Viele Grüße

    Helia

    "Misserfolg ist nur eine Möglichkeit von vorne zu beginnen. Nur dieses mal etwas Intelligenter!" (Denis Waitley)

  • Erstmal willkommen im Forum. Hast du denn Lehramt studiert (Schulform?) oder sonstige Erfahrungen im Bildungsbereich? Ist Unterrichtsplanung komplettes Neuland für dich oder lediglich die Planung für SuS mit Förderbedarfen neu für dich? Hast du dich schon in die für dein Bundesland und deine neue Schulform gültigen Bildungspläne eingelesen? Gibt es konkretere Themen, in die du dich einarbeiten wollen würdest? Ich bin zwar keine Förderschullehrkraft ( @samu kann sicherlich einiges beitragen), hatte aber auch schon SuS mit Förderbedarf "Lernen" im Unterricht, kann also möglicherweise die eine oder andere konkretere Frage ebenfalls beantworten oder zumindest erzählen, wie ich gewisse Situationen gelöst habe.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Grundsätzlich ein sehr gutes Grundlagenwerk auch für die Unterrichtspraxis:


    Didaktik des Unterrichts bei Lernschwierigkeiten, Ulrich Heimlich/Franz B. Wember (Hrsg.) bei Dienst am Buch Vertriebsgesellschaft mbH (kohlhammer.de)


    (erste bis dritte Auflage unter geringfügig anderem Titel)


    Weißt du denn schon, in welchen Klassenstufen, Fächern oder sonstigen Bereichen du eingesetzt werden wirst? Dann könnte man auch Spezifischeres empfehlen.

    Hat deine Schule nur den Förderschwerpunkt Lernen oder werden auch SuS anderer Förderschwerpunkte dort beschult?

  • Hallo, ich hätte dieselben Fragen, welches Fach wirst du unterrichten und welche Vorerfahrungen hast du?

  • Danke CDL! :)


    Ich bin absolute Anfängerin im Lehrbereich. Ich habe Germanistik studiert und werde Deutsch und Englisch unterrichten. Ich bin daher für alles dankbar, was ihr mir mitgeben könnt.


    Ich habe auch schon in die Lehrpläne geschaut, fühl mich damit aber noch etwas überfordert, da ich nicht ganz weiß, wie das Ganze dann in der Praxis aussehen soll. Klassenstufen direkt weiß ich noch nicht, aber es werden wohl eher die großen als die kleinen SuS sein.


    Meine Schule setzt sich aus den Schwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung zusammen. Die beiden Bereiche werden auf unterschiedliche Orte verteilt, da es sich um ein Förderzentrum bestehend aus drei Ortschaften handelt.


    Habt vielen lieben Dank!

    "Misserfolg ist nur eine Möglichkeit von vorne zu beginnen. Nur dieses mal etwas Intelligenter!" (Denis Waitley)

  • Englisch ist einstündig, orientiere dich vom Niveau an Cornelsen Klick Band 1/2 für Klassen 5-7 und Band 3 für Klassen 8/9. Dort sind auch Spielvorschläge mit drin, Bildkarten, Memory etc.

    Außerdem Material der Grundschule "Tiere", "Wochentage", "Schulsachen" etc. Für die Großen entsprechend aufbereiten, dass es nicht zu sehr nach Klasse 3 Regelschule aussieht.


    In Deutsch musst du nach der Klassenstufe gucken. 5+6 ist eher Grundschule Klasse 1-3, Grundlagen (Buchstaben korrekt in Linien schreiben, lesen,mancher kann schon Textchen verfassen), 7-9 ist viel Berufsvorbereitung, immer wieder Wortarten, Grundlagen der Rechtschreibung, miteinander reden, Wörter und Sätze schreiben, Lektüren in Leichter Sprache lesen, mal an eine Ballade heranwagen, Rollenspiele.


    Tja, zum Unterrichten allgemein alle Literatur, die Grundschuldidaktik abdeckt.


    Und da könntest du mal reingucken, das kenne ich für Mathe und es wird erklärt, wie man Stunden als Referendar grundlegend plant. Ist aber für Sekundarstufe, muss man runterbrechen.


    https://www.amazon.de/Schritt-f%C3%BCr-guten-Deutschunterricht-Referendariat/dp/3772712045/ref=asc_df_3772712045/?linkCode=df0&hvadid=310798774283&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=16203159178467639981&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=m&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9060705&hvtargid=pla-642266645015&psc=1&th=1&ref=&adgrpid=62535931195&tag=lf-21 [Anzeige]


    Du musst vor allem üben, mit den Kindern zu sprechen, dass sie dich verstehen. In einfachen Sätzen, übe am besten mit Kindergartenkindern bis dahin.

  • @samu das ist toll! Hab vielen Dank! Das hilft mir schon sehr weiter.

    "Misserfolg ist nur eine Möglichkeit von vorne zu beginnen. Nur dieses mal etwas Intelligenter!" (Denis Waitley)

  • Wenn du an einem größeren, ländlichen Förderzentrum bist, habt ihr wahrscheinlich eine Hauptschulklasse, dort unterrichtest du nach Lehrplan Oberschule, eine Stufe drunter. Also 9. Kl Deutsch, wäre 8.Kl Oberschullehrplan. Da bist du dann gebundener, da du auf deren ('schulinternen') Abschluss vorbereiten sollst, das wird dir aber jemand erklären. Die Spanne ist also recht groß.


    Wenn du in einer größeren Stadt bist, hast du tendenziell mehr Verhaltensstörungen, das kannst du aber immer noch angehen, wenn es soweit sein sollte. Du brauchst halt einfach selbst Zeit zum Lernen :).


    Schreibe dir am Anfang Aufgabenstellungen am besten wörtlich auf, damit du selbst weißt, was du genau von ihnen willst, sonst wissen sie es auch nicht. Im besten Fall machen sie dann halt nix, im schlechtesten gehen sie über Tische und Bänke.


    Viel Spaß beim Start, am besten öffnet dir Humor die Türen bzw. Herzen.

  • @samu das sind tolle Tipps! Dankeschön! :)


    Ich bin sehr ländlich unterwegs. Der eine Ort hat 11.600 Einwohner, der andere 6.700 rund.


    Ich bin schon ziemlich aufgeregt, freu mich sehr auf das neue Abteuer.

    "Misserfolg ist nur eine Möglichkeit von vorne zu beginnen. Nur dieses mal etwas Intelligenter!" (Denis Waitley)

  • Hallo alle zusammen, :wink_1:


    ich erwecke mal wieder meinen Thread zum Leben:


    Ich bin jetzt seit dem 1.11. Lehrerin im Seiteneinstieg und hab bisher 9 Stunden selbst gegeben. Es macht super viel Spaß, ich hab eine großartige Schule, tolle KuK und lerne selbst jede Menge dazu.


    Allerdings habe ich ein kleines / großes Problem: Laut den KuK rede ich zu kompliziert und bin zu nett, soll heißen, ich verwende zu schwere Wörter und gebe keine klaren kurzen Anweisungen, sondern wohl eher Vorschläge oder Möglichkeiten, wie "Bitte versucht jetzt die X und Y zusammenzubringen." oder "Ihr könnt auch dies probieren.". Ich habe schon verstanden, wo die Schwierigkeiten darin liegen, es so zu machen, aber ich rede schon immer so und muss nun versuchen es zu ändern. Das ist jedoch nicht ganz so einfach, da ich es beim Reden selber nicht mitbekomme, sprich kein Gehör / Gespür dafür habe.


    Es kam jetzt schon hier im Thread der Tipp, ich solle mit kleinen Kindern reden üben. Ich hab nur keine Kinder im Verwandten- oder Bekanntenkreis. Daher meine Frage: Habt ihr noch weitere Tipps oder Tricks für mich?



    Viele Grüße

    helia

    "Misserfolg ist nur eine Möglichkeit von vorne zu beginnen. Nur dieses mal etwas Intelligenter!" (Denis Waitley)

  • Das freut mich, wenn es dir gefällt und bereits einigermaßen klappt.


    Bezüglich deiner Frage würde ich den User weiter oben zitieren:

    Schreibe dir am Anfang Aufgabenstellungen am besten wörtlich auf, damit du selbst weißt, was du genau von ihnen willst, sonst wissen sie es auch nicht.

    Haben wir in Ausbildungssituationen (Studium/Ref.) auch so gemacht. Und Fördereinheiten aufgenommen und angehört (soweit das datenschutzrechtlich möglich ist) - da merkt man auch recht schnell, was gut und was weniger gut war und worauf man achten muss.


    Wenn du Deutsch und Englisch unterrichtest, wirst du auch manchmal (schriftliche) Texte für den Einsatz im Unterricht vereinfachen? Dabei bekommt man ebenfalls Übung darin, einfache und klare Formulierungen zu finden und merkt in der Praxis dann recht schnell, was gut klappt und was weniger.


    Ansonsten gibt es natürlich auch Fachliteratur zur Lehrersprache (in der Sonderpädagogik).

  • Das klingt, als könntest du ein Sprachzwilling sein von mir. :victory: Mir hilft das Mehr an Erfahrung, um inzwischen direkter zu formulieren und nicht zu fremdwortlastig. Insofern macht viel einfach die kontinuierliche Übung im Alltag. Je mehr du unterrichtest, desto geläufiger werden bestimmte Standardaussagen, die sich damit bereits anders einprägen, außerdem verstehst du immer besser, wo du SuS sprachlich abhängen könntest und lernst dich bei Bedarf zu korrigieren im Unterricht. Wichtig ist finde ich genau zu reflektieren nach dem Unterricht, was am eigenen Sprachgebrauch noch nicht so gut war und auch direkt zu überlegen, wie man das alternativ formulieren könnte künftig. Mir hilft das, um dann in der konkreten Unterrichtssituation meine möglichen Stolperfallen besser im Blick zu behalten und eben dann auch zielgerichtet anders zu artikulieren.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Schon, dass es dir gefällt und du ein nettes Kollegium hast :)

    "Bitte versucht jetzt die X und Y zusammenzubringen." oder "Ihr könnt auch dies probieren.".

    Mach mal ein konkretes Beispiel. Sage mir, was ich machen soll, als ob ich deine Schülerin wäre.

  • Plattenspieler: Vielen lieben Dank für die Tipps! Was das Aufschreiben von Fragestellungen oder Anweisungen angeht: Ich schreibe leider genauso kompliziert wie ich rede. ^^ Mir fällt daher tatsächlich auch das Erstellen von Arbeitsblättern mit konkreten Aufgabenstellungen schwer, aber hier merke ich, wie es gaaaaanz langsam besser wird; quasi von Arbeitsblatt zu Arbeitsblatt.


    Wenn du Deutsch und Englisch unterrichtest, wirst du auch manchmal (schriftliche) Texte für den Einsatz im Unterricht vereinfachen? Dabei bekommt man ebenfalls Übung darin, einfache und klare Formulierungen zu finden und merkt in der Praxis dann recht schnell, was gut klappt und was weniger.

    Das hier ist ein mega guter Tipp. Da wäre ich gar nicht drauf gekommen. Danke dir! :rose:


    CDL: Ja, das sagte mir meine Mentorin heute auch. Übung macht den Meister. Momentan mache ich noch nebenbei die Einstiegsfortbildung, sprich ich bin nicht so oft an der Schule. Ich hoffe, es wird mit der Zeit einfacher, vor allem, überhaupt erst einmal zu hören, wo es schlecht lief, und dann entsprechend reflektieren zu können.


    @karuna: "Bitte versuch jetzt einmal die genannten Ursachen, die auf dem Arbeitsblatt stehen, mit deinen Beispielen zusammenzubringen. Schreibe die Ursachen und die Beispiele in ganzen Sätzen in deinen Hefter unter die Überschrift. Unterstreiche dann konkret die Ursachen in dem Satz, damit du sie gleich deutlich siehst." So ungefähr war es heute in der einen Stunde. Ich merke beim Reden halt leider nicht, wo ich zu umständlich, lang, kompliziert, etc. bin. Ich versuche zwar mit Operatoren zu arbeiten, aber es fällt mir noch recht schwer.

    "Misserfolg ist nur eine Möglichkeit von vorne zu beginnen. Nur dieses mal etwas Intelligenter!" (Denis Waitley)

  • "Bitte versuch jetzt einmal die genannten Ursachen, die auf dem Arbeitsblatt stehen, mit deinen Beispielen zusammenzubringen. Schreibe die Ursachen und die Beispiele in ganzen Sätzen in deinen Hefter unter die Überschrift. Unterstreiche dann konkret die Ursachen in dem Satz, damit du sie gleich deutlich siehst." So ungefähr war es heute in der einen Stunde. Ich merke beim Reden halt leider nicht, wo ich zu umständlich, lang, kompliziert, etc. bin. Ich versuche zwar mit Operatoren zu arbeiten, aber es fällt mir noch recht schwer.

    Da ist noch erheblich Luft nach oben bei der Operatorenverwendung:


    "Nenne die Ursachen von xyz und verbinde diese mit dem passenden Beispiel. Notiere Ursachen und Beispiele im Heft (Überschrift vorher gemeinsam notieren und 1.Ursache samt Beispiel ebenfalls an der Tafel notieren und farbig hervorheben, damit klar ist, wie notiert werden soll), wie im Beispiel an der Tafel. "Dann rumgehen und bei Bedarf daran erinnern, was unterstrichen werden muss, etc.


    Gerade am Anfang unbedingt jede Stunde mit Hilfe der Operatorenliste im Bildungsplan des jeweiligen Faches planen, damit du dir direkt passende, kurze, klare Formulierungen in deinen Verlaufsplan notieren kannst. Schau insbesondere an solchen Gelenkstellen im Zweifelsfall im Plan nach, wie die Ansage sein soll, damit das gut klappen kann. In den Klassenarbeiten müssen die SuS die Operatoren kennen und selbstständig anwenden können. Das kann nur funktionieren, wenn diese aus dem Unterricht ausreichend bekannt und geübt sind.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • "Bitte versuch jetzt einmal die genannten Ursachen, die auf dem Arbeitsblatt stehen, mit deinen Beispielen zusammenzubringen. Schreibe die Ursachen und die Beispiele in ganzen Sätzen in deinen Hefter unter die Überschrift. Unterstreiche dann konkret die Ursachen in dem Satz, damit du sie gleich deutlich siehst."

    Sorry, aber mit dieser Anweisung - zumal mündlich! - hätte auch so mancher Gymnasiast erhebliche Schwierigkeiten.

    Eine Rückkehr zur Normalität „nach der Pandemie“ wird nur für diejenigen möglich sein, die vorher schon normal waren. Es handelt sich um eine Pandemie, nicht um ein Wunder.

  • Ich bin gerade wieder in der Klasse 1 und wenn ich sage: "Nehmt euer Buch raus." dann macht keiner was. Wenn ich sage "Du nimmst jetzt dein Buch raus" machen immerhin ein paar was.

    Das habe ich seinerzeit auch im Ref so gelernt, und ja, es ist immer noch so.

    Du - mit Anweisung. Als würdest du mit nur genau EINEM Kind sprechen. "Was siehst du da" "Du erkennst hier bestimmt etwas" "Du findest sicher eine Zahl" etc

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Nenne die Ursachen von xyz und verbinde diese mit dem passenden Beispiel. Notiere Ursachen und Beispiele im Heft

    Wobei das für die meisten Förderschüler zu abstrakt sein dürfte. Zumindest wenn die Operatoren und Fachbegriffe nicht vorher schon regelmäßig verwendet und geübt worden sind.

    Du - mit Anweisung. Als würdest du mit nur genau EINEM Kind sprechen.

    Ja, das mache ich auch häufig, und das klappt tatsächlich.

    Bei unseren SuS hat das den zusätzlichen Vorteil, dass sie hochfrequenten Input in der 2.-Pers.-Sg.-Verbform haben (was die am spätesten erworbene und schwierigste Konjugationsform in der Sprachentwicklung ist).


    xxheliaxx Zu deinem Beispiel: Auch nicht zu viele Anweisungen gleichzeitig. Einschränkungen im auditiven Speicher / Arbeitsgedächtnis führen dazu, dass spätestens nach dem zweiten Satz keine Informationen mehr aufgenommen werden können. Pausen zwischen einzelnen Anweisungen/Erklärungen und Akzentuierungen in der Intonation sind wichtig.

  • "Bitte versuch jetzt einmal die genannten Ursachen, die auf dem Arbeitsblatt stehen, mit deinen Beispielen zusammenzubringen. Schreibe die Ursachen und die Beispiele in ganzen Sätzen in deinen Hefter unter die Überschrift. Unterstreiche dann konkret die Ursachen in dem Satz, damit du sie gleich deutlich siehst."

    Die Schüler wissen nicht, was eine Ursache ist und sie können diese nicht mit Beispielen "zusammenbringen". Wie geht das, wie bringt man die Ursache mit Beispielen zusammen, was meinst du damit? Es ist tatsächlich zu abstrakt. Sie lernen ja noch lesen.


    Zum Beispiel so:

    1. Erst Überschrift angucken und das Bild dazu- um was könnte es gehen?

    2. Leise Text lesen lassen

    3. gemeinsam lesen

    4. dann darüber reden

    5. dann nachfragen, ob jede*r verstanden hat, was da steht. Begriffe im Text klären, auch wenn keiner eine Frage hat. Was heißt...? Und...?

    5. Dann erst interpretieren. Was meint er wohl, wenn er sagt "..."? Hast du das schon mal gehört? Wie kann man das noch sagen?


    Jeweils die Wortfetzen der Schüler in eigenen Worten zu sinnvollen Sätzen zusammenfassen.


    6. Erst jetzt geht ihr gemeinsam auf Ursachensuche. "Warum ist das so und so?" "Wer findet die Stelle, wo das erklärt wird?" "super, das unterstreichst du jetzt mit Lineal." (3 min für Linealsuche einplanen, falls du das nicht zu Stundenbeginn schon vorbereitet hast...) und dann "Toll, das schreiben wir jetzt auf. "Dann schreibst du die Überschrift an die Tafel und das Datum rechts daneben und sagst "jeder nimmt jetzt den Deutschhefter raus und schlägt eine neue Seite auf" und dann kontrollierst du, dass das jede macht und jeder weiß, wo die neue Seite anfängt und keine Seite leer lässt und was man macht, wenn bloß eine Zeile auf dem Blatt beschrieben ist. Es kann auch nicht jeder in die Zeile schreiben oder das Blatt sinnvoll einteilen. Jetzt den Satz an die Tafel und in den Hefter abschreiben lassen. Manche brauchen 3 min, andere 15, was können die Schnelleren in der Zeit machen? Etc.


    Basal denken und planen, Schritt für Schritt vorher aufschreiben. Du musst dir Erstklässler denken aber mit Jugendlichen reden.


    Aber das braucht alles Zeit. Ich über- oder unterfordere auch immer wieder mal. Man kann Manchmal nicht so komisch denken wie unsere Schüler.

  • Zum Beispiel so:

    1. Erst Überschrift angucken und das Bild dazu- um was könnte es gehen?

    2. Leise Text lesen lassen

    3. gemeinsam lesen

    ... dann ist die Stunde aus

    ;)

    Manchmal echt so.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

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