Tipps an einen Neuling für den ersten Unterrichtsbesuch?

  • Hallo an alle alten Hasen im Referendariat und auch alle anderen,


    wie ich ja schon in einem anderen Thread erwähnt habe, habe ich diese Woche meinen ersten Unterrichtsbesuch im Fach Englisch (GS, 3. Klasse). Puh, bin ich aufgeregt – obwohl es ja erstmal „nur“ ein Beratungsbesuch ist…


    Bei der Planung der Stunde sind mir einige Fragen gekommen, die ich gerne mal an euch weitergeben würde. Vielleicht klingen einige Fragen in euren Ohren albern, aber ich weiß es wirklich nicht!
    1. Darf man in einem UB eigentlich Arbeitsblätter verteilen und bearbeiten lassen, oder ist das nicht so angebracht (zum Beispiel weil es zu ‚normal’ ist und der FL einen ‚besonderen’ Unterricht sehen will)? Ich hatte ja noch nie einen UB und habe auch keinerlei Vorlagen von anderen Referendaren, sodass ich mir da echt nicht sicher bin. Gibt es da Unterschiede zwischen Beratungsbesuchen und „großen“ oder Prüfungsbesuchen?
    2. Wenn ich einen z.B. einen Stuhlkreis mache oder mich sonst irgendwie in der Klasse bewege: muss ich dann immer so sitzen, dass mir der FL genau ins Gesicht gucken kann? Oder kann ich auch mit dem Rücken zu ihm sitzen? Ich glaube, mich würde es ganz nervös machen, wenn ich z.B. immer sehen würde, wenn er sich was zu mir aufschreibt!
    3. Wie viele Stunden darf eine Unterrichtseinheit eigentlich maximal haben? Ich würde gerne die Einheiten „numbers and clothes“ zusammenfügen, aber das wären dann 13 Stunden. Zu viele? Oder geht das noch?
    4. Und noch eine Frage speziell zu meinem Fach Englisch: dürfen die Kinder eigentlich schon in der Einführungsstunde in ein neues Thema die Wörter des jeweiligen Wortfeldes lesen und schreiben? Gibt es dafür Vorgaben? Falls sie das erst in den Folgestunden dürfen, wenn sich der Wortschatz schon gefestigt hat, kann ich jetzt ja in meiner Einführungsstunde nicht so viel machen, oder?


    Das sind meine Fragen im Moment. Wär ganz toll, wenn der eine oder andere eine Antwort oder auch Erfahrungswerte für mich hat.


    Viele Grüße!!

  • Hallo Nani,


    erstmal wünsche ich dir viel Glück für deinen UB.


    Zu deinen Fragen:


    1) Arbeitsblätter kann man schon austeilen. Was sie nur nicht sehen wollen, sind richtige Hefteinträge, denn das ist langweilig zum Zuschauen und man sieht nichts vom Unterricht selber.


    2) Hmm, dazu habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich war im Sitzkreis bisher immer von hinten aus gesehen seitlich gesessen, einfach, weil ich da immer sitze. Aber mach dir mal keine Sorgen, du nimmst die da hinten gar nicht mehr richtig wahr, so ging's zumindest uns allen im Seminar. Wenn die Stunde einigermaßen läuft, konzentrierst du dich nur noch auf die Kinder und den Unterricht, da schaust du gar nicht nach hinten zur SL.


    3) Da kann ich dir nichts zu sagen. Meine Einheiten hatten bisher maximal ?? 8-9 Stunden (??), wir haben aber keine Vorgaben dazu, wie viele es sein sollen.


    4) Ich selber habe kein Englisch, aber in meinem Seminar sind ein paar, und unsere Seminarleiterin ist auch speziell für Englisch zuständig. Bei uns wird verlangt, dass die Kinder bereits in der ersten Stunde auch das Schriftbild kennen lernen. Zumindest als Differenzierung kann man es wohl auch die besseren schon schreiben lassen. Unsere Englischleute finden es allerdings ziemlich blöd. Sie meinen, dass die Kinder vom Schriftbild verunsichert werden. Die Aussprache ist ja noch nicht gesichert, und das geschriebene Wort sieht ja doch oft anders aus. Da wird wohl ganz schnell die vorher richtige Aussprache verhunzt.
    Aber, wie gesagt, es wird von der SL verlangt.


    So, ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen :) .


    Liebe Grüße,
    biene maja

  • Hallo nani,


    ich weiss jetzt nicht aus welchem Bundesland du kommst, vielleicht habe ich es auch überlesen, aber hier in NRW ist nicht davon auszugehen, dass Kinder die Wörter schreiben oder lesen. Lediglich als Ganzwort lesen oder vielmehr erkennen die Kinder das englische Wort. So ist es auch genau durch den Lehrplan gefordert, mehr nicht!!!


    Im Vordergrund steht absolut der mündliche Bereich, sowohl verstehen als auch sprechen.


    Gruß
    Tiger

    Jedes Kind braucht einen Engel,
    der es schützt und der es hält.
    Jedes Kind braucht einen Engel,
    der es auffängt, wenn es fällt.
    (Klaus Hoffmann)

  • Hallo,


    ich habe auch eine Frage zu diesem Thema. Und zwar würde mich interessieren, ob ihr während eines Unterrichtsbesuchs einen Verlaufsplan oder Karteikarten o.ä. in der Hand haltet oder neben euch liegen habt? Im "normalen" Unterricht mache ich das nämlich im Moment so - aber geht das in einer Vorführstunde auch? Oder muss man da alles ganz 'frei' machen?


    Danke für eure Antworten!
    patti

  • Hallo patti,


    je nach Inhalten der Stunde hatte ich ein auf Schriftgröße 18 ausgedrucktes Konzept, das auf dem Pult lag. Besonders in Semantisierungsphasen habe ich da immer mal wieder einen Blick drauf geworfen. Das haben die Fachleiter zumeist auch zur Kenntnis genommen und mit "Man kann ja gerade in der Semantisierung nicht immer alles auwendig können" kommentiert. Das war also o.k.
    Das Konzept "in der Hand" halten wurde dagegen bei Kollegen schon öfter kritisiert, u.a. auch mit "zu starrem Festhalten am Konzept", das man ja bereits "bildlich" vor sich hatte.


    Ich glaube aber, dass es auf Fach-/Seminarleitung ankommt und wie sehr du auf deine Karten starrst. Ein kurzer Blick ab und an müsste doch in Ordnung gehen, so lange du dich nicht hinter Karten versteckst ... vielleicht kannst du darüber ja bezüglich deines speziellen Fachleiters irgendwo noch Informaitonen herbekommen?


    Viel Glück jedenfalls.
    A.

  • Good evening,
    meine SchülerInnen lernen zuerst die Aussprache (und Bedeutung) neuer Wörter und erst ein paar Stunden später, wenn die Aussprache "sitzt", das Schriftbild. Das halte ich für ganz wichtig, denn sonst werden sie sich ständig am Schriftbild orintieren und das Wort falsch aussprechen. (Ich weiß gar nicht, ob es da in Hessen anders lautende Vorschriften gibt, aber die wären mir auch egal... soll mal einer kommen :D ...)
    Zum Thema Sitzkreis: du sitzt so, wie es sich ergibt. Wenn der Mensch dich von vorn sehen will, soll er zur Not aufstehen. Hab ich aber (als langjährige Mentorin) noch nie erlebt.
    Zum Thema Stunden-Verlauf-Spickzettel: den hatte ich als Ref auch, und zwar in DIN A 5-Größe auf dem Lehrertisch liegen, mit genauer Uhrzeit, wann ich wie weit sein müsste, also z.B. Sitzkreis bilden 8.35 h, damit ich immer genau wusste ob ich noch gut in der Zeit war.


    Viel Erfolg!
    venti :)

  • Zitat

    patti schrieb am 10.09.2005 18:33:
    Hallo,


    ich habe auch eine Frage zu diesem Thema. Und zwar würde mich interessieren, ob ihr während eines Unterrichtsbesuchs einen Verlaufsplan oder Karteikarten o.ä. in der Hand haltet oder neben euch liegen habt? Im "normalen" Unterricht mache ich das nämlich im Moment so - aber geht das in einer Vorführstunde auch? Oder muss man da alles ganz 'frei' machen?


    Danke für eure Antworten!
    patti


    Du kannst Karteikarten nehmen, das ist kein Problem. Mich haben die Fachleiter bei meinem zweiten besuch gefragt, warum ich das nicht mache...

  • Hallo Nani,
    es ist egal wo du sitzt.
    Wichtig ist das dein Lehrerverhalten gut sichtbar ist. Wie ist deine Stimme? Laut? Leise? Betont? Unterstützt du deine Sätze mit Gesten? Bist du den Schülern zugewand? Tipp: Viel loben und die Schüler agieren laßen, gib ihnen möglichst viel Redeanteil.
    Welche Unterrichtsphasen hast du? Wie werden diese voneinander abgegrenzt? Wichtig ist immer die Zieltrasparenz für die Kinder. Ich lege mir immer eine Verlaufsplanung auf das Pult zum Spiken. Dort habe ich auch wichtige Impulse notiert und die Zeiten.
    1.Phase Hinfürung: Zieltransparenz, vorstellen des Besuches, Stundenverlaues etc. max 5min. 2 Phase: Erarbeitung des Themas ca. 5 min. 3 Phase Arbeitsphase mind. 20 min. und zum Schluß die Reflexion oder Zusammenfassung der Stunde ggf. Präsentation der Ergebnisse.
    Bei uns in NRW sollen die Kinder das Schriftbild so wenig wie möglich lernen. Höchstens das ganze Wort, mit Bild - Wort karten.

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