Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Da ich trotzdem IMMER AFBIII habe (Referendariat in einem Studienseminar, wo weniger als 15 Minuten AFB3 fast ein Grund zum Durchfallen war), kann ich mir kaum vorstellen, dass es nicht bearbeitet wird,

    Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass die Kinder die Grundlagen nicht sicher genug beherrschen und in den Klassenarbeiten die Aufgaben mit AFBIII gar nicht erst beginnen/ausfüllen und sich gar nicht erst darauf einlassen. Wenn man aber nur die einfachen Aufgaben bearbeitet, kann man nicht auf gute Noten kommen.

  • Nein, reicht aber fürs Durchkommen.
    und deswegen ist alles so wackelig in den höheren Jahren...
    Komisches Beispiel, aber fällt mir gerade ein: meine Schwester hat in der Grundschule NIE die 4mal-Tabelle gelernt. Zu faul dafür. Aber sie konnte sich bei Kopfabfragen (und schriftlichen auch) retten, weil sie die zweite Zahl kannte. Selbst in der 8. Klasse konnte ich beim Abfragen sie ärgern, wenn ich 4 mal 4 gefragt habe.
    Und so ist es bei sooooo vielen SuS. Nur halt in Form von 50% des Stoffes.

    (Ich habe keine Lösung. Ich bin nur traurig darüber und weiß, dass wir als Gesellschaft so nicht weiter kommen können. Auch wenn mir klar ist, dass man ein super Elektriker werden kann, wenn man kein Französisch oder gar Englisch kann und sogar schnell Mathe/Physik lernen kann, wenn man es will, "produziert" das Schulsystem so viele Schüler*innen ohne Abschluss wie noch nie und diejenigen mit den einfachsten Abschlüssen können kaum etwas, um einen Job zu bekommen, mit dem man würdig über die Runden kommt :(

  • hat in der Grundschule NIE die 4mal-Tabelle

    Du magst es am Beispiel konkret wissen,

    viele Schüler lernen das Einmaleins wirklich intensiv und vergessen es doch immer und immer wieder. Bei wenigen weiß ich, dass sie es gar nicht behalten und sich jede Aufgabe herleiten müssen oder immer wieder die Reihen hochzählen - was mir nicht reicht, was auch in Teilnoten deutlich wird. Bei vielen weiß ich, dass sie es zwischenzeitlich konnten, aber dann mehr als die üblichen 4 schwierigen Aufgaben vergessen, nur die wirklich Guten lernen es oder können es bereits, bevor es im Unterricht Thema wird.

    Aber war das früher anders? Ist die Merkfähigkeit oder die Menge an konstantem Wissen weniger oder hat es sich verlagert auf andere Themen, sodass die grundständigen Sachen nicht mehr so gut beherrscht werden? Oder war früher dafür mehr Zeit im Unterricht, es zu üben, weil andere Inhalte kaum oder nicht relevant waren?

  • Aber war das früher anders? Ist die Merkfähigkeit oder die Menge an konstantem Wissen weniger oder hat es sich verlagert auf andere Themen, sodass die grundständigen Sachen nicht mehr so gut beherrscht werden? Oder war früher dafür mehr Zeit im Unterricht, es zu üben, weil andere Inhalte kaum oder nicht relevant waren?

    Früher gab es nicht so viele Themen in der Grundschule. Das Einmaleins war ein wichtiger Schwerpunkt. Oder hattest du in der Grundschule so viel Geometrie wie unsere Schüler, Arbeit mit dem Zirkel, Wahrscheinlichkeitsrechnung, sämtliche Größen, Diagramme, Statistiken, unzählige Sachaufgaben, Fahrpläne, Stadtpläne....? Ich nicht.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Du magst es am Beispiel konkret wissen,

    viele Schüler lernen das Einmaleins wirklich intensiv und vergessen es doch immer und immer wieder. Bei wenigen weiß ich, dass sie es gar nicht behalten und sich jede Aufgabe herleiten müssen oder immer wieder die Reihen hochzählen - was mir nicht reicht, was auch in Teilnoten deutlich wird. Bei vielen weiß ich, dass sie es zwischenzeitlich konnten, aber dann mehr als die üblichen 4 schwierigen Aufgaben vergessen, nur die wirklich Guten lernen es oder können es bereits, bevor es im Unterricht Thema wird.

    Aber war das früher anders? Ist die Merkfähigkeit oder die Menge an konstantem Wissen weniger oder hat es sich verlagert auf andere Themen, sodass die grundständigen Sachen nicht mehr so gut beherrscht werden? Oder war früher dafür mehr Zeit im Unterricht, es zu üben, weil andere Inhalte kaum oder nicht relevant waren?

    klar doch! Ich wollte aber nicht auf die Schiene "und dann kommt es dazu, dass Viele sich einiges nicht so langfristig merken können", sondern: was passiert, wenn man - aus welchem Grund auch immer, zum Beispiel in meiner jetzigen Argumentation, weil es nie auf für das Kind relevante Art und Weise abgeprüft wird /NRW, - nicht lernt.

    Dass man heutzutage vieles anpassen müsste: Geschenkt.
    Dass die Schule nie zeitgemäß war und es heute noch weniger ist? Bingo!

    (Ich habe am Freitag mit meinem Pädakurs darüber gesprochen, was die physiologischen Voraussetzungen für Entwicklung sind. Zum Beispiel auch die Fähigkeit, eine gewisse Zeit am Stück ruhig zu sitzen, sich zu konzentrieren, usw.
    und habe denen gesagt: Schule ist contra unsere Körper. Wir bräuchten viel mehr Pausen, viel mehr Abwechslung, usw.. und das noch in der Sek2, aber es ist viel früher noch schlimmer. Wir passen nur innerhalb eines Rahmens, was uns möglich ist, aber sinnvoll ist einiges nicht :(

    Aber war das früher anders? Ist die Merkfähigkeit oder die Menge an konstantem Wissen weniger oder hat es sich verlagert auf andere Themen, sodass die grundständigen Sachen nicht mehr so gut beherrscht werden? Oder war früher dafür mehr Zeit im Unterricht, es zu üben, weil andere Inhalte kaum oder nicht relevant waren?

    Meine Einschätzung ist natürlich gebiast, weil ich eine Vorschule mit "richtigem" Bildungsauftrag besucht habe (ob es sinnvoll ist oder nicht, bespreche ich nicht), aber klar braucht man heute mehr Zeit für Sachen, für die man vorher weniger Zeit gebraucht / genommen hat.
    Ob es sinnvoll ist, heute (ich spreche jetzt über die französische Schule, ich kenne zwar einige deutsche Grundschüler*innen, bekomme aber mehr Einblicke in Frankreich) mehr Zeit zu nehmen, bis die Kinder es schaffen, 20 Minuten am Stück zu arbeiten? Oder war es besser, "früher" die Kinder zu zwingen und diejenigen zu bestrafen, die es nicht können (bis hin zur Fixierung mit Kabelbinder, gelebte Erfahrung...). Ist es sinnvoll, dass es heutzutage (formal) verboten ist, schriftliche HA aufzugeben oder war es "früher" besser, sich um 18uhr anzuschreien, weil sie noch nicht fertig waren?

    Da wo "ich" in der Oberstufe erstmal noch kurz die Basis im Politikunterricht legen muss, obwohl "es doch längst da sein sollte", musst "du" in der Grundschule erstmal Kindern beibringen, richtiges Deutsch zu sprechen (und ich spreche von ALLEN, nicht von Migrantenkindern spezifisch!), die Schuhe zu binden und mit der Schere umzugehen, obwohl es "früher" anders war. Den Schritt kannst du nicht überspringen und dann ist es so. Dafür erlebe ich Grundschulkinder als viel aufgeweckter, viel mutiger, viel "kritischer" als wir es mal früher waren.

  • Wir hatten im letzten Kindergartenjahr Vorschule. Ich erinnere mich, dass mit Arbeitsheften gearbeitet wurde und dass wir auch stillsitzen und leise sein mussten. Wer die Gruppe gestört hat, ist rausgeflogen und musste später alleine nacharbeiten, während der Rest der Gruppe wieder zurück in den Normalbetrieb gegangen ist und was Schönes machen durfte. Ich erinnere mich, dass ich mal nacharbeiten musste, während die anderen draußen im Garten waren und irgendwas gespielt wurde, wo ich sehr gerne dabei gewesen wäre. Aus sowas lernt man, sich beim nächsten Mal zusammenzureißen und halt nicht mehr in der Nacharbeit zu landen.

    Finde ich grundsätzlich schon sinnvoll, meine Freundin, die eine KiTa leitet, hält sowas heute aber für undenkbar.

  • und deswegen muss man sowas in der Grundschule viel länger einüben als früher.
    und gut, dass wir gelernt haben, dass Kinder vielleicht mehr Zeit brauchen, zu lernen, sich "zusammenzureißen".

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