Motivation ukrainischer Schüler

  • Guten Morgen zusammen!

    Ich habe heute einen fragwürdigen Artikel im "Deutschlandkurier" gelesen, er ist extrem kurz und gibt so gut wie keine Informationen her.
    Habe mich dann ein wenig umgehört und teils widersprechende, teils deckungsgleiche Meinungen dazu gesammelt.

    https://deutschlandkurier.de/2…ber-ukrainische-schueler/


    https://www.news4teachers.de/2…eler-ueberfordern-lehrer/

    Wie sind Eure Erfahrungen? Ich möchte hier auch keine Ursachendiskussion auf den Plan rufen, das sind schließlich Kinder aus einem kriegsgebeutelten Land, aber ich würde gerne
    weitere Meinungen dazu einholen.

    Viele Grüße

  • Höre das auch bei uns.

    Zum einen werden die unterschiedlichsten Vorniveaus von Schülern zusammen gelegt. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen in übergroßen Klassen.


    Nicht nur die Deutschlehrer bekommen dabei graue Haare.

  • Erste Einschätzung: schade, was da medial wieder für eine Sau durchs Dorf getrieben wird, die auf keinerlei empirischen Erkenntnissen beruht, dafür umso lieber von rechten Newsportalen (der "Deutschlandkurier" wird von einem AfD-nahen Verein herausgegeben und dessen Chefredakteur gibt an, dass dieser eine Art "BILD von rechts" (Quelle) sein soll; auf der Seite politikversagen.net empfiehlt sich ein Blick in die Autorenliste; der Chefredakteur der "Zuerst" war davor bei der "Jungen Freiheit", bekanntes neu-rechtes Medienorgan) künstlich aufgebauscht wird. Selbst der Beitrag bei News4Teachers bietet außer der reißerischen Überschrift (hier) eher Systemkritik (Brückenklassen zu voll, Schüler*innen zu traumatisiert, Lehrkräfte nicht dafür ausgebildet). Imho suggeriert auch die Überschrift dieses Threads inhaltlich eine absolute Fehlzuweisung von Verantwortung; dass die Schüler*innen an sich das Problem seien (und nicht das System, in dem sie ankommen und beschult werden sollen), wird so nirgends (seriös) ausgeführt.

  • Höre das auch bei uns.

    Gerade diese Aussage unterstützt, das von JoyfulJay Gesagte, wenn man die sonstigen Beiträge der Quelle wahrnehmen muss.

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Erste Einschätzung: schade, was da medial wieder für eine Sau durchs Dorf getrieben wird, die auf keinerlei empirischen Erkenntnissen beruht, dafür umso lieber von rechten Newsportalen (der "Deutschlandkurier" wird von einem AfD-nahen Verein herausgegeben und dessen Chefredakteur gibt an, dass dieser eine Art "BILD von rechts" (Quelle) sein soll; auf der Seite politikversagen.net empfiehlt sich ein Blick in die Autorenliste; der Chefredakteur der "Zuerst" war davor bei der "Jungen Freiheit", bekanntes neu-rechtes Medienorgan) künstlich aufgebauscht wird. Selbst der Beitrag bei News4Teachers bietet außer der reißerischen Überschrift (hier) eher Systemkritik (Brückenklassen zu voll, Schüler*innen zu traumatisiert, Lehrkräfte nicht dafür ausgebildet). Imho suggeriert auch die Überschrift dieses Threads inhaltlich eine absolute Fehlzuweisung von Verantwortung; dass die Schüler*innen an sich das Problem seien (und nicht das System, in dem sie ankommen und beschult werden sollen), wird so nirgends (seriös) ausgeführt.

    Dann wären Gegenquellen ja wünschenswert. Daher meine Frage hier. Erfahrungsberichte sind immer gut.

  • Dann wären Gegenquellen ja wünschenswert. Daher meine Frage hier. Erfahrungsberichte sind immer gut.

    Eine exemplarische Gegenquelle (News4Teachers) ist sogar verlinkt, inkl. der Einordnung, dass dort die Überschrift zwar dem Threadtitel entspricht, aber im Text direkt das Gegenteil (Systemkritik, wie in meinem ersten Beitrag ausgeführt) aussagt. Weitere Quellen findest du über 5 Sekunden Suchmaschine deiner Wahl.

    Ich persönlich halte wenig davon, in diesem Fall "Gegenquellen" einzufordern, da es schlicht keine empirischen Erkenntnisse gibt, welche die These stützen würden. Das sind ausschließlich geschickt genutzte Aussagen (u.a. durch Lehrkräfte, die im System(!), nicht wegen den Schüler*innen als Personen) an ihre Grenzen stoßen), für die man sich den Kontext und die Interpration zurechtgebogen hat, sodass sie rechte Narrative bedienen.


    Edit: Um Missverständnissen vorzubeugen: ich glaube nicht, dass Du dir entsprechende Aussagen zurechtgebogen hast, sondern die oben dargestellte Medienvertreter*innen, die durchaus wissen, wie sie rechtes Gedankengut platzieren können.

  • Edit: Um Missverständnissen vorzubeugen: ich glaube nicht, dass Du dir entsprechende Aussagen zurechtgebogen hast

    Da bin ich allerdings anderer Ansicht:

    Wenn ich mir die bisherigen (wenigen) Beiträge von TE so anschaue, komme ich für mich zu dem - zumindest vorläufigen - Schluss, dass wir hier einem Referenten von fachinformatiker begegnen.

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Da bin ich allerdings anderer Ansicht:

    Wenn ich mir die bisherigen (wenigen) Beiträge von TE so anschaue, komme ich für mich zu dem - zumindest vorläufigen - Schluss, dass wir hier einem Referenten von fachinformatiker begegnen.

    Könnten wir bitte beim Thema bleiben? Ich weiß nicht woher deine Verschwörungstheorie stammt, aber sie ist definitiv falsch.

  • Eine exemplarische Gegenquelle (News4Teachers) ist sogar verlinkt, inkl. der Einordnung, dass dort die Überschrift zwar dem Threadtitel entspricht, aber im Text direkt das Gegenteil (Systemkritik, wie in meinem ersten Beitrag ausgeführt) aussagt. Weitere Quellen findest du über 5 Sekunden Suchmaschine deiner Wahl.

    Ich persönlich halte wenig davon, in diesem Fall "Gegenquellen" einzufordern, da es schlicht keine empirischen Erkenntnisse gibt, welche die These stützen würden. Das sind ausschließlich geschickt genutzte Aussagen (u.a. durch Lehrkräfte, die im System(!), nicht wegen den Schüler*innen als Personen) an ihre Grenzen stoßen), für die man sich den Kontext und die Interpration zurechtgebogen hat, sodass sie rechte Narrative bedienen.


    Edit: Um Missverständnissen vorzubeugen: ich glaube nicht, dass Du dir entsprechende Aussagen zurechtgebogen hast, sondern die oben dargestellte Medienvertreter*innen, die durchaus wissen, wie sie rechtes Gedankengut platzieren können.

    Ich fordere keine Gegenquellen ein, sondern ich stelle in den Raum, dass hier zusammengetragene Erfahrungsberichte und Meinungen durchaus Potenzial haben, der Negativpresse entgegenzuwirken und aufzuklären.

  • ... bestärkt meinen Eindruck.

    Mir sind jedenfalls einige Punkte aufgefallen:

    • Ukrainische Schüler wissen oft nicht, ob und wann es nach Hause geht
    • Willkommens- und Brückenklassen behindern ein Zusammenwachsen mit den anderen Schülern
    • Deutsch wird schleppend oder unmotiviert gelernt, teils wegen Punkt 1
    • Daraus resultierende Lernfrustration und quasi "Sinnlosigkeit" des Schulbesuches
      -> Führt zu Konflikten mit Lehrern, unaufmerksamen Verhalten, Widerstand gegen Unterricht etc.


    Damit mir hier nicht wieder irgendwas unterstellt wird, frage ich konkret: hat jemand gleiche oder gegenteilige Erlebnisse zu berichten?

  • Wahrscheinlich gibt es noch keine offiziellen Untersuchungen, so dass man nur Erfahrungsberichte nehmen kann.


    Hinzu kommt bei uns, dass die "Wanderpokale" den Unterricht in diesen Klassen übernehmen dürfen.

    Das spannende ist ja, dass selbst die Erfahrungsberichte in den erwähnten Quellen eben nicht die These stützen, dass es ein Persönlichkeitsthema der Schüler*innen sei, sondern selbst die im Artikel zitierten Lehrkräfte durch die Bank bemängeln, dass sie nicht für traumatisierte Schüler*innen ausgebildet seien und das System nicht die Ressourcen bereitstelle, die es hierfür benötigen würde. Selbst in den Artikeln, die im ersten Beitrag verlinkt sind.


    Im Übrigen finde ich ganz schön heftig, über die "Motivation" im Unterricht von Kindern & Jugendlichen diskutieren zu wollen, deren Land gerade in Schutt und Asche zerlegt wird, die hier komplett neu anfangen müssen & sich dann in einem neuen Schulsystem mit neuer Sprache zurecht finden müssen. Diesen Kindern und Jugendlichen "Respektlosigkeit" und mangelnde Motivation basierend auf bewusst sehr gelenkt interpretierten Einzelaussagen von Lehrkräften zu unterstellen, wie es beschriebene Artikel tun, ist die tatsächliche Respektlosigkeit.

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