Es verändert sich, das ist der Lauf der Zeit.
Wenn es sich in deinen Augen nur verschlechtert, sagt das mehr über dich als über die Schüler aus.
... 'ne, is' klar. Noch was mehr Relativierung und gaslighting, ja? Typisch Magellan.
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Es verändert sich, das ist der Lauf der Zeit.
Wenn es sich in deinen Augen nur verschlechtert, sagt das mehr über dich als über die Schüler aus.
... 'ne, is' klar. Noch was mehr Relativierung und gaslighting, ja? Typisch Magellan.
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Willst du Maylin retten? Sie ist schon groß.
... 'ne, is' klar. Noch was mehr Relativierung und gaslighting, ja? Typisch Magellan.
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Und dieser Beitrag sowie das Auslachen von Magellans Beitrag sind ein Ausbund an Freundlichkeit und sachlichem Einwand?
Mich stört das ständige Gemecker über die schlimme Jugend. Nicht dass man nicht auch einfach mal Abkotzen dürfte und natürlich ist es besonders anstrengend mit verhaltensauffälligen SuS. Aber wer findet, dass Jugendliche per se mehr schlechte Eigenschaften haben "als früher" und kein gutes Haar an seinen Klassen lässt, hat nur von seiner Sicht gesprochen und nicht einen objektiv beobachtbaren Zustand beschrieben.
Ich frage mich dann auch, ob man noch wertschätzend mit ihnen umgehen kann? Würde mich wirklich interessieren. Wenn ich meine SuS grundsätzlich alle für-- hier beliebige negative Eigenschaften einfügen-- halten würde, dann würde ich den Job jedenfalls nicht gut machen können, er ist so schon anstrengend genug.
Und dieser Beitrag sowie das Auslachen von Magellans Beitrag sind ein Ausbund an Freundlichkeit und sachlichem Einwand?
Aktion und Reaktion, liebste Quitte. Mich wundert es nicht, dass du, die du ihm ja ein "Gefällt mir" erteilt hast, das Problem nicht im fortwährenden Mangel "an Freundlichkeit und sachlichem Einwand" siehst, sondern darin, dass diesem Mangel reaktiv-desavouriend der Spiegel vorgehalten wird - Splitter und Balken und so...
ZitatAber wer findet, dass Jugendliche per se mehr schlechte Eigenschaften haben "als früher" und kein gutes Haar an seinen Klassen lässt, hat nur von seiner Sicht gesprochen und nicht einen objektiv beobachtbaren Zustand beschrieben.
Was soll man dazu äußern, außer dasss du hier gerade einen Strohmann zum Abarbeiten formulierst? Bleib doch bei dem, was Maylin85 tatsächlich schreibt.
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Und um den Bogen zum eigtl. Thema mal wieder zu schlagen:
Natürlich dürften auch "verhaltensauffällig[e] Schüle[r]", "recht starr[e] Rahmenbedingungen des Schuldienstes" u.ä., Gründe sein, warum Quereinsteiger den Beruf wieder verlassen, zumal diese oft berufstechnisch flexibler sind.
Hinzu dürfte kommen, dass sich Lehrer oftmals kaum mehr (primär) auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können: Das Unterrichten bzw. die Qualifikation, Selektion und Allokation. Ich (stellvertretend für wahrscheinl. nicht wenige Lehrer, zumindest außerhalb dieses Forums) ziehe den Wert meiner Profession aus der Relevanz der gesellschaftlichen Aufgabe, die ich eigentlich erfülle, nicht weil ich „all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf auf das Wohl der mir anvertrauten Kinder hin“ (Klaus Zierer) ausrichten würde, das ist nicht meine Aufgabe. Aber die Bildungspolitik erschwert mir die Wahrnehmung dieser Aufgabe massiv, macht sie zum Teil unmöglich.
Und das ist es, was frustriert. Das ist es, was auch viele Kollegen psychisch zermürbt: Die miserablen Rahmenbedingungen, die Torpedierung der Hauptaufgaben der Lehrerprofession. Was alles schief läuft, lässt sich anhand der folgenden Desiderata erahnen. Denn wir brauchen all das Folgende – in a nutshell:
Und weil all das nicht gegeben ist, geht es i. S. e. Abwärtsspirale… ja, abwärts halt, mit anhaltender Beschleunigung. Und da sind wir beim Ausgangspunkt: Die Desiderata zeigen uns, woran es fehlt und womit die Kernaufgabe der Lehrerprofession sukzessive unterminiert wird.
Die allerortens (auch politisch protegierte) Anpassung nach unten hin ist eines der Symptome. Man merkt es ja vielleicht auch selbst, das deutlich verkürzt wird, ohne dass die Rahmenbedingungen angepasst werden:
Da mussten (hier in NRW beispielsweise) in der Unter-/Mittelstufe ehedem noch drei Klassenarbeiten bis zu den Weihnachtsferien geschrieben werden, egal wie viele Klassen/Kurse man in den Stufen hat, egal wie viele Oberstufenkurse inklusive Klausuren man betreuen muss, egal wie hoch der Krankenstand ist, egal wieviele Stunden zusätzlich ausfallen, egal wie viele (redundante) Konferenzen einem gleichzeitig oktroyiert werden, egal ob noch Tage der offenen Türen, Qualitätsanalysen und Co. ins Haus stehen… und wenn man dann nicht selbst krank wird, dann werden zumindest oftmals die Leistungsüberprüfungen angepasst, vulgo simplifiziert, einfach damit man die schiere Menge an Klassenarbeiten/Klausuren überhaupt noch vor Notenschluss korrigiert bekommt (bspw. lieber multiple-choice-Aufgaben zum Abhaken, statt Freitextformate) – ich kann mich davon nicht freimachen, aber es ist nicht das, was ich eigtlich im Sinn habe, was der Bedeutung meiner Aufgabe angemessen wäre.
Und gegen Ende des Schuljahres werden unzählige Defizite plötzlich wieder gerade noch so keine Defizite mehr sein… damit man nicht auch in den Sommerferien Bestehensprüfungen für Schüler konzipieren muss, die ja in der Regel im Gros nicht ohne Grund nicht versetzt werden und bei denen regelmäßig auch eindeutig ist, dass sie die Bestehensprüfung nicht schaffen werden. So erlebe ich das regelmäßig: Von den circa zwei Dutzend 10-ern, die eigentlich nicht versetzt wären, bleibt nach den Zeugniskonferenzen dann, wie durch ein Wunder, noch ein halbes Dutzend (die Hälfte davon dann wieder bei mir), weil man sich nicht mit Widersprüchen auseinandersetzen, weil man seine Freizeit nicht opfern will. Und ich kann es den Kollegen nicht verübeln, denn es ist eines der vielen systemischen Probleme, die zur massiven Erosion unseres Bildungssystems beitragen.
Und all das frustriert… und jemand mit weniger Resilienz oder mit höheren (vulgo: illusorischen) Ansprüchen an seinen Unterricht und vielmehr die heutige Schülerschaft, mit mehr Mitgefühl für seine Schüler (und der Attitüde alle ‚retten‘ zu wollen) mag da in den Burnout getrieben werden. Es ist ja auch zum Verzweifeln.
Das Resultat ist dann am Ende auch das, was wohl ohnehin zunimmt: Nur noch Dienst nach Vorschrift (oder moderner: quiet quitting). Nicht falsch verstehen: Das ist nicht, was ich will… aber das ist ein Selbstschutzmechanismus, der wohl vielen der Ausweg sein wird, wenn das System nicht eine 180°-Drehung zu seinen Wurzeln vornimmt.
Etc.
Und jetzt der Bogen zum eigtl. Thema:
Das wird auch das Bestehen eines Referendariats nicht ändern (gerne mal informieren, wie es mit den Ausstiegsquoten 'ordentlicher' Lehrer aussieht - GIYF).
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Ich meinte Schulaufsicht, nicht Schulverwaltung, was ich als weitgehend synonym verstanden hätte, was es aber wohl nicht ist, sorry.
Es verändert sich, das ist der Lauf der Zeit.
Wenn es sich in deinen Augen nur verschlechtert, sagt das mehr über dich als über die Schüler aus.
Eigentlich reicht da eine ganz sachliche Betrachtung. Kürzere Aufmerksamkeitsspannen und Konzentrationsfähigkeit sind nicht subjektiv herbeiphantasiert. Mehr Gewalttaten an Schulen auch nicht. Die Erosion von Verhaltensnormen lässt sich überall im öffentlichen Raum beobachten, natürlich auch in der Schule. Sinkende Leistungsbereitschaft spiegelt sich in sämtlichen Leistungserhebungsstudien, aber auch in den Stimmen von Universitäten und Ausbildungsbetrieben.
Wo genau zeigen sich denn positive Entwicklungen?
Ich frage mich dann auch, ob man noch wertschätzend mit ihnen umgehen kann? Würde mich wirklich interessieren. Wenn ich meine SuS grundsätzlich alle für-- hier beliebige negative Eigenschaften einfügen-- halten würde, dann würde ich den Job jedenfalls nicht gut machen können, er ist so schon anstrengend genug.
Warum sollte man das nicht können? Auf persönlicher, zwischenmenschlicher Basis kam und komme ich mit fast allen Schülern gut zurecht. Ich war auch an 2 meiner Schulen SV-Verbindungslehrer. Aber an der konkreten Unterrichtsarbeit verzweifel ich immer öfter, weil oftmals einfach kein zielführender Fachunterricht mehr möglich ist. Wenn mein Job einfach nur pädagogisches Tralala wäre, wäre mir das egal und dann mache ich eben, was uns fröhlich über den Tag bringt. Kein Ding. In dem Moment, in dem ich konkreten Lernzielen verpflichtet bin, frustriert mich die Diskrepanz zwischen formalen Leistungsvorgaben einerseits und dem, was die Schüler mitbringen und mit ihnen möglich ist andererseits, endlos. Weil man in ständiger Dissonanz lebt und dank des ständig notwendigen Verhaltensmanagements schlichtweg seine Fachinhalte nicht in gebotener Tiefe vermittelt bekommt.
Daher: ich mache den Job sehr gerne, wenn Schüler MIT mir arbeiten. Wenn ich den Großteil der Zeit damit verbringen muss, Fehlverhalten ENTGEGEN zu wirken und überhaupt erst eine Umgebungskultur herzustellen, in der fachliches Arbeiten stattfinden kann, ätzt mich das an. Und wenn man sich so umhört, kippt an vielen Schulen das Verhältnis hier ins Letztere.
Wie gesagt, sie sind anders als früher, sie spiegeln die Welt.
Wie gesagt, sie sind anders als früher, sie spiegeln die Welt.
Das unterschied zu früher ist, dass es heute den meisten Lehrkräften nicht mehr egal ist ob jemand mitkommt und die Schüler sagen dir heute was sie denken, anstatt es für dich zu behalten.
Ich hätte heute viel mehr Probleme durch die Schule zu kommen. Ich konnte mich immer verstecken und durchmogeln. Das geht heute nicht mehr so einfach.
Warum sollte man das nicht können? Auf persönlicher, zwischenmenschlicher Basis kam und komme ich mit fast allen Schülern gut zurecht
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Daher: ich mache den Job sehr gerne, wenn Schüler MIT mir arbeiten. Wenn ich den Großteil der Zeit damit verbringen muss, Fehlverhalten ENTGEGEN zu wirken ...
Okay, aber wie passt das zusammen? Du denkst, dass alle Jugendlichen weniger "Manieren" haben, weniger leistungsbereit sind usw. als vor 20 Jahren. Und dann lässt du dich als Vertrauenslehrerin aufstellen und kümmerst dich zusätzlich am Nachmittag um sie? Da müssten sie ja auch anders als vor 20 Jahren sein, gelangweilt, unhöflich und faul. Würde mich wundern, wenn du dich da auch noch vollnölen lassen würdest.
Deswegen meinte ich: eigentlich hat man/ habe ich zumindest grundsätzlich Vertrauen in diese Kinder und dass sie ihren Weg gehen werden, auch wenn man trotzdem genervt von ihrem Verhalten im Unterricht ist, weil's anstrengend ist.
Ich denke, dass die meisten Jugendlichen nach wie vor im Grundsatz nette Menschen sind. Wir können übers Wochenende oder Zukunftssorgen oder das verstorbene Haustier oder den bevorstehenden Termin beim Jugendrichter oder was auch immer quatschen, alles kein Problem. Dennoch fucked mich Unterricht mit den gleichen Jugendlichen ggf. ab, wenn sie ein beschissenes Unterrichts-, Arbeits- und (untereinander) oft auch Sozialverhalten haben. Das schließt sich doch nicht aus. Und ich bin nunmal kein Sozialarbeiter, sondern sehe meine Primärfunktion immer noch darin, Fachinhalte gemäß Vorgaben zu vermitteln. Dass das häufig gar nicht möglich ist, weil die Schüler sich nicht schuladäquat gebarden, verleidet mir den Job schon ziemlich und deswegen würde ich ihn auch nicht mehr wählen. Mich würde nicht wundern, wenn es Quereinsteigern ähnlich ginge, denn dass Schule letztlich überwiegend Verhaltensmanagement ist, stellt man sich im Vorfeld vermutlich auch nicht unbedingt so vor.
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