Stress und Streit mit der OGS

  • Kommt doch total auf die Situation an? Natürlich kann man das Gebäude wechseln. Wenn ich aber seit August in meinem Klassenzimmer Hausaufgaben betreue und plötzlich kommt jemand rein und verfügt, dass ich einen anderen Raum dafür zu nutzen habe, darf doch wenigstens freundlich miteinander gesprochen werden, wie und warum das nötig ist.

    Sonst geht es offenbar nur ums Rechthaben und da säße ich dann wohl auch am längeren Hebel.

  • Doch, in Berlin ist das sicherlich Aufgabe der Schulleitung, weil die für den ganzen Schulablauf ganztägig (nennt sich offener Ganztag) die Verantwortung trägt.

    Das mag bei euch anders geregelt sein, einig waren wir uns aber, dass die OGS-Leitung nicht weisungsbefugt für die Lehrkräfte auch bei euch ist, also mit welcher Begründung will sie diesen Raumwechsel so mit Gewalt durchsetzen und welcher Berechtigung?!?

    Natürlich trägt die Schulleitung die Gesamtverantwortung für alle schulischen Abläufe. Das steht aber gerade nicht im Widerspruch dazu, dass auch andere Personen koordinative Aufgaben in ihren Teilbereichen wahrnehmen und hierfür auch ermächtigt wurden. Das kann dann auch die Raumorganisation im Ganztag betreffen. Die Annahme, dass man sich ausschließlich von der Schulleitung etwas sagen lassen muss und alles andere ignorieren kann, geht jedenfalls fehl.


    Wird sich nicht hier oft genug (zurecht!!!) darüber beschwert, dass an den GS die SL weitgehend auf sich alleingestellt ist und zu wenig Support bei der Leitung hat? Dann ist es doch reichlich widersinnig, vorhandenen Support nicht auch zu nutzen.

  • Guten Morgen,

    Danke für die Erklärungen. Gestern hat die OGS-Leitung verlangt, dass ich meine Hausaufgabengruppe woanders mache. Ich habe gemeint, dass ich dann dafür extra zwischen den Gebäuden laufen muss. Ich meinte, dass ich es nicht für sinnvoll halte und sie dann nur,dass sie di OGS-Leitung sei.

    Naja, da seid ihr aber beide mit einer ziemlich schwachen Argumentation unterwegs. Da würde ich mir schon ein besseres Argument überlegen als die eigene Bequemlichkeit.

  • Die Sache ist, dass sie mir nicht weisungbefugt ist. Die Schulleitung macht die Raumplanung. Die OGS-Leitung will bei der Zeugniskonferenz dabei sein. Darf sie das? Sie will einige Noten beanstanden.

  • Die OGS-Leitung will bei der Zeugniskonferenz dabei sein. Darf sie das? Sie will einige Noten beanstanden.

    Musst du mal bei euch ins Schulrecht schauen, kann ich mir aber nicht vorstellen, dass sie das darf und schon gar nicht, dass sie stimmberechtigt ist.


    Aber die Frage solltest du wohl eher an die Schulleitung abgeben. Ich glaube, da dreht gerade jemand völlig ab und überschätzt seine "Macht"

  • LOL. Ganz ehrlich, das eine OGS-Leitung schwierig sein kann, was Raum- und Einsatzplanung angeht, kann ich mir gut vorstellen. Zeugniskonferenz und Noten sind aber eins zu viel. Das glaube ich dir nicht.

    Das mag sein, dass du das nicht kennst, aber doch, sowas glaube ich schon, denn ich kenne eben genau so etwas.

  • Was macht man da, außer lachend weitergehen?

    Das ist halt der Punkt, den Raum soll man anstandslos wechseln, weil die Person das so will, aber bei Notenmitspracheansprüchen soll man lachend weitergehen?

    Die Aufgaben müssen klar definiert sein, man sollte sich als Lehrkraft nicht ständig Gedanken machen müssen, wie man mit allen Befindlichkeiten aller Beteiligten umgeht.

  • Das ist halt der Punkt, den Raum soll man anstandslos wechseln, weil die Person das so will, aber bei Notenmitspracheansprüchen soll man lachend weitergehen?

    Ja, denn es ist offensichtlich, dass eine den Ganztag koordinierende Person genau für diesen Bereich (im Auftrag der SL) auch Anweisungen wie einen Raumwechsel im Ganztag geben kann und dass eine den Ganztag koordinierende Person bei der Notenfestlegung in den Fächern wohl eher nichts mitzubestimmen hat.


    Noch etwas allgemeiner als Checklist: Eine koordinierende Person für einen Aufgabenbereich A möchte euch etwas anweisen.

    a) Das betrifft genau die Tätigkeit im Aufgabenbereich A --> Die Person ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch die SL dazu bemächtigt, hier Anweisungen zu treffen. Das sollte dann auch beachtet werden ohne sofort zur SL zu rennen.

    b) Das betrifft einen völlig anderen Aufgabenbereich B --> Die Person hat euch gegenüber dazu mit hoher Sicherheit keine Weisungsbefugnis.


    Die Haltung, ausschließlich die SL habe überhaupt eine Weisungsbefugnis, die nicht delegiert werden könne, geht wirklich fehl. Man stelle sich mal vor, an den Schulen würde der Stunden- und Vertretungsplan grundsätzlich nicht ernstgenommen werden, weil er nicht durch die SL persönlich erstellt wurde. Ok, to be fair: Wir hatten auch eine Lehrkraft, der wir erst einmal erklären mussten, dass Einladungen zu Fachkonferenzen auch dann ernstzunehmen sind, wenn nicht die SL diese versendet, sondern die Fachbereichsleitung :autsch:

  • Warum sollte man den Raum wechseln? Für die Kinder spielt das keine Rolle, wo sie ihre Aufgaben machen, und der Lehrer kann bei Leerlauf seinen Kram sortieren. "Ich bin in meinem Klassenraum. Schickt die Kinder bitte her." Gespräch beendet. Lasst nicht alles mit euch machen.

  • Warum sollte man den Raum wechseln? Für die Kinder spielt das keine Rolle, wo sie ihre Aufgaben machen, und der Lehrer kann bei Leerlauf seinen Kram sortieren. "Ich bin in meinem Klassenraum. Schickt die Kinder bitte her." Gespräch beendet. Lasst nicht alles mit euch machen.

    Für die Abläufe im Ganztag kann es sinnvoll sein, die Raumressourcen auch mal anders zu nutzen als nach dem Prinzip von lehrkräftegebundenen Exklusivräumen.

    Als Beispiel: es kann zum Beispiel sein, dass an einem konkreten Tag mal eine Gruppe für eine bestimmte Tätigkeit gesplittet und dann parallel in möglichst benachbarten Räumen arbeiten muss, um kurze Wege zu haben. Eine davon völlig entkoppelte Gruppe kann dann durchaus auch mal den Raum wechseln anstatt der gesplitteten Gruppe aus Prinzip das Leben schwer zu machen. Es kann auch sein, dass eine Lehrkraft sonst einen Fachraum fest zugeteilt bekommen hat, dieser aber einmalig auch mal von einer anderen Gruppe benötigt wird. Und ja, solche Raumwechsel dürfen auch von den Verantwortlichen angewiesen werden, ohne dass die SL da erst ihre Unterschrift drunter setzen muss.

    Aber dazu wissen wir vom konkreten Fall zu wenig.

  • Noch etwas allgemeiner als Checklist: Eine koordinierende Person für einen Aufgabenbereich A möchte euch etwas anweisen.

    a) Das betrifft genau die Tätigkeit im Aufgabenbereich A --> Die Person ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch die SL dazu bemächtigt, hier Anweisungen zu treffen. Das sollte dann auch beachtet werden ohne sofort zur SL zu rennen.

    b) Das betrifft einen völlig anderen Aufgabenbereich B --> Die Person hat euch gegenüber dazu mit hoher Sicherheit keine Weisungsbefugnis.

    1. Wer ist euch?

    2. Es ging darum, dass jemand an Notenkonferenzen teilnehmen will, um die Noten der Lehrkräfte zu hinterfragen. Ist sehr wahrscheinlich nicht seine Aufgabe. Und nun? Der Konflikt ist doch trotzdem da.

    Und da in NDS sogar Eltern überall dabei sitzen dürfen, muss man offenbar wieder mal selbst nachlesen, wer wozu berechtigt ist.

  • Wir sind alle Pädagogen und mir ist egal, ob einer Erzieher, Sozialpädagoge oder Kinderpfleger ist. Aber jeder pädagogischer Beruf hat nun einmal seinen Fokus. Deshalb bin ich nicht Erzieher geworden(nicht abwertend). Deswegen finde ich ein Unding,dass die OGS-Leitung als "Gast" bei der Zeugniskonferenz teilnehmen darf.

  • 1. Wer ist euch?

    2. Es ging darum, dass jemand an Notenkonferenzen teilnehmen will, um die Noten der Lehrkräfte zu hinterfragen. Ist sehr wahrscheinlich nicht seine Aufgabe. Und nun? Der Konflikt ist doch trotzdem da.

    Und da in NDS sogar Eltern überall dabei sitzen dürfen, muss man offenbar wieder mal selbst nachlesen, wer wozu berechtigt ist.

    1. Allgemeine Anrede an mehrere Personen, da dies zu einer verallgemeinerten Aussage als Tipp gehörte.

    2. Alle Lehrkräfte sollten hinreichende Kenntnis schulrechtlicher Zusammenhänge haben und spätestens in einem solchen Konfliktfall schlicht mal nachschauen können, wie das nun aussieht. Das hat auch nichts mit einem polemischen "muss man offenbar wieder mal selbst nachlesen" zu tun, das sollte eher der Standard sein.

    Deswegen finde ich ein Unding,dass die OGS-Leitung als "Gast" bei der Zeugniskonferenz teilnehmen darf.

    Ich mag auch nicht immer Anwesenden bei Sitzungen, aber da sollte man drüber stehen. Alles andere ist verschwendete Mühe. Ansonsten gilt für NDS relativ klar, dass der "Zeugnis"konferenz (also eigentlich Klassenkonferenz) neben den Lehrkräften und Anwärtern in der Klasse auch pädagogische Mitarbeiter angehören, sofern sie mit der Klasse arbeiten. Sollte das auf die OGS-Leitung zutreffen - was durchaus denkbar ist - dann ist diese eben dabei. Wenn sie nicht mit der Klasse zu tun hat, dann ist sie eben nicht dabei.

    Falls sie dabei ist, dann kann man das vorgesehene Verfahren eigentlich nur so nüchtern-sachlich durchziehen, wie möglich. Sie kann dann auch Anträge zur Aufnahme von Zeugnisbemerkungen stellen, über die dann halt schlicht abgestimmt wird. Über Einzelnoten hat sie natürlich nicht zu bestimmen, diese auf Anfrage kurz erläutern kann aber vermutlich jede Fachlehrkraft hinreichend sicher.

  • Sie gehört bei uns nach Beschluss zur erweiterten Schulleitung, aber von der erweiterten Schulleitung ist niemand den anderen Kollegen weisungsbefugt, der nicht Schulleiter oder Konrektor bei uns ist. Da sitzen Lehrer und Erzieher mit drin, aber die sind alle gleichberechtigt.

    Das ist eine unglückliche Lösung, denn da ist der Konflikt schon vorprogrammiert.

  • Das finde ich schwierig, es gibt einfach Regeln, die müssen ganztägig gleich sein (kein Kind läuft auf Socken durchs Schulhaus, keine Lutscher, bestimmte Räume dürfen nur mit Hausschuhen betreten werden, im PC-Raum wird nicht gegessen usw.) und das muss auch für alle klar sein.

    Genau. An meiner letzten Schule war es so, dass so manche Dinge, gerade was das Verhalten betraf, aus dem Ruder gelaufen sind, weil die OGS bestimmte Sachen anders gehandhabt hat als wir. Deshalb wurden gemeinsame Konferenzen zwecks Besprechung von auftretenden Schwierigkeiten und den Lösungen eingeführt. Da ging es vor allem um die Optimierung der Organisation und Information. Das hat dann zur besseren Koordination geführt.

    Allerdings gab es auch Knackpunkte: Nicht alles, was das OGS Personal von uns erwartet hat und wir gerne gehabt hätten, war leistbar. Gerade, was z.B. die Regelung der Hausaufgaben betraf. Ein Problem war auch immer das Verhalten der Schüler. Die OGS hätte gerne unsere Regeln übernommen, doch das war dort schlechter durchführbar, das lag an der organisatorischen Situation und teilweise am Personal.

    Gerade im pädagogischen Bereich, was die Einschätzung und Förderung betraf, habe ich manche Dinge als Kompetenzüberschreitung wahrgenommen. Z.B. wurden Sachen selbstständig veranlasst ohne mit den Lehrern Rücksprache zu halten bzw. einmal ein gemeinsames Projekt zu machen. Ich glaube, das lag eher daran, dass die Aufgaben im pädagogischen Bereich nicht klar definiert waren.

  • Ich wiederhole mich und behaupte, dass die beschriebenen Konflikte ganz typisch sind. Merkt man auch daran, dass aus jedem Bundesland dieselben Diskussionen auftauchen:

    - Durchsetzen von Regeln im Schulhaus, die nachmittags im offenen Bereich anders sind als vormittags im Klassenraum

    - Raumfragen

    - Materialnutzung/ Ordnung

    - Kompetenzfragen

    - Aufgabenklarheit

    - Rollenklarheit

    - Kommunikation

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