Mit der Kappe im Unterricht- Wie handhabt ihr das?

  • Ich habe heute Morgen eine Nachricht von einer der wenigen Kollegen an meiner ehemaligen Schule erhalten, mit der Info, dass sie verstehen kann, warum ich die Schule gewechselt habe und der Fall einer anderen Kollegin jetzt groß aufgebauscht wird mittels extra einberufener Konferenz.

    Was war passiert?
    Ein Schüler saß mit der Baseball Kappe im Unterricht und wollte diese partout nicht absetzen.

    Eine weitere Kollegin (sehr konservativ) bestand darauf und es ging zum Schulleiter. Der weigerte sich dies zu sanktionieren, also ging es vor den Personalrat.

    In einer extra anberaumten Zusammenkunft soll der Fall noch einmal besprochen werden.

    Ganz ehrlich: Aber so war vieles an der Schule. Ich muss ja sagen, dass ich das in meinem Unterricht auch nicht erlaube. Außer jemand trägt die Kopfbedeckung aus religiösen Gründen.

    Ich möchte denjenigen sehen, der mir da gegenüber sitzt. Außerdem gehört es für mich zum Anstand, dass man in der Klasse die Kopfbedeckung absetzt. Das haben bisher auch alle SuS verstanden, wenn es auch kleinere Diskussionen gab. Im Fall der Kollegin war der Schüler wohl resistent.

    Sehr überrascht war ich, als bei einer Hospitation meiner Fachleiterin ein Schüler ebenfalls eine Kappe trug. Ich sprach sie dann auch sehr direkt darauf an, worauf sie meinte, es wäre ihr egal. Hat mich ziemlich überrascht, da im Seminar ja viele sehr konservativ unterwegs sind.


    Wie handhabt ihr das bei euch?

  • Kappen stören mich nicht. Das halbe Kollegium trägt irgendwas auf dem Kopf, von Kappe bis Toupet. Einfach keine Probleme konstruieren, gibt so schon genug mit dem man sich herumschlagen muss.

  • Also langsam reicht es mit deinen irren Beiträgen. Man kann sich das Leben auch schwer machen. Wer Kappe trägt, trägt Kappe.

    Und ich sehe zwischen Kopftuch und Kappe mal überhaupt keinen Unterscheid. Beides ist nicht angewachsen. Warum soll Religion wichtiger sein als beispielsweise Scham wegen Haarausfall oder dem besseren Gefühl, mit der Kappe dort zu sitzen ganz allgemein. Schadet doch keinem.

  • Kappen stören mich nicht. Das halbe Kollegium trägt irgendwas auf dem Kopf, von Kappe bis Toupet. Einfach keine Probleme konstruieren, gibt so schon genug mit dem man sich herumschlagen muss.

    Na, ja aber du bereitest deine Schüler ja auch aufs spätere Leben vor und wenn in der Ausbildung sitzen und bei einer Bank arbeiten, gibt es dann auch gewisse Regeln.

    Ich akzeptiere deine Meinung, auch wenn ich die Sache etwas anders sehe.

    Wir bereiten die Jugendlichen ja auch vor und wie gesagt möchte ich denjenigen sehen, der mir da gegenüber sitzt.

    Für mich sind das auch keine konstruierten Probleme, sondern eine Frage des Respekts.

    Für mich sind die Argumente Respekt und Höflichkeit, Kommunikation (ich will das Gesicht sehen) und Ordnung und Lernatmosphäre ausschlaggebend. An einer Realschule, an der ich zuvor gearbeitet habe stand es übrigens als Verbot in der Hausordnung.

    Meines Erachtens gibt es gewisse Regeln, auch wenn ich nicht wie die Kollegin aufs Äußerste gehen würde.

  • Also langsam reicht es mit deinen irren Beiträgen. Man kann sich das Leben auch schwer machen. Wer Kappe trägt, trägt Kappe.

    Und ich sehe zwischen Kopftuch und Kappe mal überhaupt keinen Unterscheid. Beides ist nicht angewachsen. Warum soll Religion wichtiger sein als beispielsweise Scham wegen Haarausfall oder dem besseren Gefühl, mit der Kappe dort zu sitzen ganz allgemein. Schadet doch keinem.

    Der Beitrag ist nicht irre, sondern ein berechtigtes Problem. Nur weil du es okay findest, muss das nicht für alle zutreffen.

    Ein Kopftuch wird aus religiösen Gründen getragen. Eine Kappe aus Freizeitspaß. Das ist ein Unterschied.

    Willst du jetzt allen Ernstes über den Sinn von Religiösität diskutieren?

    Ich würde es lediglich bei Chemotherapie oder nachvollziehbaren Gründen akzeptieren. Frag mal deine Kollegen, wie die dazu stehen. Es sehen bei weitem nicht alle so. Sonst wäre es als Verbot nicht in zahlreichen Schulordnungen verankert.

    Als ich für ein Austauschjahr in Minnesota war, wurden sogar bauchnabelfreie Shirts unterbunden. Von der Kappe reden wir nicht erst.

    Hier in Deutschland ist es ja ähnlich. Unterricht hat nun mal keine Stammtischmentalität und den sollte es auch nicht haben. Wobei es mich nicht wundert, dass die Schüler die heute Kappe tragen später mit Jogging und Baseballcap im Hörsaal sitzen. In meinen Augen stark fragwürdig. Aber ja. Geht nun mal immer mehr bergab mit Werten und Normen oder Respekt.

  • Du kannst im Leben ständig Kappe tragen. Einkaufen, in Bus und Bahn, in der Bank, beim Schlittschuhlaufen, in der Kfz-Werkstatt, in der Lehrerkonferenz, ... Warum soll es dann im Klassenzimmer nicht gehen? Die Schüler haben ein Recht darauf, ihre Persönlichkeit zu entfalten. Dabei unterstütze ich. Klar, wenn ich im Unterricht das Thema Bewerbungsgespräch habe, dann geht es auch ums Auftreten und da wird dann auch geklärt, wie eine Kappe bei einem Bewerbungsgespräch ankommt. Und auch Sicherheitsvorschriften können ein Grund sein, der eine Kappe verbietet. Aber Respekt? Was ist denn respektvoll daran, jemandem vorzuschreiben, sein Haupt zu entblößen?

    Ich bin recht groß und stehe im Unterricht meistens. Trotzdem hat mich noch kein Kappenschirm davon abgehalten, einen Schüler zu sehen. Und wenn das wirklich der Grund wäre, wären dann Bandanas, Mützen oder Kapuzen in Ordnung? Oder reicht es, denn Kappenschirm nach hinten zu tragen?

  • Hier in Deutschland ist es ja ähnlich. Unterricht hat nun mal keine Stammtischmentalität und den sollte es auch nicht haben. Wobei es mich nicht wundert, dass die Schüler die heute Kappe tragen später mit Jogging und Baseballcap im Hörsaal sitzen. In meinen Augen stark fragwürdig. Aber ja. Geht nun mal immer mehr bergab mit Werten und Normen oder Respekt.

    Und wo ist da genau das Problem? Ist der Hörsaal für Anzugträger gemacht? Ich halte Anzugträger für Lackaffen, mich interessiert die Kompetenz einer Person, nicht die Klamotten.

  • Du kannst im Leben ständig Kappe tragen. Einkaufen, in Bus und Bahn, in der Bank, beim Schlittschuhlaufen, in der Kfz-Werkstatt, in der Lehrerkonferenz, ... Warum soll es dann im Klassenzimmer nicht gehen?

    Weil Schule Verpflichtung ist und der Rest Freizeit. In meiner Freizeit kann ich solange es nicht Erregung öffentlichen Ärgernisses in kurzer Hose herumlaufen. In einer Gemeinschaft gibt es festgelegte Regeln, die zum Glück größtenteils in der Schulordnung verankert werden. Die KFZ Werkstatt ist nun mal kein Klassenzimmer und der Rewe um die Ecke nicht die Lehrerkonferenz. Im Übrigen habe ich nicht einen Kollegen erlebt, der sich mit Kappe in die Konferenz gesetzt hätte. Der hätte von den Kollegen einen ordentlichen shit storm kassiert. Mindestens seltsame Blicke.

    Ja, es hat sehr wohl mit Respekt zu tun. In unserer Kultur gilt es als unhöflich bestimmte Räume mit Kopfbedeckung zu betreten. In einer Moschee würdest du auch keine kurze Hose tragen.

    Kapuzen sind genau wie Caps abzusetzen.

  • Weil Schule Verpflichtung ist und der Rest Freizeit. In meiner Freizeit kann ich solange es nicht Erregung öffentlichen Ärgernisses in kurzer Hose herumlaufen.

    Also darf man bei dir nichtmal kurze Hose tragen? Die trage ich ab 25 Grad immer und überall, vom Einkaufen über die Bank und ganz besonders an meinem Arbeitsplatz, der Schule!

  • Und wo ist da genau das Problem? Ist der Hörsaal für Anzugträger gemacht? Ich halte Anzugträger für Lackaffen, mich interessiert die Kompetenz einer Person, nicht die Klamotten.

    Im Hörsaal studiert die Elite. Und die läuft nicht herum wie die Flodders oder ein Assi auf RTL2. Intelligenz= angemessene Kleidung. Oder rennst du auf eine Hochzeit in der Badehose? Doch sicher nicht.

    Leider hat man in den vergangenen 20 Jahren eher den Trend, dass das Bildungssystem soweit kippt, dass Leute studieren, die früher nicht einmal die mittlere Reife bekommen hätten und die dann dementsprechend diese Ungepflogenheiten hineinbringen. Frag mal einen Prof, warum er nicht im Hawaiihemd und in Badelatschen im Hörsaal steht oder sich angemessen kleidet. Die Antwort wird dementsprechend sein.

  • Im Hörsaal studiert die Elite. Und die läuft nicht herum wie die Flodders oder ein Assi auf RTL2. Intelligenz= angemessene Kleidung. Oder rennst du auf eine Hochzeit in der Badehose? Doch sicher nicht.

    Die Elite? Ich bitte dich. Wie lächerlich kann man sich machen? Milli so: Ja.

  • Weil Schule Verpflichtung ist und der Rest Freizeit.

    Genau, und weil es ein Pflichtraum ist, müssen die Rechte der Schüler besonders geschützt werden. Dazu gehört die Religionsfreiheit, aber auch das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit. Und wenn für einen Schüler das Tragen einer Kappe dazu gehört, dann mache ich das, was respektvoll und höflich ist: ich respektiere das.

    Die KFZ Werkstatt ist nun mal kein Klassenzimmer

    Bei uns schon.

    Im Übrigen habe ich nicht einen Kollegen erlebt, der sich mit Kappe in die Konferenz gesetzt hätte. Der hätte von den Kollegen einen ordentlichen shit storm kassiert. Mindestens seltsame Blicke.

    Na und? Drüber stehen, beim nächsten Mal ist es schon egaler.

  • Frag mal einen Prof, warum er nicht im Hawaiihemd und in Badelatschen im Hörsaal steht oder sich angemessen kleidet. Die Antwort wird dementsprechend sein.

    Ich habe zumindest mal keinen Prof gesehen, der Anzug getragen hat. Hemd war auch selten. Meine Profs waren genau ein gutes Beispiel dafür, dass sich Kompetenz eben nicht an Kleidung misst.

  • Das Lob gebe ich gern an dich zurück. Sehr schade, dass man mit angeblichen Lehrkräften über Normen, Anstand und Respekt diskutieren muss.

    Siehst du mal, ich habe im Gegensatz zu dir mein Ref auch bestanden, ohne immer und überall anzuecken. Komisch. Und das ganz ohne Hemden und mit kurzen Hosen im Sommer. Dito für die Lebenszeitverbeamtung und meine A14-Revision. Verwirrend.

  • Frag mal einen Prof, warum er nicht im Hawaiihemd und in Badelatschen im Hörsaal steht oder sich angemessen kleidet.

    Mein Linguistikprofessor in Spanisch: Hawaiihemd. Mein Linguistikprofessor in Deutsch: Kappe und Hoodie. Die Literaturwissenschaftler waren allerdings tatsächlich zugeknöpft.

  • Genau, und weil es ein Pflichtraum ist, müssen die Rechte der Schüler besonders geschützt werden. Dazu gehört die Religionsfreiheit, aber auch das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit. Und wenn für einen Schüler das Tragen einer Kappe dazu gehört, dann mache ich das, was respektvoll und höflich ist: ich respektiere das.

    Das ist deine Meinung und so sehen die Mehrheit der Schulordnungen glücklicherweise nicht aus.

    Religion ist nicht mit Persönlichkeitsrechten freizusetzen. Zwei verschiedene Dinge. Sicher kann man eine Religion freiwillig ausüben, aber das Tragen des Kopftuchs hat einen vollständig anderen Hintergrund.


    Kurz und knapp:

    Religionsfreiheit ist ein Grundrecht.
    Religiöse Kopfbedeckungen (z. B. Kopftuch, Kippa, Turban) sind Ausdruck einer religiösen Pflicht oder Überzeugung und stehen unter besonderem verfassungsrechtlichem Schutz.

    Eine Kappe ist keine religiöse Notwendigkeit.
    Sie ist in der Regel ein Mode-, Gewohnheits- oder Komfortgegenstand, also freiwillig und jederzeit ablegbar, ohne Gewissenskonflikt. Schulen müssen weltanschaulich neutral sein, dürfen aber religiöse Praxis nicht ohne Weiteres einschränken. Eine Kappe hat keinen vergleichbaren Schutzanspruch.

    Bei uns schon.


    Du weißt genau was ich meine.

  • Siehst du mal, ich habe im Gegensatz zu dir mein Ref auch bestanden, ohne immer und überall anzuecken. Komisch. Und das ganz ohne Hemden und mit kurzen Hosen im Sommer. Dito für die Lebenszeitverbeamtung und meine A14-Revision. Verwirrend.

    Ist glücklicherweise nicht nachprüfbar.

    Ich erschrecke mich regelmäßig wer hier alles Kinder unterrichtet.

    Sind wir jetzt bei der Milli hat mir die Schaufel weggenommen Kindergartenmentalität angelangt?

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