Beiträge von RosaLaune

    Die Krankenkasse kündigt aber nicht dein Arbeitsverhältnis. Man ist ja im TV-L noch einigermaßen gut abgesichert, weil man auch beim Krankengeld je nach Beschäftigungsdauer für 7 oder 33 Wochen einen Zuschuss bekommt, der das Nettogehalt aufrechterhält.

    Ich weiß nicht, ob deine Vorfahren zur ersten Generation der Gastarbeiter (m/w/d) gehören, aber wenn ja, dann erreichen wir eh langsam einen Zeitpunkt, an dem der eigentliche Migrationsprozess so lang zurück liegt, dass deren Nachkommen formal als Deutsche ohne Migrationshintergrund gelten. Damit könntest du ggf. bereits ein (um dich mal zu zitieren) "deutscher Deutschlehrer" sein.

    Na, wie ich mich sehe ist doch egal. Es geht eben darum, dass ich einigen Schülern nicht Deutsch genug bin.

    Ist bei mir ebenfalls anders. Weder empfinde ich diese ukrainischen SuS als unsympathisch noch als ziemlich arrogant und auch nicht als rassistisch. Ich unterrichte in den letzten Schuljahren in allen Bildungsgängen, in denen ich eingesetzt bin (Berufliches Gymnasium, Berufsfachschule, Berufseinstiegsschule, Berufsschule Einzelhandel sowie einer Sprach- und Integrationsklasse), SuS aus der Ukraine und finde diese jungen Menschen - bis eben auf den Umstand, dass einige, wie gesagt, sehr unmotiviert sind und durch häufiges Fehlen auffallen - als nett und umgänglich.

    Ich habe auch viele nette ukrainische Schüler in meiner IFK (nur sind es insgesamt zu viele). Aber es ist auch die einzige Schülergruppe, aus der ich – mehr als einmal wohlgemerkt – gefragt wurde, ob sie nicht einen "deutschen" Deutschlehrer kriegen könnten. Und dann kommen immer noch die Vorwürfe, ich würde Afghanen und arabischstämmige Schüler bevorzugen. Am Ende kann ich das als betroffene Person nicht sicher beurteilen, ich halte die Vorwürfe aber persönlich nicht für haltbar. Nur nerven tut es dann eben doch.

    Aber auch hier der Hinweis: ich spreche von den Ukrainern in der IFK. Am Beruflichen Gymnasium ist das auch anders. Berufsfachschule unterrichte ich nicht, nur noch ein bisschen Fachoberschule Klasse 13, da sind aber keine Ukrainer drin.

    Du merkst aber schon, das du unsere Schüler, die man zu Beginn des Tages nicht differenzieren durfte, weil sie alle unsere Schüler sind, jetzt fröhlich ausdifferenzierst?

    Schon ein kleines bißchen scheinheilig dein Gerede?

    Ich habe nie gesagt, dass Schüler ein monolithischer Block sind.

    Schüler mit asiatischem oder osteuropäischen Hintergrund tun das, Ukrainer meist auch, andere Gruppen sitzen ihre Defizite signifikant mehrheitlich einfach aus.

    Bei asiatischer Herkunft (du meinst wahrscheinlich Ost-, Südostasien und den indischen Subkontinent) gehe ich mit. Aber nicht bei den Ukrainern. Das ist die Herkunftsgruppe, die mir überdurchschnittlich oft negativ auffällt. Die Schule in Deutschland sei nicht wichtig, man macht ja einen ukrainischen Abschluss. Die Lernbereitschaft geht bei einem große Teil gegen 0. Das habe ich auch bei Afghanen und Syrern, aber nicht so deutlich und oft kann ich es auf Überforderung zurückführen.

    Ungefähr jeder rassistische Vorfall mir gegenüber kommt außerdem von den Ukrainern oder anderen Osteuropäern.

    Ich habe da allerdings vermutlich auch einen Bias und gleichzeitig einen einfacheren Zugang zu Schülern mit muslimischer Herkunft.

    Natürlich rege ich mich über das Worte "unsere" auf. Ich unterrichte seit Jahren vor allem in der Internationalen Förderklasse SuS, die erst seit kurzem in Deutschland sind. Manchmal sind darunter auch Schüler, die schon zwei, drei Jahre in der Sek 1 waren. Und was haben die bisher erlebt? Dass sie nicht dazu gehören, dass sie eine Last für das System und die Gesellschaft sind.

    Ich habe hier schon oft auf Probleme durch Migration hingewiesen. Diese Probleme betreffen oft genug die neu zugewanderten Schüler selbst. Frag doch mal, wie viele von denen alltäglich Gewalt erleben und sich nur mit einem Messer vor die Tür trauen. Es sind zu viele. Wir haben so viele Probleme, die wir angehen müssen, dann aber schreiben, dass die genuin deutschen Schüler (der ich auch nie war) gut abschneiden, klingt für mich nach halb so wild. Und da empöre ich mich. Immer wieder.

    Man muss jetzt auch nicht Hitler verharmlosen. Wer hat hier bezweifelt, dass der Migrationshintergrund sich auf die Ergebnisse auswirkt? Niemand. Aber dann zu sagen, dass "unsere Schüler" doch ganz gut sind, verharmlost doch das Problem. Die Schüler sind hier, bleiben vermutlich hier und darum muss sich gekümmert werden. Und das geschieht eben nicht, wenn man sich für diese im Grunde nicht zuständig erklärt.

    Super Idee bei unserer demographischen Entwicklung, Kinder zu bekommen noch unattraktiver zu machen.

    Der Familienzuschlag ist aber kein familienpolitisches Instrument, das die Geburtenrate erhöhen soll. Eigentlich ist die Aufgabe, die Mehrkosten durch die PKV für die Kinder aufzufangen, dann hat man später den Familienzuschlag missbraucht um eine amtsangemessene Alimentation zu umgehen.

    Kann doch jeder selbst entscheiden?

    Jetzt mit der 'pauschalen Beihilfe' in vielen Ländern ist es ja für manche tatsächlich eine halbwegs sinnvolle Option.

    Aber nein, die Versorgung in der GKV ist sicherlich nicht gleichwertig. Und das Gegenstück zur Treuepflicht ist nun einmal die Fürsorgepflicht.

    Na, eben nicht. Arbeitnehmer sind auch Pflichtmitglied in der GKV, sofern sie nicht über Entgeltgrenze kommen. Ich sehe hier keinen vernünftigen Grund, Beamte anders zu behandeln. Und die Fürsorgepflicht ist mit der GKV eben auch erfüllt, wahrscheinlich sogar mehr, als bei Beihilfe+PKV, gerade wenn auch Kinder vorhanden sind.

    Ich glaube, der Schlüssel liegt eher in der Reform des Beamtenstatus. Ich glaube, es ist niemandem vermittelbar, warum Beamte nicht Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sein sollten. Ich meine, natürlich ist die Kombination aus Beihilfe und PKV in den meisten Fällen die bessere Versorgung, aber das System stammt aus Zeiten, als Absicherung im Krankheitsfall noch ein Privileg war. Wir haben heute mit der GKV ein System, das dies auch abdeckt. Natürlich ist die GKV auch kurz vorm Kollaps, weil man Reformen verpennt hat. Aber richtig fände ich es schon, wenn Beamte da Mitglied wären.

    Bei der Pension schließe ich mich Seph an.

    Das gilt scheinbar nicht für alle Dinge, z.B. nicht für unbezahlter Mehrarbeit usw. siehe dazu die Personalratsinfo aus Berlin:
    FAQ - Häufig gestellte Fragen II - Speziell für Lehrkräfte - Berlin.de

    Berlin wendet noch die Rechtsauffassung an, dass § 4 Abs. 1 Satz 2 TzBfG verlangt, dass jemand, der in Teilzeit beschäftigt ist und eine Stunde mehr arbeitet, für diese Gesamtzeit den anteilig gleichen Lohn erhalten muss, wie eine Vollzeitkraft. Das deckt sich meiner Auffassung auch mit der Rechtsprechung. NRW weicht seit kurzem davon ab und hat die Bagatellgrenze für Angestellte Teilzeitkräfte eingeführt.

    Alles gute, Quittengelee, und hoffentlich auf bald, solltest du dich nach der Erholung entscheiden, zurückzukehren. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber das macht Austausch ja erst wichtig, deshalb werde ich dich vermissen.

    Und nie vergessen: 🎶 Du bist gut genug 🎶

    Ich habe jetzt mal eine erste Gegenwehr gestartet und den SL nach der Rechtsgrundlage für die Minusstunden und ein etwaiges Arbeitszeitkonto gefragt, sowie bei Vorhandensein eines solchen einen sofortigen Einblick verlangt.

    Außerdem habe ich gestern angefangen, mich an anderen Schulen zu bewerben.

    Letztlich musst du klären, ob die Unterrichtorganisation mit den Praktikumswochen bei euch am BK so eine Art Blockunterricht ist, also die Abwesenheitsstunden ins Deputat fallen oder nicht. Fallen sie ins Deputat und es handelt sich einfach nur Schülerabwesenheiten, dann setzt der Mehrarbeitserlass enge Grenzen für das Verrechnen von Minusstunden. Fallen sie nicht ins Deputat, weil das so eine Art von Epochalunterricht ist, dann muss/soll das tatsächlich über die Schuljahre ausgeglichen werden.

    So möchte die Schulleitung das wohl haben. Fragwürdig finde ich es, weil ja parallel das Praktikum betreut werden soll, man die Stunden aber für anderen Unterricht schon verplant hat.

    Ist das wieder so ein "Berlin-Ding" oder wo findest du eine solche Monatsgrenze im TV-L? Für die Bestimmung der durchschnittlichen Arbeitszeit ist nach §6 Abs. 2 TV-L ein Zeitraum von bis zu einem Jahr zugrunde zu legen und für einrichtbare Arbeitszeitkonten nach §10, auf denen nicht entsprechend im Mittel ausgleichbare Zeiten landen können, sieht der TV-L lediglich vor, dass Fristen festgelegt werden sollen, nicht jedoch, wie lang diese genau sind.


    Der Verweis auf den TV-L ist hier dennoch sinnvoll, denn auch die höchstmögliche Zeitschuld von bis zu 40 Stunden (statt mehreren Hundert wie von RosaLaune erwähnt) ist in §10 Abs. 5 zu finden.

    §§ 6 bis 10 TV-L finden auf Lehrkräfte aber keine Anwendung nach § 44 TV-L.


    Dass wir Arbeitszeitkonten haben, ist mir aber in der Tat völlig neu.

    Was mir noch einfällt, hattest du nicht verschiedene, befristete Verträge ? Wie kann man denn aus diesen im Nachhinein Minusstunden generieren?

    Oh, guter Punkt. Bin seit einiger Zeit entfristet mit einem vollen Vertrag, aber in der Vergangenheit war das ja durchaus anders. Führe ich mal an, auch wenn das natürlich an der grundlegenden Situation nichts ändert.

    Die Sache ist halt, die Schulleitung ist ziemlich weit weg. Die sitzt in ihrem Verwaltungsbau und man sieht die nur alle paar Wochen mal. Und dann ist es auch erstmal nett. Aber sobald die in Erscheinung tritt, weiß man, dass jetzt der nächste Scheiß beginnt.

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