Beiträge von RosaLaune

    Eine vernünftige Formulierung der Rechtmäßigkeit wäre m. E. angebracht.

    So, wie die Formulierung aktuell ist, ist die Logik immer noch „eigentlich strafbar bzw. rechtswidrig, aber …“

    Aber das wirst du nicht verhindern können, wenn du die Tötung eines Ungeborenen bestrafen willst. Und ich denke, die wenigsten würden sagen, dass jemand, der einer schwangeren Frau in den Bauch tritt um das Ungeborene zu töten, nicht dafür bestraft werden soll.

    Das Konstrukt, strafbares Verhalten unter besonderen Umständen zu rechtfertigen oder straffrei zu stellen, ist ja auch nicht so ungewöhnlich. Ein Chirurg begeht jeden Tag Körperverletzungen, die aber eben gerechtfertigt sind. Darüber regt sich auch niemand auf, soweit ich das verfolgen kann.

    Notwehr beispielsweise, bei der auch eventuell Leben genommen wird, ist nicht rechtswidrig, weil es sogenannte Rechtfertigungsgründe gibt. Es stehen eben manchmal Menschenwürde bzw. der Lebensschutz anderen Rechtsgütern gegenüber und dann ist eine Abwägung notwendig.

    Das könnte auch bei einer vernünftigen Neufassung des Abtreibungsrechtes eingebracht werden. (Damit das nicht missverstanden wird: Ich setze Notwehr und Schwangerschaftsabbruch nicht gleich. Es ist ethisch und rechtlich deutlich unterschiedlich.)

    Meine Einführung in das Strafrecht ist zwar eine Weile her, aber ich glaube, dass du dich hier irrst. Wenn ich jemanden aus Notwehr töte, so vollende ich den Tatbestand des Totschlags (§ 212 StGB, evtl. auch Mord oder andere Tötungsdelikte, spielt hier aber keine Rolle). Die Tatbestandsmäßigkeit ist der erste Baustein einer Straftat. Da dies aus Notwehr geschehen ist, fehlt es an der Rechtswidrigkeit, die der zweite Baustein wäre. Dann braucht man den dritten Baustein, die Schuld, gar nicht mehr prüfen.


    Bei einem Schwangerschaftsabbruch ist aber bereits die Tatbestandsmäßigkeit oft gar nicht erreicht. § 218a I regelt nämlich, dass der Tatbestand von § 218 (Schwangerschaftsabbruch) gar nicht verwirklicht ist, wenn die Schwangere sich vorher hat beraten lassen, der Abbruch durch einen Arzt ausgeführt wird und in den ersten 12 Wochen nach Nidation stattfindet. In § 218a II, III und IV werden dann noch einige andere Fälle geregelt, bei denen zwar der Tatbestand erfüllt ist, die aber nicht rechtswidrig sind, weil gerechtfertigt.

    Die beiden Entscheidungen des BVerfG sind aus den Jahren 1975 und 1993. 1975 durften Männer ihren Frauen noch verbieten zu arbeiten. Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 1997 strafbar.


    Rechtsaufassungen ändern sich. Und dass sich alte, weiße und vor allem christliche Männer in diesem gesellschaftlichen Klima Gründe gegen Schwangerschaftsabbrüche ausdenken, um Frauen unter Kontrolle zu halten, ist wenig verwunderlich.

    Ja. Damals war vieles scheiße. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde war aber auch damals schon eine gute Idee, wie ich finde. Und ich gehöre sicherlich nicht zu denen, die Grundgesetz und Bundesverfassungsgericht für sakrosankt halten.


    Die derzeitig erstarkende Bewegung der Abtreibungsgegner ist doch gerade auch durch Frauen geprägt. Hedwig von Beverfoerde, Birgit Kelle, Gloria von Thurn und Taxis, ... Die Gleichberechtigung zieht eben überall ein.

    Das sehe ich auch so, wenn es um Verhaltensreglementation geht. Geht es um einen direkten Eingriff in die eigene Körperlichkeit, finde ich jede Art des Eingriffs in die Selbstbestimmung - und dazu zähle ich auch verbale Missbilligung oder eine entsprechende juristische Bewertung - allerdings mehr als unangebracht, übergriffig und anmaßend.

    Verbale Missbilligung muss natürlich erlaubt sein. Die freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht.

    Kenne ich auch anders aus BW. Da werden dann selbstverständlich drei Tage vor Ende der Sommerferien im eingangs genannten Zeitrahmen oder sogar darüber hinaus Konferenzen abgehalten. Von Neulingen wird dabei ungeachtet noch anstehender Ernennungen die Anwesenheit erwartet.

    Dann können die Erwartenden ja aus ihrer privaten Tasche diese Arbeitszeit bezahlen.


    Konferenzen finden bei uns am Dienstag vor Schulbeginn statt. Dank effizienter Führung gehen die aber wohl flott, zumindest liest sich das Protokoll von 2023 so. 8–11 Uhr GLK, danach dann die Bildungsgangkonferenzen.

    Björn Höcke wurde heute wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen (§ 86a StGB) zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 130 € verurteilt.


    AfD-Rechtsaußen Höcke wegen Nazi-Spruch zu Geldstrafe verurteilt
    Das Gericht nahm ihm seine angebliche Ahnungslosigkeit nicht ab: Weil Björn Höcke in einer Rede eine verbotene SA-Losung verwendete, ist der AfD-Politiker zu…
    www.spiegel.de

    Björn Höcke wegen SA-Parole zu Geldstrafe von 13.000 Euro verurteilt - WELT
    Im Prozess gegen Björn Höcke in Halle ist ein Urteil gefallen: Der AfD-Politiker muss wegen des Verwendens einer SA-Parole eine Geldstrafe von 13.000 Euro…
    www.welt.de

    Bei der unbefleckten Empfängnis (ein katholisches Spezifikum) geht es nicht darum, wie Jesus empfangen wurde, sondern wie Maria: nämlich ohne Erbsünde, aber nicht ohne Beischlaf.

    Das ist zu unterscheiden von der jungfräulichen Empfängnis Jesu (konfessionsübergreifender christlicher Glaube).

    Die Erbsünde ist übrigens auch ein christliches Spezifikum. Das Judentum kennt die nicht.

    Es ist eine Abwägung, wieviel Ressourcen man dafür aufwenden möchte. Aber gemäß deiner Logik müssten dann offizielle staatliche Dokumente auch mehrsprachig erscheinen: Deutsch ohne Genderzeichen, Deutsch mit Genderzeichen.

    Wäre nicht allzu aufwendig.


    Binnen-I be gone
    Entfernt die gängigsten Sorten von Binnen-Is auf besuchten deutschsprachigen Webseiten.
    chromewebstore.google.com

    Alles schon seltsam, wenn man bedenkt, dass sich Judentum, Christentum und Islam als abrahamitische Religionen verstehen, die auf DEN EINEN Gott setzen; zugestanden: in mannigfachen Auslegungen seines Willens

    Das ist eine Sichtweise.


    Ich weiß für mich nur, dass das mir aufgetragene Gottesverständnis ein anderes ist, als das der Christenheit. Gott ist einer, nicht drei. Gott hat keinen Sohn (der er selber ist?).


    Dass diese Gottesvorstellungen sich auf dieselben Texte und Propheten berufen, das wird man feststellen können. Dass es derselbe Gott ist nicht unbedingt. Und auch wenn man das feststellt, dann ist der Glaube immer noch der "falsche", denn er wird falsch gelebt.

    Lies mal nach (auch die Links und evtl. aktuelle Presseberichte) und versuche zu verstehen, was ich meine.

    Wenn du dich erschrecken willst, da tu es. Ich darf hier meckern. Du auch.

    Du darfst meckern. Das habe ich dir nicht verboten. Will ich auch gar nicht. Aber ich meckere eben zurück, gerade wenn es um religiöse Intoleranz geht.

    Von einem Rabbiner die Teilnahme an einem christlichen Gottesdienst erwarten (weil das ein Zeichen setzen könnte?!), das ist eine typische Form des christlichen Antijudaismus (und wie ich finde auch des Antisemitismus). Und nein, damit werfe ich hier niemandem vor, menschenfeindlich zu sein. Aber man darf meine Worte gerne als Appel verstehen, die eigenen Gedanken mal zu reflektieren.


    Ich weiß nicht wer in diesem Forum noch einen nicht-christlichen Hintergrund hat. Ich bin kein Jude und mit dem Islam habe ich auch nicht mehr viel am Hut. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der man Teilnahme an Kulthandlungen erwartet, finde ich schon erschreckend.


    Kleiner Nachtrag: Das Bekenntnis zu dem einen Gott ist für einen gläubigen Juden so unumstößlich, dass er es nicht mal in lebensbedrohlichen Lagen ablegen darf. Fast alle Gebote der Torah darf (und muss!) man missachten, wenn es ansonsten das Leben gefährdet. Diesen Grundsatz nennt man pikuach nefesh. An Kulthandlungen für andere Gottheiten teilzunehmen geht aber auch dann nicht. Nur damit andere vielleicht verstehen, in welche Lage man Rabbiner Goldschmidt mit seiner Erwartung bringt.

    Ich würde auch niemals in eine christliche Messe gehen. Interreligiöser Dialog hat nichts damit zu tun, an Kulthandlungen anderer Religionen teilzunehmen oder diesen beizuwohnen.

    In diesem Thread soll es nicht um den Sinn oder Unsinn des Genderns an sich gehen. Ich frage mich aber durchaus, was eine Referendarin dazu bewegt, mit aller Muße den Glottisschlag an einer Grundschule einzuführen und was das Kollegium dazu bewegt, das einfach so mitzumachen UND auf die SuS zu übertragen. Den SuS wird üblicherweise beigebracht, sich an Regeln zu halten, und das amtliche Regelwerk zur Rechtschreibung enthält Gendersonderzeichen nicht.

    Den Glottisschlag braucht man in Osterfeld nicht einzuführen. Osterfest gehört zu den Regionen des deutschen Sprachraums, wo der Glottisschlag zum Lautinventar der gesprochenen Sprache gehört. Anders wäre das vielleicht in Garmisch-Partenkirchen, in Innsbruck oder Zürich. Nach Meinung vieler gehört der Glottisschlag auch zur Standardlautung der deutschen Standardsprache.


    Wie viele polemische Gegner des Genderns zeigst du also hier nur, dass du die Sache nicht vollends verstanden hast, von Deutsch keine Ahnung hast und dazu kommt noch, dass du dich aus Stänkerantrieb hier angemeldet hast.


    Ein lebriges Unwillkommen.

    Diese Güterabwägung muss aber die betroffene Frau treffen und sonst niemand. Es ist die Frau, die sich ggf. ihre Bildungskarriere oder ihre Berufslaufbahn ruiniert, die die finanziellen Nachteile trägt, die im Falle des Weggebens des Kindes mit Stigmatisierung aus dem Umfeld konfrontiert ist und die sich den Körper ruiniert und, wenns blöd läuft, mit Schwabbelwampe, Dehnungsstreifen, Rissen, Inkontinenz etc. leben muss. Diese Opfer muss man freiwillig erbringen wollen und in diese Entscheidung hat auch niemand reinzugrätschen.

    Frauen haben immer abgetrieben und werden immer abtreiben. Die Frage ist lediglich, in welche Bedingungen und Risiken man sie zwingt.

    Zur ersten Markierung: Nein, das muss in der Demokratie erst einmal der Gesetzgeber machen. Und die Regelungen, die er trifft, müssen die verschiedenen Rechtsgüter abwägen und dabei die verfassungsrechtlichen Hürden nehmen (das BVerfG geht in seinen beiden Urteilen z. B. davon aus, dass Art. 1 I GG auch für ungeborene Menschen gilt). Dann muss auch der betroffene schwangere Mensch (hier gendert dann plötzlich niemand mehr) diese Entscheidung treffen. Und am Ende braucht es auch einen behandelnden Arzt, der den Abbruch mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

    Im Übrigen erlegt der Gesetzgeber den Bürgern des Öfteren mal Pflichten auf, die ziemliche Härten darstellen können, z. B. bei Pflichtdiensten wie der Wehrpflicht oder der Feuerwehrpflicht, die auch mit massiven Gesundheitsrisiken einhergehen können.


    Zur zweiten Markierung: Ja, deshalb brauchen wir eine gute Regelung. Ich glaube auch nicht, dass sich hier jemand grundsätzlich gegen Schwangerschaftsabbrüche ausspricht. Das dürfte in unserer Gesellschaft auch nicht mehrheitsfähig sein.

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