Kurzes Update nach einer Woche paperless Abenteuer.
In meiner Internationalen Förderklasse habe ich nun ein altes Lehrbuch eingeführt. Die neuen Bücher treffen erst in ein paar Wochen ein, wir werden sie erst im neuen Schuljahr nutzen. Der Altbestand reicht für die letzten Wochen. Ist es sinnvoll, nach 8 Monaten eigenkonzipiertem Unterricht auf ein Buch umzusteigen, das man nur kreuz und quer nutzen kann, weil viele Themen, Inhalte und Grammatikelemente bereits bearbeitet wurden? Sicherlich nicht, aber für sinnvollen Unterricht werde ich offenbar nicht mehr bezahlt.
Deutsch in der Ausbildungsvorbereitung ist sehr wild. Die Schüler in der starken Klasse hatten sich zum Schuljahresende das Thema Erzählungen gewünscht, weil sie keine Lust mehr auf Bewerbungen hatten. Wir machen also jetzt Kurzgeschichten. Da ich keine Kurzgeschichten auf Papier verteilen kann, hören wir die jetzt als Audio. Es klappt besser als erwartet und zumindest inhaltlich lässt sich die Geschichte erarbeiten. Eine sprachliche Analyse ist bedingt möglich, aber natürlich lassen sich keine Textstellen vernünftig belegen. In den schwächeren Klassen geht gar nichts mehr. Ich mache den Unterricht jetzt einfach komplett mündlich. Schreiben können sie eh nicht...
Psychologie in der Oberstufe läuft ganz normal. Die Schüler bekommen das Material jetzt digital bereitgestellt, wenn es das Copyright erlaubt. Viele hatten sich zuvor ohnehin die Kopien abfotografiert um damit digital zu arbeiten.
In Spanisch habe ich ein Lehrbuch, da hat sich bisher kein großer Unterschied aufgetan.
Für mich ist aber recht klar, welche Bildungsgänge darunter leiden. Und es überrascht mich nicht.
Die Umstellung der Kopierer auf Responder und Kontingent hat übrigens nicht funktioniert. Also wurden sie erstmal komplett abgebaut. Notwendige Kopien macht eine Verwaltungskraft jetzt, braucht dafür aber Vorlauf. Bin mal gespannt wie die Klassenarbeiten vonstatten gehen werden. Aber gut, auch das kann ausfallen.
Ich bin frustriert.