Medienentwicklungsplan

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    Denkt man deine Argumentationslinie weiter, brauchen Schüler zukünftig außer Prompten eigentlich überhaupt nichts mehr selbst beherrschen und wir können sämtliche Lehrpläne direkt fast vollständig im Schredder entsorgen.

    Das hat WillG doch gar nicht geschrieben. Er schrieb, dass es Kompetenzen erfordert, die richtigen Prompts zu formulieren und dafür muss man natürlich wissen, was man will, es erfordert also -auch weitergedacht- durchaus das Durchdringen eines Themas, um die KI gewinnbringend zu nutzen. Merkst du ja daran, dass du merkst, wenn sie KI genutzt haben.

    Außerdem wurde "Quellenarbeit", "Erörtern" und "Argumentieren" angeführt. Wenn Lehrkräfte den SuS nicht beibringen, wie man KI nutzt, werden viele es nicht angemessen können, so wie mit allen anderen Medien.

    Die Debatte erinnert mich daran, dass wir in der 5. oder 6. Klasse mal gesagt bekommen haben, dass man in der Oberstufe einsprachige Wörterbücher in Englisch verwenden darf und ich dachte "hö, das ist ja dann einfach". Ein Hilfsmittel ist ein Hilfsmittel ist ein Hilfsmittel.

  • Denkt man deine Argumentationslinie weiter, brauchen Schüler zukünftig außer Prompten eigentlich überhaupt nichts mehr selbst beherrschen und wir können sämtliche Lehrpläne direkt fast vollständig im Schredder entsorgen.

    Das ist doch unsinnige Polemik. Es ist andersherum doch viel schwieriger, ein generiertes Ergebnis zu bewerten. Ohne dass man sich tiefer auskennt, geht da überhaupt nichts.

  • Das interessante - oder auch erschröckliche - ist, dass die KI die Fragen und Prompts zu eigenen Trainingszwecken verwendet. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie viel Blödsinn der KI schon beigebracht wurde.

    Mit der KI kann - und muss - man auch diskutieren. Dazu benötigt man jedoch Grundwissen zum Thema.
    Beispiel:
    Ich hatte in der Corona-Zeit ein paar Euronen in Curevac-Aktien investiert. Curevac ging bei der Impfstoffgeschichte baden, hat jedoch einige gute Ansätze für Krebsmedikamente in der Pipeline. Also hab' ich Gemini befragt, wie weit die Entwicklung dieser Mittel gediehen ist - nachdem Biontech Curevac übernommen hat.

    Gemini hat dann bestritten, dass Curevac von Biontech übernommen wurde. Als Aktionär weiß ich das jedoch besser. Meine Curevac-Aktien wurden in Biontech-Shares umgewandelt.
    Und Gemini meinte: Oh - Danke für den Hinweis. Ja - Curevac wurde im Dezember 2025 von Biontech übernommen ;)
    Über die Pipeline zum Mittel gegen das Glioblastom, an dem Curevac in Tübingen forscht, musste ich mich dann aus anderen Quellen kundig machen.
    Ein Werkzeug ist nur so gut, wie die Hand, die es führt.

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    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Liebe Community,

    an meiner Dienstschule sollen ab kommenden Schuljahr nach und nach für verschiedene Jahrgänge Tablets durch den Schulträger bereitgestellt werden. Den Eltern wird ermöglicht durch den Schulträger einen Zuschuss zum zukünftigen Schulgerät zu erhalten. Die Lehrkräfte werden, Stand jetzt, nicht mit Geräten durch den Schulträger oder das Land ausgestattet.

    [...]

    Und drei Anschlussfragen: Könnte die Schulkonferenz den Prozess verlangsamen oder stoppen? Wenn ihr an euren Schulen ausgestattet seid; wie handhabt ihr die Verwaltung der Tablets und wie gut läuft der Einsatz im Unterricht?

    Macht dem Schulträger klar, dass er die Geräte komplett kaufen soll. Sonst habt ihr einen Haufen rechtlicher Probleme in der Praxis. Wenn das Geld nicht reicht, dann lieber weniger kaufen.

    Was hat euer Schulträger mit dem Geld aus dem Digitalpakt 1 gemacht?

    Ansonsten: Unterricht mit Vollausstattung läuft gut. Alles wird zentral verwaltet. Da Geräte Eigentum der Schule/des Schulträgers sind, haben wir keine rechtlichen Probleme. Nur schulische Nutzung erlaubt --> Wir haben jederzeit Zugriff und können den ganzen Klärschlamm des Netzes unterbinden, die Geräte kontrollieren und bei Verstößen gegen die Nutzungsregeln sanktionieren. Einsatz im Unterricht klappt auch gut. Ist halt ein weiteres Werkzeug, dass an manchen Stellen Sinn macht und an anderen keinen. Entsprechend wird es dann eingesetzt.

  • Doch, zumindest in der Klasse 10 sind teilweise an Gymnasien auch schon "Facharbeiten" vorgesehen, z. B. in Sachsen-Anhalt und in Sachsen, wie ich von Bekannten gehört habe. Kann aber natürlich sein, dass nur einige Schulen es - zur Vorbereitung auf die Oberstufe - so handhaben.

    Zudem kann ich Maylins Ausführungen bzgl. des Einsatzes von KI bei der Erledigung sowohl von längerfristig angelegten "Hausarbeiten" wie auch von Hausaufgaben schon nachvollziehen.

    In Klasse 10 gibt es eine langfristig angelegte Arbeit, die analog einer Uni-Hausarbeit abgelegt und erarbeitet wird. Diese werden rechtzeitig geplant und vorbereitet, das Zitieren geübt usw.

    Ich rede von den Referaten und Gruppenarbeiten, die jedes Jahr in 5 Fächern erledigt werden sollen und überhaupt keinen Mehrwert haben. "Erstellt einen Film", "Macht einen Podcast", "Bastelt ein Plakat". Am Gymnasium bekommen sie das hin, an anderen Schularten eben nicht. Du kannst einem Hauptschüler in Klasse 7 nicht auftragen, all das ohne Anleitung alleine zu Hause hinzubekommen, was mit leistungsstarken Jugendlichen mit unterstützendem Elternhaus natürlich funktioniert, weil sich die Familien kümmern und die Lehrkräfte sich nen schlanken Fuß machen können.

    Wenn eine Kollegin die Arbeitsform also weglassen kann, ist sie offenbar keine Pflicht. Und wenn sie sie freiwillig weglässt, "weil das halt mit denen nicht funktioniert", dann hat sie keine Lust, sie so anzupassen, dass es funktioniert und die SuS davon profitieren. Man könnte sich Aufgaben ausdenken, die eine KI nicht lösen kann, wenn man das denn wollte. Wenn man nicht will, lässt man's halt, braucht sich aber nicht über seine Klientel zu beklagen.

  • In Klasse 10 gibt es eine langfristig angelegte Arbeit, die analog einer Uni-Hausarbeit abgelegt und erarbeitet wird. Diese werden rechtzeitig geplant und vorbereitet, das Zitieren geübt usw.

    Ich rede von den Referaten und Gruppenarbeiten, die jedes Jahr in 5 Fächern erledigt werden sollen und überhaupt keinen Mehrwert haben. "Erstellt einen Film", "Macht einen Podcast", "Bastelt ein Plakat". Am Gymnasium bekommen sie das hin, an anderen Schularten eben nicht. Du kannst einem Hauptschüler in Klasse 7 nicht auftragen, all das ohne Anleitung alleine zu Hause hinzubekommen, was mit leistungsstarken Jugendlichen mit unterstützendem Elternhaus natürlich funktioniert, weil sich die Familien kümmern und die Lehrkräfte sich nen schlanken Fuß machen können.

    Wenn eine Kollegin die Arbeitsform also weglassen kann, ist sie offenbar keine Pflicht. Und wenn sie sie freiwillig weglässt, "weil das halt mit denen nicht funktioniert", dann hat sie keine Lust, sie so anzupassen, dass es funktioniert und die SuS davon profitieren. Man könnte sich Aufgaben ausdenken, die eine KI nicht lösen kann, wenn man das denn wollte. Wenn man nicht will, lässt man's halt, braucht sich aber nicht über seine Klientel zu beklagen.

    Dieser "Fetisch" ist aus dem Begriff der Handlungskompetenz in den Leerplänen erwachsen. Die SuS sind ja dann "produktiv", "erstellen" irgendwas. Und wenn es dann das zehnte Erklärvideo ist. Erklärvideos waren hier vor 3 Jahren unfassbar "in".

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