Phase nach dem Referendariat

  • Hallo liebe KuK,

    kürzlich habe ich mein Referendariat am Gymnasium erfolgreich abgeschlossen. Meine Erfahrungen sind sehr durchwachsen: Während meines Referendariats lief alles soweit gut, insbesondere auf schulischer Ebene. Meine Schule hatte mir eine Planstelle angeboten, was auch daran lag, dass die Schule im Brennpunkt liegt und einen großen Bedarf in einem meiner Fächer hat. Meine Fachleiter waren sehr anspruchsvoll und natürlich gab es ordentlich Kritik in den Besuchen. Sie haben allerdings keine grundsätzlichen Zweifel oder Bedenken geäußert. Insgesamt habe ich mein Referendariat daher als anstrengend empfunden, aber mehr auch nicht.

    Nun ja, ich hatte von Anfang an nicht vor, im Anschluss an meiner Ausbildungsschule zu bleiben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Meine Pädagogikleiterin erwähnte jedoch immer wieder, dass meine Schule mich ja gerne behalten wolle. Im Prüfungshalbjahr fragte sie mich schließlich direkt danach.

    Meine Prüfungsstunden am Ende waren dann sehr einschneidend für mich. Ich habe in beiden Fächern nur knapp bestanden. Mein Schulgutachten dagegen war ausgesprochen positiv. Mein Eindruck war, dass meine Pädagogikleiterin mit meiner Entscheidung, nicht an der Schule zu bleiben, nicht einverstanden war. Die Benotung der Stunden habe ich als sehr willkürlich empfunden. Ich habe nun befriedigend bestanden, was auch in Ordnung für mich ist. Trotzdem fühle ich mich sehr bescheiden aufgrund der Prüfungen. Zur Zeit befinde ich mich in einer Auszeit im Ausland und bewerbe mich für den Schuldienst.

    Ich weiß gar nicht, was ich mir nun konkret erhoffe von diesem Post. Jedenfalls zweifele ich gerade stark an mir und meinen Fähigkeiten, ich schlafe teilweise schlecht und denke noch viel über die Prüfungen nach. Ging es jemandem von Euch auch so? Wieviel Aussagekraft haben diese Prüfungsstunden aus Eurer Sicht? Achten die Schulleitungen sehr darauf?

    Danke und liebe Grüße!

  • Es dauert auch erstmal bis der Stress aus dem Körper raus ist. Ich bin noch eine Woche nach der Prüfung nachts aufgewacht und bin die Stunden durchgegangen. "Denk daran - Du musst noch das und das kopieren....." Nach 10 Minuten wurde mir dann langsam klar, dass das alles schon Geschichte ist.

    Das ist halt das Loch nach einer extremen Belastung.

    Such dir eine Schule und fang an. Das erste Schuljahr nach dem Ref ist nochmal der reine Wahnsinn. Man denkt die Belastung im Ref wäre das absolute Maximum und dann kommen 26/28 eigene Stunden und Konferenzen und vielleicht sogar eine Klassenleitung. Aber niemand mehr, der einem auf die Finger schaut! Man macht viele Fehler und lernt mit der Zeit, dass niemand stirbt wenn man Fehler macht. Routine bringt Ruhe! Der Job ist trotzdem der geilste Job der Welt!

  • Ich würde mir über die Noten keinerlei Gedanken machen, ich weiß, dass meine nicht gerecht waren, denn der Personalrat, der mit drin saß, hat das genauso gesehen, aber genau dieser war für einige Prüfer ein Problem und das haben sie in den Noten ausgedrückt, aber wen interessiert es später. Hier ist die Note nicht wirklich ausschlaggebend für irgendetwas, wie das bei euch ist, weiß ich nicht.

    Hier kann sich jeder eigentlich die Stellen aussuchen, wenn das bei dir auch so ist, dann nutze dies und suche dir eine Stelle, wo du denkst, dass sie passt (auch da kann nachher das anders aussehen, aber ich z.B. lag mit meinem Gefühl meist richtig).

  • Die Prüfungsstunden haben wahrscheinlich nicht so viel zu bedeuten, aber es kommt schon auf die Abschlussnote an. Bei Bewerbungen wird hier ein Ranking erstellt und man muss die Person mit der besten Note nehmen, wenn ihre Fächer auf die ausgeschriebene Stelle zutreffen. Man darf nur begründet und in kleinem Umfang von dieser Vorgabe abweichen, wenn einem andere Bewerber/innen mehr zusagen. So ist es meine ich bei uns.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Danke erstmal für Eure Antworten. Was mich eben bewegt, ist die Tatsache, dass ich ja eine Stelle gehabt hätte. Allerdings wollte ich absolut nicht dort bleiben und bin mir auch sicher, dass meine Entscheidung langfristig richtig war. Trotzdem habe ich jetzt ein wenig ein schlechtes Gewissen… Meine Ausbildungsschule hofft nun auf die nachfolgenden ReferendarInnen.

  • ALLE Schulen hoffen auf Personal. Mach Dir darum keinen Kopf, sondern denke daran, was Du möchtest. Du möchtest "absolut nicht dort bleiben" und solltest das deshalb auch nicht tun. Versetzungsanträge können seeeehr viele Jahre nicht bewilligt werden, also such Dir was, das Dir zusagt. Viel Erfolg!

    Und: die Note sagt nicht sehr viel aus. Fang an, mach Deine Erfahrungen und komme erstmal an im Beruf. Alles wird gut!

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