Berufschancen als Förderschullehrkraft

  • Hallo,


    Ich befinde mich aktuell in meinem zweiten Semester Förderschullehramt in Hessen. Da ich mein Unterrichtsfach wechseln möchte, ist bei mir jetzt aber nochmal alles ins Wanken geraten…

    (Ich studiere Ethik, Emsoz und Lernen)

    Ich muss leider sagen, dass ich mich in der Inklusion nicht wirklich sehe, sondern Lehramt vor allem auch studiere um viel eigenen Unterricht gestalten und halten zu können und vor allem, weil ich gerne eine eigene Klassenleitung übernehmen würde.

    Gleichzeitig arbeite ich aber super gerne mit Kindern mit psychischen Einschränkungen. Ich habe ein FSJ an einer emsoz Förderschule gemacht und das war wirklich das erfüllendste Jahr überhaupt für mich- und ich möchte nichts lieber machen, als später an genau so einer Schule Klassenlehrerin zu werden…

    Bei allem was uns im Studium zu Inklusion beigebracht wird, bin ich mir aber mittlerweile überhaupt nicht mehr sicher, wie realistisch mein Wunsch nach eigener Klasse etc. noch ist.

    Deshalb habe ich überlegt, statt nur mein Fach zu wechseln zu Grundschullehramt zu wechseln, weil da Klassenleitung, viel eigener Unterricht… ja auf jeden Fall garantiert ist.

    Auf der anderen Seite finde ich es aber total schade, weil ich mein Förderpädagogik Studium wirklich liebe und ja eigentlich genau das machen möchte…

    Was habt ihr zu diesem Thema für Erfahrungen gesammelt?

    Bekommt man als Förderschullehrkraft noch sicher eine Stelle an einer Förderschule, wenn man sich diese wünscht? Wonach wird ausgewählt, wer an einer Förderschule und wer in der Inklusion arbeitet?

    Ich bin auch wirklich sehr flexibel und ziehe auch andere Bundesländer in Betracht :)

    Gibt es auch nach dem Studium noch Weiterbildungsmöglichkeiten zu Grundschule, falls ich am Ende mit den Berufschancen nicht happy sein sollte?

    Ist es schlauer statt Ethik z.B. Deutsch zu studieren, was man sicher auch in jedem BL an jeder Grundschule unterrichten kann?

    Vielen Dank für eure Einschätzungen

  • Es ist schlauer, Deutsch zu studieren, weil man dann auf den D-Unterricht vorbereitet wird, den man sicher als KL hält.


    In NDS wäre die Chance auf eine Klassenleitung als FöS-Lehrkraft winzig, da es kaum ESE-Schulen gibt und die Kinder zumeist in der Inklusion sind. Die FöS sind auch sehr viel an Grundschulen in der Inklusion eingesetzt, also ohne Klassenleitung.

  • Die deutschen Kultusministerien werden derzeit von fünf verschiedenen Parteien vertreten (Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Freie Wähler, Die Linke, SPD) und diese haben unterschiedliche Standpunkte zu sonderpädagogischer Förderung. Einige befürworten eine Ausweitung inklusiver Beschulungsmodelle, Andere befürworten die Beschulung im Rahmen auf sonderpädagogische Bedürfnisse spezialisierter Schulformen. Im von dir genannten Bundesland Hessen stellt die CDU derzeit den Kultusminister und in deren Wahlprogramm (S. 11) zur letzten Landtagswahl steht

    Zitat

    [W]ir [halten] an dem Erhalt und bedarfsgerechten Ausbau der Förderschulen fest. Wir [...] brauchen keine neuen Systemdebatten über die [...] Abschaffung von etablierten Schulformen[.]

    Daher ist davon auszugehen, dass, solltest du in dem angegebenen Bundesland später eine Tätigkeit als Lehrkraft für sonderpädagische Förderung aufnehmen, absehbar auch die Möglichkeit erhältst, an einer entsprechenden Schulform eingesetzt zu werden.

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