Ich bitte um euren Senf zu folgender, natürlich rein fiktiver Geschichte aus Entenhausen. Dieses Entenhausen liegt möglicherweise im Südosten der Republik.
Ein Lehrer erlebt an einer Schule zwei Jahre ziemlichen Horror, weil die Rektorin eine manipulative, unzuverlässige und intrigante Ausgeburt der Hölle ist. Das ist nicht nur subjektives Empfinden des Lehrers, denn diese Rektorin hat an ihrer vorherigen Schule einen derart schlechten Job gemacht, dass das Kollegium meuterte und gegenüber der Schulaufsichtsbehörde schriftlich unisono erklärte, dass man mit der Frau nicht mehr zusammenarbeite. Für den Lehrer war das eine böse Zeit, aber die ist zum Glück vorbei und er ist nun versetzt an eine viel angenehmere Schule.
Mit der neuen Konrektorin ist das Verhältnis locker und freundlich, doch dann häufen sich einige "Unfreundlichkeiten" gegenüber dem Lehrer. An sich keine gravierenden Dinge, jeder Vorfall für sich genommen kann eigentlich mit der leider so alltäglichen Hektik im Schulalltag abgetan werden.
Beispiel: Der Lehrer betritt frühmorgens erstmalig das Lehrerzimmer, dort trifft er direkt auf die Konrektorin. Sie empfängt ihn nicht mit einem "Guten Morgen" sondern mit dem Vorwurf, wichtige Dokumente unversperrt liegengelassen zu haben. Der Lehrer kann sofort erklären, dass er nicht der Verursacher ist. Die Konrektorin nimmt das wortlos zur Kenntnis und lässt den Lehrer ohne ein weiteres Wort stehen, als hätte es den Vorwurf nie gegeben. Eine ähnliche Situation wiederholt sich zwei Wochen später: Der Lehrer wird morgens ins Rektorat zitiert, wieder gibt es einen Vorwurf anstelle einer Begrüßung und wieder erklärt der Lehrer umgehend, warum er nicht Verursacher dieses Problems ist. Wieder wird das Gespräch daraufhin abrupt von der Konrektorin beendet.
Der Lehrer hat nun die Sorge, dass sich angesichts der Häufung der Vorfälle in den letzten Wochen wieder ein abwertender und dominant-herrischer Führungsstil bei seiner Vorgesetzten herausbilden könnte und entschließt sich, das Thema anzusprechen. Also bitte er die Konrektorin und zudem den Rektor zu einem gemeinsamen Gespräch.
Das Gespräch findet in dieser Konstellation zu dritt statt, der Lehrer erklärt zunächst seine einschneidenden Erfahrungen an der vorherigen Schule, dann schildert er seine Wahrnehmung der als unfreundlich empfundenen Situationen in den letzten Wochen. Der Lehrer betont, dass das Gespräch keineswegs als Drohung sondern als Prävention zu verstehen sei und endet mit den Worten, dass von seiner Seite aus kein böses Blut herrsche und dass er auf eine gute kollegiale Zusammenarbeit hofft.
Die Konrektorin wirkt während der Ausführungen des Lehrers zunehmend emotional aufgewühlt. Sie fühlt sich offenbar angegriffen und vor dem gemeinsamen Chef (Rektor) vorgeführt. Sie wirft dem Lehrer vor, er selbst würde wie seine frühere Rektorin "andere ins Messer laufen zu lassen" und verlässt schließlich das Gespräch unter einem Vorwand. Eine Klärung bleibt völlig aus.
Seitdem keine weitere Aussprache, der Lehrer und die Konrektorin gehen sich weitgehend aus dem Weg und verhalten sich höflich professionell, wenn sie miteinander reden müssen.
Über den Rektor als Mittelsmann findet ein "Austausch" beider Parteien statt. Die Konrektorin erwartet eine Entschuldigung (wohl für den Vertrauensbruch, aber sie selbst hat nie konkretisiert, was genau sie verletzt hat). Der Lehrer sieht keinen Grund für eine Entschuldigung. Er hält es für sein Recht, für ein potentiell konfliktträchtiges Gespräch mit einer Vorgesetzten eine weitere Person hinzuzuziehen, die in diesem besonderen Fall bewusst als über beiden stehende Instanz gewählt wurde.
Wer benimmt sich hier daneben?
Wer sollte den nächsten Schritt machen?
Welcher Umgang bewährt sich für euch mit solchen Menschen?