Ok, jemanden, der/die schon im Bachelor-Studium als Vertretungslehrkraft arbeitet, habe ich noch nie erlebt, kann also dazu nichts sagen. Aber ich habe bei den "studentischen Hilfskräften" auch schon Leute erlebt, die noch Zweifel hatten und sich - neben den nur zwei mehrwöchigen Praktika, die sie in NDS an den BBS absolvieren müssen (was kaum jemand als ausreichend empfindet!) - halt nochmal ausprobieren wollten, um 'rauszufinden, ob sie den Job wirklich machen wollen bzw. ob er für sie "passt". Finde ich auch überhaupt nicht verwerflich, muss ich sagen.
Lehramtsstudium abbrechen?
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In dem Fall finde ICH es verwerflich (2. Semester abgeschlossen, gar kein Interesse an einem Fach, beim zweiten Fach nur an den praktischen Anteilen).
Was soll der TE machen? Englisch unterrichten? Oder (in NRW total normal) im Brennpunkt an der Grundschule eine Co-Klassenleitung übernehmen? -
In dem Fall finde ICH es verwerflich (2. Semester abgeschlossen, gar kein Interesse an einem Fach, beim zweiten Fach nur an den praktischen Anteilen).
Was soll der TE machen? Englisch unterrichten? Oder (in NRW total normal) im Brennpunkt an der Grundschule eine Co-Klassenleitung übernehmen?Im Fall des/der TE würde ich das Studium tatsächlich abbrechen.
Du hattest dich in deinem Beitrag aber ja gar nicht nur auf den Ausgangsbeitrag bezogen, sondern allgemein geschrieben:
Ich kann immer weniger verstehen, warum hier im Forum regelmäßig dazu geraten wird, sich als Vertretungskraft auszuprobieren, um zu schauen, ob der Beruf passt.
Nochmal: In diesem Fall würde ich dazu auch nicht raten, in anderen Fällen durchaus.
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Ach, in meinem Kopf bezog ich mich auf eben solche Fälle, weil hier Empfehlungen kamen, obwohl ich es total unverantwortlich finde.
Und in den wenigsten Fällen geht es im Forum um vernünftige Fälle, sondern eher um die Zweifelnden, die abbrechen wollen.
Genau zweifelhaft für mich: „du bist im Ref unglücklich? Findest keine Beziehung zu den SuS? Die Planung zerstört dich? Keine Angst, bei der Planstelle wird alles besser. Du bist doch schon so weit gekommen“
Nicht alle, die ein Lehramtsstudium anfangen, werden gute LuL oder damit glücklich. Genauso wenig sind die Umstände der Schule DAS Problem (Lass dich versetzen!).Wohlwollende Beratung oder Antwort solltenicht ausschliessen, dass einige mit ihren eigenen Bauchschmerzen richtig liegen
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Such doch was mit Medien, warum quälst du dich mit Englisch. Oder mach ein Praktikum am Theater. Hilft vielleicht auch als Realitätscheck wie es so sein kann in der freien Kulturszene und so.
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Ich weiß nicht, ob es der richtige Ort zum fragen ist, aber ich mach es einfach mal. Ich studiere momentan im zweiten Semester Lehramt Englisch und Theater auf Staatsexamen (Gymnasium) und überlege abzubrechen. Ich bin für mein Studium umgezogen und die Stadt zieht mich sehr runter (klein, hässlich, nichts los…) , Englisch interessiert mich inhaltlich so gut wie gar nicht, in Theater hat man viel Praxis, was cool ist, aber wenn es dann in Richtung Theorie und Vermittlung geht, gefällt es mir auch nicht und ich bin genervt von dem herumgeschwafel. Alle meine Kommilitonen sind mega überzeugt und ich bin sehr am zweifeln (die ganze Zeit am grübeln und oft traurig). Ich bin mir nicht sicher, ob ich Lehrerin sein will, vor allem nicht für immer. Und da das Studium ganze 5 Jahre dauert (Minimum) fühle ich mich sehr festgefahren. Allerdings sehe ich natürlich auch die Vorteile des Berufs (selbständig kreativ arbeiten, Sicherheit, Gesellschaftsrelevanz, Ferien, Gehalt,…) und hatte mich ja auch irgendwann mal dafür entschieden. Zudem bin ich auch nicht sicher was ich stattdessen machen könnte. Das wechselt gefühlt jeden tag aber im allgemeinen ist es eher was in Richtung Medien, was in Sachen Sicherheit das ganze Gegenteil ist und generell sehr ungewiss. Wenn es nur ein Bachelor wäre würde ich es durchziehen, aber diese 5 Jahre erdrücken mich (ich hatte mich schon über Wechsel und Anrechnungen informiert und das ist nicht wirklich möglich). Wenn ich abbreche, habe ich Angst, dass ich es bereue, aber andersherum auch. Ich bin sehr verzweifelt und ich würde mich über jeden Denkanstoß, Rat oder Idee freuen!
Für die Bereiche, die dich außerhalb der Schule interessieren, hast du mit Englisch/Theater sicher ein ganz interessantes Profil. Da du anscheinend ohnehin noch keinen Plan B hast, würde ich dir zumindest, bis du Näheres im Kopf hast, raten, das Studium durchzuziehen, dann im Anschluss nicht (direkt) ins Referendariat zu gehen, sondern dich auf andere Stellen zu bewerben in Bereichen, die dich interessieren (Verlage/Marketing usw.).
Wenn du irgendwann dann doch merkst, dass es dich in die Schule zieht, kannst du immer noch schauen, ob du das Referendariat packst.
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Was ich nochmal untermauern möchte: Wer Zweifel am Lehrerberuf hat/unsicher ist, sollte NICHT die Vertretungsstelle zum Ausprobieren nutzen (da bekommst du kein Feedback und musst es schon einigermaßen gut können, um keinen Schaden anzurichten), sondern erstmal zusätzliche freiwillige Praktika an Schulen, die dich interessieren.
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