• Bei mir stehen immer fünf Namenskärtchen morgens auf meinem Pult. Diese Kinder geben mir ihre Hausaufgaben ab. Ich schaue somit abwechselnd auf die gemachten Hausaufgaben. Damit fahre ich ganz gut :)

  • Dann muss die Klasse aber insgesamt so aufgestellt sein, dass das möglich ist.

    Logisch. Aber da mir das wichtig war, habe ich es so gemacht. Zumindest eine Klassenleitung sollte das hinkriegen. Es trägt tatsächlich zur Entlastung viel bei.

  • Logisch. Aber da mir das wichtig war, habe ich es so gemacht. Zumindest eine Klassenleitung sollte das hinkriegen. Es trägt tatsächlich zur Entlastung viel bei.

    Inzwischen kann ich deutlich sagen, dass man es als Klassenleitung nicht in der Hand hat, wer HA macht und wie sie aussehen, fehlerhaft, unvollständig … das kann auch ein Kampf gegen Windmühlen sein, egal, wie viel Elterngespräche, Nacharbeiten etc. man zudem führt.

  • Inzwischen kann ich deutlich sagen, dass man es als Klassenleitung nicht in der Hand hat, wer HA macht und wie sie aussehen, fehlerhaft, unvollständig … das kann auch ein Kampf gegen Windmühlen sein, egal, wie viel Elterngespräche, Nacharbeiten etc. man zudem führt.

    Das ist ein anderer Aspekt des leidigen Themas. Deshalb sollte man sich da eben entlasten und seinem Hausaufgaben-Kontrolldrang nicht übertrieben folgen [und auch in Bayern auf Normalmaß bringen...].

  • Du schreibst aber, „was unbedingt korrigiert werden muss“.

    Das liegt zum einen im Auge des Betrachters, ist aber eben auch abhängig von dem, was mitgebracht wird und wenn es die Zusammensetzung der Klasse so will, hast du viele verschiedene Aufgaben und viele Kinder, die keine Unterstützung haben und auch einfache Aufgaben nicht lösen (können).

  • Ja, so ist es halt. Du kannst mir glauben, dass ich auch nicht immer nach "Schema F" die Hausaufgaben nachsehen konnte. Auch habe ich in den knapp 40 Jahren verschiedene sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

    Das, was ich mir bei meinen erste Arbeitsstätten (friedliche Vorstadt- bzw. fast Dorfschulen) angewöhnt hatte, führte ich nach meiner Versetzung in den Brennpunkt so gut es ging weiter.

    Gerade wegen der Nachmittagsbetreuung (die es Anfangs nicht gab), der unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen, der Inklusion, der schlechten Deutschkenntnissen, und auch der überforderten Eltern fand ich im Laufe der Jahre Hausaufgaben immer weniger sinnvoll. Das Lernen findet gerade an Brennpunktschulen zu 100% vor Ort statt, und eben nicht zu Hause. Die "Hausaufgaben", die ich in den Jahren dort noch gab, konnte ich genau so kontrollieren, wie ich es oben schrieb: Im Unterricht, manchmal danach in der Schule, ganz selten am Schreibtisch zu Hause. So richtig wichtig sind Hausaufgaben heute nicht.

  • Dass manche nie welche machen, finde ich auch anstrengend, aber was ich nach wie vor aufgebe, sind Lesehausaufgaben. Wer sie macht, wird besser, das sieht man 1:1. Wer nicht übt, wird halt nicht besser und das ist traurig, aber deswegen können andere ja trotzdem üben. Brennpunkt ist da zwar auch fast bei allen, aber Eltern, die selbst arbeiten, kümmern sich auch meist um ihre Kinder. Wenn ich nicht regelmäßig jede Woche nach demselben Prinzip aufgeben und kontrollieren würde, würde das aber einschlafen, bin ich recht sicher.

  • Das ist ein anderer Aspekt des leidigen Themas. Deshalb sollte man sich da eben entlasten und seinem Hausaufgaben-Kontrolldrang nicht übertrieben folgen [und auch in Bayern auf Normalmaß bringen...].

    In Bayern lernt man mit der Zeit, wie man die Kontrolle am sinnvollsten macht und welche Methoden man dafür einsetzen kann. Das gilt sowohl für schulische Arbeiten als auch für Hausaufgaben. Ich hatte viele Varianten, je nach Aufgabe.

    Eine Endkontrolle durch mich fand ich meistens wichtig, auch wenn ich bei manchen nur drübergeschaut habe. Denn dann sehe ich, was und wie die Schüler gearbeitet haben und konnte entsprechend eingreifen oder natürlich auch die Arbeit positiv kommentieren. Aber es gab auch durchaus Sachen, wo eine Partnerkontrolle genügte.

    Gründlich jede Arbeit bei jedem zu kontrollieren geht bei mehreren Fächern und einer Klasse zwischen 25 und 29 Schülern nicht. Vor allem nicht in Klasse 3/4. Da säße man täglich locker 3-4 Stunden je nach Aufgaben. Also muss man sich etwas anderes überlegen, denn man hat ja auch noch etwas anderes zu tun.

    Ich habe in meinen Klassen die letzten Jahre keine Wochenpläne mehr gemacht, sondern nur Tagespläne oder Zwei-Tagespläne. Bei Wochenplänen ging es einfach nicht mehr, alles zu kontrollieren, denn es stellte sich dann heraus, dass einige ihre Aufgaben nicht sinnvoll erledigten und sie nacharbeiten mussten. Bei diesen Klassenstärken war die Spanne zwischen schon fertig und nicht fertig extrem hoch. Das war nicht mehr zu organisieren und nahm zu viel Unterrichtszeit weg, bis ich auch die letzte Arbeit bzw. Nacharbeit bekam. Das war ja nicht die einzigste Kontrolle, die ich machen musste.

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