Schulbegleitung: Erwartungen

  • Viele Dinge kann ich auch präventiv verändern, und zwar umso besser, je besser ich personell in der Klasse besetzt bin... Deshalb schrieb ich ja, dass ich mir statt der Schulbegleitung nicht keine, sondern eine inklusive Klassenassistenz wünsche, sodass der Einsatz eben flexibel erfolgen kann und die Ressourcen auch offiziell besser genutzt werden können. Wenn dann ein "I-Kind" die mal einen ganzen Tag neben sich benötigt, ist das so, aber das ist in den allermeisten Fällen eben nicht jeden Tag so...

    Das mag dann wirklich schulformspezifisch anders aussehen. Bei uns wären dann definitiv deutlich mehr Klassenassistenzen als nun Schulbegleitungen notwendig, sofern jede Klasse eine solche haben soll. Da ist die Poollösung mit Blick auf die Kinder mit entsprechendem Bedarf schon etwas effizienter bzgl. des notwendigen Personaleinsatzes.

  • Nachteilig finde ich, dass es davon abhängig ist, dass die Eltern sich bemühen. Leider schaffen das einige Eltern nicht und Kinder erhalten diese Unterstützung nicht, obwohl sie helfen könnte und sicher auch angemessen wäre.

    DAs ist bei uns glücklicher Weise nur zu Beginn des 1. Schuljahres so, da haben dann die meisten Kinder noch keine Schulhelfer, weil sich die Eltern nicht vorher drum gekümmert haben, andere haben den Status schon in der Kita gehabt und haben gleich die Stunden. Aber ganz ohne, weil die Eltern sich nicht bemühen, gibt es bei uns nicht, denn ihre Bemühungen reichen ja in der Regel mit einer Unterschrift im ausgefüllten Antrag aus.

  • Und die Notwendigkeit kannst du beurteilen, weil?

    Die Realität ist, dass es Kinder gibt, die die Schulbegleitung permanent benötigen und bei denen sich auch durch Förderung daran nichts ändern wird.

    Deshalb sollte sie das definitiv nicht tun.

    Ich glaube, wir haben komplett unterschiedliche Kinder bzw. Gründe für eine Schulbegleitung im Kopf.

    SuS, an die ich denke, benötigen definitiv nicht nur punktuell mal mehr Unterstützung, sondern rund um die Uhr Einzelbetreuung. Und dass die SuS anders wahrgenommen werden, liegt nicht daran, dass sie eine Schulbegleitung haben, sondern an den Besonderheiten, die die Schulbegleitung erforderlich machen.

    Ich glaube, du denkst stark bezogen auf deine spezifischen Förderschulschulbegleitungen.

    Das kann ich nicht beurteilen, dazu bin ich zu wenig im System Förderschule. Ich sehe aber - wie viele andere Kolleginnen auch - dass hier in der Inklusion die Anzahl der Schulbegleitungen an einigen Schulen explodiert, an anderen gibt es weniger. Ich vermute, dass es nicht damit zusammenhängt, dass alle Kinder mit besonderen Bedarfen in einem Viertel wohnen. Es geht also darum, die Schule so zu gestalten, zu ritualisieren, zu organisieren, dass auch Kinder mit Formen von ADHS, Mutismus, körperl. Einschränkungen (wie oben erwähnt), usw. keine durchgehende Schulbegleitung benötigen. Und das gelingt uns anscheinend erfreulicherweise schon ganz gut - auch mit solchen Kindern, die aus diversen Gründen von anderen GS zu uns wechseln...

    Zum letzten Absatz: Wie gesagt, das ist nicht meine Wahrnehmung; ich hatte diese Situation noch nicht so, kann mir aber gut vorstellen, dass da was dran sein kann, je nachdem, wie die Schulbegleitung auch agiert.

  • Somit hat man mehr Kinder, [...] die zieldifferent beschult werden, aber nur einige haben eine I-Hilfe.

    Zieldifferente Beschulung und Schulbegleitung haben ja auch erst einmal nichts miteinander zu tun, sondern sind komplett unterschiedliche Fragestellungen.

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