Umfrage zu künftiger Umsetzung von Ernährungsbildung im eigenen Unterricht

  • Hallo zusammen,

    im Rahmen meiner Masterarbeit führe ich eine Umfrage durch, in der es um Einschätzungen von Lehramtsstudierenden zur künftigen Umsetzung von Ernährungsbildung im eigenen Unterricht geht. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert 5 - 10 Minuten. Für eure Teilnahme bin ich sehr dankbar

    Hier geht es zur Umfrage:

    https://studentische-umfrage.uni-wuppertal.de/827757?lang=de&newtest=Y

    Vielen Dank für eure Unterstützung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Mike

  • Lieber Mike,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Ich habe an der Umfrage teilgenommen, bin aber ehrlich gesagt entsetzt, wie wenig realitätsbezogen Deine Studie ist. Ich unterrichte die Fächer E, Ge und Mu. Ernährungsbildung im engeren Wortsinn kommt in keinem meiner Fächer vor. Man kann natürlich krampfhaft Verbindungen suchen, z.B. beim Thema "breakfast" oder "foods" oder "globalisation" im Fach Englisch, bei mittelalterlicher, vorindustrieller und moderner Ernährung im Fach Geschichte, aber das wirkt alles konstruiert. Echte Ernährungsbildung findet dort nicht statt.

    Woher sollen jetzt Lehramtsstudierende (sic!) nun die ganzen Fragen (teils über KollegInnen, Eltern und SchülerInnen) auch nur ansatzweise seriös beantworten können, wenn ich das mit 23 Jahren Berufserfahrung nicht kann? Und wäre das hier nicht viel stärker fachbezogen zu untersuchen? Ein/e KollegIn mit den Fächern Philosophie und Informatik wird mit der Thematik nie, aber auch wirklich nie in ihrem Unterricht etwas zu tun haben. Jemand mit Erdkunde/Sport oder Biologie natürlich entsprechend viel mehr.

    Und woher sollen die Befragten überhaupt Konzepte von Ernährungsbildung, die den Namen überhaupt verdienen, kennen?

    Das ist so weit weg von jeglicher Praxis. Diese Studie wirkt so konstruiert, als hätte man unbedingt irgendein scheinbares Problem finden müssen, zu dem man noch eine Studie raushauen kann.

    Was ist denn der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn einer anonymen Studie zu dieser Thematik, bei der man ausgerechnet die Leute befragt, die am wenigsten Ahnung haben und zu vielen Fragen, wenn sie sie denn ernsthaft beantworten wollen, nichts sagen können, nicht zuletzt weil sie einfach nicht betroffen sind?

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Grüß dich Bolzbold,

    an sich war die Umfrage ausschließlich an Lehramtsstudierende ausgerichtet, aber halb so wild :). Ich habe mich extra dafür entschieden, Lehramtsstudierende generell in meiner Stichprobe zu erfassen. Ich gebe dir recht, dass Ernährungsbildung in Form von fächerübergreifenden Unterricht in manchen Fächern eher gelingen kann als in anderen. Dementsprechend sehe ich mich als Biologiestudent zukünftig eher dazu verpflichtet, Ernährungsbildung zu thematisieren, zumal auch in den Kernlehrplänen Ernährungsbildung und Gesundheitsbildung dem Fach Biologie oder etwa in der Grundschule dem Fach Sachunterricht zufällt. Es existiert zwar das Fach Ernährungslehre, aber es wird doch wohl nur an verhältnismäßig wenigen Schulen angeboten. Ich möchte also insbesondere die Unterschiede hinsichtlich der Konstrukte meines Fragebogens zwischen Biologie- bzw. Sachunterrichtlehrkräften und Lehrkräften mit anderen Unterrichtsfächern feststellen.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, haben Lehramtsstudierende höchstens so viel Ernährungswissen wie Lehrkräfte mit Berufserfahrung, wenn nicht sogar deutlich weniger. Auch das möchte ich anhand dieser Umfrage untersuchen, und zwar wie gut Lehramtsstudierende auf ihre zukünftigen Anforderungen - in dem Fall Ernährungsbildung - innerhalb ihres Studiums vorbereitet werden. Auch das ist sicherlich fachabhängig, aber es ist davon auszugehen, dass viele Lehramtsstudierende (und gewiss viele Menschen im Allgemeinen) sich auch privat mit Ernährung auseinandersetzen und sich auf diese Weise Wissen aneignen. Natürlich bedeutet das nicht automatisch, dass sie dieses Wissen - sofern es überhaupt der Wahrheit entspricht, da heutzutage durchaus viele "Ernährungsmythen" im Internet herumschwirren - didaktisch angemessen Schülerinnen und Schülern vermitteln können.

    Ich habe zwar in der Einleitung eine Definition von Ernährungsbildung dargelegt, aber da stimme ich dir auch zu, dass viele Studierende sicherlich gar nicht genau wissen, was alles Ernährungsbildung umfasst. Womöglich denken sie eher daran, Faktenwissen zu vermitteln, beispielsweise wie man sich gesund ernährt, aber denken kaum daran, den Schülerinnen und Schüler zu zeigen, wie man dieses Faktenwissen dann auch im Alltag anwendet, also zum Beispiel durch eine gemeinsame Erstellung eines Ernährungsplans, der sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert.

    Zu deinem letzten Punkt: Das ist gerade eine Limitation dieser Studie, nämlich dass ausschließlich Lehramtsstudierende die Stichprobe bilden. Das heißt, sie nehmen aktuell nur an, dass sie Ernährungsbildung zukünftig im eigenen Unterricht umzusetzen möchten. Jedoch ist es einfach zu behaupten, wenn man sich noch gar nicht in der Situation einer Lehrkraft mit ihren unzähligen Herausforderungen befindet. Schließlich ist auch oftmals der Sinn einer Masterarbeit, dass man lediglich eine verfasst hat, als jetzt irgendwelche herausragende Forschungserkenntnisse zu publizieren.

    Ich danke dir für deinen Beitrag.

    Viele Grüße

    Mike

  • Hab mir die Umfrage jetzt Mal angeschaut und manche Fragen kann man doch gar nicht sinnvoll beantworten.

    Z.B.

    "Zukünftige Schulleitungen würden finden, dass ich Ernährungsbildung künftig in meinem Unterricht umsetzen sollte."

    "Mangelnde Unterstützung durch das Kollegium oder die Schulleitung würde es mir erschweren, Ernährungsbildung künftig in meinem Unterricht umzusetzen."

    Woher soll ich wissen, was meine zukünftigen Schulleitung oder Kollegen, die ich noch nicht kennen kann, von mir möchten bzw ob sie mich unterstützen?

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Wenn ich dich richtig verstanden habe, haben Lehramtsstudierende höchstens so viel Ernährungswissen wie Lehrkräfte mit Berufserfahrung, wenn nicht sogar deutlich weniger. Auch das möchte ich anhand dieser Umfrage untersuchen, und zwar wie gut Lehramtsstudierende auf ihre zukünftigen Anforderungen - in dem Fall Ernährungsbildung - innerhalb ihres Studiums vorbereitet werden. Auch das ist sicherlich fachabhängig, aber es ist davon auszugehen, dass viele Lehramtsstudierende (und gewiss viele Menschen im Allgemeinen) sich auch privat mit Ernährung auseinandersetzen und sich auf diese Weise Wissen aneignen. Natürlich bedeutet das nicht automatisch, dass sie dieses Wissen - sofern es überhaupt der Wahrheit entspricht, da heutzutage durchaus viele "Ernährungsmythen" im Internet herumschwirren - didaktisch angemessen Schülerinnen und Schülern vermitteln können.

    Was sollen noch die weiteren "Anforderungen" werden?
    Darf ich bitte in Ruhe meine studierten Fächer, meinetwegen auch fachfremd, aber nicht überall Häppchen von Lebenskompetenzen? Ernährung wird in Bio gemacht, das weiß ich, das habe ich schon mitbekommen.
    Wenn jede*r Prof*', jede'r Politiker*in, etc.. sich immer neue Sachen ausdenkt, braucht man sich nicht wundern, dass ein Großteil der Kinder weder lesen noch rechnen kann. Aber dafür können sie (angeblich) kochen, einen Diätplan erstellen, reanimieren (aber bitte nur "laienhaft", soll ja nichts kosten), haben juristische Kenntnisse, Drogenkenntnisse, Finanzbildung ist ja auch so wichtig, usw..
    Diese Sachen kommen zwar "on top", aber dafür bleiben die Kids nicht am späten Nachmittag in der Schule. Nein, es findet morgens statt. Ups, Tschüss Geschichts- und Französischunterricht. Aber die 4 Stunden "Liebe und Sex" waren ja auch wichtig. (Okay, ja, ich weiß, wichtig.).
    Und wer glaubt denn, dass die Kids ausgerechnet bei DIESEN Stunden besonders aufmerksam aufpassen und sich das merken, was in einem 4 schulstündigen Workshop passiert ist? Externe Leute gibt es eh kaum, zu teuer. Also macht das eh ein Lehrer vom Kollegium, dessen Unterricht an den Tagen auch ausfallen muss (oder er soll das so legen, dass möglichst wenig ausfällt).

  • OT: Das höchste der Gefühle in Sachen Ernährungsbildung bei mir ist, wenn ich die Schüler lobe, dass der Energydrink immerhin Zero ist.

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