Etwas persönliches zum Thema Einkommen

  • Hallo an alle Grundschullehrer!!!


    Ich überlege ziemlich stark, ob ich nicht die Schulform von Sek I zu GRundschule wechseln soll. Mich würde mal interessieren, welches 'A' man da verdient (A 11? A 12?) und wieviel das dann in € ist. Auch wenn man so eine Entscheidung nicht nur vom Einkommen abhängig macht, ist es ja doch heute ein wichtiges Entscheidungskriterium.


    Vielen Dank schon mal!


    sunshine14

  • Das Einkommen ist in Ba-Wü dasselbe (A 12), GS-Lehrer haben jedoch ein um eine Stunde höheres Deputat (28 Stunden, statt 27 Stunden HS).


    Die Einstellungschancen für Sek I sind momentan optimal (es gibt zu wenig Hauptschullehrer), während es noch genügend GS-Lehrer gibt - auch das sollte eine Überlegung bei der Entscheidungsfindung sein.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • In Hessen kriegst du an der Grundschule auch A 12 bei 29 Unterrichtsstunden plus einer, die im Alter zwischen 35 und 50 Jahren vorgearbeitet werden muss und dann ab 55 Jahren wieder abgehängt werden darf (allerdings nur bei mindestens 22 Stunden Unterrichtsverpflichtung). Das heißt, dass du dann 30 Stunden unterrichtest. (Aber bis dahin müssen wir sicher alle sowieso noch 2 oder 3 Stunden mehr arbeiten :D
    Gruß venti :)

  • alias: stimmt natürlich, dass Einstellungschancen für Sek I momentan besser sind, als für GS, aber wer weiß, wie lange das noch so bleibt. Angeblich fehlen ja 10000 Lehrer an allen Schulformen...
    Und was nützen die Einstellungschancen, wenn man absolut unglücklich ist (ich geh echt bald kaputt).
    Ist es eigentlich richtig, dass ein GS-Lehrer nahezu alle Fächer in einer Klasse gibt?


    LG sunshine14

  • Liebe Sunshine,


    ich gehe davon aus, dass du bereits Referendarin bzw. fertig ausgebildete Lehrerin bist, oder?


    Was genau macht dir denn in deiner momentanen Situation in der Sek. I so zu schaffen? Was erwartest du dir von der GS?


    Soweit ich weiß, gibt man in der GS in der Regel fast alle Fächer selbst und ist im Prinzip den ganzen Tag mit den Kindern zusammen.


    Erzähl uns doch mal ein bisschen von deinen Beweggründen für einen möglichen Wechsel. Ich denke, dass wir dir dann besser raten können.


    Liebe Grüße,
    Carla-Emilia

  • Liebe carla-emilia:


    Ja, ich bin seit Februar Referendarin. Wie wahrscheinlich jeder, der den Lehrberuf ergreift hab ich natürlich eine große Portion Idealismus mitgebracht, bereit, den bestmöglichen Unterricht zu machen... Gut schnell muss man ja einsehen, dass man sich erstmal an die "Lebensbedingungen" in der Schule gewöhnen und ein Bein an die Erde kriegen muss.
    Langsam merke ich auch, dass ich in dem 3/4 Jahr Schule auch schon viel praktisches Wissen erworben habe, um den Lehreralltag zu organisieren. Ist ja auch klar, dass alles seine Zeit braucht.


    Was ich aber nich aushalte, und ich habe schon verschiedenen Strategien versucht, ist das absolute Desinteresse der Schüler gerade ab der 8. Klasse. Wenn sie nicht stören, dann sind sie wie in Trance und machen so Unterricht unmöglich. Mir erscheint meine ganze Vorbereitung so sinnlos. Allerdings ist das ja nicht nur in meinen Fächern / STunden so, sondern bei den Kollegen. Was nützt methodisch guter Unterricht (fachlich hoff ich auch, obwohl man sich ja da erst einarbeiten muss :-)), wenn alles eiskalt abgeblockt wird? Man könnte natürlich sagen, dass die Schüler dann halt Pech gehabt haben, gibt eben die entsprechende Note, aber welches Ziel erreicht man damit? Ichhab es auch schon mit Gesprächen mit der ganzen Klasse versucht, oder mit einzelnen SChülern, aber nichts verändert sich.
    Da ich körperlich auch nicht die kräftigste bin, scheinen mich auch gerade die höheren Klassen nicht richtig ernst zu nehnem.


    Jedenfalls habe ich immer häufiger das Bild meines Praktikums an der GS (wir mussten dort 20 h hospitieren im ersten Ausbildungshalbjahr) im Kopf. Dort hatte ich ein Gespräch mit einer Lehrerin, die mich sogar gefragt hat, ob ich nicht lieber an ihrer Schule bleiben wollen würde. Zitat: "Hier lernen die Kinder wenigstens noch gern"


    Natürlich ist mir klar, dass es auch an der GS "Problemschüler" gibt. Auch der Stress ist sicherlich nicht weniger (bin aber viel Arbeit gewohnt und mach sie gern). Aber allein die Tatsache, dass man sich kontinuierlcih um eine Gruppe kümmern kann schafft schon ganz andere Voraussetzungen für Lehrer und Schüler. Zudem gefallen mit die Lernmethoden besser (z. B. bewegtes Lernen im Englischunterricht 3. Klasse! Das war super!)


    Sorgen machen mir natürlich die Dinge, die bei einem möglichen Wechsel anstehen (Reaktion der Kollegen etc.)


    Aber so kann es jedenfalls nicht weitergehen, denn ich hab schon bald den Spaß am Unterrichten verloren...


    Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Tipps und Hilfestellungen für mich!


    Ganz lieben Dank,


    sunshine14

  • Zitat

    sunshine14 schrieb am 11.09.2005 13:44:
    alias: stimmt natürlich, dass Einstellungschancen für Sek I momentan besser sind, als für GS, aber wer weiß, wie lange das noch so bleibt. Angeblich fehlen ja 10000 Lehrer an allen Schulformen...
    ....


    Diese Zahl kannst du getrost kicken ....
    Es rollt zwar eine große Pensionierungswelle heran, gleichzeitig nehmen jedoch die Schülerzahlen dramatisch ab. Unsere Schule hat dieses Jahr 2 Klassen (=3 volle Deputate) weniger. Pensioniert wird dieses Jahr niemand. Gleichzeitig werden Stunden im Ergänzungsbereich (AG's) und im Bereich LIPSA (das noch vor 4 Jahren vollmundig eingeführt wurde) gestrichen um mit diesen Stunden die Krankheitsreserve aufzustocken.


    Wer im Moment Lehramt studiert, sollte sich beeilen. Die Einstellungssituation wird sich in den kommenden Jahren - trotz Pensionierungswelle - wieder verschlechtern. Viele mehrzügige Schulen agieren nahe am Klassenteiler....

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

    Einmal editiert, zuletzt von alias ()

  • Liebe Sunshine,


    hmm, das Problem kenne ich. Meine 5er sind noch wesentlich wissbegieriger, motivierter und mehr bei der Sache als das z.B. höhere Klassen zum Teil sind. Sicher hängt das stark von der Klasse ab, klar ist aber, dass mit der Pubertät viele Dinge wichtiger für die Schüler sind als die Schule und der Unterricht oft zur Nebensache wird.


    Bist du Grund- und Hauptschulreferendarin? Sollte das der Fall sein, kannst du ja evtl. noch relativ leicht umsatteln, sobald du deine Prüfung hast. Ich weiß nicht, ob ein Wechsel während des Refs ratsam wäre, zumal du ggf. viel Zeit dabei verlieren könntest.


    Wie kommst du denn generell an deiner Schule/im Ref. zurecht? Ist die Situation noch erträglich, würde ich auf jeden Fall weitermachen und dann mit bestandener Prüfung weitere Optionen suchen.


    Was sagen die GS- und HS-Kollegen? Ich als RS-Lehrerin kenne mich auf dem Gebiet nicht so gut aus, weiß aber aus meinem Mini-GS-Praktikum, dass die Kleinen schon knuffiger (und ggf. auch leichter zu begeistern) sind als die Großen. Mit den Großen kann man dafür aber durchaus auf gleicher Ebene reden - was andererseits aber auch Probleme mit sich bringt.


    Liebe Grüße,
    Carla-Emilia

  • Liebe carl-emilia,


    bin an einer RS. Ich hab uch daran gedacht bis zur Prüfung durchzuhlten, aber langsam wird die Situation echt unerträglich. Irgendwie hb ich das Gefühl, dass ich dem Ganzen nicht gewachsen bin (nehem mir hlt sehr viele Dinge persönlich an ) Wie gesgt, Lehrer sind nett, aber das Gefühl wegzuwollen wird immer stärker... Ich bin echt verzweifelt, weil ich mir der Reichweite einer solchen Entscheidung schon bewusst bin...


    traurige sunshine14

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