Hm ... ich kenn das auch ... aber vom Gymnasium, bis rauf zu 8./9. Klasse. Die eigene Note wird (mit lautstarker Freude oder Frust) zur Kenntnis genommen und dann interessiert die Note der anderen mehr, als die Positivkorrektur, die der Lehrer mit viel Aufwand mit aufs Blatt geschrieben hat und von der man ja was lernen könnte, so dass der gleiche Fehler nicht noch einmal passiert.
Allerdings: Ich hab mal in der 5. Klasse die SchülerInnen Kurzreferate in Englisch halten lassen, mit der klaren Ansage, dass ich keine Noten vergeben will, da ich ihnen - ohne dass es zu Zusammenbrüchen kommt - auch ganz deutlich sagen können möchte, was sie falsch gemacht haben, damit sie es beim nächsten Mal (wenn es dann Noten gibt) richtig machen können.
Hat mit den Kindern auch gut funktioniert. Nur manche Eltern haben sich empört, warum es keine Noten ("keine Rückmeldung") gibt, obwohl über jedes Referat im Plenum und unter vier Augen lange gesprochen wurde ...
Wo die Kinder sich doch so viel Mühe gegeben haben (dabei wären mehrere der Referate von Kindern sich beschwerender Eltern im Bereich 4 und 5 gelegen).
Wichtig ist mir, dass ich den Kindern klar mache, dass Noten keinen Einfluss darauf haben, wie ich sie als Menschen sehe und dass ich ihnen auch deutlich mache, dass es Möglichkeiten gibt, sich zu verbessern (es wird mehr Stegreifaufgaben, Unterrichtsbeiträge, Abfragen geben ... und durchaus auch die Möglichkeit des Referats).
ach ja ... ich versuche Fälle, wo ein Kind ganz knapp an der besseren Note vorbei geht, wenn möglich zu vermeiden (das geht in manchen Fächern und bei manchen Aufgabenformen natürlich besser als in anderen)