Noten bestehen aus deutlich mehr als lediglich aus der Bewertung schriftlicher Leistungen, die isoliert eine beschränkte Aussagekraft haben. Unter Umständen zeigen diese vor allem, wie gut ein Kind zuhause gedrillt wird auf einen Test, damit dieser perfekt läuft oder wie leicht es einem Kind fällt auswendig zu lernen oder vorhersehbare, bereits geübte Aufgaben zu lösen. Mündliche Mitarbeit bzw. Mitarbeit im Unterricht fällt aus den verschiedensten Gründen einigen Kindern schwer, die schriftlich dennoch leistungsstark sein können.
Genau. Deswegen haben wir leistungsschwache Laberbacken in den Gymnasien und leistungsstarke, aber introvertierte Kinder in anderen Schulformen. Doch, ich denke, dass die schriflichen Leistungen schon eine sehr hoch zu wertende Aussagekraft haben. Der gedrillte Schüler wird das Abitur vermutlich ebenso bewältigen, wenn auch gedrillt, wie der "Auswendiglerner", der offensichtlich über die notwendigen kognitiven Fähigkeiten verfügt, zum richtigen Zeitpunkt das Wesentliche zu lernen und abrufen zu können. Der schriftlich schwache Kandidat, der sich aber munter beteiligt, ist tendenziell derjenige, mit dem man später ständig Notenpalaver hat.
(an dieser Stelle nochmals ein Plädoyer für die Abschaffung der SoMi-Note 🤗)
Den konkreten Fall kann man ohne Zusatzinformationen natürlich nicht beurteilen. Jemandem, der schriftlich gut performed, die Gymnasialeignung abzusprechen, ist aber absurd.