Beiträge von Maylin85

    Um das Niveau mal zu erhöhen:

    https://www.gew.de/aktuelles/deta…ird-ausgemistet

    Wenn man das liest, erinnert mich einiges an 1933. Und fast alles hört sich bedenklich an.

    Ja, das ist unbedingt und absolut bedenklich (und mit Grund, warum diese Partei letztlich nicht wählbar ist!).

    Es ist aber ebenfalls befremdlich, dass unter der Überschrift "DIE Bildungspolitik der AfD" eine derart selektive Darstellung erfolgt und sämtliche moderate, vernünftige Punkte keinerlei Erwähnung finden. Wenn man das Thema bildungspolitische Ausrichtung der AfD schon bemüht, dann doch bitte vollständig und nicht in reiner Diffarmierungsabsicht. Der Artikel verfolgt die klare Intention, die AfD als eine Partei mit völlig untragbaren Positionen darzustellen (die sie ja auch zweifellos haben!), mit denen sich jede inhaltliche Auseinandersetzung von vornherein erübrigt. Wenn man zu diesem Zweck Punkte unter den Tisch fallen lässt, die der eigenen ideologischen Ausrichtung entgegen stehen, aber durchaus auch Zustimmung in Bevölkerungsteilen außerhalb des AfD-Klientels finden, dann ist das ziemlich unseriös und tendentiös.

    Also das hier:

    Die Bildungsstandards in allen Schulformen müssen sich an dem jeweils höchsten Niveau in Deutschland ausrichten. Zugangsvoraussetzung für das Gymnasium dürfen allein landesweit verbindliche Leistungskriterien sein.

    Aber das ist doch kein Programm. Mir fehlt da, was sie ändern wollen und vor allem wie sie es machen wollen. Der erste Satz könnte so bei jeder Partei stehen. Der zweite Satz scheitert erstmal am Grundgesetzt und der Hoheit der Bundesländer. Unabhängig vom inhaltlichen wird das schwierig durchzusetzen.

    Aber losgelöst davon. Du schriebst etwas davon, dass die AfD auf ein leistungsorientierten Schulsystem setzt. Das machst Du an den Sätzen fest? Was will die AfD besser als die anderen Parteien machen? Ich meine, die machen alle genug Mist. Aber ich finde bei der AfD keine echten Ansätze.

    Zeige mir das Wahlprogramm, in dem die Frage nach dem Wie konkret beantwortet wird. Ich hab parteiübergreifend noch keins gesehen, sondern Parteiprogramme bestehen grundsätzlich überwiegend aus Absichtserklärungen und Wunschvorstellungen. Ich finde grundsätzlich mal positiv, wenn überhaupt erstmal jemand solche Prioritäten formuliert.

    Etwas konkretere Formulierungen finden sich in den Wahlprogrammen für die einzelnen Bundesländer. Im Programm für Hessen strebt man beispielsweise landesweit einheitliche Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium an. Würde ich sofort bei uns bitte auch implementieren wollen, denn das Kompetenzniveau, das teilweise hinter Gymnasiualempfehlungen fürs Gymnasium im Ruhrgebiet steckt, ist erfahrungsgemäß ein schlechter Witz.

    Direkt in Satz 2 und 3 zum Beispiel.

    Der von dir zitierte Teil ist natürlich komplett schwachsinnig, darüber brauchen wir nicht reden.

    Der Witz ist ja, dass gerade die Zukunftsfähigkeit Deutschlands von einem auch im internationalen Vergleich leistungsfähigem Bildungssystem abhängen wird. Aber man kann sich wie die AfD natürlich diesem Blick auch verwehren, darf dann aber auch nichts von Zukunftsfähigkeit schwafeln ;)

    Und du hast den Eindruck, dass die Altpartein ein auf Leistungsfähigkeit fokussiertes Bildungssystem forciert haben und forcieren?

    PISA oder nicht ist mir ziemlich egal, ehrlich gesagt. Dass unser Output Murks ist, sehen wir auch so. Ist für mich kein wirklich relevanter Punkt, ebensowie der Islamunterricht. Es gibt valide Argumente dafür und dagegen - da ich Religionsunterricht generell als fehl am Platz in der Schule empfinde, interessiert der Punkt mich nicht so arg. Ein Bekenntnis zu Leistungsfokussierung und Selektion dagegen schon und traurigerweise ist das ja fast schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Parteienlandschaft.

    Die Autobahn-Analogie ist populistischer Blödsinn, sorry. Die AfD ist aufgrund anderer Positionen für mich niemals eine Option und ich werde auch niemals verstehen, wie gerade Frauen dieser Partei eine Stimme geben können. Trotzdem muss es möglich sein, über einzelne Punkte sachlich zu sprechen und ihnen auch zustimmen zu können. Ich finde bei fast allen Parteien einzelne Punkte, denen ich zustimme und die ich ablehne - warum sollte das hier anders sein?

    Die sachliche Auseinandersetzung erwarte ich übrigens auch von den anderen Parteien im Rahmen der parlamentarischen Zusammenarbeit.

    Geht es dir z.B. um sowas wie Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems? Das findest du durchaus auch bei CDU/CSU oder FDP.

    U.a., ja. Die AfD betont die Leistungsauslese und die Orientierung an verbindlichen Leistungskriterien als Zugangsvoraussetzung zu den verschiedenen Schulformen meinem Eindruck nach stärker als die anderen Parteien (die ja auch so Dinge wie Wahlfreiheit der weiterführenden Schule ungeachtet der Grundschulempfehlung mittragen).

    Ebenfalls geht es mir um klare Aussagen zum Erhalt der Förderschule und das Infragestellen der Inklusion.

    Was übrigens ganz spannend ist: Es gibt mehrere Analysen, was die AfD eigentlich fordert. Die haben im Kern eine extrem neoliberalistische Wirtschaftspolitik. Weniger/keine Sozialleistungen, Arbeitspflicht, ...

    Bedauerlich ist, dass es keine alternative, vertretbar wählbare Partei gibt, die die durchaus unterstützendwerten Positionen der AfD vertritt. Dazu zähle ich das Obrige, aber auch beispielsweise die bildungspolitische Ausrichtung.

    WhatsApp schaffe ich in der Schule schon noch. Doof sind so Sachen wie Vorverkaufsstart für begehrte Konzertkarten - da bin ich froh, dass ich fürgewöhnlich mit ausreichend Bürojobmenschen unterwegs bin, die sich die Zeit locker freiblocken können und das für mich mit erledigen.

    Ich hab im Studium bei einem großen Messeveranstalter gejobbt und da passte 7.30h bis 21h in den Wochen kurz vor Messe. Die Projektassistentin der 2 Messen, für die ich gearbeitet habe, hatte am Jahresende 3 Monate (!) an Überstunden angesammelt und einen riesen Anschiss von der Personalabteilung dafür bekommen (mit dem Ergebnis, das dann eben ausgestempelt und/oder die Arbeit nach Hause verlagert wurde). Wir sind alle oft bis 22h im Büro gewesen, aber ich eben nur an 2-3 Wochentagen und der Rest an 5-6. An dieses Pensum bin ich im Lehrerjob auch in Belastungsspitzen (die ich nicht kleinreden will) nie dran gekommen. Und auch da gab es zwischendurch das Schwätzchen in der Kaffeeküche oder am Kopierer und man konnte mal - in Maßen - privat telefonieren oder was online machen.

    70 kann mein Körper gar nicht und zieht die Notbremse 🙈

    Es stimmt aber, dass man die in Klausurphasen vermutlich durchaus schaffen KÖNNTE, wenn man den Anspruch hätte, alles superschnell zurückzugeben. Am Vorabi habe ich vor 2 Jahren mal 48 Stunden rumkorrigiert (danach aufgehört, das Elend zu erfassen). Das, plus normales Wochenpensum, könnte sich schon auf 70 Stunden hochaddieren, wenn man innerhalb von 14 Tagen zurückgeben möchte.

    Das ist ja schon deswegen schwierig, weil der Begriff "gesundheitlich nicht in der Lage" dehnbar ist. Dass jeder heute die passende Modedignose kriegt und kaum noch jemand schlicht "normal" und ohne Diagnosen durchs Leben geht, sehen wir ja bereits in der Schule. Bei der schon immer Hartz IV/Bürgergeld empfangenden Familie meiner Großcousine sehe ich das gleiche - 5 Kinder, alle 5 mit irgendeinem diagnostizierten Schaden, sie selbst hat Rücken und Migräne und Psyche und allerlei - sorry - Blödsinnsdiagnosen, mit denen jeder Mensch mit halbwegs Selbstachtung seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten würde. Tja, aber sind das jetzt missbräuchlich bezogene Sozialleistungen? Ich sage ja, die passenden vorhandenen Atteste sagen nein.

    Das Thema ist komplex und um Missbrauch auszuschließen, müssen die Hürden für Leistungsempfang an diversen Stellen höher gelegt werden. Eigentlich müssten uneindeutige Fälle auch direkt mal beim Amtsarzt vorbeigeschickt werden.

    Ein ergänzender Gedanke: offene Methoden sind toll, wenn der Laden läuft und die Schüler damit umzugehen wissen. In meiner "Schulbiographie" klappte das an 2 Schulen hervorragend, an der 3. überhaupt nicht und ist ordentlich schief gegangen. Nach der Erfahrung bin ich gut damit gefahren, zunächst einmal eher geschlossen und frontal anzufangen und erst schrittweise zu öffnen, wenn es die Lerngruppe hergibt (was keine Selbstverständlichkeit ist und nicht immer der Fall war). Zu viele Freiheiten und eingeforderte Eigenleistungen (wie im entdeckenden Lernen) können auch überfordern.

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