Beiträge von Firelilly

    Am schlimmsten aber sind Freistunden. Das ist für mich in den meisten Fällen verlorene Lebenszeit. In der Schule kann ich nämlich nicht arbeiten.

    Eigentlich müssten diese Stunden ins Deputat eingerechnet werden. Ich bin da, ich würde sogar in diesen Lücken unterrichten, wenn man dafür mein Deputat aufstockt und ich einen kompakten Plan hätte. So ist es rausgeschmissene Lebenszeit und verschenktes Geld. Denn leider lässt man sich ja doch hinreißen, wenn man in der Schule nicht produktiv arbeiten kann, das dann zuhause nachzuholen.

    Diese vielen möglichen Freistunden waren für unser Kollegium einer der Gründe, weshalb wir uns gegen eine gebundene Ganztagsschule ausgesprochen haben. Unsere Schule hat einfach keine Möglichkeiten Arbeitsplätze zu stellen.

    Wie sollte denn so ein Arbeitsplatz auch aussehen? Stehen da meine unzähligen Fachbücher rum? Habe ich einen Computer, der nicht ewig braucht Internetseiten zu öffnen? Habe ich Ruhe?

    Für die Korrektur meiner Oberstufenklausuren bräuchte ich wegen der Ruhe her mindestens ein eigenes Büro,

    Ich möchte den Akademiker in einem Unternehmen sehen, der mit so einer Ausstattung arbeitet. Der würde allein beim Anblick der Stühle die Augen verdrehen und kündigen.

    Ich meine schön und gut, dass der Dienstherr das alles nicht vorsieht. Aber dann muss es so einzurichten sein vom Stundenplan, dass man zuhause arbeiten kann und nur für den Unterricht mal in der Schule vorbeikommt.

    Wenn aber auch das nicht mehr gegeben ist.... tja

    Ich hoffe so sehr, dass Corona uns noch mehr Rechte auf Homeoffice bringt. Ab sofort müssten alle Konferenzen auch digital von zuhause aus möglich sein.

    Auch die Möglichkeit einen Kurs mal Hybrid zu unterrichten, mal vor Ort, mal digital, müsste möglich sein.

    Finde ich schwierig, um nicht zu sagen unangemessen. Meiner Meinung nach sollte es immer das konkrete Verhalten sein, das man tadelt.

    Wie gesagt, das sehen sehr viele so wie Du. Und das das führt meiner Meinung nach zu einer Dissonanz.

    Wieso sollte man jemanden mögen, der sich einem gegenüber scheiße verhält.

    Es muss die Option geben, dass das Kind das wieder gut machen kann, damit da ein Lernprozess stattfindet, das würde ich auch so sehen.

    Aber jemanden bedingungslos zu mögen, das halte ich erstens für nicht möglich und aus meiner Argumentation heraus auch überhaupt nicht für sinnvoll.

    Auch für die anderen Schüler. Sie beobachten "Schüler XY ist mega frech und ungezogen zu Frau Firelilly. Sie scheint es ihm nicht übel zu nehmen. Oder: mit Lehrern kann man ja so umgehen, die müssen einen als Pädagogen trotzdem fair und freundlich behandeln. Da muss man das auch gar nicht wieder geradebiegen"

    Deshalb ist meine eigene Meinung, dass ich lieber deutlich mache, was los.

    Auch wenn ich eine(n) Schüler(in) an sich nicht mag (was ja vorkommen kann, Lehrer sind auch Menschen), behalte ich das für mich.

    Wenn der Schüler das aber gar nicht erfährt, wie soll es dann den Zusammenhang zwischen seinem Verhalten gegenüber Menschen und dem, wie Menschen daraufhin empfinden und reagieren lernen.

    Etwas für sich behalten ist eine Form von Täuschung, die viele Pädagogen sicher aus dem typischen "gut gemeint" heraus machen. Ich halte das aber sowohl für die Lehrkraft selber, als auch für das Kind für ungesund für die Psyche und die Entwicklung.

    Schüler haben viel zu oft unauthentische Menschen vor sich. Du bist sauer auf das Kind und findest es mega unsympathisch? Du verbirgst das aber total? -> unauthentisch

    Erstmal finde ich es komisch, dass Du die Rechnung bekommen hast. Das darf doch nicht über deine Versicherung abgerechnet werden, sondern muss vom Dienstherrn getragen werden. Wie macht ihr das denn nachträglich? Und wie wie verhindert ihr, dass sich das auf die Beitragsrückerstattung auswirkt?

    Wie kommst Du darauf, dass man da einen großen Spaziergang durch die Gebührenordnung gemacht hat? Wegen der Posten? Das sind doch ganz selbstverständliche biochemische Verfahren, die mit dem "Coronatest" einhergehen.

    153 Euro empfinde ich da als absolut angemessen. Du darfst das nicht aus der Perspektive des Lehrerstundenlohns sehen: Neben dem nötigen Fachpersonal müssen bei den Untersuchungen auch die Material- und Gerätekosten, der Verwaltungsaufwand usw. berücksichtigt werden.

    kein Wunder, dass es da zu Aggressionen kommt, die Busfahrer sind schließlich kein pädagogisches Personal!

    Ich möchte mal die These in den Raum werfen, dass es viel zu spät kommt, dass Jugendlichen mal ihr Verhalten gespiegelt wird. Meiner Erfahrung nach sorgt der Umstand, dass Jugendliche zu einem Großteil ihrer Zeit (Schule) mit Pädagogen in Kontakt kommen dafür, dass sie in vielen Bereichen menschlichen Umgang nicht lernen.

    Beispiel: Bei uns gibt es einen verhaltensauffälligen Jungen, der sogar schon einmal eine Kollegin übelst beleidigt und nun sogar bedroht hat.

    Nun sollen dem Schüler (erstens viel zu lasche) pädagogische Maßnahmen verordnet werden und zweites denkt die Kollegin, ihre Rolle als Pädagogin würde dann professionell aussehen, wenn sie dem Schüler nach dem Vorfall wieder möglichst neutral und wertschätzend gegenüber entgegentritt.

    Was lernt der Junge daraus? Dass er den größten Mist machen kann (ja, er wird sicher seine Probleme haben, aber um die Gründe geht es jetzt nicht, sondern darum, was er daraus lernt) und nachher haben ihn doch alle lieb. Seine Mutter ist genauso, sie nimmt ihn in Schutz und tut so, als wäre es so ein tolles Kind.

    Würde das Kind einem Nichtpädagogen (also quasi auch mir...) gegenüber sowas abziehen wäre danach ganz deutlich, dass er das erstmal wieder gut machen muss, bevor wieder akzeptiert wird.

    In der Schule oder generell durch "pädagogisches Personal" wird den Kindern vermitteln, wenn Du ein Arsch bist, okay, dann musst Du vllt mal ne Strafarbeit (nichtmal mehr das heute) machen, aber trotzdem ist man dir wohl gesonnen. Bitte!? Ein Kind hat das Recht darauf zu erfahren, dass wenn man ein Arschloch zu jemandem ist, dass diese Person einem dann in aller Regel nicht mehr wohl gesonnen ist (wie viele Pädagogen es aber, aus komisch verstandenem Berufsethos oder was auch immer, sind).

    Wenn also der Busfahrer sich "unpädagogisch" verhält, dann ist das vermutlich sogar die beste Lehre fürs Leben. Nämlich: Wenn Du ein Arsch bist, hat das Konsequenzen. Man mag dich nicht mehr. Niemand mag Arschlöcher. Und als beste Lernerfahrung ist die Person ab dann auch ein Arsch, aber nur zu Dir.

    Klar muss es die Option auf Wiedergutmachung geben (das ist professionell), aber die wird ein Kind gar nicht suchen, wenn die Person einem ja trotzdem wohlgesonnen ist.

    Klar kann ein Kind dann noch entscheiden, ob es nicht vielleicht sogar okay ist ein Arsch zu bleiben. Aber ich glaube, dass ganz viele Kinder heute einfach zu wenig gespiegelt bekommen, was ihr Verhalten in anderen Menschen auslöst. Und meine Erfahrung ist, dass die dann versuchen sich wieder gut zu stellen, wenn sie mal wirklich merken, dass sie sich jemanden zum Feind gemacht haben.

    Die "Professionalität" des Lehrers / Erziehers verhindert dem Kind den Zugang zu echten Emotionen als Reaktion.

    Ich bin da mega offen gegenüber meinen Schülern, ich sage denen klipp und klar, dass sie per se alle bei mir willkommen sind und ich ihnen wohl gesonnen bin. Ich sage ihnen aber auch, dass ich mich nicht verarschen lasse und nachtragend bin. Wer sich das mit mir verscherzt, der wird das spüren. Ganz unpädagogisch.

    Was soll ich sagen, ich habe ganz viele Klassen, mit denen ich prima auskomme, eigentlich mit weit über 95% aller SuS. Und diejenigen, auf die das nicht zutrifft, sind auch die, die als Problemkinder verschrien sind und Kolleginnen in den Wahnsinn treiben. Ein Teil der Problemkinder (nicht alle) läuft bei mir aber deutlich besser. Es kam sogar mal ein Schüler an und hat sich entschuldigt und gefragt, ob ich ihm noch böse bin und er würde sich auch "zusammenreißen". Das war ein mega gutes Gespräch und ab da war es auch in Ordnung zwischen uns. Ich war eine von zwei Lehrern (gab noch einen Mann, mit dem er klar kam) wo er überhaupt beschulbar war. Allen anderen hat er den Unterricht gesprengt. Zufall?

    Man muss einem Kind auch mal sagen "Ich mag dich nicht. Das liegt daran, weil du dich frech verhältst." Pädagogen neigen zu sagen "Ich mag dich, aber ich finde dein Verhalten doof". Und diese Trennung zwischen Person und Verhalten ist so etwas von lebensfremd und eine total falsche Botschaft.

    Geht mal zu einem erwachsenen Menschen und seid dreist. Pöbelt mal jemanden an und wollt dann, dass die Person euch wohlgesonnen ist.

    Betrügt euren Partner und wollt dann noch von ihm geliebt werden.

    So läuft das nicht, Verhalten und Person gehören zusammen und werden vom Gehirn als zusammengehörig wahrgenommen. Und diesen Zusammenhang sollen Kinder in der Schule aufgrund des "pädagogischen Personals" irgendwie verlernen scheint mir.

    Also, bitte mehr "unpädagogische Busfahrer" etc. einstellen, damit die SuS zumindest da mal eine echte Reaktion bekommen. Von den eigenen Eltern bekommen sie ja meist auch keine. Die Eltern lassen ja auch so viel mit sich machen aus Angst, man wäre ja eine schlechte Mutter, wenn man einem Kind mal seine Emotionen richtig spiegelt, wenn es einen "Hure" nennt.

    Nach wie vor empfinde ich diesen Stundenplan als eine unfassbare Ungeheuerlichkeit. In der freien Wirtschaft hat man bei einem entsprechenden Teilzeitanteil in der Regel einen Tag frei oder kann jeden Tag anteilig früher nach Hause. Und da heißt es immer, dass man als Lehrer so tolle Möglichkeiten hat, Teilzeit zu arbeiten...

    Ich halte den Lehrerberuf für einen der denkbar schlechtesten Berufe für Teilzeit. Bei keinem anderen Beruf arbeitet man als Teilzeitler so viele Stunden für so wenig Geld. Es gibt unteilbare Aufgaben (, die von den meisten Schulleitungen sehr großzügig, zum Nachteil der Teilzeitler, interpretiert werden) und auch sogenannte freie Tage sind nur so lange frei, wie da keine Zeugnisausgabe, Klassenkonferenz, Dienstbesprechung, mündliches Abitur, Fachkonferenz und hunderte andere Termine stattfinden, für die man wieder hingurken muss.

    Ansonsten bin ich kein Fan von Hohlstunden - da bin ich einfach unproduktiv - und von Nachmittagsunterricht - kostet unglaublich viel Energie und ist oft ineffizient.

    Hohlstunden in größerer Anzahl sind schlichtweg eine Frechheit. Man hat in der Schule keinerlei Möglichkeit adäquat zu arbeiten. Vielleicht Mittelstufentests schafft man da noch annähernd sinnvoll in so einer Hohlstunde zu korrigieren, alle anderen Dinge, die längere Einarbeitung / Konzentration (und Ausstattung wie Fachbücher, den eigenen Computer mit Materialien usw.) benötigen, also Unterrichtsvorbereitung oder Korrektur von Klausuren, sind in Hohlstunden nur sehr ineffizient zu erledigen. Es liegt ja auf der Hand, dass jeder normale Akademiker für solche Aufgaben sein eigenes Büro mit entspechender Ausstattung hätte, bei den Bürostühlen mal angefangen.

    Vielleicht könnte man anders herum ran gehen: Was ist denn ein optimaler Stundenplan? Für mich wäre ein optimaler Stundenplan wenn ich jeden Tag 1.-5. Stunde Unterricht hätte. Fünfmal 5 ist 25. Passt. Dann wäre ich von 7.20 - 12.50 Uhr aus dem Haus. 5.5h. Optimal.

    Ja, ungefähr so müsste der Stundenplan aussehen. Dafür müsste man auch endlich mal die Wahlmöglichkeiten der SuS einschränken, anstatt tausend absurde Kurskombinationen zu ermöglichen, die den Stundenplan durch Blockungen ruinieren.

    Bei einem Stundenplan den du beschreibst könnte man endlich mal effizient arbeiten, was bei den realen Plänen bei uns schlicht unmöglich ist.

    Und auch diese nervigen Konferenzen, die dann am Nachmittag liegen. Da hat man an einem Tag früher Schluss, schon muss man da bleiben für eine Konferenz in der Dinge besprochen werden, für die es sich in der Regel nicht lohnt.

    Eigentlich müsste man Homeoffice im Lehrerberuf auch weiter ausweiten:

    Das Recht darauf nach dem Unterricht nach hause zu fahren und Fachkonferenzen etc. digital durchzuführen bzw. sich digital dazuzuschalten.

    Dann könnte man zuhause sinnvoll was schaffen, schaltet sich kurz dazu (kann bei Labertaschen und nicht sinnvollen Punkten der Tagesordnung ggf. auch nebenher noch was schaffen) und macht danach weiter. Stattdessen sitzt man davor sinnbefreit herum (weil die Schule voll ist von lärmenden KuK, die alle auf die Konferenz warten..), hört 90% der Konferenz nichts, was einem weiterhilft, und schafft letzendlich an solchen Tagen nichtmal die Unterrichtsvorbereitung adäquat.

    Wenn es eines gibt, was in der Corona-Zeit wirklich toll ist, dann diese Aufhebung vieler Präsenzveranstaltungen.

    Ich arbeite nicht weniger als vor der Corona-Zeit, aber ich arbeite tausend mal effizienter. So viele Arbeitsmaterialien habe ich vor Corona nie pro Woche erstellen können. Man merkt erst jetzt (okay ich habe es immer gewusst) wie viele Zeitfresser den Arbeitsalltag belasten und wie viel effizienter man das gestalten könnte.

    Also angesichts eines Bankers in einem Spezialbereich, der sechsstellige Beträge nach Hause bringt, zwei promovierter Juristen, eines promovierten Informatikers, einer Referatsleiterin des Bundestags i.R. darf ich mich wohl als das "schwarze Schaf" der Familie erachten. Das hat ein Familienmitglied tatsächlich einmal so angedeutet.
    Nun sind meine Frau und ich auch weitgehend unprätentiös - das fällt dann natürlich (negativ) auf.

    Das ist bei mir ganz genauso, bin auch ein schwarzes Schaf in der Familie.

    Mein Pädagogik-Prof. sagte immer, dass Lehrer der klassische akademische Aufsteigerberuf sei...

    [trifft bei mir zu, bin auch der erste aus der Familie mit Studium!]

    Das erscheint mir logisch und erklärt für mich auch, warum ich so oft Gegenwind bekomme, wenn ich die Arbeitsbedingungen und finanziellen Aspekte der Lehrerberufs so negativ bewerte.

    Wenn ein Großteil der Lehrerschaft aus einfachen Arbeiterfamilien stellt der Lehrerberuf natürlich einen Aufstieg da. Da schwingt aber dann mit, dass man sein Gehalt mit Friseuren, Wanderarbeitern usw. vergleicht. Da die Eltern und ältere Verwandtschaft der Familie auch bereits arbeitet, vergisst man außerdem, dass man viele Jahre studieren musste und in denen nichts verdient hat.

    Ich glaube, wenn der Lehrerberuf seinen Nachwuchs nicht so extrem aus sozial schwachen Familien rekrutieren würde, dann wäre die Ansicht über das Gehalt auch eine andere. Aber gut, so löst sich meine kognitive Dissonanz etwas auf, die immer entsteht, wenn der Lehrerberuf mit gutem Gehalt in Verbindung gebracht wird. Es ist halt wirklich eine Frage, aus welchem Umfeld man kommt und das ist bei Lehrern anscheinend oft eines, in dem Berufe vorherrschten, die keine großen Bildungsvoraussetzungen hatten.

    LG,

    schwarzes Schaf Firelilly

    Ein frohes neues Jahr wünsche ich!

    Es ist ob der momentanen, dramatischen Lage leider schade, dass ich doch in eigentlich allen Punkten recht hatte. Für mich ist das aber nicht überraschend und ich bin ehrlich gesagt einfach nur am Kopfschütteln, dass fast alle hier im Forum (abgesehen von Nymphicus, Kris und wenigen anderen) das nicht richtig gesehen haben oder wie mir schien einfach nicht sehen wollten. Gerade, dass so jemand wie Wollsocken mit fachlichem Hintergrund immer wieder versucht hat mich zu widerlegen und dann nun doch von der Realität eingeholt wurde, aber nicht an einer Stelle mal ein Eingeständnis.

    Ich habe euch von Anfang an versucht klar zu machen und zu warnen, dass Kinder und Jugendliche genauso infektiös sind wie Erwachsene und, dass Schulen Orte mit hohem Infektionsrisiko sind. Leider haben sich so viele Menschen von den bewussten Täuschungen und Datenmanipulationen und Datenzurückhaltungen der Bildungsministerien hinters Licht führen lassen, dabei war es doch augenscheinlich, dass die Schulen nur politisch motiviert auf Kosten der Gesundheit der Lehrer offen gehalten wurden.

    Leider haben immer wieder Foristen bis zuletzt behauptet, dass es keinerlei Anhaltspunkte dafür gäbe und, dass ich eine Panikmacherin sei. Wie so oft in meinem Leben, hätte man mal lieber gleich auf mich gehört, dann wäre so Manches besser gelaufen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

    Auch habe ich immer wieder betont, wie gefährlich Aerosole sind. Seitenweise wurde mir entgegen gehalten, dass dem nicht so sei. Und wo sind wir heute? Immerhin sind da ja manche dann doch zurückgerudert.

    Firelilly hat eine zweite Welle mit Beginn der kalten Jahreszeit als unausweichlich prognostiziert. Was kam? "Firelilly, das ist doch Panikmache, es gibt (so oder so ähnlich sagte es Wollsocken und andere) keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass es eine zweite Welle geben wird."

    Sinngemäß: "Firelilly, du behauptest immer es gäbe Langzeitfolgen bei einer Erkrankung, dafür gibt es keinerlei Hinweise" Jetzt sieht man, dass diese sogar bei milden Verläufen auftreten.

    Ach Leute, mal ganz ehrlich. Das soll jetzt kein Feiern eines "Sieges" sein, dass ich mit eigentlich allem Recht hatte. Sondern einfach nur der Aufruf, dass man jemandem mit Expertise in Biochemie doch zumindest zuhören und die fachlich erst nehmen sollte. Aber naja, jetzt hinterher wird man es wieder so drehen, dass es ja gaaaar nicht so gewesen sei, dass man Firelilly nicht ernst genommen und als Panikmacherin dargestellt hat.

    Man hat mich ja sogar für meine Ansichten gesperrt (und natürlich nie nachweisen können, dass ich irgendwo ausfallend geworden bin). Ich habe niemanden beleidigt, man wollte meine "Weltuntergangstheorien" einfach nicht hören.

    Ich hätte alles dramatisiert, sei zu negativ. Nunja, wo sind wir denn heute, war ich zu dramatisch?

    Ich bin übrigens nicht zurück, denn ich habe schlicht keine Lust mehr auf so eine Behandlung durch die Moderatoren und werde nicht mehr aktiv sein.

    Kann gut damit leben, wenn Leute meine Expertise als haltlose Vermutungen abtun (die Realität zeigt es den Leuten ja dann irgendwann), aber jemanden zu sperren ist feige.

    Ab und an lese ich als Gast nochmal ganz gerne. Schön zu sehen, dass zumindest ein paar wenige ebenfalls den Ernst der Lage erkannt hatten und sich nicht haben unterkriegen lassen. Vielleicht schreibe ich hier und da nochmal was, aber es wird ja eh wieder darauf hinauslaufen, dass man aus fadenscheinigen Gründen gesperrt wird.

    Eigentlich juckt es mich als Biochemikerin mal etwas zu den Folgen von mRNA basierten Impfstoffen zu schreiben, wenn man damit über längeren Zeitraum auch HIV-Patienten behandelt, die aufgrund des HI-Virus eine reverse Transkriptase besitzen. Aber da würde man mir auch wieder erzählen, dass das alles soooo keine Basis hätte. Dann halt nicht.

    Meine einfache Antwort: die Rahmenbedingungen.

    Wenn man die Pflichtstundenzahl auf sagen wir 18 bis maximal 20 heruntersetzen würde, Dinge wie Klassenfahrten abschaffen oder zumindest auf Freiwilligkeit umstellen würde, dann würde meine Berufszufriedenheit um ein paar hundert Prozent steigen. Wichtig wäre auch noch ein Stundenplan, der wenig Hohlstunden hat, weil ich an der Schule unmöglich arbeiten kann.

    Die Schüler hingegen sind toll, Wertschätzung passt für mich persönlich auch und, dass es fachlich nicht anspruchsvoll ist, damit habe ich mich abgefunden (auch, wenn ich lieber fachlich tiefergehendere Dinge machen würde).

    Würde man mir das aktuelle Gehalt für 18-20 Wochenstunden zahlen, mir einen guten Stundenplan garantieren und einige der außerunterrichtlichen Pflichten reduzieren, wäre ich mit so unendlich viel mehr Zufriedenheit dabei.

    Dann könnte ich wirklich schöne Unterrichtsstunden halten, mit dem Gefühl genug Zeit gehabt zu haben sich dafür vorzubereiten, könnte Prüfungen ausarbeiten (haben z.B. kein Zentralabitur) die qualitativ gut und vom Material her ansprechend sind.

    Dann würde auch die work life Balance passen ohne, dass man das Gefühl hat total ausgebeutet und verarscht zu werden. Dies würde sich dann auch in der entsprechenden Haltung widerspiegeln (wie es in den Wald hineinruft....)

    Aber von den von mir genannten Bedigungen ist mal eben meilenweit entfernt und damit ist der Frust groß und der Elan klein.

    "Sofern alle Teilnehmenden bzw. deren Sorgeberechtigten einverstanden sind, können Klassen- und Studienfahrten unter Einhaltung der jeweils geltenden Hygienebedingungen stattfinden. ..." Wenn also Lehrkräfte nicht damit einverstanden sind, heißt das für mich, dass auch keine SL Klassenfahrten anordnen kann!

    Danke für das Heraussuchen! Die Frage ist, ob dies den Passus überschreibt, dass Klassenfahrten in SH Dienstpflicht sind. Was hat denn hier mehr Gewicht?

    Gibt's das tatsächlich irgendwo in Deutschland, ganz unabhängig von Corona?

    Klar, in SH!

    Wie fahrt ihr / wohin / wie lange?
    Kein Kontakt zu Mitmenschen im Bus und Jugenherberge? (Verbot, mit anderen zu sprechen?)
    Lüftung im Bus oder gar Zug? (was man privat macht, ist egal. In den Schulen soll man alle 20 Minuten lüften und jetzt auf einmal 5-8 Stunden in einem Bus sitzen?

    Was ist mit Stornokosten bei Risikogebiet am Start, am Ziel oder Infektionskette in der Klasse?

    Anfahrt per Bahn und Bus, Dauer eine Woche lang. Das genaue Ziel möchte ich nicht angeben aufgrund des Wiedererkennungswert. Es handelt sich um keine menschenüberflutete Region, aber eine Region die eigentlich ein Sommerausflugsziel ist und im Winter extrem kalt und unangenehm ist (nicht von mir geplant, ich werde aber dienstverpflichtet).

    Du weißt wie ich, dass alleine schon die Problematik um den Reisekostenverzicht die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung letztlich immer nur an Freiwilligkeit knüpfte. Ich kenne das nicht anders: An Klassenfahrten und vergleichbaren Schulveranstaltungen nahmen bislang immer nur Freiwillige teil.

    Nun brauchen wir uns um Dienstpflichten und den Sinn solcher Veranstaltungen nicht zu streiten. Es ging mit oben wirklich nur um den Begriff "gezwungen". Auch Beamte können zu nichts gezwungen werden, auch nicht vom Dienstherrn.

    Doch, ich werde gezwungen. Reisekosten werden übernommen, die anfallende Mehrarbeit, die Anschaffung tiefwinterlicher Kleidung für das Vorhaben etc. nicht. Die Übernachtung ist eine Jugendherberge mit zweifelhaftem Ruf und Bedigungen.

    SL:"Sie bleiben doch innerhalb einer Gruppe, warum sollte da die Ansteckungsgefahr höher sein?"

    Was genau könnte man denn anführen, was an dieser Dienstanweisung (also im Winter auf Klassenfahrt fahren zu müssen) "unrechtmäßig" ist? Denn dieser Unrechtmäßigkeit bedarf es doch, wenn ich remonstrieren möchte.

    Und der Lehrer korrigiert doppelt (wie ich nun auch einen Klausursatz in den Herbstferie

    Würde ich niemals machen. Ich habe in einem vergleichbaren Fall deutlich gemacht, dass entweder die Klausur genehmigt wird, oder ich in Zukunft mit absoluter Sicherheit nie wieder eine Klausur produzieren werde, wo zu viele unter dem Strich sind. (aka Dödelklausuren)

    Ich lasse mir doch nicht unbezahlte Mehrarbeit aufdrücken, weil Schüler keine Lust haben zu lernen oder der Kurs einfach ganz schwach ist / kognitiv überfordert ist.

    Sicher, wenn ich mich mal in der Aufgabenstellung vertue, also einen klaren Fehler mache, dann nehme ich die Aufgabe raus.

    Wenn die Klausur aber angemessen ist, dann bringt mich nichts und niemand dazu noch einen gesamten Satz zu korrigieren.

    So weit kommt das noch!

    Es macht einen Unterschied, ob ich dafür bezahlt werde oder ob ich das in meiner unbezahlten Zeit mache, denn: die restliche Arbeit reduziert sich durch eine Spaßveranstaltung um genau 0,0%. Oder hat sich durch das "soziale" Miteinander auf einmal ein Stapel Klausuren korrigiert? Oder ein Unterricht vor- oder nachbereitet? Oder hat sich die IT-Hardware der Schule selbst repariert? Hat sich das Klassenbuch selbst überprüft?

    Das trifft leider auf so viele Dinge im Lehrerberuf zu. Das Kerngeschäft verschlingt eigentlich schon nahezu 100% der Arbeitszeit.

    Man kriegt dann aber noch zig andere Dinge draufgedrückt und es heißt immer, dass das ja zum Beruf gehöre und man dafür auch bezahlt werde.

    Diese Flatrate ist einfach grauenvoll.

    Wenn man wirklich jede Arbeitsstunde aufschreiben würde, dann würden die ganz schnell einige Konferenzen, Dienstversammlungen usw. einstampfen, weil es schlicht rausgeschmissenes Geld ist.

    Solange es aber eben diese Art der Alimentierung gibt, wird man mit solchen Totschlagargumenten

    Jede Dienstbesprechung ist Arbeitszeit.

    bombardiert.

    Panik bekomme ich nur, wenn ich an die desaströsen Entscheidungen der Politik denke. Wir Lehrer sind in einem abgeschotteten Bereich und haben auch im Lockdown unser Geld weiterbekommen.


    Wir haben ja auch während des Lockdowns gearbeitet, sehr viel sogar. Wäre ja noch schöner gewesen, wenn wir das unentgeldlich hätten machen müssen. Für uns ist Corona finanziell annähernd neutral bis nachteilhaft gewesen. Ja, es gibt Leute, denen hat Corona wirtschaftlich richtig geschadet. Aber es gibt auch Corona Gewinner, aber Lehrer gehören da mit Sicherheit nicht dazu. Die unbezahlten Überstunden, die allein bei uns wegen vermehrter Kohortenaufsichten oder Teilung der Kurse zustande kamen (da machte man aus einem dreistündigen Kurs gerne mal zwei Kurse á jeweils zwei Stunden, zack eine Stunde unbezahlte Mehrarbeit!), sind natürlich ein finanzieller Einbußen.

    Deshalb ist wenigstens von Seiten der Lehrer Optimismus zu verbreiten und auf keinen Fall Angst oder Panik.

    Als ob ich mir so eine Haltung vorschreiben lassen würde. :daumenrunter:^^

    Jeden Tag schicke ich auch Vertretungsmaterial an die Schule.

    Bitte was? Denkst du ein Bäcker der krank ist bäckt zuhause Brötchen und schickt sie in den Laden, damit die da verkauft werden können? Oder vergibt der Sparkassenmitarbeiter einfach von zuhause aus Kredite für die Kunden?

    Wenn du krank bist, dann schickst du keinerlei Material! Gar nicht.

    Das muss aus diesem Berufsstand unbedingt ausgetrieben werden.

    Ich unterrichte rein naturwissenschaftliche Fächer.

    Das ist doch schonmal eine prima Voraussetzung, denn das sind oftmals Mangelfächer.


    Ich würde auch nicht von dir aus kündigen, sondern mich aus der Angestelltenposition heraus bewerben! Lass dich da auch nicht von dieser Privatschule unter Druck setzen. Lass dir kein schlechtes Gewissen wegen Fehlzeiten einreden!

    So wie sich das anhört, mit der Gängelung durch die Schulleitung, ist es ein ganz schlechtes Klima bei euch.

    Mich wundert immer, wie sich Schulleitungen darüber aufregen können, dass Leute oft krank sind, wenn sie so ein schlechtes Klima an der Schule verbreiten. Ist doch logisch, dass das auf die Psyche schlägt und aufs Immunsystem.

    Du bist jetzt auch wieder am Ruminieren, hast so viele Sorgen und Gedanken wegen dieser Schule. Die Schule macht dich regelrecht krank!

    Achte auf dich selbst, zieh das beste aus der Situation (z.B. Geld!) und hör unbedingt auf Material in die Schule zu schicken, wenn du krank bist.

    Kein Wunder, dass du nicht gesund wirst, wenn du während der Krankheit noch arbeitest!

    Deine regelmäßige, (gar nicht so) latente Aufrufe zum Krankschreiben werden hier nicht geduldet, unterlasse es bitte.

    Bitte was? Das ist doch wohl eine Frechheit!

    Ich rate einer Person, die sich in einer massiven Lebenskrise befindet, dieses ernst zu nehmen und beim Psychologen vorstellig zu werden!

    Es haben sich schon Leute das Leben genommen, weil sie von solchen Situationen, ohne Hilfe, überfordert waren und ihnen alles über den Kopf gewachsen ist. Stell dir vor da kommt jetzt auch noch ein Verfahren wegen irgendwelcher Dienstpflichtverletzungen hinzu, wenn man eh schon in so einer Ausnahmesituation ist.

    Eine richtiggehende Frechheit, dein Beitrag! Jemandem zu raten, dass er sich mit dem Hausarzt beraten soll und möglichst auch noch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollte, kann ein Lebensretter sein.

    Übrigens hatten wir vor gar nicht langer Zeit einen Schienensuizid in der Schülerschaft. Dem hat sein Klassenkollegium vorher noch eine Attestpflicht aufgebrummt, weil sie der Meinung waren, er würde immer Klausuren schwänzen. Ich merke gleich, dass der tief in einer Krise steckt.

    Auch die Eltern haben sich ihm gegenüber so geäußert, dass er unbedingt jetzt sein Abi durchziehen sollte und entsprechenden Druck ausgeübt auf ihn.

    Ich war die einzige (!) in einem Beratungsgespräch mit Eltern und der Oberstufenleitung, die geäußert hat, er solle das Abi erstmal hintenanstellen und sich für längere Zeit in Behandlung begeben. Da wurde ich belächelt.

    Ein Schuljahr später hat die Schule dann auf einmal ganz bestürzt und fassungsloslos, dass er sich, zwei Tage vor dem schriftlichen Abitur, vor eine Regionalbahn geworfen hat.

    Du kannst mich gerne sperren, das passt zu dieser grauenhaft schlechten Moderation hier, aber ich werde nicht nachlassen Menschen in Krise zu raten auf ihre Gesundheit zu achten und ihr seelisches Wohl!

    Die Pension dürfte bei deinem Dienstalter recht mager ausfallen.

    Hört sich jetzt böse an, aber das was dein Hausarzt so lapidar äußert, stimmt so nicht.

    Die Abschläge betragen in SH bei Dienstunfähigkeit, die nicht durch einen Dienstunfall verursacht wurden, maximal 10,4 Prozent.

    Außerdem heißt die Begutachtung nicht zwangsläufig, dass man tatsächlich in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wird.

    Im Gegenteil, du kannst davon ausgehen, dass die alle Hebel in Bewegung setzen, damit du arbeitest. Wiedereingliederung usw.

    Ich hab keine Handhabe dagegen. Ich hab zumindest noch keine gefunden. Nach meinem Dafürhalten kann ein SL DBs einberufen, so oft er will und wann er will und sei es um 3:00 Uhr morgens auf dem Schuldachboden - und ich habe auf Abruf bereit zu stehen?

    Ja, so ist es. Willkommen im Lehrerberuf :uebel:

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