Beiträge von Firelilly

    Firelilly : Hier muss man aber auch deutlich sagen, dass das von dir Beschriebene tendenziell eher ein Stadtproblem ist. Natürlich gibt es auch in meinem Landkreis Schulen mit über 1.000 Schülern und wenn man wollte, könnte man wohl auch hier mehr Standpunkte eröffnen, um kleinere Klassen und damit bessere räumliche und personelle Kapazitäten zu schaffen. Gerade im Grundschulbereich sieht es aber gut aus und es gibt sogar mehrere Standorte mit Schülerzahlen im zweistelligen Bereich. Wenn du mich fragst, sollte man bei derart kleinen Standorten als erstes mit den Lockerungen ansetzen.

    Sicherlich ist es besser, wenn eine Schule kleiner ist. Bei uns wäre eine Eröffnung eben ein Viren-Eldorado. Aber auch an kleineren Schulen sehe ich das Problem, denn es geht darum, dass man bei Schulen eben immer viele SuS in einem einzelnen Klassenraum hat, der auch einfach ein extrem kleines Luftvolumen hat verglichen mit einem Supermarkt mit entsprechender Deckenhöhe. Die Mindestabstandsache ist auch schlimmer als bei einem Supermarkt, wie hier zumindest von Politikern erkannt (aber woraufhin nicht gehandelt wird):

    In einem Interview (ich finde es leider nicht mehr und weiß den Politiker nicht) wurde in Bezug auf die Schulöffnung kritisiert, dass man in einem Klassenraum den Mindestabstand nicht einhalten könnte.

    Folgende Computersimulation zeigt die Verbreitung. Ich finde das macht die Problematik im Supermarkt ganz deutlich. Wenn man sich jetzt ein Klassenraum vorstellt, wo man eben anders als im Supermarkt mehrere Stunden zubringt und nicht mal eben durch ein entsprechendes Aerosol durchgeht, sondern es beständig einatmet, dann weiß man, was Sache ist:

    https://www.gmx.net/magazine/news/…husten-34615726

    Und unsere Schulleitung hat auch noch keine Abfrage genaht wer denn zur Risikogruppe gehören würde und daher überhaupt einsetzbar wäre.

    Im Zweifel werden halt alle eingesetzt. Bei uns ists schon so, dass auch die Risikogruppe beim Abitur eingesetzt wird.

    Der Schutz: Die Risikogruppe soll draußen die Schülergruppen auseinandertreiben, die "ungefährdeten" KuK machen drinnen die Aufsicht.

    Ich laufe beim spazieren Slalom und beim einkaufen und versuche allem und jedem aus dem Weg zu gehen, und auf einmal sitze ich wieder vor vielen KuK und SuS?

    Könnte ab Mai tatsächlich so sein befürchte ich. Meine Vermutung: Man wird feststellen, dass mit hohen Hygienestandards (so wie in Läden oder bei uns während des Abiturs), also Abstand usw., eigentlich nahezu gar kein Unterricht möglich wäre.

    Daraufhin wird man das lockern für die Schule. Und dann hast du das so, wie du schreibst, ja!

    Egal welche Klassen unterrichtet werden solle: das abstandsgebot und die Hygienemaßnahmen gelten oder? Sind also rechtsverbindlich?

    In der Schule ist es mit Sicherheit nicht rechtsverbindlich. Da gelten ja auch andere Bestimmungen des Arbeitsschutzes nicht (Lautstärke, Pausenregelungen usw.).

    Ich glaube sogar, dass das Einfordern der Hygienebedingungen zu Problemen führen kann:

    Wenn du z.B. einen Schüler nach hause schickst, weil er wiederholt den Abstand nicht einhält und eine Gefahr für dich und seine Mitschüler ist, dann hast vermutlich DU die Folgen zu tragen. Genauso, wenn du einen offensichtlich kranken Schüler nach hause schicken willst, aber die Eltern nicht da sind oder schlicht keine Lust haben auf das kranke Kind zuhause. Da hilft vermutlich nur einen Krankenwagen zu bestellen, aber wer macht das schon?

    Meiner Einschätzung nach hat man als Lehrer keine Handhabe und kann sich nicht darauf verlassen, dass die Hygienemaßnahmen und der Abstand gewahrt werden.

    Die kurve kriege ich gedanklich auch nicht wirklich hin - weil sich sonst auch keiner um die Belange der Lehrkräfte schert, soll man sich nicht beschweren und freiwillig in "den sauren apfel beißen"?

    Lernt man bereits im Referendariat so, ja. Die meisten schalten nach Abschluss dessen nicht um, sondern behalten das bei.

    Man verstehe mich nicht falsch, bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit habe auch ich einige Kröten geschluckt, die die SL heutzutage nur noch mit äußerster Gewalt meinen Hals hinunter gedrückt bekäme.


    Aber ich möchte, dass der Rahmen sinnvoller Möglichkeiten auch wirklich ausgeschöpft wird. Und wenn einfach mutwillig ohne Sinn und Verstand Lehrer wie "Kanonenfutter" behandelt werden, dann sollte man das nicht einfach schlucken, weil das halt "schon immer so war".

    Das Problem ist, dass man aus Infektionsbiologischer Sicht keine wirklich sinnvollen, effizienten Lösungen finden kann.

    Der Lehrerberuf ist darauf ausgerichtet eine (viel zu) große Masse an SuS bei minimalsten Kosten (Räumlichkeiten, Ausstattung, Personalschlüssel) zu beschulen. Wir sind ja ohne Corona schon an räumlichen Grenzen.

    Der Lehrerberuf ist die Massentierhaltung unter den Lehrberufen. Schlimmer ist da der Schlüssel Lehrkraft / Lernende(r) eigentlich nur bei Vorlesungen an der Uni.

    Man müsste zur Einhaltung minimalster Hygiene- und Sicherheitsstandards den Stoff so einkürzen, dass sich eine Lösung wie konsequentes E-Learning deutliche effektiver zeigen würde.

    Was soll ich mit meinem Pofilkurs machen beim Experimentieren? WIr sind annäherend 30 Leute, das ist eh viel zu viel schon unter normalen Bedinungen.

    Den Kurs in vier Teilgruppen teilen und die nacheinander unterrichten, Mittelstufe fällt dafür komplett aus? Habe ja dann keine Zeit mehr irgendwelche Aufgaben denen zu geben.

    Was ist dadurch gewonnen? Ja, ein bisschen praktische Erfahrung im Labor mehr. Aber zu welchem Preis?

    Kleingruppen unterrichten ist einfach total ineffzient (deshalb stopft man uns die Klassen doch so voll, weil man aus einem Lehrer für das Geld möglichst viel Output rausquetschen will).

    Noch nie(!) habe ich erlebt, dass die Wünsche, auch wenn sie extrem berechtigt sind, der Lehrer berücksichtigt werden.

    Sicher würde ein Bildungspolitiker dann traurig blicken und eine blumige Rede auf den Verblichenen halten und dann ... (Satire an) es gibt doch so viele junge Lehrer, die nur auf eine freie Stelle warten. (Satire aus)

    Die ganzen Forderungen nach Superhygienemaßnahmen, Transportmöglichkeiten für Schüler, "langfristige" Vorbereitung von irgendwelchen Sachen, gestaffelten Unterricht in halben Klassen usw. ... sind utopisch.

    Deinen ersten drei Zitaten stimme ich vollumfänglich zu. So ist es leider tatsächlich.

    Wenn man nun aber wie du selber erkennt, dass es außer Reden auf die Verblichenen nahezu keine Unterstützung, nahezu keine Berücksichtigung der Lehrerwünsche gibt und die Hygienemaßnahmen leider nicht so strikt eingehalten werden werden....

    Wie kommt man daraufhin zu solch einem Wunsch:

    Wollt ihr nun Schulöffnung oder nicht?

    Ich will sie.

    Und zu so einer Einstellung?

    Es bringt nichts, wir müssen da durch.

    Ich, die ebenfalls dieselben Erkenntnisse hat wie du in deinen Ersten drei Zitaten, plädiere

    - gegen Schulöffnung

    - für Widerstand gegen die gesundheitsgefährdenden Anordnungen

    Kann mir jemand dieses Forum erklären?

    Wochenlang schreibe ich, dass die Schule ein riesiges Infektionsriko darstellt. Daraufhin hält man mir diverse Dinge entgegen, angefangen von "es ist nicht bewiesen, dass Kinder Erwachsene anstecken ; es gab keinen großen Ausbruch der mit Schule assoziiert ist" bis hin zu "manche Schüler werden durch das Online-Teaching abgehängt ; die Schulen müssen unbedingt auf, weil es nun vermehrt häusliche Gewalt gibt, es staue sich eine "Mordswut" in den Familien ; man kann sich nicht ewig verstecken usw.".

    Ich warnte davor, dass es eventuell nach den Ferien losgeht, wenn man nicht jetzt (Stand vor zig Wochen!) bereits massiv Sturm macht. Meine Vorschläge gesammelte Mails zu schreiben werden belächelt, niemand (oder doch?) außer mir hat das gemacht.

    Warum regt ihr euch jetzt darüber auf, dass es losgeht? Jetzt könnt ihr doch in NRW die abgehängten SuS wieder unterrichten, SuS wieder aus den gewaltätigen Familien rausholen usw.

    Jeder, der keine Mails geschrieben hat, kann doch jetzt nicht rumschreien.

    Wo sind denn jetzt die Pragmatiker? Anstatt sich über Laschet aufzuregen, seid doch lieber konstruktiv und plant wie ihr das nun macht. Ihr könnt doch jetzt nicht zur Firelilly werden und euch über Schulöffnung aufregen?!

    Sachlichkeit ist eine Tugend

    Und Vorurteilsfreiheit, besonders gegenüber Menschen, die krank sein könnten, ebenfalls.

    Wenn du es so mit Tugenden und Weisheiten hast:

    "Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist."

    Und die 6 Wochen krank sein, 2 Tage zur Arbeit erscheinen, ist einfach nur wegen der Versicherung und dem Gehalt (trifft, sofern ich weiß, auch nur auf angestellte LuL zu).

    Schon einmal darüber nachgedacht, dass angestellte LuL eventuell bei manchen Erkrankungen nicht so gut abgesichert sind?

    Man könnte sich auch darüber aufregen, dass das System kranke, angestellte KuK zwingt sich immer mal wieder zwei Tage reinzuquälen, weil sie sonst nicht finanziell abgesichert sind.

    Du spekulierst da einfach über die Motive.

    Mich wundert es übrigens nicht, dass Schulleiter deine Postings ganz stark liken. Unsere SL ist auch so drauf, da wurde bei unserem Personalrat angefragt, wie man KuK, die oft krank sind (sogar welche, die wie du sagst ernsthaft, also auch für die skeptischsten Beobachterkollegen sichtbar) loswerden kann.

    Ziemlich hohes Ross auf dem du da sitzt, für jemanden, der mich vor zwei Seiten noch gerne vorsätzlich mit Corona anstecken wollte.

    Wieso anstecken? Ich wollte auf ein Blatt Papier niesen für jemanden, der felsenfest davon überzeugt ist, dass sich darauf zwar Viren nachweisen lassen würden, diese aber nicht infektiös sind. Da kann doch dann von Ansteckung keine Rede sein. Oder merkst du etwa, dass es vielleicht doch nicht so sicher ist, dass Viren auf Oberflächen nicht infektiös sind?

    Ich möchte hier keinen angreifen der eine schwere Krankheit hat.

    Dennoch gibt es den ein oder anderen, der das System ausnutzt. Mehr will ich nicht sagen. Man hat „ausgesorgt“ und kann „krank“ sein. Man ist schwer aus dem System zu bekommen.

    Ich habe vor meinem Lehrerdasein unter anderem bei einer Versicherung gearbeitet. Solche Fälle gibt es und solche Fälle sind keine Einzelfälle.

    Das Problem ist doch aber, dass, selbst wenn du bei einer Versicherung arbeitest, doch gar nicht als Sachbearbeiter entscheiden kannst (und das ist gut so), ob eine Person krank ist.

    Dafür gibt es psychologische Psychotherapeuten, Ärzte und so weiter.

    Ob du jetzt so jemanden aus dem System bekommen möchtest oder nicht, so ein Urteil steht dir einfach nicht zu. Auch nicht, wenn du beobachtest, dass ein Kollege 6 Wochen fehlt, zwei Tage da ist, und dann wieder 6 Wochen fehlt.

    Das ist so, als würden dir Eltern sagen, dass ihr Kind aber die und die Note bekommen muss, weil sie zu hause beobachten, dass es das und das kann.

    Schön, aber die Gründe für die Note ergeben sich aus deinem fachlichen Urteil in der Schule, wo die Eltern vermutlich nicht einmal dabei sind.

    Du bist bei den Untersuchungen dieses Kollegen nicht dabei, auch nicht bei seinen therapeutischen Gesprächen. Alles was du beobachtest sind kleine Ausschnitte aus der Wirklichkeit.

    Vielleicht ist er in der Schule sogar gut drauf (um sich nichts anmerken zu lassen, whatever) und wirkt gar nicht krank.

    Deshalb nochmal: Egal ob du bei der Versicherung arbeitest oder als Lehrer. Du hast darüber 0,nichts zu entscheiden, ob jemand krank oder "krank" ist.

    Es ist ja schön, dass du keinen angreifen willst und das glaube ich dir auch. Aber "nichts Böses gewollt" ist noch lange nicht gut.

    So ein Verhalten, ich wiederhole mich da ohne Schimpfwörter, ist Gift für wirklich kranke Menschen. Und nicht bei jedem ist alles sichtbar.

    Das mit dem Jogger ist doch wieder ein klassisches Beispiel dafür, dass etwas aus dem Zusammenhang gerissen wird. Natürlich ist aufgrund der Geschwindigkeit die "Fahne" hinter ihm länger als bei einem Spaziergänger. Da läuft aber wohl kaum einer direkt durch. Auch normale Spaziergänger überholen sich.

    Wenn die Wege voll sind, dann Joggen die Leute dicht hintereinander, genauso wie Spaziergänger, wenn es dicht ist, hintereinander laufen.

    Das Kind wohnt aber 45 Minuten Zug- oder Busfahrt weit weg, Bus fährt nur nach der letzten Schulstunde. Ergebnis: Massiv erkältetes Kind bleibt ganz normal in der Klasse

    Ist hier bei uns am Gymnasium auch so. Das werden auch die Corona-Kinder so machen.

    Wir habe einen Kollegen an der Schule der 6 Wochen "krank" ist , dann 2 Tage zum Dienst erscheint, dann 6 Wochen "krank" ist....immer weiter...

    Und du weißt natürlich, was er hat.

    Wegen solchen ******* wie euch sind psychisch erkrankte Menschen, oder Menschen, die eine Chemotherapie bekommen stigmatisiert. Sich herauszunehmen das Urteil des Arztes, der diesen Kollegen krank schreibt, zu "korrigieren" und es als Blaumachen abzustempeln ist eine richtige Frechheit. Woher weißt du, dass der Kollege nicht in z.B. Psychotherapie ist, es immer mal wieder probiert, aber feststellt, dass er dem Schulalltag doch nicht gewachsen ist? Vielleicht auch, weil er, wenn er die Tage zurückkommt, von Leuten (vielleicht wie dir?) mit Blicken abgekanzelt wird oder die Leute über ihn tuscheln, ihm vielleicht sogar offen vorwerfen, dass "sein Verhalten" unkollegial ist?

    Szenarien wie "Das wird nicht wieder gutzumachende Lücken in der Bildung reißen" oder "Eine ganze Generation wird abgehängt" oder das dauernde Rumhacken auf Chancenungleichheit, die zweifellos dort wie hier gegeben ist, scheinen irgendwie im Moment v.a. ein deutsches Phänomen.

    Dienstpflicht > alles. Idealismus > Gesundheit.

    Und, siehe Zitate @Blaumachen: Nur 100% gesunde und leistungsfähige KuK sind etwas wert, wer länger fehlt steht sofort unter Verdacht blau zu machen.

    Kein Wunder, dass sich kaum jemand die Blöße geben möchte wegen Infektionsgefahr die Schulen zu schließen.

    geht ja nur darum nicht gleich bei jedem Niesen an Corona zu denken und SuS heimschicken zu wollen, sondern im Blick zu behalten, dass es auch ganz harmlose, saisonale Ursachen für Niesen gibt, denen man mit einfachen Mitteln abhelfen kann. :)

    Das Problem ist eben, dass man selbst bei massivem Corona-Verdacht ein Kind nicht einfach nach hause schicken kann. In anderen Posts wurde geschrieben, dass sich Eltern tot stellen, wenn man da anruft. Bei uns an der Schule ist es auch so, dass die Kinder krank in der Schule sind, weil die Eltern arbeiten oder auch schlicht keine Lust haben auf ein krankes Kind zuhause. Andere Gründe sind noch, dass das Kind etwas in der Schule verpassen könnte.

    Man ist der Gegenwart von Corona-Kindern also ggf. machtlos ausgeliefert, kann eben nur versuchen sich im Raum möglichst weit weg zu stellen und zu hoffen, dass die Stunde bald um ist und das Kind zum nächsten Lehrer weiterzieht. Weder für Lehrer, noch für das Kind eine angenehme Situation. Aber leider Altag in den Schulen.

    Andere Leute bangen um ihre Zukunft. Und wir diskutieren, ob wir Hefte anfassen oder nicht :essen:

    Und da sieht man, dass Nichtbiologen von Infektionsschutz keine Ahnung haben.

    Weil ich die Gefahr auf dem Heft nicht sehe, gibt es sie nicht?

    Was glaubt ihr eigentlich, woher ihr krank werdet, wenn ihr die Grippe oder auch nur einen grippalen Infekt habt.

    Denkt mal zurück, könnt ihr sagen:"Ach klar habe ich da die Grippe bekommen, da hat mir XY ja frontal ins Gesicht geniest" ?

    Mit Sicherheit nicht.

    Das Infektionsgeschehen ist eben einfach so subtil. Da muss man nicht darüber reden, dass man infiziert wird, weil jemand einem in den Rachen spuckt.

    Die Infektionen geschehen genau auf diesen Wegen, über kontaminierte Flächen, über feinste Tröfpchen beim Sprechen und so weiter.

    Deshalb kann auch niemand mehr sagen "ach in der Situation, klar, da habe ich mich angesteckt".

    Hier also einen Stapel Hefte als Luxusproblem abzutun offenbart das Unverständnis für Mikrobiologie.

    Vielleicht mal ein Beispiel, kennt ihr als Schüler noch das Phänomen, dass ihr an den Heften nach der Korrektur riechen konnten, wenn der Lehrer geraucht hat?

    Viren riechen halt nicht, aber die sind ebenso unsichtbar an an Heften haftend.
    Und die Hefte ist eben das eine Ding. Es gibt ja noch tausend andere Faktoren in der Schule.

    Aber für mich steht fest: Hefte einsammen -> in der Corona-Krise gar nicht mehr (interessant wird es, wenn wir doch Klausuren schreiben lassen müssen)

    Finde es übrigens sehr bezeichnend:

    Im SLH Abitur müssen die Aufgaben mit Handschuhen verteilt werden.

    Eingesammelt? Steht nichts von Handschuhpflicht

    Korrigieren der eventuell verseuchten Abiaufgaben? Steht nichts

    Woher kommt den die Pflicht Aufgaben mit Handschuhen zu verteilen, wenn es eh ungefährlich ist.

    Wenn es nicht ungefährlich ist, wieso soll man die einfach so einsammeln und noch am selben Tag mit nach Hause nehmen (zumindest keine Warnung es nicht zutun)?

    Ganz einfach: Lehrergesundheit mäh

    "Viren nachweisbar" heißt nicht, "Infektion möglich".

    Doch, es heißt "Infektion möglich". Es heißt "Infektion nicht zwangsläufig". Aber es heißt tatsächlich, dass eine Infektion theoretisch möglich ist.

    Wie wahrscheinlich, das weiß eben keiner. Das hängt davon ab, wieviele Viren da noch sind, wie gut das Immunsystem ist, wie trocken die Schleimhäute usw.

    Virus nachweisbar heißt eben auch nicht "Infektion unmöglich"! Risko eingehen? Ja ? Nein?

    Es gibt Hinweise, dass das Aerosol bei Joggern 8m lang ist und 2m Abstand doch nicht reichen. Es gibt keinen Beweis dafür (wie sollte man auch so eine Studie durchführen ethisch), es ist aber denkbar, weil man da noch virenhaltiges Aerosol nachgewiesen hat in dieser Entfernung.

    Also weiterhin 2,5 m hinterherjoggen, denn "virenhaltiges Aerosol" in 8m nachweisbar heißt nicht "Infektion möglich"?

    Vermutlich ist die Chance in 8m sich zu infizieren recht gering, genauso wie auch Schulhefte nicht superinfektiös sind.

    Aber das Risiko ist dennoch da.

    Und je mehr infizierte, aber symptomlose Leute in der Klasse sind, desto mehr ist der gesamte Klassensatz auch belastet.

    Virenlast summiert sich.

    Dann hat man den Klassensatz, blättert mit der Hand um... und fässt sich, weil man unachtsam vom Korrigieren ist, ins Gesicht.

    Moebius, mal eine Frage. Würdest du, wenn du sagst es geht nur über Tröpfcheninfektion, ein Blatt Paper anfassen, auf das jemand geniest hat, der nachweislich Corona hat?

    Sollte ich je Corona bekommen wäre ich übrigens gerne bereit das experimentell durchzuführen, wenn du dir so so sicher bist. Ich wette da würdest du das aber schleunigst übedenken.

    Aber mit Einmalhandschuhen und wenn die Hefte erstmal 1-2 Tage gestanden sind?

    Besser zumindest.

    Willst du einen Raum in der Schule schaffen, wo die Hefte erstmal mehrer Tage stehen? Zuhause würde ich die nicht hinstellen und im Auto transportieren schon gar nicht.

    Logistisch aber ein ganz schöner Aufwand.

    Was spricht dagegen die Lösung mit den SuS an der Tafel zu besprechen und die SuS sollen in ihren eigenen Heften korrigieren. Wenn ein Kind unsicher ist, ob die Lösung nicht doch korrekt ist, kann es ja ihre auch noch vorlesen.

    Ich halte es nach wie vor für sinnvoll möglichst wenig Kontakt zu haben und Gegenstände, die jemand anderes benutzt hat, würde ich auch nicht in irgendeiner Form anfassen.

    Man beugt sich beim Kontrollieren ja auch automatisch sehr über das Heft drüber mit dem Gesicht.

    Ich finde da stehen Risiko und Aufwand (immer Einmalhandschuhe verwenden, mehrere Tage zwischenlagern) nicht wirklich in Kosten / Nutzen Relation.

    Und irgendwo gibt es im Klassenzimmer eine Kiste, da kommen die Hefte et al rein und ich schaue mir das dann daheim an.

    Ich werde kein Heft anfassen. Du weißt, dass Viren zum Teil mehrere Tage nachgewiesen werden können. Das kann auch keine SL anweisen ohne Botschaft von meinem Anwalt zu bekommen.

    Es bringt doch nichts Abstand zu halten und dann eine Kiste voll Hefte, auf die die SuS raufgetatscht, raufgeniest, oder einfach durchs Reden oder lachen ihr Aerosol darauf verteilt haben.

    Meine kreative Lösung heißt, dass ich meinen Schülern eben nicht über die Schulter schauen werde, sondern sie aus der Distanz anweise

    Wenn ich vor Ort sein muss, dann höchstens so, ja!

    Wo bleiben kreative Ideen, wie man bis Sommer weitermachen könnte? Wo bleiben leichte Schritte aus der eigenen Komfortzone heraus? Wo die Bereitschaft, sich mal auf was Neues einzulassen, Schulentwicklung zu betreiben?

    Zudem stört mich ein der Egoismus - und das Ganze bei voller Besoldung.

    Meine kreative Lösung heißt Online Unterricht. Zur Not schicken von Material an die Schule, wo es ausgedruckt und hinterlegt wird.

    Ich weiß nicht, warum du immer danach schreist die Besoldung einzukürzen. Du darfst mir gerne die Hälfte überweisen, wenn du so ein schlechtes Gewissen hast, dass du zu viel bekommst. Alternativ spende es doch. Niemand zwingt dich eine volle Besoldung anzunehmen.

    Wer in den nächsten Monaten nicht vor die Tür kann, aus verschiedensten Gründen, sollte das schnell mit seiner Schulleitung besprechen. Und dann auch damit fertig werden, dass es wie in jedem anderen Beruf auch Anweisungen gibt. Oder eben den Ausstieg.

    Wer in den nächsten Monaten nicht vor die Tür kann hat z.B. gesundheitliche Probleme, vielleicht weil er oder sie zur Risikogruppe gehört. Er oder sie sollte schnellstmöglich ein Attest vom Arzt holen und es der Schulleitung vorlegen (das ist die sogenannte Mitwirkungspflicht eines Beamten im Falle von Krankheit).

    Was sollte die Schulleitung da anweisen?

    Ausstieg ist finanziell nicht sinnvoll, es sei denn man hat eine Alternative. Wenn jemand so panisch ist, dass er oder sie keinen Fuß mehr vor die Tür setzen kann, dann ist das ein psychisch relevanter Sachverhalt und erfordert ebenso die Konsultation des Hausarztes. Dieser wird eventuell eine Auszeit (übrigens bei vollen Bezügen) für eine Psychotherapie wegen Krankheitsängsten, Agoraphobie oder was auch immer auf der Diagnose stehen wird, verschreiben.

    Wenn das über ein halbes Jahr andauert ohne Aussicht auf Besserung, dann tritt Dienstunfähigkeit ein. Auch das ist sinnvoller als sich ohne Bezüge beurlauben zu lassen, da man zumindest noch Grundversorgt wird.

    Deine Tipps sich ohne Bezüge beurlauben zu lassen halte ich für sehr fragwürdig, da kann man schnell in existentielle Notstände rutschen!

    Warum versucht man nicht, wenn man im nächsten Jahr aus persönlichem Gründen kein Risiko eingehen möchte und niemandem begegnen möchte, unbezahlten Urlaub einzureichen?

    Weil ich Geld verdienen möchte? Und zwar unter Bedingungen, die nicht unverhältnismäßig gesundheitsgefährdend sind. Gerne stelle ich meine volle Arbeitskfraft zur Verfügung Materialen zu erstellen, die für das selbstorganisierte Lernen geeignet sind. Ich stehe auch tagtäglich für Fragen zur Verfügung.

    Klar kann es nicht so laufen wie vorher, aber anstatt zu jammern und zu pöbeln, könnte man ja auch mal überlegen, was man beitragen kann und Ideen für eine neue Schule sammeln. Und nicht immer nur schreiben, was man alles nicht macht.

    Ich habe gerade heute (in den Ferien) ein AB für meinen Chemiekurs angefangen und ein Video zu dem Versuch organisiert. Das kann ich dann verschicken und die SuS können es bearbeiten.

    Das wäre mein Beitrag für heute.

    Diese Einstellung gibt es in meinem Freundes- und Familienkreis einfach nicht (bin die einzige Lehrerin).

    In meinem Freundeskreis sind momentan sehr viele im Homeoffice und die schütteln mit dem Kopf, wenn ich denen berichte, dass die die Schulen aufmachen wollen.

    Wem der Job derart stinkt, dass er nur noch zynisch meckern kann, der sollte kündigen.

    Zynisch würde ich es nicht nennen, wenn man sich sehr um die Gesundheit sorgt. Noch einmal, ich halte es für keine guten Ratschläge, dass jemand kündigen soll. Du stürzt Leute damit in finanzielle Schwierigkeiten. So einen Ratschlag empfinde ich als zynisch, wenn man genau weiß, dass Lehrer so schlecht angesehen sind auf dem Arbeitsmarkt.

    Übrigens, wenn ich deiner Erinnerung auf die Sprünge helfen darf: vor Wochen beschwertest du dich wieder und wieder, dass dein Schulleiter das große Schulfest noch abhalten will und ich riet dir, dich an die Elternvertreter zu wenden, da ich ein Gesamtinteresse darin sehen konnte, dieses Schulfest als Großveranstaltung und Infektionsherd abzublasen.

    Richtig! Was ich gemacht habe ist es, die Schulleitung beim Gesundheitsamt gemeldet zu haben. Ich habe genau dargelegt wieviele Leute da beim Fest da sein werden, was es für Aktivitäten geben wird und wie da die Kontakte sein werden.

    Ob das ausschlaggebend war oder das Gesundheitsamt eh reagiert hätte, keine Ahnung. Auf jeden Fall hat die SL das Fest zähneknirschend "nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt" abgesagt. Einige Zeit später wurden ja die Schulen dann auch eh geschlossen.

    Ok, ergänze: "Und wenn der Schulbetrieb wieder laufen sollte, muss er an diesen Tagen halt ruhen." Mehr wollte ich nicht sagen.

    Okay, dazu möchte ich ergänzen: Wenn der Schulbetrieb da eh schon wieder läuft, dann kann man das Abitur auch ganz normal ohne Sicherheitsbrimborium durchführen. Und danach werde ich ins Restaurant gehen oder mit Freundinnen abends im Park grillen.

    Warten wir ab, was das Ministerium am Mittwoch / Donnerstag oder wann auch immer zum Infektionsschutz sagt. Ich kann mir gut vorstellen, dass - wenn der Unterricht in welcher Form auch immer wieder läuft - Lehrkräfte und Schüler, die Ü60 / vorerkrankt / schwanger sind, nicht in die Schule müssen.

    Finde ich sinnvoll, ohne Frage. Ich hoffe nur, dass es dann nicht heißt, dass wegen dieser Maßnahme das Ministerium ja die Gesundheit der Lehrer im Blick hat.

    Denn allein durch diese Maßnahme könnte durch aus der Rest der Lehrerschaft in Gefahr sein (wenn es eben nicht zusätzliche! Maßnahmen gibt).

    Zumal - und das ist jetzt keine juristische, sondern eine ganz praktische Überlegung - kaum ein Abiturjahrgang mehr als 100 Teilnehmer aufweisen dürfte. Es braucht mir doch keiner zu erzählen, dass es in irgendeiner Schule hierzulande nicht möglich ist, für die Prüfungen zehn Räume bereitzustellen, in denen je zehn Prüflinge mit je drei Meter Abstand von zwei Lehrkräften beaufsichtigt werden können. Dann muss der restliche Unterricht halt an diesen Tagen ruhen, war jetzt drei Wochen lang auch kein Problem.

    Und genau da liegt der Knackpunkt! Ich behaupte sogar, dass man Abiturprüfungen durchführen kann unter genau den Bedingungen.

    Aber dieser Satz "Dann muss der restliche Unterricht halt an diesen Tagen ruhen", da kann man doch nur im Dreieck springen und schreien: "Und an den anderen Tagen soll er dann stattfinden?!"

    Wenn man es geradeso schafft unter Aufgebot des gesamten Kollegiums (Aufsicht, Sicherstellung, dass sich keine Grüppchen bilden, Desinfektion vorher und nachher eingehalten wird, Aufgaben mit Handschuhen verteilen usw.) 100 Leute, die während ihrer Prüfung still rumsitzen, zu handeln... wie zur Hölle soll dann an den anderen Tagen Unterricht stattfinden, der den Sicherheitsstandards vom Abitur entspricht?

    Das ist doch unmöglich!

    Das Ministerium hat die Gesundheit der Lehrkräfte sehr wohl im Blick.

    Nein, hat es nicht. Es hat in der Situation minimalen Schutz gewährleistet, ja.

    Du kannst doch über jemanden, der beim Einkaufen mal einem Obdachlosen 50 cent in die Hand drückt, attestieren, dass er sich sehr um die Probleme von Obdachlosen kümmert.

    Lass es mich dann anders formulieren, ja, das Ministerium kümmert sich nicht gar nicht um die Gesundheit der Lehrkräfte, sondern es kümmert sich viel zu wenig um die Gesundheit der Lehrkräfte.

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