Naja, auch wenn Brandenburg möglicherweise teurer geworden ist, ist die Bodensee-Region eine der teuersten in ganz Deutschland. Da die Lehrerbesoldungen in den Bundesländern nahezu vergleichbar sind, ergibt sich daraus durchaus ein deutlich anderer Lebensstandard.
Ich bezweifle auch, dass man mit dem Lehrergehalt in einer teuren Region halbwegs gut leben kann. Dafür ist die Alimentierung einfach zu schlecht. Um halbwegs einen Lebensstandard zu haben bin ich extra von der Stadt in die Provinz gegangen, wo die Grundstückspreise auch für Lehrer halbwegs bezahlbar sind. Als Auto geht dann zwar immer nur noch ein gebrauchter Mittelklassewagen, aber man kann zumindest auch mal ohne allzu schlechtes Gewissen essen gehen oder etwas unternehmen. Man reiht sich so mit den selbstständigen Handwerkern ein, steht ein kleines bisschen besser als normale Büroangestellte und muss sich also auch nicht verstecken in der Nachbarschaft.
In guter Lage oder einer teureren Region könnte ich mir das alles so ziemlich abschminken, so etwas würde ich tunlichst bleiben lassen. Da arbeitest Du sonst von morgens bis abends und darfst Dir anschauen, wie die Nachbarn ihren Kindern direkt Autos zum erworbenen Führerschein schenken und selber froh sein kannst, wenn Du aufgrund der Miet- oder Kaufpreise überhaupt vier Wände um dich hast und nicht die billigsten Nahrungsmittel kaufen musst.
Und dann hörst Du Dir, z.B. wie meine Mitreferendarin von der Frau des Nachbarn (Mediziner) an: "Na klar verdienen Sie nicht so viel, sie sind dafür ja auch den halben Tag zuhause", als sie mittags heimkam mit zwei Stapeln Abiklausuren, Erstkorrekturen im ersten und Zweitkorrekturen im anderen Fach. Allein das macht einen ja depressiv.
Dann lieber in einer schlechten Lage wohnen und da das trügerische Gefühl haben "gut" zu verdienen, weil die Nachbarn in der Regel nicht studiert haben und entsprechende "einfache" Jobs haben. Fürs Seelenwohl deutlich besser! Geh nach Brandenburg in die Provinz, ernsthaft!