Es wird insgesamt weniger gelesen, was aber nicht unbedingt eine Aussage über schwindenden Anspruch ist. Was hinzugekommen ist, ist ein sehr starker Fokus auf die Analyse von Sachtexten (verschiedene Textsorten: Reden, Artikel, Essays etc.) und auf Sprachreflexion, also Auseinandersetzung damit, wie Sprache funktioniert und was sie bewirkt - auch in Hinblick auf Kommunikations. Das gab es alles früher schon, ist aber mehr in den Mittelpunkt gerückt, auch weil es eben viel Kritik an vermeintlich "nutzlosen" Bidlungsinhalten gab. Man erinnere sich an den viralen Tweet von dieser Schülerin, die sich beklagt hat, dass sie Gedichte in drei Sprachen analysieren kann, aber nicht weiß, wie man eine Steuererklärung ausfüllt.
Ja, und wenn solche Themen mehr Raum einnehmen, gibt es halt weniger Zeit für Ganzschriften.