Eine Seminarsitzung ist ein zentrales Prüfungsmodul im Rahmen des **Eignungsfeststellungsverfahrens (EFV)** für eine Fachleitungsstelle an einem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfSL) in Nordrhein-Westfalen.
Dabei geht es nicht mehr um Ihren eigenen Unterricht mit Schülern, sondern um Ihre Rolle als **Ausbilder von Referendaren**. Sie müssen zeigen, dass Sie fachdidaktische Inhalte erwachsenengerecht vermitteln und Beratungsprozesse steuern können.
## Ablauf und Kernpunkte
Die Sitzung dauert in der Regel etwa **45 bis 60 Minuten** (plus anschließendes Reflexionsgespräch) und findet meist mit einer Gruppe von tatsächlichen Lehramtsanwärtern (LAA) statt.
### 1. Die Planungsleistung
Vorab reichen Sie einen schriftlichen Entwurf ein. Dieser muss die Lernziele der Sitzung, die didaktischen Entscheidungen und den geplanten Verlauf begründen. Wichtig ist hier der Bezug zum **Kerncurriculum** der Lehrerausbildung in NRW.
### 2. Durchführung der Sitzung
In der Sitzung selbst agieren Sie als Moderator und Experte. Die Prüfungskommission achtet besonders auf:
* **Teilnehmerorientierung:** Holen Sie die Referendare bei ihrem aktuellen Ausbildungsstand ab?
* **Fachdidaktische Tiefe:** Bieten Sie einen theoretischen Mehrwert, der über "Best Practice"-Tipps hinausgeht?
* **Methodenvielfalt:** Nutzen Sie kooperative Arbeitsformen, die die Referendare später selbst im Unterricht anwenden können?
* **Transfer:** Wird deutlich, wie die LAA das Gelernte in ihren eigenen Unterricht übertragen können?
### 3. Das Reflexionsgespräch
Direkt nach der Sitzung müssen Sie Ihr eigenes Handeln kriteriengeleitet evaluieren.
* Was lief wie geplant?
* Wo mussten Sie situativ vom Plan abweichen?
* Wie schätzen Sie die Lernwirksamkeit für die Referendare ein?
## Worauf die Kommission besonders achtet
Da Sie sich auf eine **Fachleitungsstelle** bewerben, steht die **Beratungs- und Ausbildungskompetenz** im Vordergrund. Die Kommission (bestehend aus Vertretern der Bezirksregierung und der Seminarleitung) stellt sich im Grunde eine Frage: *„Trauen wir dieser Person zu, die nächste Generation von Lehrkräften fachlich und menschlich sicher zum Staatsexamen zu führen?“*
**Ein häufiger Fehler:** Die Sitzung wie eine „tolle Unterrichtsstunde“ für Schüler zu gestalten. Denken Sie daran: Ihre Zielgruppe sind angehende Akademiker, keine Kinder.