Beiträge von plattyplus

    Mich stört ja nichtmal der, der unter dem Tisch mal aufs Handy schaut. Herrje, mache ich ja auch. Oder wenn jemand mal nicht 100% bei der Sache ist und anstatt die Aufgabe zu bearbeiten vom Wochenende schnackt.
    Habe ich zig SuS in allen Klassen von sitzen, da reicht dann eine freundliche Ermahnung oder der Hinweis sich nun auch mal an die Aufgabe zu machen.

    Ist bei mir auch so. Oder wenn bei den Azubis mal deren Betrieb anruft: Geh halt auf den Flur, telefoniere dort mit deinem Chef und dann komm wieder rein. Alles kein Thema.

    Es geht hier um die wenigen SuS, die absolut renitent sind, respektlos, ständig lauthals stören und sich nicht ermahnen oder hinweisen lassen.

    Die, die es nicht anders merken. Die, die übertreiben.

    Genau um die geht es mir auch. Solange sie sich nur selber durch ihre Ablenkung schaden, kein Problem. Aber wenn sie den Unterricht für die, die lernen wollen, verunmöglichen, ist bei mir Schluß.

    Und ja, die bekommen ohne, dass ich mit der Wimper zucken muss, eine 5.

    Ich bin da inzw. ohne zu zucken bei der 6.

    wenn du einen Schüler sofort aus dem Raum abführen lässt, oder dass du deine Stunde erst fertig machst und dann eine Erziehungsmaßnahme umsetzt.

    Wie willst du die „Stunde fertig machen“, wenn ein Schüler z.B. hinten seinen Bluetooth-Lautsprecher (JBL Flip), den er sonst in der Pause mit Musik bespielt, auch lautstark im Unterricht spielen lässt? Soll ich die nächsten 40 Minuten gegen den Lautsprecher anschreien? Nee, so lange das Ding läuft, ist schlicht kein Unterricht möglich. Weigert sich der Schüler sowohl das Ding herauszurücken als auch es auszustellen, bin ich ganz schnell an dem Punkt, dass dann eben der Schüler den Unterricht unverzüglich verlassen muss. Weigert er sich auch dieses zu tun und lässt dabei die Musikbox schön weiter dudeln, sind wir ganz schnell an dem Punkt, an dem dann eben der Schüler gegen seinen Willen aus dem Klassenraum gebracht werden muss.

    Wieso meinst du, dass man der Klasse zeigt, wer der Chef ist, indem man gewalttätig wird und seinen Willen in derselben Sekunde durchsetzt?

    Wie würdest Du es denn bezeichnen, wenn ein sich verweigernder Jugendlicher von der Polizei oder einem Sicherheitsdienst gegen seinen Willen aus dem Raum gebracht wird?

    Natürlich haben wir in dem Moment, in dem die Polizei zugreift, eine Gewalteinwirkung gegenüber dem Schüler.

    Mal ehrlich: Wie oft ist es dir schon passiert, dass ein/e Schüler*in, den/die du 'rausgeworfen hast bzw. 'rauswerfen wolltest, sich geweigert hat, den Raum zu verlassen?

    Das passiert in 80% der Fälle. Drum überlege ich mir vor jeder Sanktion - und sei es nur die Handywegnahme - schon genau, ob ich bereit bin den Weg bis zum Ende zu gehen, eben weil dies bedeutet, dass die Unterrichtsstunde damit für alle übrigen Schüler praktisch ausfällt, weil der eine Schüler die komplette Aufmerksamkeit einfordert.

    Aber ihr habt schon Recht, die extremen Disziplinprobleme habe ich eigentlich nur in zwei Azubi-Klassen (2. und 3. Lehrjahr), die fast ausschließlich aus einem Betrieb kommen und deren Ausbilder im Betrieb allen erzählt, dass die Berufsschule eh „uninteressant ist“ (um mich politisch korrekt auszudrücken) und es eh nicht auf die Noten ankommt, weil es keine Versetzung gibt, so lange sie die IHK-Prüfung bestehen.

    Wie willst du dagegen angehen? Kannst es auch ruhig 6er hageln lassen, dass Hansi Kraus als „Pepe der Paukerschreck“ ein Musterschüler dagegen ist. Es interessiert niemanden.

    Ich hatte mal einen Schüler, der sich das Handy seiner Mutter genommen hat, weil er kein eigenes hat, um Mitschüler zu bedrohen und die Mutter fand das "normal", weil Kinder doch so sind. Sie hat ihre Meinung erst geändert, als Sie in die Schule eingeladen wurde.

    Wäre so etwas nicht eher ein Fall für den Staatsanwalt gewesen? Schließlich ist zuerst einmal davon auszugehen, dass sie selber die Täterin war, wenn die Taten mit ihrem Handy begangen wurden? Ob sie das dann auch noch "normal" empfindet, wenn sie selber nach einer Strafanzeige zur Polizeidienststelle vorgeladen wird, um eine Aussage zu tätigen?

    Zufrieden?

    Nein!

    Was machst Du konkret in der Stunde, um der ganzen Klasse zu zeigen wer der Chef ist, wenn ein Schüler sich total verweigert?

    Ich bin schon einmal mit der ganzen Klasse in einen anderen Raum gegangen und als der renitente Schüler dann da auch rein wollte, habe ich mich in den Türrahmen gestellt. Wenn er da rein wolle, müsse er an mir vorbei. Er müsse also gegenüber mir handgreiflich werden: „Los, machen sie! Begehen sie Körperverletzung!“

    Eigentlich bräuchten wir aber einen Sicherheitsdienst/Polizei, um einen entsprechend renitenten Jugendlichen binnen weniger Minuten auch unter Anwendung von Gewalt aus dem Unterricht zu entfernen.

    In einem solchen Fall nimmt man das Handy ab und gut ist.

    Und was machst Du, wenn der Schüler dann die Herausgabe verweigert?

    Wirfst Du dann den Schüler aus dem Unterricht? Was, wenn er sich weigert zu gehen?

    Habt ihr schon einmal die Polizei gerufen, um das Hausrecht dann auch wirklich durchzusetzen und sind die für das Kasperle-Theater dann auch wirklich gekommen?

    Besonders schlimm ist es seit gestern. Es gibt offensichtlich eine App, mit der man den Projektor des Lehrers an und aus und an usw. schalten kann. Das machen sie in zahlreichen Unterrichtsstunden.

    Habt ihr Beamer von Epson? Für diese Geräte gibt es tatsächlich ein Programm von Epson, das eigentlich für die Fernwartung gedacht ist, mit dem man die Beamer an- und ausschalten kann sowie über das Netzwerk mit Bildern beschicken kann. Da bei uns in der Schule die Fernbedienungen immer verschwunden sind, nutzen inzw. alle KuK diese Software.

    Ihr müsst halt wirklich darauf achten, dass es an der Schule getrennte Lehrer- und Schüler-WLans gibt und kein Kollege aus Leichtsinn einem Schüler das Passwort fürs Lehrer-WLan gibt.

    Worst-Case Szenario mit den Beamern: Jemand logt sich irgendwo auf dem Schulgelände mit seinem Smartphone und Lehrer-WLan ein, schaltet in beliebigen Räumen die Beamer ein, spielt einen Porno ab und als Kehrer vor Ort kann man den Beamer nicht einmal ausschalten. Der hängt nämlich unter der Decke, so dass man an die Knöpfe direkt am Gerät nicht dran kommt.

    Bedeutet konkret: Duisburg könnte theoretisch sagen "Gesamtschulen? Nicht mit uns.", während Köln flächendeckend auf Gesamtschulen setzt?

    Genau so ist es.

    Man kann nur hoffen, dass die Eltern bei der nächsten Kreistagswahl auch kultuspolitische Themen bei ihrer Kreuzchenwahl berücksichtigen.

    Bei uns sitzt die SPD fester im Sattel als die CSU in Bayern. Konkret hatten wir seit dem 2. Weltkrieg nur einen Nicht-SPD Bürgermeister. Dieser Sonderfall kam auch nur dadurch zustande, dass er aus der SPD rausgeflogen ist, als Amtsinhaber aber so bekannt war, dass er auch parteilos wiedergewählt wurde.

    Die Gesamtschule ist halt das Prestigeprojekt der SPD. Die beiden Realschulen werden aus politischen Gründen, so benannten des deren beide Schulleiter bei der gemeinsamen Vorstellung aller Schulen in der Stadthalle, kleingehalten und dürfen seit 20 Jahren keine weiteren Züge aufmachen. Genug Anmeldungen für gleich mehrere zusätzliche Parallelklassen hätten sie gehabt.

    Ich mache seit 25 Jahren das Kreuzchen immer wieder bei der Opposition, ändert aber nichts.

    Im Nachgang des Elternabends kam aus lauter Frust bei den anderen Eltern die Frage auf, ob man denn wirklich erst die AfD wählen muss, damit sich etwas ändert?

    3. Selbst wenn man es macht, damit die Kinder sich freuen, ist da auch nichts bei. Denn das kann die Arbeit in der Schule unterstützen und die Arbeit erleichtern und sund auch schöner machen. Stichwort: Beziehungsarbeit.

    Können vielleicht nicht alle nachvollziehen, ist aber so.

    Das Problem dabei ist, dass ich (und hoffentlich auch alle anderen Lehrkräfte!) nicht bereit bin für sowas in die private uneingeschränkte Haftung in unbegrenzter Höhe genommen zu werden. Würden wir hier lediglich darüber reden, dass ich als Lehrer meine eigenen Fahrtkosten selber übernehmen muss, wäre das zwar auch nicht gerade schön, aber der Verlust wäre überschaubar. Dadurch, dass ich jetzt garantieren muss, dass alle heile nach Hause kommen (=Garantenstellung), sehe ich mich eher meiner eigenen Familie verpflichtet, wenn es darum geht einen etwaigen Schaden abzuwenden.

    Da muss man auch ordentlich zuzahlen, je nach Modell.

    Das Problem mit den Hörgeräten kenne ich von meinen Eltern auch. Mama brauchte im Alter Hörgeräte mit extremer Verstärkung. Die Dinger waren so laut, dass ich sie als Nebenstehender hören konnte. Entsprechend war Telefonieren mit dem Telefonhörer am Ohr nicht möglich, weil es immer zu Rückkopplungen kam. Ähnliches beim Fernseher.

    Die Hörgeräte waren auch Bluetooth fähig, so dass sich dann die Mikrofone der Hörgeräte abschalteten und die Rückkopplungen weg waren. Da kamen dann noch ordentlich Zusatzkosten hinzu, um den Haushalt hörgerätegerecht zu machen.

    - Weg mit dem Telekom Speedport DSL-Router und her mit einer FRITZ!Box 7590, die auch Telefonie kann. Dazu dann ein Smartphone (iPhone 6s), weil man dies per Fritz Phone-App übers WLan als lokales Telefon anmelden kann. Es klingelt also auch, wenn jemand die Festnetz-Nummer anruft. Das Smartphone wiederum nutzt dann beim Telefonieren nur das eigene Mikrofon und spricht die Hörgeräte wie Bluetooth-Kopfhörer an. Falls alte Leute stürzen sollen sie telefonieren können, also noch vier WLan-Access Points im Gebäude verteilt, damit man auch im letzten Kellerraum noch Empfang hat.

    - Für den Fernseher gab es vom Hörgerätehersteller noch einen Adapter, den man an den Kopfhörer-Ausgang des Fernsehers hängen konnte, der dann den Ton mittels Bluetooth auf die Hörgeräte schickte. Problem: Sobald der Kopfhörer eingesteckt ist, schalten die normalen TV-Geräte die internen Lautsprecher stumm. Papa saß aber neben ihr und wollte auch den Ton hören. Also ggf. neuer Fernseher…

    - Das Bluetooth-Dongle an Mamas Computer war dagegen recht günstig, auch wenn ich drei Stück davon gekauft habe, bis ich eines hatte, das auch mit dem Stromsparmodus der Hörgeräte zurecht kam.

    Nur, damit ihr mal seht, wo dann neben dem eigentlichen Hörgerät noch weitere Kosten entstehen, wenn so ein Ding in den Haushalt einzieht.

    Und ja, für mich war jeder Termin meiner Mutter beim Hörgeräteakustiker alles andere als toll, denn jedes Mal bekamen die Hörgeräte irgendwelche Updates und sämtliche Einstellungen waren weg. Konkret war danach immer wieder die Priorisierung der Ton-Quellen ein Problem. Also was ist, wenn der Computer und der Fernseher laufen? Welche Tonquelle wird Bluetooth seitig priorisiert? Wird der Fernsehton weggeschaltet, wenn Papa sie vorm Fernseher sitzend anspricht? Was ist, wenn nebenbei noch ein Telefonat reinkommt?

    Das kann man alles einstellen, aber die Ausarbeitung der Priorisierung ist als Außenstehender schon problematisch, weil man es zu selten macht. Irgendwann habe ich dann auch mal entnervt den Hörgeräteakustiker gebeten zuhause vorbeizukommen, um sich das Problem, das er mit seinen Updates immer wieder verursacht, anzusehen. Damit man das alles einstellen konnte, musste Manas Smartphone nämlich im heimischen WLan angemeldet sein. Im Tonstudio des Akustikers ging das nicht.

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