da gerade die oftmals unkritische Innensicht religiöser Überzeugungen Risiken birgt
Eben. Mir kommt in den zitierten Plänen die deshalb notwendige kritische Auseinandersetzung zu kurz.
Das Begehen religiöser Riten, darum ging es in diesem Thread, halte ich nicht für notwendig, um die moralische Sichtweiser bestimmter Glaubenssysteme zu verstehen. Im Gegenteil befürchte ich, dass die kritische Distanz sich verringert. Ich kann z. B. am Opferfest nichts erbauliches finden, wenn ich nicht aus dem Kopf kriege, dass ein Mensch bereit war, auf simple Weisung ein Kind zu töten. Ich finde auch Ostern eklig. Dass ein Mensch öffentlich zu Tode gefoltert werden muss, damit Vergebung möglich ist, halte ich für ethisch absurd. Und an Weihnacht stört mich, dass nicht dokumentiert ist, dass der Beischlaf zwischen Maria und dem heiligen Geist einvernehmlich war. Nur ja heißt ja.
So haben alle diese Feste in der Darstellung der Religionen selbst zumindest etwas Ekliges, vermutlich sogar etwas Unethisches. Man kann so etwas mit einem leckeren Essen oder einem besinnlichen Festakt übertünchen. Aber das möchte ich nicht als Unterrichtsinhalt haben.
Ich sehe auch keinen Anlass derartige Riten als außerunterrichtliche Veranstaltungen an der Schule durchzuführen. Die Kinder können in ihren Familien und Religionsgemeinschaften feiern oder es bleiben lassen. Ich wüsste nicht, warum Schulen hier ein Zusatzangebot machen sollten.