Wie teuer ist es, Sachunterricht fachfremd zu unterrichten?

  • Ich bin sehr froh, dass an meiner Schule Budget da ist, wenn man etwas benötigt. Manchmal dauern große Anschaffungen auch ein paar Jahre, wenn mehrere große Wünsche anstehen, aber grundsätzlich ist vieles möglich.

    Was ich aber so im Forum lese, ist es an Grundschulen oft schwieriger. Die Gelder hängen an den Schülerzahlen, die Schulen sind aber oft kleiner als weiterführende Schulen, brauchen aber eher mehr Einrichtungs-, Anschauungs- und Verbrauchsmaterial. Und weil das einzelne Material nicht so teuer ist wie ein Röntgengerät oder teure Industriesoftware werden die Kosten vom Träger vielleicht nicht so gesehen.

    Und wenn Quittengelee sich nicht daran stört ein (weiteres) Lesespiel privat zu kaufen, dann ist das so und ihr Privatvergnügen. Trotzdem lautet die Antwort auf die Eingangsfrage "Was muss ich ausgeben?", dass man privat gar nichts anschaffen muss, weil der Schulträger zuständig ist.

  • In Nds. sind die Schulassistenten bei der Schule angestellt. Und fallen somit dem Budget zur Last, aus dem auch z.B. die angestellten Lehrkräfte bezahlt werden.

  • Die Schule kann vermutlich Lehrerstunden von Landesbeamten in Geld umwandeln und dafür externe Kräfte bezahlen.

    Man nimmt dafür Entlastungsstunden und lässt die externe Kraft dann die entsprechenden oder andere Aufgaben erledigen, die sonst die Lehrer selbst machen müssten.

  • Wenn ich dafür eine Stunde pro Woche bekäme, würde ich den Bastelschrank selbst beaufsichtigen. Man muss halt überlegen, was einem wichtig ist, ich mag mein eigenes Lesespiel haben und gut.

    Ich kann sowieso nicht für andere Personen im Haus entscheiden, was sie verdienen, welche Aufgaben sie übernehmen sollten usw., wofür gibt's die mit A15?

  • Die Frage, ob die Schulverwaltung die Beaufsichtung der Lehrmittelsammlung übernehmen kann, hängt davon ab, ob sie dafür fachlich qualifiziert ist. Die Verwaltungsfachkraft ist kaufmännisch ausgebildet, kann daher die Organisation und Verwaltung von Büchern, robustem Anschauungsmaterial o.ä. übernehmen.

    Bei Fachräumen im Bereich NaWi o.ä. fehlt die Sicherheitsunterweisung, weswegen die Betreuung hier den Fachlehrkräften obliegt. In einer idealen Welt würden dies technische Assistenten (m/w/d) übernehmen, sodass sich die Lehrkräfte auf den Unterricht konzentrieren können, aber davon sind wir in Deutechland bekanntlich weit entfernt.

  • Beitrag von O. Meier (5. Januar 2026 16:55)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Mir egal, verjuckt eure Kohle. Ich mach’s nicht. Wer Argumente braucht, benutzt die Suchfunktion. (5. Januar 2026 18:56).
  • Was für Abminderungsstunden? Für die Schulv.assistenz?

    Zumindest in NDS verringert sich die Anzahl der im Kollegium zu verteilenden Abminderungsstunden um einen bestimmten Betrag für jede beschäftigte Schulassistenz. Das kann sich natürlich dennoch lohnen, wenn diese auch wirklich zur spürbaren Entlastung des Kollegiums beiträgt. Das ist oft, aber leider nicht immer gegeben.

  • Zumindest in NDS verringert sich die Anzahl der im Kollegium zu verteilenden Abminderungsstunden um einen bestimmten Betrag für jede beschäftigte Schulassistenz. Das kann sich natürlich dennoch lohnen, wenn diese auch wirklich zur spürbaren Entlastung des Kollegiums beiträgt. Das ist oft, aber leider nicht immer gegeben.

    Geht es hier um Verwaltungs- oder pädagogische Fachkräfte? Wenn ersteres, fände ich es ein fragwürdiges Vorgehen, wenn Stunden von Lehrkräften mit Stunden für Verwaltungskräfte verrechnet würden. Die beruflichen Schwerpunkte sind am Ende ganz andere, selbst wenn alle innerhalb des Mikrokosmos "Schule" beschäftigt sind.

  • Die Verwaltungskraft im Sekretariat wird von Schulträger bezahlt, sie verwaltet Schülerdaten.

    Die Schulassistenz hat schulische Aufgaben, die sonst Lehrkräfte übernehmen. Kapitalisiert man Lehrkräftestunden, kann man für das Geld die Assistenz einstellen und generiert mehr Stunden, da die Assistenz schlechter bezahlt ist und fürs gleiche Geld mehr Stunden zur Verfügung steht. Das geht nur an großen Systemen, in denen es auch Anrechnungsstunden gibt.

  • Was für Abminderungsstunden? Für die Schulv.assistenz?

    Ja genau. Um diese Stelle zu bekommen, haben wir einen Teil der verfügbaren Abminderungsstunden abgegeben. Welchen Anteil kann man nachlesen, hab ich grad nicht parat. Eine Drittel Lehrerstelle oder so.

  • Die Schule kann vermutlich Lehrerstunden von Landesbeamten in Geld umwandeln und dafür externe Kräfte bezahlen.

    Man nimmt dafür Entlastungsstunden und lässt die externe Kraft dann die entsprechenden oder andere Aufgaben erledigen, die sonst die Lehrer selbst machen müssten.

    Nein, die sind beim Land angestellt und übernehmen Aufgaben, für die es ansonsten Abminderungsstunden für Lehrkräfte gibt und daher muss die Schule auch welche davon abgeben.


    Palim hats dann schon erklärt. Genauso ist es.

    Für mich auch absolut logisch: Bücherverwaltung muss keine Lehrkraft machen und Verwaltung von SchüleriPads auch nicht.

  • Die Verwaltungskraft im Sekretariat wird von Schulträger bezahlt, sie verwaltet Schülerdaten.

    Das ist sicher ein Teilbereich, aber im Prinzip ist die Verwaltungskraft für alle kaufmännischen Aufgaben, die in einer öffentlichen Einrichtung anfallen, zuständig und damit erster Absprechpartner (m/w/d) für alle administrativen Tätigkeiten, die keinem der Bereiche Pädagogik, Technik, Reinigung oder Führung eindeutig zugeordnet sind.

  • kaufmännischen Aufgaben

    welche kaufmännischen Aufgaben gibts denn in einer Schule? Du meinst Rechnungen bezahlen? Auch das machen die in der Regel nicht, sondern geben das an den Schulträger ab und der bezahlt die Rechnung.

    Das sind Verwaltungsfachkräfte. Sie verwalten. Sonst hießen sie Kaufleute.

  • Bei uns bezahlt auch die Kraft Rechnungen oder weist sie an. Ich glaube nicht, dass sie das an den Träger weitergibt.
    Da ich alt genug bin, um die Zeit OHNE Schulverwaltungsassistenz zu kennen: Ein Segen.
    Denn ja, vorher hat ein Kollege die Buchausleihe, Buchbestellung und co gemacht.
    Ein Kollege hat auch irgendwelche Etats verwaltet.
    Jetzt haben wir auch eine Mensa, sie kümmert sich auch um die Abos und Abbuchungen.
    Alle Abbuchungen / Überweisungen im Zusammenhang mit Ausflügen und Fahrten laufen auch über sie. Sie prüft auf einer Liste, wie viele SuS die Teilzahlung getätigt haben..
    Und so viele andere Sachen mehr.
    Danke!

    Eine Schande, dass wir dafür kapitalisierte Lehrerstunden hergeben müssen und nicht 2-3 solche Kräfte "oben drauf" bekommen, aber eyh, wir sind in Deutschland, Bildung muss möglichst wenig kosten.

  • 0 Euro, wie jeder Unterricht. Ich verstehe die Frage nicht. Ich dachte wir werden für unsere Arbeit bezahlt, statt eigenes Geld zu investieren.

    Das ist in der Grundschule leider oft nicht so. Bei der Ausstattung vieler Schulen kommt man als Lehrkraft, besonders als Klassenlehrkraft nicht drum herum, sich selbst um viele Dinge zu kümmern. Wir machen das, weil uns guter Unterricht wichtig ist. Und je nach Klasse/Elternschaft wird das durchaus auch wertgeschätzt. Aber: Grundsätzlich ist dieser Zustand ein Unding... Ich wäre ja auch gern bereit, mich um die Klassenzimmerausstattung zu kümmern, wenn jeder Klassenlehrer ein vernünftiges Budget bekäme dafür. Aber dass wir so viel selbst bezahlen müssen, von Freiarbeitskarteien über Lernbüros bis zu digitalem/gedruckten Unterrichtsmaterial, ist traurig. Wir sind ja schon froh, wenn es zumindest ausreichend bunte Kreide, Laminierfolien, Kopierpapier und das Zusatzmaterial zu den D/M-Lehrwerken in der Schule gibt. Wir hatten auch lange nur 3 Sets Dienes-Material für 200 Schüler.

    Jetzt erst mit dem Startchancenprogramm wird es tendenziell deutlich besser, was die Materialfülle an Zusatzmaterial und Anschauungsmaterial angeht. Allerdings gibt es da oft auch eigenartige Vorgaben oder Wünsche von den Schulämtern, sodass nicht immer das angeschafft werden kann, was benötigt wird.

  • Das ist in der Grundschule leider oft nicht so. Bei der Ausstattung vieler Schulen kommt man als Lehrkraft, besonders als Klassenlehrkraft nicht drum herum, sich selbst um viele Dinge zu kümmern. Wir machen das, weil uns guter Unterricht wichtig ist. Und je nach Klasse/Elternschaft wird das durchaus auch wertgeschätzt. Aber: Grundsätzlich ist dieser Zustand ein Unding... Ich wäre ja auch gern bereit, mich um die Klassenzimmerausstattung zu kümmern, wenn jeder Klassenlehrer ein vernünftiges Budget bekäme dafür. Aber dass wir so viel selbst bezahlen müssen, von Freiarbeitskarteien über Lernbüros bis zu digitalem/gedruckten Unterrichtsmaterial, ist traurig. Wir sind ja schon froh, wenn es zumindest ausreichend bunte Kreide, Laminierfolien, Kopierpapier und das Zusatzmaterial zu den D/M-Lehrwerken in der Schule gibt. Wir hatten auch lange nur 3 Sets Dienes-Material für 200 Schüler.

    Jetzt erst mit dem Startchancenprogramm wird es tendenziell deutlich besser, was die Materialfülle an Zusatzmaterial und Anschauungsmaterial angeht. Allerdings gibt es da oft auch eigenartige Vorgaben oder Wünsche von den Schulämtern, sodass nicht immer das angeschafft werden kann, was benötigt wird.

    Ihr "müsst" gar nichts bezahlen. Und wie gut der Unterricht ist, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Mir ist guter Unterricht auch wichtig und ich mache deshalb das beste aus den Rahmenbedingungen und Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen. Was hat das mit der Schulart zu tun?

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