Beiträge von state_of_Trance

    Mein Mathekollege pflegt immer zu sagen, dass Mathe gerade deshalb ja eigentlich eine Geisteswissenschaft sei. :D

    Die Mathematik ist tatsächlich weder das eine noch das andere. Man kann sie nicht den klassischen Geisteswissenschaften zuordnen, eine Naturwissenschaft ist sie aber auch ganz eindeutig nicht, da sie völlig unabhängig von der Natur existiert. Sie ist nur zufällig gut dazu geeignet, die Natur zu beschreiben, das ist aber nicht ihr Selbstzweck.

    Ich hab für Englisch Mittelstufe bei der Korrektur meist so 20 Minuten gebraucht. Wenn jemand irgendwo 8 Minuten veranschlagen würde, würde ich das vermutlich schaffen - dann halt ohne Positivkorrektur und Kommentar - und auch so machen. Motzt jemand, kann man ja auf die 8 Minuten verweisen.

    Du weißt so gut wie ich, dass die meisten Lehrkräfte dann aber trotzdem einfach weiter 20 Minuten korrigieren würden und die Zeit gar nicht aufschreiben.

    Es gab in Geschichte (Philosophie und Theologie hatte ich auch jeweils zwei Veranstaltungen) auch anspruchsvolle Dozenten, aber der durchschnittliche Student wusste relativ zeitig wo man seinen Schein für erste Sitzung/letzte Sitzung/Hausarbeit bekommen hat und in welchen Quellenlektürekursen wöchentlich kurze Tests zu den zu lesenden Quellen geschrieben wurden und man nach dreimal unter dem Schnitt den Schein nicht bekommen hat.

    Fairerweise wussten auch die Lehramtsstudenten im Fach Mathe recht zügig, bei welchem Dozenten die Vorlesungen am ehesten noch schaffbar sind. :D

    Mal ganz plump gesagt: Na und?

    Ja, natürlich wird man nicht gern schief angesehen, aber bei dir klingt es so, als seist du wirklich am Ende. Da sind ein paar schiefe Blicke deine geringste Sorge. Lass dich krankschreiben, auch für mehr als eine Woche, und schau, dass du dich wieder aufstellst.

    Ich war jetzt an den drei Schultagen zwischen den Osterferien und dem ersten Mai krank. Was meinst du, was da wohl gequatscht wurde, zumal ich eher selten fehle. Aber das ist halt so, sollen sie doch reden, mir gings kacke, da geh ich nicht zur Schule und schicke selbstverständlich auch nichts.

    Und Quebecs Problem ist ja keine akute Krankheit, sondern ein dauerhaft zu hohes Pensum, ganz besonders privat.

    Reif-Gehalt verdoppeln, ja bitte. Vielleicht könnte man einfach nicht verbeamten und E13 zahlen wie beim Quereinstieg. Wie man das mit der Unterrichtsverpflichtung macht, muss man schauen.

    Das Studium sollte nicht reduziert werden, Kris24 hat die Gründe genannt. Eine Fachlehrkraft sollte sich auch auf universitärem Niveau mit den Inhalten beschäftigt haben. Ich möchte den Beruf nicht entakademisieren. Anreize schaffen, ja, aber nicht entakademisieren.

    Valerianus leider sind die "guten Schüler" die man in ein paar Minuten korrigiert hat die Ausnahme. Zum "Glück" habe ich aber auch viele von denen, wo gar nichts geht. Die mittelmäßigen ziehen es dann psychologisch einfach runter.

    Danke aber, dass du das nochmal darstellst mit dem Studium, mir glaubt das ja nie jemand.

    Und volle Zustimmung zum letzten Teil. Es schmerzt einfach, wie wenig das, was wir gezwungenermaßen üben müssen, auf ein entsprechendes Studium vorbereitet.

    Besonders enttäuschend ist die Haltung mancher Schülerinnen und Schüler: Wenn die Inhalte im Matheunterricht nicht sofort klappen, gelte ich als „schlechter Lehrer“, der nicht erklären kann. Umgekehrt heißt es „Er erklärt nichts“, wenn ich Wissen aus Jahrgangsstufe 9 und 10 voraussetze, ohne alles noch einmal von Grund auf zu wiederholen.

    Als Fachkollege sag ich dir, dass du das einfach ignorieren musst. Gerade in Mathe werden dir immer wieder Schüler vorwerfen du bist zu schnell und was weiß ich (in der Regel ist man eigentlich quälend langsam, das merken die meisten Schüler halt nicht). Das Gute ist: Wenn du erstmal ein paar Jahre unterrichtet hast, hast du ein besseres Gespür dafür, was eigentlich ein "normales" Tempo und ein "normaler" Anspruch ist. Aber bitte nimm das niemals persönlich. Ganz besonders bei Lehrerwechseln ist man immer erst einmal "der böse". :D

    Das ist natürlich schwer messbar und hängt natürlich sehr von der konkreten Schule, ach was, von der konkreten Klasse ab.

    Ich habe momentan eine Einführungsphase, da ist eine Schülerin drin, die mir echt das Leben unglaublich schwer macht. Jede Doppelstunde dort hat für mich das "Gewicht" eines ganzen Tages in anderen Lerngruppen.

    Ich würde behaupten, dass die "üblichen" Physikstunden in der Sek1, gerne 7.8. Stunde auch nicht sonderlich gesundheitsfördernd sind.

    Aber ja, man kann es wirklich nur zusammenfassen, dass die Belastungen in diesem Beruf echt höchst individuell und auch nicht immer gleich sind.

    Der Thread hier ist da sicherlich eine Ausnahme.

    Ich bin ehrlich gesagt ziemlich verwundert,, wie dieser Thread durch die Decke gegangen ist. Er war eigentlich nur als kleiner Nostalgieflash auf den damaligen Thread "Mikael gesperrt" gedacht. Ich bleibe dabei, dass die Moderation an manchen Stellen einer Zensur nahe kommt, möchte das aber auch gar nicht weiter vertiefen.

    Ich bin aber ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass der Thread gelöscht wird, deshalb schrieb ich ja auch, dass man mich gerne dafür auch sperren könne.

    Zitat

    Die Abbruchquote im universitären Bachelorstudium fällt in den Geisteswissenschaften sowie in Mathematik und Naturwissenschaften besonders hoch aus: Die Hälfte der Studierenden gab hier vorzeitig auf. Besser schlugen sich die Studierenden in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hier brachen nur 21 Prozent ab. In Lehramtsstudiengängen brachte sogar nur jede oder jeder Zehnte das Bachelorstudium nicht zu Ende.

    Jetzt ist natürlich die Frage, wie man das mit MINT und dem Vergleich zum "Lehramt" beurteilt.

    Ich glaube, das ist teilweise auch sehr abhängig vom Studienorte gewesen.

    Natürlich muss jeder Physikstudent Praktika machen, allerdings gab es bei uns keine harten Klausuren.

    Ich war bereits im Ba/Ma-System und aufgrund dessen wurden alle Prüfungsleistungen in mündliche Prüfungen umgewandelt statt, dass schlecht ausfallende Klausuren genommen wurden.

    Nun war der Vorteil dieser mündlichen Prüfungen, dass sie weniger hart als Klausuren waren, die Vorbereitung aber deutlich aufwendiger war, weil echt jeder Furz gefragt werden konnte. Da musste man mehr Beweise und co wirklich im Kopf haben als es in den meisten Klausuren nötig gewesen wäre.

    Was zweifelsohne stimmt ist die Tatsache, dass mich mit meinem Germanistik/Anglistik Studium vermutlich niemand mit Begeisterung eingestellt hätte. Dass ist bei MINTlern sicherlich anders. Aber dann frage ich mich, warum die nicht alle in den hoch dotierten Jobs gelandet sind. Und gilt da dann diesses unsägliche Zitat "hätte man vorher wissen können" plötzlich nicht?

    Ich habe tatsächlich mit Anfang 20 nicht antizipiert, welche massiven Nachteile der Lehrerberuf mit sich bringt. Diese Unflexibilität, das nicht mögliche Home Office etc. Das ist mir durch die Corona-Zeit erst wirklich aufgefallen. Nochmal würde ich den Weg nicht gehen. Aktuell bin ich aber schulformbedingt trotzdem beruflich zufrieden. An einem Regelgymnasium wäre ich das vermutlich nicht.

    Und nochmal: Woher kommt denn diese Gewissheit, dass MINT-Lehrer nach einer ordentlich durchgeführten Faktorisierung mehr unterrichten müssten, wenn sie doch an anderer Stelle so hohen Zeitaufwand haben?

    Weil man Sorge hat, dass überlastete Kollegen anderer Fächer so viel Rumjammern, dass gesagt wird "ok, ihr macht weniger". Meistens sind diese Kollegen aber auch unglaublich ineffizient und viele Probleme sind hausgemacht. MINT-Kollegen sind im Schnitt pragmatischer angelegt.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich halte den akadamischen Schw*nzvergleich im Sinne von "mein Studium war aber so viel schwerer als deins" für völligen Unsinn.

    Keine Ahnung, ich kann nur berichten, was ich an der Uni gesehen habe. Meine ersten richtigen Ferien hatte ich als Lehrer. In den Semesterferien waren entweder (aufwendige Praktika) oder es standen Prüfungen an, für die man Wochen und Monate lernen musste. Innerhalb des Semesters musste man ebenfalls wöchentlich die Übungen abgeben. Die Studierenden anderer Fächer waren damit überfordert ab und an mal eine Hausarbeit zu schreiben, wo im Wesentlichen Quellen aneinander gereiht wurden. Aber ich möchte es nicht noch weiter vertiefen.

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