Beiträge von Flupp

    Wie sollen diese persönlichen Konsequenzen aussehen, wenn man individuell feststellt, dass man zu viele Stunden arbeitet? Da unteilbare Aufgaben zu 100% wahrzunehmen sind, sind die einzigen Möglichkeiten zur Zeiteinsparung Unterrichtsplanung und Korrekturen. Bei der Prüfungsgestaltung ist man in der Regel ja an vorgegebene Formate gebunden, also sehe ich da wenig Entlastungspotential. Bei Korrekturen schaffe ich es trotz Bemühen nicht schneller zu werden, bleibt Unterrichtsvorbereitung.

    Habe ich nicht genau deine Fragestellung in dem von dir zitierten Abschnitt beantwortet?

    1. Prüfung, ob man wirklich zu viel arbeitet.

    2. Prüfung, ob man wirklich die Prüfungen/Klausuren/Klassenarbeiten/Tests so gestaltet, wie die Anforderungen sind und nicht über das Ziel hinausschießt.

    3. Unterrichtsvorbereitung reduzieren (was meist nicht automatisch Türschwellenpädagogik bedeutet).

    S… aber umso wichtiger wäre es doch, mal repräsentativ Arbeitszeiten nach Fäxhern getrennt zu erfassen, aus den Werten für jedes Fach den durchschnittlichen Zeitaufwand zu errechnen und daraus Konsequenzen für Aufgabenverteilungen in der Schule und ggf. auch Deputatsstunden zu ziehen.

    Warum repräsentativ und nicht zunächst mal jeder für sich und dann daraus Konsequenzen für die eigene Unterrichts- und Prüfungsgestaltung ziehen?

    Aus meiner Beobachtung machen sich nicht wenige Kollegen das Leben selbst schwer ohne messbaren Qualitätszuwachs.

    Dass es endlich eine klarere Jobbeschreibung und ein zugehöriges Zeitbudget braucht, steht dabei außer Frage.

    Major ist meines Wissens nach der erste Dienstgrad der ein Studium zwingend voraussetzt (höherer Dienst, A13), der letzte ohne Studium Stabshauptmann (gehobener Dienst, A13).

    Auch das war, wenn es heute so sein sollte, nicht immer so. Kenne einen Oberstleutnant und einen Oberst, die beide „nur“ eine Lehre gemacht haben.

    Mit welchem Gerät soll ich in der Schule arbeiten? Mit dem gammeligen 14'' Notebook, das wir bekommen haben sicher nicht.

    Ja. Warum tragen Lehrkräfte eigentlich ihrem Dienstherren das Geld hinterher?

    Wenn der Rechner ne halbe Stunde zum hochfahren braucht? Nicht dein Problem, ist doch Arbeitszeit.

    1804 Stunden, das kann bei uns der Dienstherr erwarten. Da müssen dann ein paar von ihren zu hohen Ansprüchen runter und andere mal richtig arbeiten.

    Wieso immer diese vor Ort Diskussion? Wenn man mir kein Arbeitszimmer zur Verfügung stellt, wie will ich dann die ganzen während der Ferien zu erledigenden Arbeiten wie Korrektur, Vorbereitung etc. in der Schule durchführen. Alles Arbeiten, die ich von zu Hause aus besser durchführe. Machen die Mitarbeitenden der BezReg doch auch.

    Wir haben zwar einen festen Arbeitsplatz für jeden, aber selbst ohne diese wären genügend Klassenräume in den Ferien frei. Das ist kein Argument.

    Stifte, Blöcke, Ordner -> noch nie erlebt, dass so etwas irgendwo finanziert wurde. Eine Schule hatte Flipchart-Papier für Plakate, das wars aber auch.

    Schulbücher -> haben wir im Referendariat großzügig von den Verlagen bekommen, allerdings nicht an Tag 1, sondern es dauerte. An meiner Refschule gab es keinen Ausleihbestand für Lehrkräfte, eine spätere Schule war da großzügiger. Hier würde ich zu Beginn mal nachfragen. Gleiches gilt für Dienstgeräte. Wenn die Schule welche hat, sollten auch die Referendare welche kriegen. Digitale Lizenzen für Schulbücher und Handreichungen usw. gibt es auch je nach Schule entweder als Kollegiumslizenz oder halt nicht.

    Frag auch nach, wie das Kopieren geregelt ist. An meiner Refschule gabs ein (kleines, nie ausreichendes) Freikontigent. Meine letzte Schule hatte anfangs keinerlei (!) Kontingente und hat versucht, für jede einzelne Kopie das Geld einzutreiben. Ich hatte nach 4 Monaten eine Rechnung von fast 50€ im Fach. Wiederum woanders gab es unbegrenzte Kontingente und das sogar in Farbe - die Bedingungen (und letztlich auch die Kosten) variieren hier.

    Bei uns können sich alle Lehrkräfte Stifte, Papier, Laminierfolien, … und anderes Verbrauchsmaterial aus der Verwaltung holen. Jeder hat einen persönlichen Dienstrechner (auch für Referendare halten wir Geräte vor). Kopieren ist frei, Farbe allerdings nicht per default.

    Wer was in Farbe braucht, kriegt das auf Nachfrage aber auch.

    Es geht, wie schon mehrfach geschrieben, vor allem um seine Reaktion darauf. Und die reicht von 'noch nie gesehen das Ding' über 'ach, wir machen doch alle mal Scheiß' bis 'Hetzkampagne gegen mich!'. Eine aufrichtige Entschuldigung sieht anders aus.

    Hinzu kommt die Reaktion:

    Der Vorfall war ein einschneidendes Erlebnis für mich. Er hat wichtige gedankliche Prozesse angestoßen.

    Passt gut zu dem ansonsten vorgebrachten: „Nicht erinnerlich!“

    Verstehe dich nicht. Dann kritisiere doch seine andere Verfehlungen und nicht die bloße anwaltliche Tätigkeit. In einem Rechtsstaat hat jeder das Recht auf anwaltliche Vertretung, wenn man das moralisch angreift, dann greift man einen Kern des Rechtsstaats an.

    Zum Aiwanger: natürlich ist das alles 30 Jahre her und kein Mensch braucht das, um zu verstehen, was der Aiwanger für einer ist. Leider wird er nicht nur trotz sondern hauptsächlich wegen seiner Haltung gewählt.

    Er wird jetzt Opfer eines schlechten Diskursstils, den er selbst lange prägend vorangetrieben hat. Das ruft bei mir schon eine gewisse Schadenfreude hervor.

    Otto Schily z. B. hat als Anwalt in den 70ern Gudrun Ensslin vor Gericht verteidigt, unter Kanzler Gerhard Schröder war er in den späten 90ern dann Bundesinnenminister.

    Ich stimme deinen Ausführungen ansonsten zu, empfinde es aber als merkwürdiges Rechtsstaatsverständnis, wenn eine bloße anwaltliche Tätigkeit moralisch zweifelhaft oder eine vergleichbare „Jugendsünde“ sein soll - egal wie moralisch verdorben die Mandantin ist.

    Ob sich Schily anderweitig in der Zeit zweifelhaft verhalten hat, sei mal dahingestellt.

    Werden da nicht Sachen vermischt?

    Es gibt:

    - das Flugblatt

    - die Facharbeit von Aiwanger über einen Rottenburger Lokalhelden, gefunden nach Recherchebeginn durch die SZ (für die Schriftprobe)

    - die preisgekrönte Schülerarbeit, die von jemand anderes verfasst wurde, die das Flugblatt (ohne Nennung des Verfassers) als Beispiel führt

    Joa, es gab auch mal einen Konsens, dass Frauen keine Hosen zu tragen haben und dem Pfarrer nicht widersprochen wird. Darüber sind wir glücklicherweise mittlerweile auch hinweg.

    Und es gibt weitere Konsense, die aktuell zur Debatte stehen, und auch welche, die noch nicht zur Debatte stehen. Gleichzeitig entstehen neue Konsense.

    Verstehe den Punkt jetzt nicht, aber wir drehen uns eh im Kreis.

    Ja, sehe ich so. Eine (vielleicht überholte) gesellschaftliche Erwartungshaltung, die in sich keinen rationalen Grund (mehr) hat.

    Zu meiner Schulzeit wäre das hier überhaupt keine Diskussion gewesen. Ein klares No-Go.

    Mittlerweile legen vielleicht nur noch Dinosaurier wie ich darauf noch wert.

    Und ich vergleiche das tatsächlich nochmal mit dem Essen mit Messer und Gabel anstatt den Fingern.

    Das gehört bei uns im Gegensatz zu anderen Ländern bei manchen Gerichten zu den Gepflogenheiten, die man zumindest können muss, wenn man nicht auffallen möchte. Wirklich was kaputt macht man aber auch nicht, wenn man im Restaurant mit den Fingern isst. Andere Kulturkreise zeigen, dass es auch anders ginge.

    Vielleicht ändert sich dieser (aus meiner Sicht) Konsens aber auch über die Jahre. Erste Schritte sind ja da bereits gemacht.

    Macht man das bei euch eigentlich noch, dass die SuS am Anfang der Stunde zur Begrüssung der Lehrperson aufsteht?

    Das hat sich in meiner Beobachtung gewandelt.

    Als ich zur Schule ging, sind wir bei jedem Eintreten eines Erwachsenes in den Klassenraum aufgestanden.

    Jetzt kenne ich das nur noch als gemeinsames Ritual zum Stundenbeginn (anstatt oder in Kombination mit anderen Ritualen). Und auch nur in der Unterstufe.

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