Beiträge von Flupp

    Glaubst du ernsthaft, dass wegen der Pendlerpauschale jemand aufs Land zieht? Die Pendlerpauschale deckt die Kosten doch überhaupt nicht.

    Und natürlich will man nicht dass jeder in die Stadt zieht. Das ist auch gar nicht sinnvoll.

    Ja, denke ich.
    Nicht um Geld zu verdienen ("Kostendeckung").

    Ohne hätten sie es sich aber nicht leisten können.

    Natürlich hat die Pendlerpauschale eine Lenkungswirkung und führt dazu, dass Menschen aus der Stadt auf das Land ziehen (oder da bleiben). Das ist politisch so gewollt (gewesen):

    Zwei statt ein Auto, Einfamilienhaus statt Stadtwohnung, ...

    Viele der heutigen Probleme hängen damit mittelbar zusammen: Priorisierung von Automobilität, Sterben von Dorfleben, Zersiedlung, Sterben von Innenstädten zugunsten von Läden auf der grünen Wiese, ...

    Es ist fatal, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, diese Lenkungswirkung wieder umzudrehen.

    Aber wir sind total offtopic.

    Ich denke nicht, dass bei der Tarifrunde viel herauskommt. 1 bis 3 Prozent, schätze ich.

    Durch die Energiekrise werden wir ärmer.

    Das bleibt nicht aus - aber es ist doch besser, etwas ärmer zu werden und dafür nicht Energie bei einer Kriegsverbrechernation zu kaufen. Leider hat uns die Politik in fatale Abhängigkeiten geführt.

    Was angesichts der hohen Spritpreise völlig irre ist: Wer krank ist, spart Unmengen Geld, im Vergleich dazu, wenn er zum Dienst pendelt.

    Hier stimme ich Dir voll zu.

    Zitat

    Noch Irrer mutet dann das politische Gerede über Abschaffung der Pendlerpauschale an.

    Ich sehe es gegenteilig.
    Die Pendlerpauschale hätte meines Erachtens in der Form nie eingeführt werden dürfen. Völlig falsche Lenkungswirkung.

    Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und kommt so leicht nicht mehr heraus.

    Das widerspricht sich doch nicht.
    Du schreibst von 30 Minuten im Durchschnitt für eine Doppelstunde (90 Minuten).
    Also Verhältnis 1:3

    Ich hatte oben 1:1 angesetzt und diese wurde diskutiert - Du bist da erheblich drunter.

    Leider wird häufig bei Lehrkräften auf das Deputat geschielt, die wichtigere Kennziffer ist aber eigentlich die Gesamtarbeitszeit.

    Wir haben an der Schule versucht, eine präzisere Darstellung zu erreichen:

    Ein Volldeputatler (25 Unterrichtsstunden) hat rund 1800 Stunden pro Jahr zu arbeiten.

    Ebenso lange Vor-/Nachbereitung pro Unterrichtsstunde berücksichtigt also 1,5 Zeitstunden pro Deputatstunde.
    Bei großzügigen 40 Schulwochen sind das 1500 Stunden.

    Sind also noch 300 Stunden übrig:

    - Eine im Durchschnitt eine Unterrichtsstunde Vertretung pro Woche sind 30 Stunden.

    - Verbindliche Fachschaftssitzungen 5 Stunden

    - GLK 12 Stunden

    - DB 5 Stunden

    - Pädagogische Konferenzen 10 Stunden

    - Notenkonferenzen 10 Stunden

    - Fahrten 20 Stunden Mehraufwand

    - Fortbildungen 20 Stunden Mehraufwand

    - Kooperationen im Jahrgang/-fach 80 Stunden

    - Aufsichten 20 Stunden

    - fachbezogene Elternarbeit 10 Stunden

    Sind noch 70 Stunden (also ca. 1,75 Zeitstunden pro Schulwoche!) übrig als Puffer.

    Sonstige Dinge (Klassenlehreraufgaben, Referendarsausbildung, Sammlung, Abiturkorrektur ...) werden bei uns entlastet.

    Natürlich kann man die einzelnen Zahlen diskutieren/verhandeln ...

    Mein Punkt ist aber der: Eine GLK mehr oder weniger fällt zeitlich objektiv überhaupt nicht ins Gewicht.

    Fazit: Wenn man relevant Zeit sparen möchte, dann muss die individuelle Lehrkraft die einzige Stellschraube drehen, die sie tatsächlich in der Hand hat: Unterrichtsvor- und nachbereitung

    Edit: Bevor jemand zu genau nachrechnet - habe die Werte grob aus dem Kopf runtergeschrieben. Im offiziellen Dokument sind die Punkte ausdifferenzierter.

    Frage 1: Mal so, mal so. Hängt von der Aufgabe und davon ab, ob wir jemand spezielles bereits im Auge haben. Manchmal auch beides gleichzeitig: es wird allgemein angefragt und bei manchen Kandidaten auch zusätzlich direkt, wenn wir die für geeignet halten.

    Frage 2: Ja. Funktionen oder Aufgaben haben bei uns eine Aufgabenbeschreibung und darin die vereinbarte Entlastung dokumentiert.

    Könnte es aber sein, wenn bspw. im Rahmen einer Sicherheitsbelehrung bzw. wenn gemeinsam das sichere Vorgehen für ein Experiment besprochen werden, wenn gerade SuS an einem Experiment arbeiten etc., durch vorlaute fachlich falsche/unpassende Sprüche die Sicherheit gefährdet wird: "Hey, du brauchst keine Schutzbrille!" "Zieh dir direkt das Gas in die Nase! Fächeln ist was für Weicheier!" "Mess doch mal Spannung mit der Einstellung Strom!" "Tausch den Bohrer während er läuft!"

    Also: vorlaute Sprüche kann man durchaus als Fachkriterium sehen ;)

    Das ist richtig.
    Du musst es anhand der Anforderungen des Bildungsplans begründet bekommen und nicht einfach nur sagen: "schlechtes Verhalten, darum in Chemie eine 5".

    Wer stört liefert in diesem Moment keine Leistung.

    Wer schläft ebenso.

    Daher geht das Verhalten in die Note indirekt ein.

    Ebenso ist die Teamfähigkeit, das heißt auch, andere im Klassenteam nicht zu stören, Teil der Leistung.

    Schon spannend, für das Lehrerforum habe ich den Schulrechtsordner vom Seminar derzeit durchgehend auf meinem Schreibtisch:)

    Wenn Du dies auf die Leistung beziehst, dann kannst Du das so messen.
    Wie Du schreibst: Es geht indirekt ein. Subjektive Wahrnehmungsverzerrung kommt ja dann noch obendrauf.

    ***
    Nochmal konkret:
    Wenn Du in der Notenbegründung sagst, XY stört oft, daher bekommt XY die schlechtere Fachnote, dann ist das nicht gedeckt.

    Wenn Du in der Notenbegründung sagst, XY stört oft und konnte daher die Leistungskriterien nicht erfüllen, dann ist das vertretbar.

    In naturwissenschaftlichem Unterricht kann z.B. das Experimentieren Teil der sonstigen Leistung sein. Da ist offensichtlich, dass jemand, der Chemikalien herumwirft, nicht gut experimentell arbeitet. Ein vorlautes Verhalten ist diesbezüglich allerdings kein Fachkriterium.

    Das Verhalten spiegelt sich also in der Informatiknote wieder? Das heißt, wer brav an seinem Rechner rumtippt, kann eine bessere Informatiknote erhalten als jemand, der stört und unfreundlich ist, aber Plan von dem hat, was du vermittelt hast? Kein Wunder, dass die SuS sich da nicht beschweren...

    Das hat aber nichts mit 'kein Unmensch sein' zu tun und das hat das Seminar auch sicher nicht gemeint, mit dem Hinweis, dass man Noten nicht einfach mathematisch ermitteln kann. Du brauchst schon klar umrissene Lernziele und Bewertungskriterien.

    Dies ist in BW (ich interpretiere wegen der GFS, dass Markmeister aus BW ist) auch nicht von der Notenbildungsverordnung gedeckt.
    Die Fachnote ist eine pädagogische Würdigung der fachlichen Leistung. Verhalten, Mitarbeit etc. wird in den "Kopfnoten" abgebildet.

    Ohne Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen in BW: das halte ich für unzulässig, wenigstens für unfair. Wenn ein Schüler überwiegend 2er erhält und insgesamt auf 2,4 steht, dann gebe ich auch bei einer abnehmenden Leistung eine 2 und weise den Schüler darauf hin, dass er/sie wieder etwas zulegen muss, damit das beim nächsten mal keine 3 wird.

    Die Endnote soll die Leistungsfähigkeit bezogen auf den gesamten Beurteilungszeitraum sowie eine Prognose, ob und wie schnell etwaige Mängel behoben werden können, enthalten. Dies beinhaltet damit auch, dass ein "Abrunden" der zuvor ermittelten arithmetischen Note möglich sein muss.

    Kann man alles machen. Ich gebe aber gern zu bedenken, dass der Fall kleiner ist, falls der Mann sich als Blödmann entpuppt oder womöglich verunglückt. Alles schon erlebt inklusive völliger Hilflosigkeit der betroffenen Witwe, weil die Frau seit 10 Jahren Vollzeit-daheim war. Klar, sie konnte als Beamtin direkt wieder Vollzeit einsteigen, aber die ganze Kinderbetreuung war ein echtes Problem.

    Die Kinderbetreuung wäre aber auch ein Problem, wenn der zuhause gebliebene Partner gestorben wäre.

    Da gäbe es so tollen digitalen Unterricht. Die Realität sieht wohl ziemlich anders aus.

    So ist auch meine Beobachtung.

    einzelne ukrainische KuK und einzelne Schulen haben sicherlich beachtliches auf die Beine gestellt, vielfach wurden die Kinder vor Zoom geparkt und frontal beschult (finde ich voll ok) und meist gab es gar nichts.

    Der Mythos von „Die Ukraine kann Fernunterricht innerhalb von 24h nach Kriegsbeginn und Deutschland kann nach zwei Jahren Pandemie gar nichts.“ ist halt in alle Richtungen übertrieben. Das Vergnügen bei der Kolportierung kann man ja gewissermaßen nachvollziehen.

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